News Fab 34 wieder All-Intel: Intel kauft für 14,2 Mrd. USD alle Fabrikanteile zurück

stefan92x schrieb:
Wie viele bleiben denn übrig, die noch x86 nutzen wollen, wenn Nvidia jahrelang ihre eigenen ARM-Lösungen verkauft haben? Bin ich wirklich gespannt, wie das laufen wird.
Auch wenn das, was ich jetzt schreibe, erst einmal wie "Fantasterei" wird, bitte ich doch darum einmal die Newslage zum Thema KI der letzten Monate zu beachten und auch wie Nvidia aktuell hier vorgeht!

Nvidia führt - auch wenn sie aktuell Marktbeherrschend sind - bereits Rückzugsgefechte und versucht an allen Ecken und Enden die CUDA-Dominanz zu festigen und teilweise auch zu stabilisieren. Man kann über AMD und die Fehler, die sie immer wieder machen, auf der einen Seite sich echt gut amüsieren, nur hat das AMD von Heute nichts mehr mit dem AMD von 2017 oder 2020 zutun und schon garnicht von dem AMD von 2006 - 2012.

AMD 2006 dachte, dass alleine gute Hardware reicht, um gegen Intel und Nvidia anzustinken, mit den dann getroffenen Fehlentscheidungen hat sich AMD in eine für sie schlechte Situation geführt. Nvidia konnte CUDA 2008 quasi ohne Gegenwehr etablieren, weil AMD sich auf Apple und OpenCL verlassen hat. Selbst bis 2017 und dem Vega Debakel hat AMD immer darauf gebaut, das gute Hardware alleine reicht und haben 2017 final auch bei der GPU quasi Nvidia die Initative übergeben und Nvidia hat das wunderbar in eine marktbeherschende Stellung verwandelt.

Nur anders als Intel, die sich für unangreifbar gehalten haben, weiß Nvidia, dass sie nicht unangreifbar sind und entsprechend agieren sie auch. Eigene ARM-Kerne für Server-CPU, NVLink, dazu nun die Koperationen mit Marvell. Selbst ARM selbst wird langsam zu einem "Gegener" für Nvidia.

Wir reden hier aktuell davon, dass Nvidia - Achtung, Übertreibung Incoming - 99,99 % des Marktes beherrscht und AMD, Intel, Broadcom und der Rest sich hier mit 0,01 % des Marktes zufrieden geben müssen. Nur gefällt das weder AMD, Intel, Broadcom, Marvel und erst recht nicht Open AI, Microsoft, Amazon und Google. Entsprechend arbeiten die alle aktuell daran, diese Dominanz von Nvidia zu brechen und während man biser diese 0,01 % nicht "ernstnehmen" konnte, sind die Verschiebungen, die Nvidia bereits jetzt merkt, für sie ein Warnsignal. Klar, für uns ändert sich da alles gerade von 0,01 % auf 0,011 %, bei Nvidia gehen hier nur entsprechend die Alarmglocken los, weil diese 0,001 % eine Verschiebung ist, die sie nun "konstant" beobachten. Immer ein wenig, immer so, das die normalen Consumer sagen, dass Nvidia immer noch der heilige Gral von allem ist. Nvidia wiederum sieht die Ressourcen und Bemühungen, die alle Firmen rein stecken um sich von ihnen "zu lösen" und entsprechend geht man jetzt mit bestimmten Konkurrenten auch strategische Partnerschaften ein.

Intel ist im Server-Markt immer noch eine Nummer. NVLink kann hier Intel helfen um sich gegenüber AMD abzsetzen. AMD wiederum ist aktuell der einzige Anbieter, der wie Nvidia quasi alles direkt auß einer Hand anbieten kann und für Nvidia und AMD die direkte Konkurrenz.
 
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ETI1120 schrieb:
Offensichtlich profitieren AMD und Intel vom AI Hype, also gibt es Bedarf für X86 CPUs im Umfeld von NVIDIA.
Angesichts dessen, dass AMD (im Gegensatz zu Intel) auch eigene GPUs verkauft, würde ich den Zusammenhang zu Nvidia weniger stark ausgeprägt sehen. Vor allem sehen wir aktuell ja wieder einen Trend zu CPU-only Systemen, dafür braucht es dann auch kein NVLink, weil eh keine GPUs verbaut sind.

Also so wie sich der ganze Markt entwickelt, sehe ich immer weniger Bedarf für x86-NVLink, und je länger es dauert, bis das auf den Markt kommt, umso unbedeutender wird das.
 
markox schrieb:
Solche Geschäftsentscheidungen trifft man aber nicht auf Basis einer Momentaufnahme. Viel wichtiger ist, wie sich die Situation seit dem Deal vor 2 Jahren entwickelt hat und vor allem wie es sich die nächsten Jahre entwickeln wird. Und das ist die Produktion wohl schon bald für ein Jahr im voraus ausverkauft.


Hm, China produziert bald soviele Kampfjets wie andere Großmächte Panzer,... Wo wollen die damit wohl hinfliegen :utminigun:

Nighteye schrieb:
Da stimme ich dir zu, aber die Almosen von Nvidia haben auch ihren Nachteil für Intel, es war ja ein Tauschgeschäft, also keine reine einnahme von Intel durch den Verkauf von Physischen gegenständen bei PC Händlern.
Rettungen durch die US Regierung, also im Endeffekt wurde Intel nur durch Zwangssteuern der Amerikanische Steuerzahler gerettet.
Dies würde ich nicht als tolle "einnahmen" bezeichnen.

Und wenn ich sehe was die aktuellen Intel Laptop CPU,s (Panther Lake) so verbaut haben (A18) und Arrow Lake im Desktop komplett in TSMC N3, Nova Lake ende 2026 in TSMC N2 / Intel A14, dann frage ich mich schon was Intel mit den alten anlagen in Irland bauen will.
AMD wird dieses Jahr Datacenter CPU,s in TSMC N2 rausbringen.
Will Intel sowas mit so alten Prozessen Kontern ?
Die Basiskachel der neuen Xeons wird zB in Intel 3 gefertigt. Die CPU Kacheln (in 18A bzw AP und 14) werden dann darauf gepackt.
 
DevPandi schrieb:
Nur anders als Intel, die sich für unangreifbar gehalten haben, weiß Nvidia, dass sie nicht unangreifbar sind und entsprechend agieren sie auch.
Ich denke das ist der Schlüsselsatz. Jensen Huang wird nicht dulden, dass sich bei Nvidia eine ähnliche Selbstzufriedenheit breitmacht wie bei Intel ab Ende der 1990er Jahre.

Es waren bei Intel nicht nur die CEOs. Es war die Selbstzufriedenheit auf allen Ebenen.
Ergänzung ()

stefan92x schrieb:
Angesichts dessen, dass AMD (im Gegensatz zu Intel) auch eigene GPUs verkauft, würde ich den Zusammenhang zu Nvidia weniger stark ausgeprägt sehen.
Wenn man den Absatz von NVIDIA und AMD vergleicht, dann kann da Anziehende Geschäft mit den Servern
stefan92x schrieb:
Vor allem sehen wir aktuell ja wieder einen Trend zu CPU-only Systemen, dafür braucht es dann auch kein NVLink, weil eh keine GPUs verbaut sind.
Das ist nun die Frage. Aktuell gibt es diese Möglichkeit nicht. Brauche diese Systeme keine enge Anbindung an die AI-Beschleuniger oder haben sie sie nicht, weil es aktuell nicht geht.

NV-Link ist aktuell NVIDIA only, aber NVIDIA schmeißt mit Lizenzen geradezu um sich. UltraEthernet und UALink sind erst im kommen.
stefan92x schrieb:
Also so wie sich der ganze Markt entwickelt, sehe ich immer weniger Bedarf für x86-NVLink, und je länger es dauert, bis das auf den Markt kommt, umso unbedeutender wird das.
Wenn es keinen Markt dafür gibt X86-CPUs eng mit den marktbeherreschden AI-Beschleunigern zu koppeln, ist X86 langfristig tot.

Auf der anderen Seite hat NVIDIA 5 Milliarden an Intel gezahlt, Intel die Lizenz für NV-Link gegeben und gemeinsame Projekte angekündigt. Ich würde Mal sagen Jensen Huang teilt Deine Einschätzung nicht.
 
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ETI1120 schrieb:
Aktuell gibt es diese Möglichkeit nicht. Brauche diese Systeme keine enge Anbindung an die AI-Beschleuniger oder haben sie sie nicht, weil es aktuell nicht geht.
Das von Nvidia vorgestellte CPU-only Vera-Rack wird halt auch per Netzwerk (Bluefield-DPUs) mit anderen Racks verbunden. Das spricht für mich dafür, dass es auch zukünftig einen großen (wachsenden) Markt für sowas gibt, ohne NVLink zwischen CPU und GPU.
ETI1120 schrieb:
NV-Link ist aktuell NVIDIA only, aber NVIDIA schmeißt mit Lizenzen geradezu um sich. UltraEthernet und UALink sind erst im kommen.
Was ja auch Sinn macht, das Ökosystem zu erweitern und somit möglichst Partner im eigenen Boot halten.
ETI1120 schrieb:
Wenn es keinen Markt dafür gibt X86-CPUs eng mit den marktbeherreschden AI-Beschleunigern zu koppeln, ist X86 langfristig tot.
Ich sagte nicht keinen Markt. Ich sagte, immer weniger ;)

Das übrigens auch unter der Annahme, dass gerade AMD mit eigenen GPUs und Rackscale-Lösungen Marktanteile gewinnt. Also das die Wahl halt dann Nvidia vs AMD ist.
ETI1120 schrieb:
Auf der anderen Seite hat NVIDIA 5 Milliarden an Intel gezahlt, Intel die Lizenz für NV-Link gegeben und gemeinsame Projekte angekündigt. Ich würde Mal sagen Jensen Huang teilt Deine Einschätzung nicht.
5 Milliarden ist Portokasse für Nvidia. Ich seh es einfach als Risikomanagement: Nvidia kann es sich leisten, auf beide Pferde zu setzen - sowohl auf eigene ARM-CPUs, als auch auf Intel x86. Damit kann es Nvidia egal sein, wie sich die Marktanteile zwischen ARM und x86 entwickeln.

Und gleichzeitig sichert sich Nvidia damit ja sicherlich Einfluss bei Intel, der sich langfristig bestimmt nicht positiv auf Intels eigene GPU-Entwicklungen auswirkt... Das würde ich persönlich sogar als wichtigeren Faktor bei dem Deal (für Nvidia) vermuten, als die CPUs an sich.
 
stefan92x schrieb:
Das von Nvidia vorgestellte CPU-only Vera-Rack wird halt auch per Netzwerk (Bluefield-DPUs) mit anderen Racks verbunden. Das spricht für mich dafür, dass es auch zukünftig einen großen (wachsenden) Markt für sowas gibt, ohne NVLink zwischen CPU und GPU.
Das werden wir sehen. Mein Verständnis als Laie ist, dass eine Kommunikation in durchweg einem Protokoll ist besser als zwischendurch die Daten in andere Protokolle zu übersetzen.
stefan92x schrieb:
Ich sagte nicht keinen Markt. Ich sagte, immer weniger ;)
Was aufs selbe rausläuft. Nischenmärkte sterben. Das hat man an den ganzen RISC-Architekturen gesehen.
stefan92x schrieb:
Das übrigens auch unter der Annahme, dass gerade AMD mit eigenen GPUs und Rackscale-Lösungen Marktanteile gewinnt. Also das die Wahl halt dann Nvidia vs AMD ist.
Fakt ist nun Mal dass AMD momentan Marktanteile verliert.

Erst mit Helios könnte AMD wieder Marktanteile gewinnen.
stefan92x schrieb:
5 Milliarden ist Portokasse für Nvidia. Ich seh es einfach als Risikomanagement: Nvidia kann es sich leisten, auf beide Pferde zu setzen - sowohl auf eigene ARM-CPUs, als auch auf Intel x86. Damit kann es Nvidia egal sein, wie sich die Marktanteile zwischen ARM und x86 entwickeln.
Wenn NVIDIA sicher wäre dass sie ohne X86 auskommen, hätte NVIDIA diesen Deal nie gemacht.

stefan92x schrieb:
Und gleichzeitig sichert sich Nvidia damit ja sicherlich Einfluss bei Intel, der sich langfristig bestimmt nicht positiv auf Intels eigene GPU-Entwicklungen auswirkt
Mit einer Minderheitsbeteiligung hat NVIDIA keinen bedeuteten Einfluss bei Intel. Der Einfluss kommt über die Zusammenarbeit bei den Projekten.

stefan92x schrieb:
... Das würde ich persönlich sogar als wichtigeren Faktor bei dem Deal (für Nvidia) vermuten, als die CPUs an sich.
Auf die GPU Entwicklung bei Intel hat dieser Deal keine direkten Auswirkungen.

Indirekt schon, weil die CPU-Leute nun auch mit NVIDIA zusammenarbeiten hat die GPU-Abteilung von Intel nicht mehr die ganze Aufmerksamkeit.

Was aber nichts schlechtes sein muss, es kommt ganz alleine darauf an was Intel daraus macht.

Wenn man sieht wen Intel für die GPUs angeworben hat, würde ich nicht davon sprechen, dass Intel beim Thema GPU/AI Beschleuniger aufgeben wird.
 
Nighteye schrieb:
Was für CPU,s sollen mit diesen alten Nodes (Intel 4) gebaut werden ?
Dir ist schon klar, dass die EUV Belichter mit einem Upgrade auf dem neuste Stand gebracht werden können und dort schon mit die modernsten stehen dürften? Nur weil aus der Fab derzeit Intel 3 und Intel 4 Chips kommen und die damit ausgelastet ist, bedeutet nicht, morgen könnte man dort nicht andere Chips bauen.

Die Intel Fab in Irland produziert seit 1993 Chips, da gab es viele heutigen Chipfertiger nicht einmal. Die werden es auch hinkriegen dort weiterhin moderne Chips herzustellen. Die Fab 34 wurde 2023 für 17 Milliarden Euro gebaut, da ist sicherlich keine Technik von gestern verbaut worden.
 
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xexex schrieb:
Dir ist schon klar, dass die EUV Belichter mit einem Upgrade auf dem neuste Stand gebracht werden können und dort schon mit die modernsten stehen dürften? Nur weil aus der Fab derzeit Intel 3 und Intel 4 Chips kommen und die damit ausgelastet ist, bedeutet nicht, morgen könnte man dort nicht andere Chips bauen.
Bei den EUV Scannern braucht man nur andere Masken. AFAIU wurden die EUV Scanner aufgerüstet um den Durchsatz zu erhöhen.

Die Frage ist, in wie weit das Equipment außen herum für modernen Nodes taugt. Andererseits hat TSMC gesagt dass ein Großteil des Equipments für neuere Nodes verwendet werden kann. Warum sollte das bei Intel anders sein.
xexex schrieb:
Die Intel Fab in Irland produziert seit 1993 Chips, da gab es viele heutigen Chipfertiger nicht einmal. Die werden es auch hinkriegen dort weiterhin moderne Chips herzustellen.
Der Standort ist alt, aber Fab 34 ist ein Neubau. EUV-Belichter haben AFAIU Neubauten erfordert. Was AFAIU eines der Probleme war, warum Intel die 10 nm Fertigung nicht auf EUV umgestellt hat.
 
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markox schrieb:
Hm, China produziert bald soviele Kampfjets wie andere Großmächte Panzer,... Wo wollen die damit wohl hinfliegen :utminigun:
Nicht selten wird ein Krieg entfacht um von den eigenen Problemen abzulenken. Allerdings sitzt China im Glashaus. Die haben Geisterstädte auf Kredit errichtet und quasi alle ihre wirtschaftlichen Erfolge basieren auf Ausbeutung, kreditfinanzierte Subventionen und Export in den Westen. Gleichzeitig sind die von Feinden umgeben, mit denen sie territoriale Streitigkeiten haben, wie Russland und Indien. Am loyalsten ist die Kims Hungerwirtschaft, der will die Chinesen zumindest nur einfach so ausnutzen.
Wenn die Chinesen irgendeinen Waffengang wagen, hagelt es Handelssanktionen und die Wirtschaft kolabiert. Wenn China im Gegenzug Sanktionen ausruft, findet sich auf der Welt in wenigen Monaten Ersatz, in Afrika, Indien oder Südamerika.
 
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stefan92x schrieb:
Also so wie sich der ganze Markt entwickelt, sehe ich immer weniger Bedarf für x86-NVLink, und je länger es dauert, bis das auf den Markt kommt, umso unbedeutender wird das.
Darauf kann man sogar auf verschiedene Weise antworten, weil es da mehrere mögliche Interpretationen gibt.

Das ist alles ein spannendes Thema, hier muss man sich allerdings einige Meldungen und Entwicklungen ansehen um am Ende eine fundierte Prognose und Aussage zu treffen.

Was ich bisher sehe, könnte NVLink für Intel ein Vorteil sein, allerdings auch für AMD. Denn wenn eine Firma sich von NVIDIA „lösen“ will, und AMD biete ihre Rackscale Lösung an, dann wird die Firma vollständig auf AMD setzen. Intel könnte hier durch NVLink sich „fesseln“, wenn sie im eigenen HPC-GPU-Segment es schleifen lassen.

Nur - wir sollten uns jetzt einig sein: das alles sind „Spekulationen“. Wir sollten nicht darüber „streiten“. Schon garnicht wer „Recht“ hat. Das wissen wir erst später.
 
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mit den stets aufrüstbaren EUV-Systemen
Ist das so? Wenn ich sehe, wie die Scanner z.T. erheblich größer geworden sind, habe ich Zweifel. Fortschritte wie "High NA" lassen sich nicht mal einfach so in alte Systeme integrieren.
 
@Nagilum99 Aus einem EUV wird vermutlich kein High-NA EUV-System, aber es kann immer auf dem modernsten EUV-Stand gehalten werden. Und das wird Intel noch lange brauchen, zumindest für einige Dies.
 
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ETI1120 schrieb:
Die Earnings Calls und Quartalsberichte sind etwas anderes. Die Quartalsberichte enthalten mehr Zahlen die Earnings Calls sind interessant weil es da auch Fragen gibt. Bei den Antworten hat sich Intel des öfteren bloß gestellt.
Hast recht, Quartalsberichte ist falsch, es ist Quartalskonferenz. Earning call ist nur wieder die moderne deutsche Unfähigkeit vorhandene Begriffe zu nehmen ;)
 
Nagilum99 schrieb:
Ist das so? Wenn ich sehe, wie die Scanner z.T. erheblich größer geworden sind, habe ich Zweifel.
AFAIU ist ASML bei den DUV Scannern zum Marktführer geworden, weil sie mit einem modularen Konzept angetreten sind.

https://x.com/lithos_graphein/status/2031860180632129646

Nagilum99 schrieb:
Fortschritte wie "High NA" lassen sich nicht mal einfach so in alte Systeme integrieren.
Die Optik für High NA hat andere Dimensionen als die bisherige. Deswegen hat ASML mit Twinscan EXE ja auch neue Linie von Scannern eingeführt. Aber AFAIU viele Komponenten aus Twiscan NXE übernommen.

Aber ASML plant wohl für nächste Jahrzehnt, wenn NA=0.75 kommen soll, großes, einen modularen Baukasten der alle 3 NA-Varianten umspannt.
1775161917739.png

https://x.com/lithos_graphein/status/2030061404992987168

stefan92x schrieb:
Aus einem EUV wird vermutlich kein High-NA EUV-System, aber es kann immer auf dem modernsten EUV-Stand gehalten werden.
1775164254105.png

https://x.com/lithos_graphein/status/2032586668515975254
stefan92x schrieb:
Und das wird Intel noch lange brauchen, zumindest für einige Dies.
Warten wir Mal in Ruhe ab, ob High-NA EUV bereit für die HVM von 14A ist. Momentan kreisen noch Statements dafür als auch Statements dagegen.
 
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DevPandi schrieb:
Nvidia führt - auch wenn sie aktuell Marktbeherrschend sind - bereits Rückzugsgefechte und versucht an allen Ecken und Enden die CUDA-Dominanz zu festigen und teilweise auch zu stabilisieren.
Im Prinzip stimme ich zu, aber Rückzugsgefechte ist IMO der falsche Begriff.

Jensen Huang weiß, dass er die aktuell absolut dominierende Stellung von NVIDIA auf Dauer eigentlich nicht halten kann. Aber er denkt nicht daran, auch nur ein Promille Marktanteil kampflos abzugeben.
DevPandi schrieb:
Man kann über AMD und die Fehler, die sie immer wieder machen, auf der einen Seite sich echt gut amüsieren, nur hat das AMD von Heute nichts mehr mit dem AMD von 2017 oder 2020 zutun und schon garnicht von dem AMD von 2006 - 2012.

AMD 2006 dachte, dass alleine gute Hardware reicht, um gegen Intel und Nvidia anzustinken, mit den dann getroffenen Fehlentscheidungen hat sich AMD in eine für sie schlechte Situation geführt.
Sehe ich ähnlich.
Lass mich aber 3 Aspekte hinzufügen:
  1. AMD war im X86 Markt ein Anbieter von kompatiblen CPUs. Es war lange Zeit ausreichend gute Hardware zu liefern. Auch als AMD gezwungen war eine eigene Plattform zu entwickeln hat sich AMD weiterhin in vielen Aspekten an Intel orientiert.
  2. Bei der Hardware ging es nach K8 nicht gut weiter. AMD hat bei den CPUs in Folge 3 Architekturen versemmelt:
    • K9 wurde eingestellt und kam nie raus.
    • K10 hatte den berühmt berüchtigten TLB- oder Lay-Off Bug
    • K11 Bulldozer war eine verrückte Wette die desaströs scheitert
  3. Nach der Übernahme von ATI verließ das Führungspersonal von ATI in Scharen die neue Firma.
    1. Das von AMD eingesetzte Management hat, höfflich formuliert, nicht glücklich im GPU-Markt agiert.
    2. Allerdings ging es AMD bei der Übernahme gar nicht um den GPU Markt, sondern nur um das Fusion Konzept. Was das inkonsequente Agieren im GPU-Markt teilweise erklärt.
    3. Das Fusion-Projekt ist gescheitert weil AMD nicht wirklich verstanden hat, dass Fusion ohne eine starke Softwareplattform scheitern muss. Damit sind wir wieder bei Deinem Thema, Hardware alleine, ...
DevPandi schrieb:
Nvidia konnte CUDA 2008 quasi ohne Gegenwehr etablieren, weil AMD sich auf Apple und OpenCL verlassen hat. Selbst bis 2017 und dem Vega Debakel hat AMD immer darauf gebaut, das gute Hardware alleine reicht und haben 2017 final auch bei der GPU quasi Nvidia die Initative übergeben und Nvidia hat das wunderbar in eine marktbeherschende Stellung verwandelt.
Dem will ich ebenfalls nicht widersprechen.

Aber ich finde man muss sich einfach Mal ins Jahr 2000 zurückversetzen. Wie hätten Branchenkenner reagiert, wenn man ihnen erzählt dass Nvidia im Jahr 2026 das größte Halbleiterunternehmen der Welt ist, weil es den Markt für AI-Hardware dominiert?

Während man ohne weiteres sagen kann, AMD hat Intel freie Hand im X86 Markt gelassen, gehört zum Erfolg des Zwerges Nvidia weit mehr als Glück und Fehler des Konkurrenten im damals noch kleinen GPU-Markt. NVIDIA hatte eine Vision und hat über mehr als 2 Jahrzehnte unerbittlich Schritt für Schritt an der Umsetzung dieser Vision gearbeitet.
DevPandi schrieb:
Nur anders als Intel, die sich für unangreifbar gehalten haben, weiß Nvidia, dass sie nicht unangreifbar sind und entsprechend agieren sie auch. Eigene ARM-Kerne für Server-CPU, NVLink, dazu nun die Koperationen mit Marvell. Selbst ARM selbst wird langsam zu einem "Gegener" für Nvidia.
Jensen Huang agiert gemäß dem Motto "Only the Paranoid Survive".

DevPandi schrieb:
Wir reden hier aktuell davon, dass Nvidia - Achtung, Übertreibung Incoming - 99,99 % des Marktes beherrscht und AMD, Intel, Broadcom und der Rest sich hier mit 0,01 % des Marktes zufrieden geben müssen. Nur gefällt das weder AMD, Intel, Broadcom, Marvel und erst recht nicht Open AI, Microsoft, Amazon und Google. Entsprechend arbeiten die alle aktuell daran, diese Dominanz von Nvidia zu brechen und während man biser diese 0,01 % nicht "ernstnehmen" konnte, sind die Verschiebungen, die Nvidia bereits jetzt merkt, für sie ein Warnsignal. Klar, für uns ändert sich da alles gerade von 0,01 % auf 0,011 %, bei Nvidia gehen hier nur entsprechend die Alarmglocken los, weil diese 0,001 % eine Verschiebung ist, die sie nun "konstant" beobachten. Immer ein wenig, immer so, das die normalen Consumer sagen, dass Nvidia immer noch der heilige Gral von allem ist. Nvidia wiederum sieht die Ressourcen und Bemühungen, die alle Firmen rein stecken um sich von ihnen "zu lösen" und entsprechend geht man jetzt mit bestimmten Konkurrenten auch strategische Partnerschaften ein.
Ich habe in den letzten 2 Jahren einiges an originalen Darstellungen von Intelleuten gelesen ("Only the Paranoid Survive" steht noch ungelesen im Regal)

Jensen Huang weiß dass im Erfolg der Keim des Niedergangs entsteht. Nvidia hat seit mehr als 2 Jahrzehnten kontinuierlich Erfolg. Nun stellt sich die Frage, wie gut verkraftet NVIDIA den absoluten Erfolg.

Wie Du sagst sind die 99,99 % Marktanteil von den richtigen Zahlen stark übertrieben. Aber die 99,99 % spiegeln die öffentliche Wahrnehmung sehr gut wieder.

Robert P. Colwell hat in seinem grandiosen Buch "The Pentium Chronicles" (2006 erschienen) einen Abschnitt mit der Überschrift "We Are So Rich, We Must be Good" überschrieben. In diesem Abschnitt charakterisiert er eine Besprechung Ende der 1990er Jahre zur IA-32 Roadmap als "Woodstock without Mud". Oder auf Deutsch "Friede, Freude, Eierkuchen". Als er kritische Töne angeschlagen hat, aufgezeigt hat wo Intel Glück hatte, wo Verbesserungen stattfinden können und müssen, ist ihm Gelächter, allgemeines Unverständnis und allgemeine Ablehnung entgegen geschlagen. Ein paar Jahre später musste Intel Kunden bestechen, damit sie keine Prozessoren bei AMD kaufen. Aber da hatte Robert P. Colwell Intel schon verlassen.

Ich sehe inzwischen in Craig R. Barrett als eine Schlüsselfigur.
  • Einerseits hat er die Halbleiterfertigung von Intel geprägt, die bis in die 2010er Jahre die Prozessführerschaft inne hatte. IMO ist es kein Zufall, dass viele der von Craig R. Barrett berufenen Führungskräfte in den Ruhestand gegangen waren, als Intel die Einführung des 10 nm Nodes versemmelt hat.
  • Andererseits hat er als CEO offensichtlich versagt. Er hat Unsummen ausgegeben ohne irgendein nachhaltiges Geschäft damit aufzubauen.

DevPandi schrieb:
Intel ist im Server-Markt immer noch eine Nummer. NVLink kann hier Intel helfen um sich gegenüber AMD abzsetzen. AMD wiederum ist aktuell der einzige Anbieter, der wie Nvidia quasi alles direkt auß einer Hand anbieten kann und für Nvidia und AMD die direkte Konkurrenz.
Lisa Su und Jensen Huang haben sich sehr gut angesehen wie Intel durch die unheilvolle Mischung aus Gier, Rücksichtslosigkeit gegenüber den Kunden und Partners, Selbstüberschätzung und Verachtung der Konkurrenz die dominate Stellung im Computermarkt verspielt hat.

Lisa Su und Jensen Huang haben IMO ein gutes Gespür was das eigene Unternehmen und seine Konkurrenten Leisten können. Lisa Su und Jensen Huang haben aber unterschiedliche Schlüsse gezogen, was die Punkte Gier und Rücktsichtslosogkeit gegenüber Kunden und Partnern anbekangt .

Jensen Huang will seinen Kunden gar keine Alternative lassen, als bei Nvidia zu kaufen. Deshalb treibt er Nvidia immer weiter an und macht Deals zu seinen Konditionen. Er weiß solange Nvidia unangefochtenen bei AI-Performance, Netzwerk und Softwareplattform ist, kann er seinen Marktanteil halten. Obwohl die Kunden, ob der obszönen Margen von Nvidia ungehalten sind.

Lisa Su will es sich mit den Kunden und Partner nicht verscherzen und versucht nicht anzuecken. Die Idee Partnerschaften und Konsortien zu bilden hat aber den Schwachpunkt, dass Nvidia so viel Geld hat, dass Nvidia AMDs Partner Angebote machen kann, die die Partner nicht ablehnen können.
 
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ETI1120 schrieb:
@Muntermacher Quartalskonferenz ist keine deutsche Bezeichnung sondern eine IMO sehr missglückte Übersetzung aus dem englischen.
Mag sein, aber besser als unnötigr Anglizismen zu übernehmen. Darunter können sich fast alle was vorstellen. Unter bearning calls aber nicht.

Übrigens, der höfliche Engländer sagt imho, in my honest opinion ;)
 
Muntermacher schrieb:
Mag sein, aber besser als unnötigr Anglizismen zu übernehmen. Darunter können sich fast alle was vorstellen. Unter bearning calls aber nicht.
Der Punkt ist "Earnings Call" hat sich im englischen Sprachgebrauch auch erst entwickelt und trifft kurz und prägnant, um was es geht, man redet über die Earnings des Unternehmens. Auch Earnings hat sich im Sprachgebrauch erst entwickelt und steht nun für die Quartalsberichte der Unternehmen.

Quartalskonferenz mag zwar aus eingedeutschen lateinischen Fremdwörtern bestehen, aber es trifft nun Mal nicht den Kern der Sache.

Das Problem ist nicht, dass man gute Bezeichnungen aus anderen Sprachen verwendet. Das Problem ist, das Wortschöpfungen nicht mehr auf Deutsch sondern in English stattfinden, siehe "Handy" oder "Public Viewing" (Leichenschau)

Ein weiteres Problem ist, dass beim Eindeutschen regelmäßig falsch übersetzt wird. Klassisches Beispiel ist menu => Menü. Aus der Speisekarte wurde das mehrgängige Gericht.

Kern des Übels ist, dass die Nachfolger von Konrad Duden Stümper sind.
Muntermacher schrieb:
Übrigens, der höfliche Engländer sagt imho, in my honest opinion ;)
IMHO steht für "in my humble opinion" und ich bin nun Mal nicht bescheiden.
 
ETI1120 schrieb:
Der Punkt ist "Earnings Call" hat sich im englischen Sprachgebrauch auch erst entwickelt und trifft kurz und prägnant, um was es geht, man redet über die Earnings des Unternehmens. Auch Earnings hat sich im Sprachgebrauch erst entwickelt und steht nun für die Quartalsberichte der Unternehmen
Richtig, im englischen, nicht im deutschen. Steht nun für Quartalsberichte widerspricht der Aussage oben, es wäre etwas anders. Wenn es doch dafür steht, könnte man ja einfach bei Quartalsberichten im deutschen bleiben.
 
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