Energiewende in Deutschland - Geschwindigkeit - Kosten?

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Tomislav2007 schrieb:
Das habe ich schon während Corona oft gelesen/gehört, nach Corona geht es los mit Umweltschutz/Klimaschutz/Energiewende, dann kam Putin um die Ecke.
Schauen wir mal wie lange der Ukraine Krieg (vor allem die Auswirkungen davon) noch dauern wird und wer weiß was danach noch an Katastrophen kommt.

Das Schlimme ist ja, die Kosten verstetigen sich. Haushalt des Gesundheitsministeriums 2022 (Auslaufen der pandemischen Notlage) leicht höher als 2020 und 2021 und mehr als 3x so hoch wie vor 2020. Mit Krieg und Energie wird es ähnlich laufen...


KitKat::new() schrieb:

Klick mal auf den Wikipedia Link und scroll nach ganz unten, dort steht eine Liste
 
cool and silent schrieb:
Klick mal auf den Wikipedia Link und scroll nach ganz unten, dort steht eine Liste
In der Liste ist Deutschland auch drin.
Ich glaube du suchst die Liste, die ich verlinkt habe
 
cool and silent schrieb:
also irrelevant, wenns nur um Staaten geht, die weiter dabei bleiben wollen / ausbauen wollen = einen anderen Weg als Deutschland gehen
 
Zuletzt bearbeitet:
Es geht um Deutschlands Sonderweg. Keine Ahnung, was Du mir sagen willst
 
fgordon schrieb:
zusätzlich zig zehn Milliarden jährlich zuschiesst aus Steuergeldern
Wer glaubt, das die Strompreise abhängig von der Herstellung sind, der glaubt auch, dass akws ein Vielfaches günstiger sind.

Ich lasse dich Mal in deinem Glauben.
Ergänzung ()

fgordon schrieb:
Deutschland zahlt in der Zeit 350-450 Mrd aus Steuermitteln nur dafür, dass die EEG Kosten nicht völlig aus dem Ruder laufen
Dafür hast du bestimmt eine Quelle

https://www.bund-naturschutz.de/wirtschaft-umwelt/erneuerbare-energien-sind-zu-teuer
 
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Ich vermute mal eher der Staat, ist der größter Gewinner bei den aktuellen Strompreisen, entsprechend hat er auch wenig Interesse an einer schnellen und umfassenden Senkung der Steuern und Abgaben. Bei Privatkunden gehen ca. 41 % des Strompreises für Steuern, Abgaben usw. drauf.
1653853425742.png
Es gibt übrigens für Freunde oder Feinde von Windrädern in Bayern sogar eine Karte mit den entsprechenden Werten, an welchen Standort sich ein Windrad mit welcher Höhe wie lohnt.
 
co-pilot schrieb:
(...) Bei Privatkunden gehen ca. 41 % des Strompreises für Steuern, Abgaben usw. drauf(...)
Es müsste heißen ca. 51 %, wobei sich dieser Prozentsatz ändern wird, er wird sinken, auch wenn es am steigenden Energiekosten nichts ändern wird.

Die EEG-Umlage entfällt (nicht aber die Kosten für die Einspeisevergütungen, welche zukünftig durch Steuergelder finanziert werden, die Kosten ändern sich ja nicht).

Die Kosten für die Stromerzeugung werden sich massiv erhöhen, da der Strompreis im Wesentlichen, von der aktuell verfügbaren günstigsten kWh abhängt. Thermischen Kraftwerke kommen auf immer weniger Benutzungsstunden, ihre Nutzungsdauer sinkt aufgrund vieler Lastwechsel, für die sie nicht ausgelegt wurden und die Energiepreise haben angezogen.

Im Herbst kommen aufgrund der ausgelaufenen Kontrakte der Versorger massive Preiserhöhungen auf die Verbraucher zu, die Heizkostenabrechnungen im Frühjahr 2023 werden für viele Menschen hierzulande nicht zu bewältigen sein. Es wird nicht um ein paar Euro gehen, sondern in vielen Fällen um existenzbedrohende Beträge im hohen dreistelligen Bereich.
 
Binalog schrieb:
Es müsste heißen ca. 51 %, wobei sich dieser Prozentsatz ändern wird, er wird sinken, auch wenn es am steigenden Energiekosten nichts ändern wird.
Stimmt, also ein Punkt an dem der Staat, die Bürger noch mehr entlasten könnte.

Wenn ich mir die Preisentwicklung im Bereich Kohle anschaue, sollten wir wirklich versuchen diese Kraftwerke auf Sparflamme laufen zu lassen. Vor einem Jahr kostete eine Tonne ca. 80€ aktuell sind wir bei 307€.

Dank Borkenkäfer ist unsere Heizkostenabrechnung sogar gesunken...
 
co-pilot schrieb:
(...)Wenn ich mir die Preisentwicklung im Bereich Kohle anschaue, sollten wir wirklich versuchen diese Kraftwerke auf Sparflamme laufen zu lassen. Vor einem Jahr kostete eine Tonne ca. 80€ aktuell sind wir bei 307€.(...)
Der nächste Winter wird von der Gasversorgung bestimmt, sollte die ausfallen wird es je nach Witterung teilweise dramatisch.

Wir sollten jetzt sofort die Kohleverstromung hochfahren (was auch versucht wird) um jeden Kubikmeter Erdgas der geliefert wird einzuspeichern. Die kurzfristige Laufzeitverlängerung der AKWs hätte auch bis ca. Mitte/Ende März 2023 etwas Entlastung gebracht.
 
Der Strompreis wird vor allem auf der Infrastrukturseite massiv steigen - man braucht entweder Speicher oder Backupkraftwerke parallel mit fast identischer Leistungsabgabe - vor allem wenn immer mehr mit Wärmepumpe geheizt und Elektroautos gefahren wird muss hier extremst massiv ausgebaut werden.

Man muss den Backupkraftwerkspark sicher ver x-fachen. Da Gas vermutlich nicht mehr funktionieren wird, muss man sich dazu eh was Neues ausdenken.
 
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fgordon schrieb:
Da Gas vermutlich nicht mehr funktionieren wird, muss man sich dazu eh was Neues ausdenken.

Das Netz als Speicher? Kobolde? ;-)
 
Naja
Binalog schrieb:
Der nächste Winter wird von der Gasversorgung bestimmt, sollte die ausfallen wird es je nach Witterung teilweise dramatisch.
Naja die Leute werden erst mal dann so schnell das geht auf elektrische Aufstell Zuheizer umsteigen und auch das Stromnetz dann wohl zum Kippen bringen - das ist das realistische Szenario.
 
fgordon schrieb:
so schnell das geht auf elektrische Aufstell Zuheizer umsteigen
Na, das wird wohl eher nicht passieren, denn als erstes werden bei Gasknappheit die Gewerbe ausgeschaltet, die den geringsten Einfluss haben (Schwimmbäder und ähnliche Betriebe). Für Private wird das Gas als letztes abgeriegelt, die werden niemals nur wegen dem Wegfall des russisches Gas abgeregelt. Dann als nächstes die Gasintensiven Betriebe (ja, das wird schmerzhaft und teuer wegen Maschinenausfall bzw. teilweise Totalverlust). Aber frieren wird deswegen keiner und auch keine El. Heizkörper aufstellen.

fgordon schrieb:
Man muss den Backupkraftwerkspark sicher ver x-fachen.
Das ist eine falsche Annahme, die ich aber genauso getroffen habe. Bis mir von Andreas Schmitz eine neue Studie des DIW erläutert wurdet (bei 7:45 Min). Die absolute Bandbreite der durch veränderliche Quellen hervorgerufenen Fluktuationen wird sich von aktuell ca. 30-85GW auf ca. 5-75GW reduzieren. Ergo brauchen wir zukünftig sogar weniger Grundstromregelkraftwerke (oder Speicher).
 
.... und ich garantierte dass sich die Sonne um die Erde dreht wenn ich das mal so umstellen will xD

Solche Schönwetterversprechen sind nunmal gar nichts wert - auch die Energiewende kostet ja den Haushalt mehr als ein Kugel Eis im Monat xD

Das ist aber doch nicht aussagekräftig was Schmitz hier "rechnet".

Der Strombedarf steigt durch Ersetzen von fossiler Primärenergie insgesamt (nicht nur den Stromsektor betrachten!) um ~ 500 Mio bis 1 Mrd kWh pro Jahr - selbst wenn man dann noch immer massig fossile Primärenergie nutzt.

Den status quo des Stromsektors isoliert als eine "Insel" zu betrachten wie das Andreas Schmitz macht, macht einfach wenig Sinn - ich denke im realen Leben ist Andreas Schmitz eher nicht in der Energiewirtschaft tätig - zumindest kann ich mir das nicht vorstellen. Denn Primärenegiebedarfssubstitution ist ganz klar das Monsterproblem der Energiewende und die Substitution innerhalb des Stromerzeugungssektors nur das kleinere Problemchen xD
 
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Also, Schmitz präsentiert eine Studie vom DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung).
fgordon schrieb:
nicht aussagekräftig was Schmitz hier "rechnet".
Da Schmitz präsentiert und weniger rechnet, muss sich also das DIW verrechnet haben. Kannst Du da mal Gegenfakten dazu präsentieren?
fgordon schrieb:
Der Strombedarf steigt [...] um ~ 500 Mio bis 1 Mrd kWh pro Jahr
Das wird doch in der Studie durchaus berücksichtigt und dabei dann festgestellt, dass der zukünftige Ausbau und Plan bei mittleren und guten Steigerungen durchaus passen wird. Nur bei einem weiteren wie bisher oder noch schlechter wird es düster.
 
Samurai76 schrieb:
Dann als nächstes die Gasintensiven Betriebe
Die daraus resultieren Massenarbeitslosigkeit wird den Gas Bedarf senken weil es sich niemand mehr leisten kann und damit dann auch die Wohnung kalt bleiben muss.
 
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Nun man hat den Ausgangspunkt heute

Primärenergiebedarf sind aktuell 3,5 Mrd kWh, davon entfallen ~ 2,9 Mrd kWh auf fossile Energie und lediglich ~ 0,6 Mrd werden aktuell regenerativ erzeugt

Man hat also ~ die 4fache Menge des status quo, die man ersetzen müsste für 0% Fossil - bei einem weniger ambitionierten Ziel der 50% Reduktion des fossilen Primäenergiebedarfs hätte man ausgehend von aktuell dennoch 1,4 Mrd kWh regenerativ ZUSÄTZLICH zu erzeugen - selbst unter der Annahme dass es auch nach Abzug von Speicher noch eine Effizenzvorteil von 40% gibt sind das 0,8 Mrd kWh mehr - also eine Verdoppelung.

Allgemeine Effizenssteigerung habe ich mal weggelassen wil ich dafür den Beitrag der regenerativen deutlich nach oben gerundet habe xD so gross sind die VOrteile eh nicht mehr, die grossen brocken hat man sicher schon gemacht. Statt 3-fach Verglasung in 10 Jahren z.B. 4-fach etc das bringt dann irgendwann kaum mehr was - dafür hängt die Latte einfach bereits in vielen Bereichen viel zu hoch.

Es geht hier um einfache Grundrechenarten zur Bedarfsabschätzung - was soll denn da eine Studie bringen, solange sie keine neuen Matheregelen definiert? und selbst damit würde sich das Ergebnis nur nominal ändern aber nicht qualitativ.

Das ist halt wie wenn jemand zu Bank geht und sagt ich habe Gesamteinkünfte von 5000 im Monat und gebe mindestens im Monat 8000 aus bitte erstellen Sie mir ein Studie wann ich so 750.000 ansgespart habe :D Auch da wird man keine Studie bekommen.

Das Ziel "nur" 50% des aktuellen Primärenergiebedarfs "fossil" durch regenerativ zu ersetzen (und für den Rest immer noch massig Öl und Erdgas nutzen) in den nächsten 10-20 Jahren ist sicher eher als Untergrenze zu sehen bei der Energiewende.

Der DIW hat doch eher nur eine Kurzfrist-Auswirkung betrachtet, die ist aber hier belanglos - Ziel der Energiwende ist nunnmal möglichst viel der fossil-basierten Primärenergie durch regenerative zu ersetzen. Und das heisst die 3 Mrd kWh im Jahr, die sind Ausgangspunkt.
 
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cool and silent schrieb:
Das Netz als Speicher? Kobolde? ;-)
Klar, Power to Liquid ... wird kommen.

co-pilot schrieb:
Ich vermute mal eher der Staat, ist der größter Gewinner bei den aktuellen Strompreisen,
Wer sich die Gewinne der Öl und Stromkonzerne ansieht, weiß warum der Strompreis so hoch ist.

Wer damit argumentiert, dass 3. Weltländer in AKWs investieren, sollte sich fragen, warum die das tun. Nicht weil es langfristig billig ist, sondern weil das deren einzige Möglichkeit ist, mit begrenzten Mitteln eine langfristig sehr teure Technologie einzuführen.
 
Die Energiekonzerne sind aber global tätig - trotzdem sind die Energiepreise in D mit die höchsten der Welt ...

Die Länder der dritten Welt schauen sich die Strompreise an in D was der Verbraucher zahlt und was der Staat zubuttern muss und die CO2 Bilanz und dann sehen sie einen Versager im Vergleich zu anderen Ländern.

Das ist alles - und dann schaut man sich halt die Länder an in denen Strom ein Bruchteil kostet und die CO2 Bilanz besser ist, so einfach ist das.

Die 3. Welt lernt eben nicht von Deutschland mit seinen guten Absichten, das aber real nichts hinbekommt, sondern von den pragmatischen Machern - man kann ihnen schlecht ihre Intelligenz vorwerfen.

Auch dass die nicht die Gesamtkosten kalkulieren könnten und deshalb das evtl "blauäugig" nutzen bzw jetzt nutzen wollen ist sicher nicht zutreffend.

Ich bin mir da 100% sicher kein Land der Zweiten oder Dritten Welt ist mit solchen Kalkulationen auch nur ansatzweise überfordert - auch da gibt es natürlich genug Menschen in dem/n Fachbereich-en, die das genausogut wie ihre entsprechenden Kollegen in der ersten Welt recht problemlos durchkalkulieren können
 
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