Falls sich wer gewundert hätte, wie ein Awesome Ever Apple Auto von innen ausgesehen hätte: Sicher ungefähr so.
Irgendwie habe ich bei der PRessemitteilung auch erwartet, mehr als das Cockpit sehen zu dürfen. Das Video hier ist etwas aufschlussreicher:
Je mehr ich mir das neue EV von Ferrari anschaue, desto größer wird meine Enttäuschung. Für mich ist das ein Paradebeispiel dafür, wie sehr sich moderne Autoentwicklung auf Optik und Show konzentriert und wie wenig auf echte Nutzbarkeit. Das Interieur wirkt auf den ersten Blick schick, aber sobald man genauer hinsieht, fallen massive UX-Probleme auf. Das fühlt sich weniger wie ein durchdachtes Bedienkonzept an und mehr wie eine Designstudie.
rundsätzlich habe ich auch ein Problem mit der Richtung, die Ferrari hier einschlägt. Bei EVs ist der Antrieb kein Alleinstellungsmerkmal mehr Leistung ist hier nichts besonderes, Xiaomi kann das auch. Vier Motoren, über 1.000 PS, große Batterie: Das können andere Hersteller inzwischen genauso, teilweise deutlich günstiger. Dazu kommt die Batteriealterung, die das Auto langfristig weniger attraktiv macht als einen gut gepflegten Verbrenner. Was mich besonders stört, ist der massive Fokus auf Touchscreens. Ich fahre Auto, um zu fahren und nicht um auf Displays zu schauen. Diese Tabletartige Mittelkonsole wirkt auf mich billig und austauschbar, vor allem in einem Auto dieser Preisklasse. Viele Funktionen scheinen nur über den Screen erreichbar zu sein, was bedeutet: Hände vom Lenkrad, Blick weg von der Straße. Genau das, was man nicht will. Das Kombiinstrument ist ebenfalls enttäuschend: große Gehäuse, aber Anzeigen, die weder besonders modern noch besonders gut ablesbar sind. Viel Technikoptik, wenig Klarheit. Insgesamt wirkt die UI unfertig und erstaunlich wenig luxuriös, vor allem bei simplen Dingen wie der Klimabedienung.
Für mich ist das alles eine verpasste Chance. Weder ist das Interieur klar, reduziert und funktional, noch emotional oder charakterstark genug, um wirklich "Ferrari" zu sein. Es ist genau das Problem, das man seit Jahren in der Autoindustrie sieht: Entscheidungen werden von Design und Ästhetik getrieben, nicht von echter Nutzung. Am Ende bleibt bei mir der Eindruck, dass hier ein Auto entstanden ist, das gut aussieht, solange man es nicht benutzt.
Ich hoffe wirklich, dass wir in ein paar Jahren auf solche Innenräume zurückblicken und sagen können: Das war ein Kapitel der Vergangenheit. Eine Phase, in der Autos primär um Design, Effekthascherei und formale Spielereien herum gebaut wurden statt um Fahrer, Passagiere und tatsächliche Nutzbarkeit. Idealerweise eine Zeit, in der Software endlich als integraler Bestandteil verstanden wird, mit klaren Regeln für Usability, Verständlichkeit und ergonomische Selbstverständlichkeit und nicht als nachträglich aufgeklebtes Feature mit Verfallsdatum.
Vielleicht sollte Mr. Ive weniger Zeit damit verbringen, sich im Bentley chauffieren zu lassen, und stattdessen mal wieder selbst hinter dem Lenkrad sitzen. Das würde dem einen oder anderen "Design-Statement" vermutlich sehr schnell die Grundlage entziehen.
P.S: Man darf sich auch über so ein Auto unterhalten, selbst wenn man es sich niemals leisten können wird.