"Du kennst dich da doch aus mit dem Internet ..."

jensxp

Commander
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Hallo Leute, ich nehme mal an, ihr hier kennt das auch alle. Du sitzt gemütlich beim Kaffee am Geburtstag von Tante Elisabeth, und es dauert nicht lange, bis die Nachbarin dich anspricht "Ach Jens, du kennst dich doch aus mit dem Internet. Kannst du mal bei mir ..."
Und schon kümmert man sich um Internet und Telefon von Eltern, Geschwister, Nachbar, Cousin, Pfarrer, ... und und und.

Was machen eigentlich Leute, die niemanden direkt kennen, der sich "mit dem Internet und so" auskennt? Zum Teil bekomme ich hier Gruseliges mit. In einem Fall haben die dem armen Kerl vor 2 Jahren eine 7590 für 200 EUR angedreht - was er brauchte war ein Switch (!). Wer berät denn die vielen Ahnungslosen (was ich nicht abwertend meine!), bei denen ein Flyer über Glasfaser, DSL oder sonstwas im Briefkasten landet oder bei denen "das Internet" immer wieder weg ist. In einem anderen Fall rät der Mitarbeiter im roten Polohemd einer ahnungslosen Frau zu einem Drucker, der eine Kombipatrone für Tinte benutzt. Argument: "Wenn ein Drucker nur eine hat, dann muss man auch nur eine wechseln. Das ist doch sehr praktisch." Da bekomme ich Gänsehaut! (zum Glück hat sie dann gar keinen gekauft, ich hätte sie noch rechtzeitig abgefangen).

Hier im der CB helfen wir uns gegenseitig ja schon auf einem Niveau, das hat nicht mit den Alltagsproblemen von Laien zu tun.

Ich wurde schon in der Verwandtschaft angesprochen, weil sie froh sind, dass ich das alles mache, weil sie nicht wüssten, wen sie fragen könnten. Ich mache das ja auch gerne.

Wie sind eure Erfahrungen so?
 
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Unwissenheit zahlt man mit Geld. So wie in allen Lebensbereichen.

Die Frage ist, an wen man dann kommt - jemand der das zu seinem Vorteil ausnutzt oder eine ehrliche Person.
 
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Kennst Du niemanden privat, bist Du gezwungen, den Service zu bezahlen. Es gibt durchaus IT-Anbieter für Privatpersonen (oft angesiedelt bei Geschäften für Bürotechnik o.ä.) die rein für die Beratung Geld nehmen. Ist aber oft nicht ganz billig und am Ende muss man als einfacher User, wenn man die "neue Technik" unbedingt nutzen will, auch ein bisl Eigenbildung betreiben.

Ich selbst, hauptberuflich derzeit im IT Support in einer Krankenhausgesellschaft tätig, hatte vor der Geburt unseres Sohnes ebenfalls überlegt, mich nebenbei in diesem Geschäftsfeld selbstständig zu machen.
Der Plan ist auch noch nicht beerdigt. Sohn ist jetzt 6 und man hat langsam aber sicher wieder mehr Zeit abseits der Kinderbetreuung und der Plan ist, so eine Art Familienadmin als Dienstleister zu sein.

Einen Markt dafür gibts definitiv.
 
Eigentlich deinen sehr ähnlich.

In der Regel kann man nur drauf hoffen, dass sie an jemanden geraten, der kein absoluter Halsabschneider ist und es entsprechend ordentlich macht.
Allerdings lässt sich mit Halsabschneiderei halt schneller und mehr Geld verdienen und die Ahnungslosen sind da in der Regel gefundenes Fressen.

Mir nahe Verwandte und Familie fragen daher tatsächlich erstmal bei mir nach, ob Sachen Sinn machen. Und so anstrengend das manchmal ist, mache ich das doch lieber als dass sie sich irgendwo das Geld noch und nöcher abnehmen lassen.
 
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Mittlerweile habe ich meine Hilfe im Bekannten- und Verwandtenkreis sehr eingeschränkt, denn das hat einfach Überhand genommen und ich war in der Woche viele Stunden nur wegen irgendwelchen Kisten unterwegs.

Und wenn ich mal nicht gleich abrufbar war, war man beleidigt, weil ich nicht alles habe stehen und liegen lassen, um zu helfen.
 
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Ich bekomme natürlich auch oft Nachfragen, wie wahrscheinlich die Meisten.
Aber machen tu ich eigentlich nur für gute Freunde und enge Familie was.

Leute die sich nach Monaten melden und sofort was wollen bekommen eine Absage.

Generell berate ich oft nur noch und bastel nicht selber rum.

Aber ja, wenn man niemanden hat, der einen IT-technisch gut berät oder direkt hilft, hat man schlechte Karten, dann bleibt eigentlich nur noch der Gang in so einen örtlichen Computerladen / Systemhaus und da gibts viele schwarze Schafe. Aber ganz ehrlich, banales Beispiel: Ich muss mich bei meinem Auto auch aufs Autohaus verlassen und kann nicht ständig irgendwelche Dienstleistungen zum Freundschaftspreis verlangen.
 
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Häufig fällt der Satz:
"Du machst doch was mit Computer?"

außerhalb der Arbeit hab ich das aber mittlerweile reduziert (nur noch sehr enge Family und 1-2 Freunde).
Nach 16 Uhr will ich i.d.R. abschalten.
 
Ich denke am einfachsten kann man sich die Frage beantworten wenn man selber bei etwas Probleme hat wo man sich nicht auskennt. zB bei Sanitäranlagen, Haushaltsgeräten, dem Auto usw. Man geht halt in die Werkstatt bzw. konsultiert einen Handwerker.

Im IT-Bereich erkenne ich wenn ich über den Tisch gezogen werde und was einem die Leute da oft für Müll erzählen, so wie bei deinen Beispielen.
Ich will da ehrlich gesagt auch gar nicht wissen wie oft ich schon bei irgendwelchen Sachen, mit denen ich mich nicht auskenne, über den Tisch gezogen wurde.

Wenn man wirklich niemanden kennt, kann man nur lange recherchieren und hoffen, dass man wen findet der einem ehrliche Hilfe leistet.

Bei so Problemen wie dem Internetprovider, wo man sich eigentlich nirgendwo anders hinwenden kann als eben zu dem dazugehörigen Support, sieht das natürlich bisschen anders aus. Da kann man nur hoffen dass man am anderen Ende der Leitung einen kompetenten Mitarbeiter erwischt.

Hatte auch ne Zeit lang troubles mit dem Inet und konnte mit dem bisschen Netzwerktechnik-Wissen das ich habe, doch schon einiges selber eingrenzen und denen mitteilen und wenn mir dort dann jemand Blödsinn erzählt hat, war es mir möglich das zu kontern.

Personen die das Wissen nicht haben, können in so einer Lage oft echt nur hoffen und beten, so traurig das ist.

Ich selber helfe nur noch nahen Freunden und Verwandten wenn etwas ist. Wenn jemand zu mir kommt und sagt "Du, ich kenn da wen, der hat dieses und jenes Problem." gebe ich entweder nur kurz Auskunft oder sage er soll den Rechner/Notebook tauschen lassen auf Garantie oder neu aufsetzen lassen oder ein neues Gerät kaufen.
Das Problem ist nämlich, hilft man da EINMAL bei irgendwas oder stellt man überhaupt einen Rechner zusammen, ist man für immer und ewig der Ansprechpartner für wirklich JEDE Kleinigkeit und davon hab ich in der Arbeit schon genug, das brauche ich Privat nicht auch noch.

Und nichts habe ich lieber wenn sich eine Person, mit der man früher mal öfter abgehangen hat, sich das aber verloren hat mit der Zeit (wie das halt so ist), nach X Jahren wieder das erste mal meldet und dann anfängt er hätte ein Problem mit irgendwas. Ja danke, aber nein danke.
 
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Tja da tun sich Abgründe eine Arbeitskollegin hat ne 16er Leitung und zahlt 45 EUR pro Monat. Die meisten Leute kommen irgendwie klar, haben dann halt Technik-Frust und vergiss aber auch nicht. Technik spielt für diese Leute nicht so eine große Rolle wie für uns. Ich hab meine Bilder dreißigfach gesichert. Meine Freundin eine externe Festplatte. Si esagt, wenn die weg sind, ist das halt so.
 
Es stellt sich für Personen die keine Ahnung haben oft als echtes Problem raus.
Letztens bei einer ältern Dame, der Drucker wollte nicht mehr, keine Ahnung was der Grund war.
Deinstallation und neue Installation des Brother-Treibers hat das sofort behoben, aber da kommen diese Leute nicht mal drauf, die sehen nur, ich drücke auf Drucken und es kommt kein Papier raus.
Dass man da bei Brother einen Treiber runterladen kann/muss ist denen Fremd, die sind nur Benutzer.

Echt kein einfaches Thema.
 
Als jemand der 32 Jahre in der IT (Entwicklung, Support, Beratung) gearbeitet hat, kenne ich das Thema täglich - egal wo ich bin.

Tipps und Hilfestellung bekommen von mir ausschließlich Personen aus meinem engsten Freundeskreis.
 
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Das ist eben wie mit anderen Dingen so: Tapezieren, Laminat verlegen, Auto usw. reparieren ... wenn man niemanden kennt, muss man dafür (offiziell) bezahlen.
 
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Besonders schön ist es doch, wenn man sich unentgeltlich Zeit nimmt und die Person blockt an irgendeinem Punkt ab. Sei es, weil sie es trotz kompletter Ahnungslosigkeit dennoch besser weiß, oder partout keine Veränderung zulässt, die Ratschläge nicht annimmt oder es dann doch nichts kosten darf.

Vermeintlich gut gemeinte Bescheidenheit und Sparsamkeit schlägt manchmal leider ins Gegenteil um. Auch Hardware verschleißt, altert oder benötigt gewisse, kostenpflichtige Upgrades. Und sei es eine externe Datensicherung. Selbstverständlich befürworte ich damit nicht gierige Abzocke Dritter.

Man ist schnell nicht nur Techniker, sondern benötigt obendrein eine psychologische Schulung. Selbst gestandene Persönlichkeiten, auch solche mit akademischem Abschluss, recherchieren zum Teil gar nicht erst, was das Problem sein könnte. Manche ergeben sich einfach und verharren in der Haltung "kenne ich mich nicht mit aus".
 
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Hab ich auch aufgegeben Nachbarn, Vermietern und co zu helfen.
Statt Dankbarkeit bekommt man meistens Unverständnis wenn man mal nicht innerhalb von 5 Min Zeit hat.

Und sollte man den Fehler machen etwas zu kaufen für diese Leute (HW oder SW) so hat man a) den kompletten Support an der Backe und b) ist weiters noch Schuld dass das Ding "nicht ordentlich geht" (was aber meistens nur am Unverständnis der Leute liegt es zu bedienen)
 
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Was auch ein großes Problem ist, ist der "Folgesupport".
"Du hast mir doch mal mein Windows installiert, jetzt funktioniert XYZ nicht mehr, kannst du da nochmal schauen?"

SOWAS will ich total vermeiden.

Außerdem ist das Thema Datensicherheit da ein großes Thema, ich sag immer dazu, dass ich keine Verantwortung übernehme.
 
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Die Leute müssen sich eben ne seriöse Firma suchen und die Arbeit bezahlen mit 60-100€/h.
Ist das so überraschend? :D

Privat helf ich vllt ner Hand voll Personen, die aber nur selten was haben. Ansonsten hab ich leider keine Zeit (und Nerven dafür).
 
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Cardhu schrieb:
Die Leute müssen sich eben ne seriöse Firma suchen und die Arbeit bezahlen mit 60-100€/h.
Ist das so überraschend? :D
Bei meinem ehemaligen Arbeitgeber waren es sogar 115€ (Abrechnung pro 15min).

Wir waren als Techniker aber angehalten, unsere eigenen Fehler miteinzuberechen und fair abzurechnen.

Zeit schinden um möglichst viel abrechnen zu können war ein No-Go, dafür war der Stundensatz relativ teuer, man hat aber auch gut ausgebildete und effiziente Fachkräfte bekommen.
 
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Ich als Händler höre auch täglich von Kunden, wie diese übers Ohr gehauen wurden oder wie denen viel zu teure und unsinnige Dinge angedreht wurden, noch schlimmer, wie sie in anderen Geschäften völlig falsch beraten wurden. Dann sehe ich mir deren PCs an, in denen nicht das verbaut wurde, was auf der Rechnung steht, die Verkabelung katastrophal ist, die Werte nicht stimmen, nichts korrekt eingestellt wurde....

Als Bäckermeister habe ich einen Meisterbrief, als Ingenieur studiert, aber als "Systemadministrator" muss ich nix können, leider höre ich diese Bezeichnung mittlerweile viel zu oft, daher mag ich dieses Wort nicht.

Ich lege Wert auf ordentliche Beratung, faire Bepreisung und gute Qualität, daher sind wir wohl nicht umsonst die letzten von 6 Händlern in unserer Gegend - und das seit 25 Jahren!
 
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jensxp schrieb:
Wie sind eure Erfahrungen so?
Ich bin IT-Systemelektroniker im Außendienst und auch gelegentlich bei Privaten Kunden. Es muss nicht unbedingt sein dass man Kunden über den Tisch zieht sonst ist man sie schneller los als einem lieb ist. Ich behandle die Menschen fair und sie sind auch immer Dankbar und freuen sich wenn ich komme. Ist halt traurig dass es nicht jeder so macht aber es gibt in jeder Zunft auch faule Äpfel.
 
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