Erschreckendes Bildungsniveau (Informatik)

DaveStar schrieb:
...
Generell ist hier die Logik gefragt und die häufige Auffassung, dass diese ein Teilgebiet der Mathematik sei halte ich schlichtweg für falsch...

Nur gut das "Logik" eine eingene Vorlesung im Bereich Mathematik im Diplomstudiengang Angewandte Informatik darstellt. So viel dazu...
Und wer (Fach-)Informatiker werden will, der muss ein gutes mathematisches verständnis haben. Das ist ein Fakt.
 
Alleine dass du deiner Aussage irgend eine Beweiskraft gegenüber meiner zuzuschreiben scheinst, lässt schon darauf schliessen, dass ich wohl recht hatte mit meinen Aussagen über Logik & Mathematiker ;)
"Logik" stellt gleichermassen auch eine Einfürhungsvorlesung in jedem Philosophiestudium dar - und dass man dort mit der Mathematik nicht immer viel am Hut hat, wirst du kaum bestreiten wollen.
Darüberhinaus habe ich meine Meinung ja in meinem Text weiter begründet, während du alleine aus der Tatsache, dass im Bereich Mathematik des Informatikstudiums eine Logikvorlesung angeboten wird schon zu schliessen scheinst, dass dies die Logik zu einem Teilgebiet der Mathematik mache - dies ist wohl ein typischer logischer Fehlschluss ;)

Und du hast total recht, dass jemand der Fachinformatiker werden will ein gutes mathematisches Verständnis haben muss - dies liegt aber hauptsächlich daran, dass diejenigen Leute welche diese Studiengänge/Ausbildungen bauen der Mathematik eben auch zu viel Gewicht beimessen. In der Praxis (denke ich zumindest) ist die enge Verknüpfung von Mathematik und Informatik mehr Schein als Sein. In der Theorie ist es natürlich wieder anders - aber Fachinformatiker sollten doch üblicherweise als Praktiker ausgebildet werden und nicht als Theoretiker.
 
Was mir nicht ganz klar ist:

Einerseits bemängelst du die Defizite im Informatikwissen.
Andererseits habt ihr aber alle nötigen Hilfestellungen gegeben, die Aufgaben selbstständig zu lösen (Bücher, Gesprächspartner...)

Wenn die Bewerber dann immernoch nicht die Aufgaben lösen können, dann kannst du gar nicht das fehlende Informatikwissen bemängeln, sondern ehr die Soft Skills der Leute.

Sag doch mal, nach welchen Kriterien ihr nach den schriftlichen Bewerbungseingängen entschieden habt, wer persönlich eingeladen wird und wer nicht.

Vielleicht lag ja hier eine... naja sagen wir mal realitätsverzerrte Entscheidung an.


Viele Grüße
24 und Doktor?? Respekt!
 
@ easy.2ci

Auch der Umgang mit den neuen Aufgaben, sich mit den Büchern zu befassen, und das darin enthaltene
Wissen dann umzusetzen ist doch ein großer Teil der Informatik...
Es geht ja nicht um das Wissen an sich, sondern um die Denkweise. In der Informatik
ist das nämlich jene: durchs Denken ans Ziel kommen, das kann man lernen. Die Hilfe wurde gegeben,
aber die Aufgaben konnten trotzdem nicht gelöst werden. Das ist meiner Ansicht nach
fehlendes Wissen ( Erfahrung ) .
 
Also ich hätte das alles in einer Stunde geschafft.

Liegt vielleicht daran, dass ich eine HTL in der Richtung Kommerzielle Datenentwicklung besucht habe.

Jedoch muss ein Interesse bestehen um dies zu schaffen.

Greetz
 
Ich denke die Schule hat mehr die Aufgabe für eine gute Allgemeinbildung zu sorgen und den Schüler Methoden beizubringen, wie man effektiv lernt. Eine spezifische Vorbildung für einen Lehrberuf kann man dann nach den 9 Jahren Schulpflicht einschlagen, muss aber nicht. z.B. Wirschaftsgymnasium usw.
Wenn der Bewerber eine Solche schulische Vorbildung mitbringt, sollte er in der Ausbildung einige leichtere Aufgaben selbständig erfüllen können.
Hat der Bewerber jedoch keine auf den Lehrberuf spezifische Vorbildung muss man ihm alles beibringen, da kann man innerhalb eines 2 wöchigen Praktikums fast nichts erwarten an Leistung.
Selbst im 1 Lehrjahr kann man von einem Auszubildenden keine Wunder erwarten, dazu ist er ja LEHRling und kein Facharbeiter...

Auf die allgemeinbildende Schule zu schimpfen, dass sie dem Bewerber dieses und jenes in z.B. Informatik beibringen soll, ist nicht realistisch. Andere Berufsgruppen, Handwerk, Industrie, Kaufmännisch oder in der Gesundheitsbranche würden auch gern spezifische Vorbildung haben. Schulen können nur Allgemeinbildung vermitteln, alles andere können sie nicht leisten.

Am Ende zählt nur, wie lernbereit für den Lehrberuf der Bewerber ist.


MFG
M

P.S. die Umdichtungen der wortes Praktikant kommen nicht von ungefähr(Spastikant, Praktifant)
 
Naja, das Problem mit "Informatik" ist aber, wo sollen die Leute/Schüler das lernen/gelernt haben?

Meistens haben die Lehrer ja auch keine Ahnung bzw. es gibt nicht mal (genug) Informatik-Lehrer... und selbst wenn man in den Genuß kommt Informatikunterricht bei einem qualifiziertem Lehrer zu haben, meistens gibt es ja einige Leute die gar keinen Plan haben und alle anderen aufhalten. Das Problem wäre, wenn es Pflichtfach wäre noch größer.

Bei mir an der Schule gab es Informatik als AG. Das war so eigentlich nicht sehr gut. Wir waren keine 10 Leute, davon aber alle an der Sache interessiert und auch mit entsprechenden Grundkenntnissen.

Zu dem Test: Das schlechte Abschneiden liegt meiner Meinung nach nur daran, dass die Leute einfach keinen Bock haben. Brauchen einfach nen Platz und machen dann irgendetwas. Wenn ich mich wirklich dafür interessieren würde könnte ich einen PC bedienen und könnte auch mit Hife von Büchern/Partnern die Aufgaben lösen...
 
Naja, das Problem mit "Informatik" ist aber, wo sollen die Leute/Schüler das lernen/gelernt haben?

Ja, dazu will ich bei der Gelegenheit nämlich mal was sagen!

Die Schüler können zum großen Teil wenig dafür, weil sie kaum ermutigt werden, sich Informatikkenntnisse anzueignen.

Bei uns an der Schule (Gymnasium!), wo ich mittlerweile nicht mehr als Schüler tätig bin ;), da gibt es nicht einmal einen Informatikunterricht für die Schüler des G9.
Es gibt einen sehr sporadischen Wahlkurs, der aber nicht gerade geeignet ist, anständige Kenntnisse zu vermitteln.

Das ist die eine Sache. Wie sollen Schüler ohne Informatikunterricht Informatik lernen?

Die zweite ist: Eltern. Die Schüler werden aufgrund der Unkenntnis der Eltern entweder daran gehindert, ihrem Interesse für Computer nachzugehen, oder sie tun das in unkontrollieter Weise, d.h. Spiele anstatt sinnvolle Arbeiten.

Aufgrund meines großen Interesses habe ich mir sehr viele Kenntnisse angeeignet und bin mittlerweile immernoch für unser gesamtes Schulnetz verantwortlich. Aber: Alles alleine!
In der Anfangszeit (vor Jahren;)) habe ich dafür nur Kritik geerntet, da meine Eltern nur das Wort "Computerspielen" kannten. Von "Computerarbeiten" hatten die keine Ahnung.

Meine Überzeugungsarbeit führte schließlich zu der Einsicht, dass mein Bruder mehr Zeit am PC verbringen durfte. Aber: Ohne Motivation zu sinnvoller Nutzung, ohne Erwecken von Interesse. Das Ergebnis: Wie im Anfangspost beschrieben, er kann Computerspiele starten und meine, deshalb Ahnung zu haben - mitnichten.

Man kann den Schülern (vor allem am Gymnasium), die bis vor kurzem ihren Abschluss gemacht haben, also zum Großteil wenig vorwerfen.

Ich hoffe, dass sich diese Situation mit dem Informatikunterricht am G8 bessert.
 
Als ehemaliger Student der Informatik hätte ich mich in den ersten Semestern an der Uni deutlich leichter getan, wenn auf meinem Gymnasium das Fach Informatik im Angebot gewesen wäre.
Ich denke man kann sich darauf einigen das man das Fach Informatik als Pflichtfach an allen Schulen einführen sollte (auch an Hauptschulen). Über die Namensgebung läßt sich vielleicht noch streiten, Computer-Grundkurs wäre auch eine Alternative.

:)
 
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