moquai schrieb:
Dell? Was hat Dell damit zu tun? Dann kaufe ich woanders ein!
- Ein Porsche erfüllt nicht meine Wünsche? Dann sehe ich mich beim Mitbewerber um.
- Wenn jemand das Bier nicht hat, was mir schmeckt, denn gehe ich dahin, wo es dieses Bier gibt.
Es geht aber nicht um DICH alleine. Es geht um alle Bürger der EU.
Anderes Beispiel: Angenommen, du wohnst in Bayern und möchtest gern ein neues Auto bei einem Autohändler aus Bayern, aber bloß keinen BMW. BMW hat aber durch Knebelverträge dafür gesorgt, das es in ganz Bayern nur BMWs zu kaufen gibt. Also hast du nur die Wahl, dir einen BMW zu kaufen. Die Leute, denen es egal ist, oder die sowieso nur einen BMW wollen, ist das natürlich wurscht. Sie zahlen aber genau wie du automatisch die höheren Preise, die BMW mangels Konkurrenz und durch Absprachen verlangt.
Übertragen auf den MM: Opa Bernd will im MM nen PC kaufen. Wegen Auswahl und billig uns so. Nur ist die Auswahl nicht so groß wie sie sein könnte und die Preise mangels Konkurrenz auch nicht so günstig wie mit Konkurrenz.
Wenn du das immer noch nicht checkst, kann ich dir auch nimmer helfen. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und die Ignore-Tonne wartet noch auf ihre Einweihung.
SheepShaver schrieb:
@delf_ex_b
Nein, das ist per se eben NICHT illegal.
Steht aber in der News. "Die Preispolitik von Intel bestand darin, dass ein Computerhersteller, der beschloss, für den dem Wettbewerb unterliegenden Teil seines Bedarfs CPUs von AMD zu erwerben, den Rabatt (bzw. einen großen Teil seines Rabatts) verlor, den Intel für den weitaus größeren Teil seines Bedarfs gewährte, den der Computerhersteller notgedrungen nur bei Intel decken konnte. Der Computerhersteller hätte daher für jede der gelieferten Einheiten, die er ausschließlich bei Intel beziehen konnte, einen höheren Preis entrichten müssen. Mit anderen Worten: Wenn ein Computerhersteller nicht praktisch seinen gesamten Bedarf an CPUs mit x86-Architektur bei Intel deckte, entging ihm ein erheblicher Rabatt auf seine gesamten und sehr umfangreichen Einkäufe bei Intel."
CH_Killer_91 schrieb:
Das ist mir schon klar. Aber wiso das nicht die vers. Organisationen wie die EU und die USA zusammenarbeiten und diese Klage zusammen einfordern können.
Die EU "kümmert" sich nur um sich selbst. EU Recht wurde gebrochen, das wurde bestraft. Die USA hat ihre eigenen Organisationen und Gesetze, die sich darum kümmern. Von einer einheitlichen Gesetzgebung und Strafverfolgung weltweit sind wir leider noch ein paar Jahrhunderte entfernt.
CH_Killer_91 schrieb:
Und wenn man bedenkt trotzdem 1 Milliarde wohin fliesst?
Dieser Betrag fiesst in irgendeinen Bereich eines Staates! Und was wird dann dort damit gemacht?
Nochmal: EU besteht aus vielen Staaten. Jeder mit einem eigenen Haushalt. Die EU erhält von jedem Staat (in der EU) einen bestimmten Betrag (%-mäßig vom BIP glaub). Solche Strafzahlungen werden nun dazu verwendet, einen Teil davon an die Staaten zurückzugeben (wieder %-mäßig davon, was sie eingezahlt haben). Somit hat jeder Staat einen kleinen Betrag extra zur Verfügung, den er sonst nicht hätte. Das kann natürlich für alles mögliche draufgehen. Bildung, Schuldentilgung usw.
CH_Killer_91 schrieb:
Das wäre wichtig dieses Geld auch an die Geschädigten Firmen oder Kunden fliesst nicht einfach an de Staat!
Was nützt das AMD wenn die Milliarde an die EU fliesst und dann noch eine in die USA und zum schluss vllt noch eine auf Asien? Da könnte man ja beinahe bösegesagt sagen "unrechtmässige Bereicherung". schliesslich wurde AMD geschädigt und/oder Subunternehmen.
Bitte lerne zwischen Strafrecht und Zivilrecht zu unterscheiden. Im Strafrecht gehts darum, falsches Verhalten zu bestrafen. Im Normalfall bei Personen Gefängnis oder
Geldstrafe. INTEL kann man schlecht in den Knast stecken, also Geldstrafe.
Bei Zivilrecht gehts darum, persönliche Ansprüche durchzusetzen. Schadenersatz für eine Körperverletzung, oder das Nachbars Hund nicht mehr nachts um drei bellen darf.
AMD wird dies in Anspruch nehmen, und dagegen wird die eine Mrd. hier wie Peanuts aussehen.
Im Frühjahr nächstes Jahr ist der Prozess(beginn) in USA.
CH_Killer_91 schrieb:
Die EU wurde nicht geschädigt (als Staat auch die Kunden nicht) oder im Vergleich von Bussen du zahlst ja auch dem Staat die Busse, in dem du zu schnell gefahren bist. oder? das wäre wie wenn du aus Deutschland in Österreich zu schnell fährst und dann dem Staat von Deutschland die Busse zahlst!
Man kann argumentieren, das die Bürger geschädigt wurden, durch mangelnde Innovation, zu hohe Preise und begrenzte Produktauswahl. Ist aber auch sekundär, siehe Verstoß gegen geltendes Recht. Und die Strafe wurde ja in der EU begangen, die EU hat die Strafe ausgesprochen, die EU bekommt das Geld (und gibt es an die Mitglieder).
CH_Killer_91 schrieb:
Die Bevölkerung von D und FR wurde genau gleich behandelt wie die Leute aus den USA. Da verstehe ich nicht wiso diese ein Milliarde einkassieren.
Siehe oben. EU ist nicht zuständig für USA.
CH_Killer_91 schrieb:
Ist es aber Illegal wenn man Rabatte einer Firma wie z.B. Acer macht wenn diese sämtliche Prozessoren von Intel bezieht? Geb ich zu AMD hat so wenig Chancen mit Acer einen Vetrag zu Verhandeln.
Aber AMD kann ja gleiche Angebote auch anderen Firmen machen... Das ist ja erlaubt Verbilligungen für Grosseinkäufe zu machen.
Rabatte sind kein Problem. Das knüpfen von Bedingungen daran, die deinen Konkurrenten benachteiligen, allerdings schon. Eine Firma, die sich aus freien Stücken nur an INTEL bindet, wäre kein Problem. Nicht für INTEL, nicht für die Firma.
Das einige Firmen die Knebelverträge angenommen haben, steht natürlich auf einem anderen Blatt Papier. Allerdings kann ichs unter einem gewissen Gesichtspunkt "verstehen" (nicht gutheißen). Die Vergünstigungen waren anscheinend so exorbitant, das man ohne diese entweder selbst im Wettbewerbsnachteil gewesen wäre (DELL etwa). Oder es hat sich so sehr gelohnt, das man auf anderem (legalem) Wege niemals so viel verdient hätte. MM/Saturn etwa. Die dürften nicht umsonst Marktführer geworden sein. Bei 400 Millionen pro Jahr kann man eben locker mal ein paar neue Märkte ausm Boden stampfen.
CH_Killer_91 schrieb:
Wiso fliesst das Geld nicht in eine Organisation die der ganzen Welt zur Verfügung steht?
Die EU, das heisst eigentlich ganz Europa ist so klein, wiso lässt man ganz Asien weg?
1 Milliarde für die EU!!! das ist ein bisschen durchgedreht!!!
Weil es so eine Organisation nicht gibt. Rest siehe oben. Zudem ist die EU mitnichten ganz Europa, aber immerhin verdient INTEL 1/3 seines Umsatzes hier. Und das sind im Jahr irgendwas um die 10Mrd. €. So gesehen ist 1Mrd. ein Witz, aber es ist ja auch nur die Strafe, zivilrechtlich sieht das schon wieder ganz anders aus wie gesagt. Wenn du 1Mrd. für die EU als viel empfindest, lass die gesagt sein, dass allein der
deutsche Haushalt bei knapp 300 Mrd. € liegt, die eine Mrd. macht den Braten auch nicht fett. Das hat also absolut gar nix mit Taschen füllen zu tun.
CH_Killer_91 schrieb:
Und ich würde es unfair finden wenn eine Firma egal ob Intel oder MS oder Nvidia bestraft wird nur weil sie einen Marktanteil von über 70% haben, das heisst ein besseres Produkt produziert habe oder dies besser vermarkten!
Und wenn sich AMD nicht einmal ein Markteting auf kurze Dauer leisten können, dann könne sie ja gleich den Laden schliessen....
Das wäre auch unfair und wird auch nicht gemacht. INTEL hat gegen das Gesetz verstoßen, wie oft denn noch
Und AMD hat aufgrund dessen weniger Geld zur Verfügung und steht im Marketing natürlich auch schlechter da. Anzeigen ob im Fernsehen oder der Zeitung kosten nun mal Geld. Das ist ja auch etwas, worauf man mit solchen Methoden wie bei INTEL abzielt.
CH_Killer_91 schrieb:
Mit schmutzigem Geld meinte ich das Geld gehört nicht (nur) der EU!!!
Alle andern Intel-Kunden haben auch für die Produkte gezahlt.
Doch, denn gegen deren Gesetze wurde verstoßen. Und bezahlt haben die Kunden schon in Form von zu hohen Preisen und eines Pentium 4 statt Athlon64.
@Prom07: Es handelt aber nicht jede Firma so. Alles Spekulation und ohne Belang. Falls AMD jemals so was abziehen sollte, gehören die ebenfalls gestraft. Ganz einfach. Nicht jeder versucht, am Gesetz vorbei zu kommen.