Energiewende in Deutschland - Geschwindigkeit - Kosten?

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Wo Faktor 30 herkommt habe ich jetzt immer noch nicht verstanden
 
1654480342481.png


https://www.rte-france.com/en/eco2mix/market-data#
https://www.smard.de/page/en/marktd...riesModuleOrder":{}}&visualizationDates=false
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Problem der Preispitzen ergibt sich aus zwei Umständen:

1. PV und Wind stellen keine gesicherte Erzeugungsleistung dar

2. Die Lücken aus Pkt. 1 müssen immer weniger thermische Kraftwerke mit wenigen Benutzungsstunden im Jahr decken, dann schlagen natürlich die Fixkosten auf die relativ wenigen kWh-Preise durch

(3. Derzeit wird dieser Effekt durch die Kosten für Kohle und Gas weiter verstärkt)

Der Hinweis auf niedrige Preise bei vorhandenem PV- und Windstrom ist eigentlich ein Gegenargument der EE-Hardcorefans, denn damit belegen sie das Manko der fehlenden gesicherten Leistung. Man könnte auch fragen "Wo sind denn PV und Wind, wenn sie so günstig sind und die Preise an der Börse so hoch sind?".

Verfügbarkeit ist eine Mindestanforderung an eine sichere Energieversorgung, also ein Eignungskriterium und kein Zuschlagskriterium.

Ein Strompreis für PV- und Windstrom ohne den Kostenanteil für Speicher und die Backupkraftwerke ist Schönfärberei. Ein direkter Strompreisvergleich aus ungesicherter PV- und Wind-Erzeugungsleistung mit gesicherter Kraftwerks-Erzeugungsleistung ist Augenwischerei, es handelt sich offensichtlich um völlig unterschiedliche Produkte. Das Einzige was bei PV sicher planbar ist, dass es nachts keinen Strom gibt.

1654495794355.png

https://de.wikipedia.org/wiki/Leistungskredit
 
Binalog schrieb:
Strompreis für PV- und Windstrom ohne den Kostenanteil für Speicher und die Backupkraftwerke ist Schönfärberei.
Deshalb ist der Börsen Preis in Frankreich ja so günstig. Die haben so gute und planbare AKWs.

*Ironie off
 
Binalog schrieb:
Ein Strompreis für PV- und Windstrom ohne den Kostenanteil für Speicher und die Backupkraftwerke ist Schönfärberei. Ein direkter Strompreisvergleich aus ungesicherter PV- und Wind-Erzeugungsleistung mit gesicherter Kraftwerks-Erzeugungsleistung ist Augenwischerei, es handelt sich offensichtlich um völlig unterschiedliche Produkte. Das Einzige was bei PV sicher planbar ist, dass es nachts keinen Strom gibt.

Ja, der Markt ist komplett auf den Kopf gestellt aber das Ergebnis für Deutschland ist bekannt: die höchsten Strompreise der Welt.

Im Grunde müsste sich jedes Solardach und jede Windmühle einen Speicherpartner suchen und gemeinsam grundlastähig einspeisen. Der scheinbare Preisvorteil der beiden skalierbaren EE wäre somit dahin aber es gäbe Preistransparenz welche wahren externen Kosten die EE verursachen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: VoAlgdH
cool and silent schrieb:
(...)Im Grunde müsste sich jedes Solardach und jede Windmühle einen Speicherpartner suchen und gemeinsam grundlastähig einspeisen. (...)
Das ist schon seit Jahren auch meine Meinung.

Wer eine Erzeugungsanlage betreibt, der übernimmt auch einen Teil Systemverantwortung und dazu gehört für gesicherte Erzeugungsleistung zu sorgen.

Eine sichere EE-basierte Energieversorgung besteht aus Erzeugungs-, Speicher- und Rückverstromungseinheiten, nur dann funktioniert es. Deshalb ist auch die PV-Dachpflicht ohne zugehörige Speicherpflicht der nächste Irrweg. Die Betreiber müssten zudem per Gesetz verpflichtet werden die Anlagen bei Ausfall umgehend instand zusetzen und nach Ende der technischen Nutzungsdauer diese zu erneuern (eventuell über eine Eintragung ins Grundbuch?). Sonst gibt es irgendwann einen Haufen Phantomanlagen auf den Dächern, die auch bei Sonne keinen Strom mehr produzieren.
 
Binalog schrieb:
Eine sichere EE-basierte Energieversorgung besteht aus Erzeugungs-, Speicher- und Rückverstromungseinheiten
Ja, stimmt. Das Problem dabei, Langzeit Speicher sind derzeit nur als H², sehr teuer und in homöopathischen Dosen für privat möglich. Und der Kurzzeit Speicher (Batterie/Akku) hat ein Preisproblem. 22kWh Akkuzellensystem im Eigenbau für 5k€ und vom Markt in fertig unbezahlbar in der Größe.
Binalog schrieb:
nach Ende der technischen Nutzungsdauer diese zu erneuern
Dafür wird keine Pflicht benötigt, im Gegenteil, sie würde eher dazu führen, sich erst keine Anlage aufs Dach zu bauen. Zumindest für privat. Zumindest bei dem derzeitigem Markt, wo mein größter Gewinn im Eigenverbrauch steckt. Solange Dieser gedeckt ist, macht ein kpl Austausch der Anlage gar keine Sinn., da auch nach Ablauf der 20 Jahre es Module geben wird, die weit über 80% Ertrag liefern. Es gibt wohl schon Module mit 25 Jahren Garantie (80% nach 25 Jahren). Teilerneuerung ist da dann doch voll in Ordnung. Privat rechne ich da ganz anders. Aber vielleicht sagt in 25 Jahren, das der Vollaustausch sich auch privat rechnet, wer kann das schon voraussagen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: KitKat::new()
Samurai76 schrieb:
Ja, stimmt. Das Problem dabei, Langzeit Speicher sind derzeit nur als H², sehr teuer und in homöopathischen Dosen für privat möglich.

Langzeitspeicher zum Ausgleich der gegenläufigen saisonalen Schwankungen bei Stromverbrauch vs. Solar werden niemals funktionieren, weil die komplette Anlage nur einen Speicher- und Entladezyklus p.a. fahren wird. Das ist selbst der Bundesregierung bewusst geworden, ganz so groß ist die Realitätsverweigerung nun doch nicht. Also hat man als Hilfskonstruktion die Fiktion des Imports grünen Wasserstoffs eingeführt, den uns irgendwer zu bezahlbaren Bedingungen liefern soll.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: VoAlgdH
Man könnte aus dem obigen Diagramm auch folgern, solange genug PV und Wind zur Verfügung stehen ist es günstig. Wenn Frankreich dann aber Atomstrom exportieren muss (kann), weil Wind und Solar aus haben, wird's halt teuer.
 
Dazu kommt der dt Steuerzahler hat doch den EE Strom, der an der Börse gehandelt wird bereits mit ~ 15-20 Cent aus den EE Subventionen mit seinen Steuern vorausbezahlt. Wird der EE Strom für 5 Cent an einer Börse verkloppt kostet das den Steuerzahler trotzdem 15 Cent pro kWh

Dt Börsenstrom ist derhalb so billig weil den niemend wirklich sinnvoll nutzen und brauchen kann - der wird nur mitgeniomen weil der dt Stewurzehler die EE Erzeuger sowieso gut entlohnt auch wenn der Strom anschliessend verschenkt oder weggeworden wird.

Das was Stromkosten ausmacht sind die sicher > 90% des Strom aus Kontrakten - also lieferen Sie mir im von November 2022 bis November 2023 eine garantierte Mindestleistung von 24/7 von x1-x2 GW folgend einem Lastprofil y. Das ist das was bei Strom den Preis bestimmt und nicht der Kleinstmengenkram am Spotmarkt.

Börsenrpreise zeigen nur bietet man Gold an - oder Müll.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • Gefällt mir
Reaktionen: Free Radical
Es bringt einen doch richtig zum Schmunzeln.
Auf der einen Seite diese Energieprobleme und auf der anderen Seite möchte man ab 2035 die E Mobilität pushen. Eventuell sollte man sich erstmal um eins kümmern. :p

In DE bzw in der ganzen EU wird sich das sowieso noch mehrmals um Jahre verschieben
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Öcher Tivoli und marcodj
Hier in Niedersachsen beziehen wir bereits über 50% aus erneuerbaren Energien (das meiste aus Windkraft).
Für die Zeiten der Dunkelflaute haben wir ein abkommen mit Norwegen. Dort wird dann über NordLink grüner Strom von Wasserkraftwerken über NordLink importiert. Funktioniert wunderbar.

Würde auch in den anderen Bundesländern funktionieren. Man muss halt nur die Leitungen bauen. Aber da stemmen sich ja auch die konservativen Parteien dagegen. Sehen ja nicht so gut in der Landschaft aus. Kann man nix machen ¯\(ツ)/¯.

https://www.tennet.eu/de/unser-netz/internationale-verbindungen/nordlink/

Man muss halt aufhören mit dem alten nationalen Denken aufhören. Der Klimawandel macht an den Grenzen keinen halt. Wir sind alles Menschen. Wir sitzen im selben Boot - also muss endlich auch die Zusammenarbeit in globaler Hinsicht besser werden.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Ramschbude
Hallo

Karan S'jet schrieb:
Man muss halt aufhören mit dem alten nationalen Denken aufhören. Der Klimawandel macht an den Grenzen keinen halt. Wir sind alles Menschen. Wir sitzen im selben Boot - also muss endlich auch die Zusammenarbeit in globaler Hinsicht besser werden.
Wie gut das funktioniert sehen wir bei russischem Gas/Öl, wir dürfen uns nicht in die Abhängigkeit von anderen Ländern begeben, wir müssen unabhängig werden.
Das die Zusammenarbeit in globaler Hinsicht besser werden muss ist genau so gut wie naiv gedacht, es hängt nicht nur von aus sondern auch von den anderen ab.
Ich mag Lindner nicht wirklich aber in diesem Punkit gebe ich Ihm absolut Recht: https://www.t-online.de/nachrichten...indner-will-wieder-ueber-kernkraft-reden.html

Grüße Tomi
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: VoAlgdH
Tomislav2007 schrieb:
Wie gut das funktioniert sehen wir bei russischem Gas/Öl, wir dürfen uns nicht in die Abhängigkeit von anderen Ländern begeben, wir müssen unabhängig werden.

Falsch. Man darf sich nur nicht abhängig von autoritären Diktaturen machen (Russland, VR China, etc).
Wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht, ist das nicht nur ineffizient sondern auch eine blanke Ressourcenverschwendung.

Wenn man halt immer nur mit den Finger auf andere zeigt, wird es nie besser werden. Denn dann dreht man sich nur im Kreis.
 
Hallo

Karan S'jet schrieb:
Wenn man halt immer nur mit den Finger auf andere zeigt, wird es nie besser werden.
Es geht nicht darum auf andere mit dem Finger zu zeigen, es geht darum sich einig zu werden.
Wir werden uns nicht einmal innerhalb der EU einig, wie soll das dann weltweit funktionieren ?

Karan S'jet schrieb:
Man darf sich nur nicht abhängig von autoritären Diktaturen machen (Russland, VR China, etc).
Mit Großbritanien hat die Einigung auch nicht funktioniert und Großbritanien hat so weit ich weiß keine autoritäre Diktatur.

Karan S'jet schrieb:
Man darf sich nur nicht abhängig von autoritären Diktaturen machen (Russland, VR China, etc).
Erzähl das mal Habeck der gerade Energie Geschäfte mit Saudi Arabien und Katar anleiert.

Grüße Tomi
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: VoAlgdH
snickii schrieb:
Eventuell sollte man sich erstmal um eins kümmern. :p
Europa hat den Vorteil, dass es viele verschiedene Personen gibt, die sich jeweils mit anderen Dingen beschäftigen können.
 
Hallo

snickii schrieb:
Auf der einen Seite diese Energieprobleme und auf der anderen Seite möchte man ab 2035 die E Mobilität pushen.
Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann ist das synthetische Kraftstoffe in der EU jetzt komplett außen vor gelassen werden sollen, wo ist Orban wenn man ihn mal braucht.
Ja synthetische Kraftstoffe sind nicht soweit, wir könnten bei den synthetischen Kraftsoffen aber viel weiter sein wenn die Politik synthetische Kraftstoffe nicht grundlos ausbremsen würde.
Geht es um CO2 Neutralität/Einsparung oder den Verbrennungsmotor zu beerdigen, wo ist das Problem wenn Verbrennungsmotoren mit synthetischen Kraftstoffen kaum/kein CO2 ausstoßen würden ?

Grüße Tomi
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: VoAlgdH
welchen Mehrwert bieten Syntehtische Kraftstoffe?
Du hast Strom
Aus Strom machst du Wasserstoff
Aus Wasserstoff machst du Synthetische Kraftstoffe.

Warum sollte man den Wasserstoff nochmal umwandeln, anstatt ihn direkt zu verwenden?
Das steigert doch nur die Kosten.

E-Fuels seh ich nur als Kerosin Ersatz.
PKWs können problemlos elektrisch oder alternativ mit Wasserstoff fahren.
 
Tomislav2007 schrieb:
Es geht nicht darum auf andere mit dem Finger zu zeigen, es geht darum sich einig zu werden.
Wir werden uns nicht einmal innerhalb der EU einig, wie soll das dann weltweit funktionieren ?

Aber es spricht doch nichts dagegen innerhalb der EU anzufangen? Ein Schritt nach dem anderen.
(ja, Norwegen gehört nicht zur EU, und trotzdem funktioniert das Abkommen wunderbar.)

Wir können nun mal nicht auf einmal z.B. die ganze Produktion wieder in die EU rein und aus der VR China rausholen. Aber hier und da tut sich viel, siehe die neuen Intel Werke in Deutschland.

Tomislav2007 schrieb:
Mit Großbritanien hat die Einigung auch nicht funktioniert und Großbritanien hat so weit ich weiß keine autoritäre Diktatur.

Und wann ist GB das letzte Mal völkerrechtswidrig in einen souveränen Staat einmarschiert? Darum geht es doch. Wäre Putin nicht so weit gegangen, würden wir immer noch Handel treiben.
Ergänzung ()

Tomislav2007 schrieb:
Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann ist das synthetische Kraftstoffe in der EU jetzt komplett außen vor gelassen werden sollen, wo ist Orban wenn man ihn mal braucht.

Und wer soll das dann bezahlen? Der Literpreis bei den eFuels wäre aufgrund der jämmerlichen Effizienz deutlich höher als es jetzt schon ist (hohe Erzeugungskosten).

Vor allem brauchst du für deine eFuels deutlich mehr Strom als für BEVs / FCEVs.
 
Tomislav2007 schrieb:
Geht es um CO2 Neutralität/Einsparung oder den Verbrennungsmotor zu beerdigen, wo ist das Problem wenn Verbrennungsmotoren mit synthetischen Kraftstoffen kaum/kein CO2 ausstoßen würden ?
Als CO2 Speicher würden efuels etwas bringen da dort eine Speicherung stattfindet zwischen Produktion und Verbrauch aber dies möchte unsere Regierung nicht.
florian. schrieb:
Warum sollte man den Wasserstoff nochmal umwandeln, anstatt ihn direkt zu verwenden?
Die Speicherung ist hier das Problem.
florian. schrieb:
PKWs können problemlos elektrisch oder alternativ mit Wasserstoff fahren.
Viel Spaß mit einem Auto das eine Ladesäule braucht in der Wüste oder der inneren Mongolei.
Karan S'jet schrieb:
Der Literpreis bei den eFuels wäre aufgrund der jämmerlichen Effizienz deutlich höher als es jetzt schon ist (hohe Erzeugungskosten).
Das ist so weil unsere Regierung da kräftig aufs Bremspedal tritt.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben