Fortbildungen und Gehalt als Anwendungsentwickler

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#1
Hallo zusammen,

ich habe nach meinem Realschulabschluss meine Ausbildung zum Fachinformatiker 2011 abgeschlossen.

2012-2015 habe ich als Softwareentwickler gearbeitet. Ich war leider 3 Jahre krank und konnte nicht arbeiten. Ich bin vor ein paar Monaten wieder in meiner alten Firma eingestiegen und verdiene ungefähr 2500 Euro Brutto. Ich möchte mich beruflich entwickeln und anfangen mich zu spezialisieren. Ich habe leider noch keine Ahnung welche Richtungen im Moment angesagt sind - gefühlt wird zur Zeit JEDER Webentwickler.

Meine Fragen an euch wären: Verdiene ich zu wenig? Verläuft sich die Grenze zwischen studierten und ausgebildeten Informatikern betreffend des Gehaltes irgendwann, z.B. durch Fortbildungen, oder gibt es einen "Cap" den ich nicht übersteigen werde wenn ich nicht noch studiere? Könnt ihr Fortbildungen empfehlen? Welche Richtungen gibt es in die ich mich entwickeln kann?

P.S: Ich erwarte nicht dass ihr mir meinen beruflichen Weg vordefiniert, lediglich dass ihr mir ein paar Richtungen zeigt :p

Vielen Dank im Vorfeld!

WCWBF
 
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#2
Hallo,

durch gute und passende Fortbildungen in Verbindung mit ausreichend und passender Berufserfahrung kann man genau so viel Einkommen oder manchmal sogar mehr Einkommen erzielen als so man ein studierter Informatiker, der sich halt nicht weiterbildet oder auf den falschen Posten klebt oder einfach nahezu gleich ziehen. Und: Die Wahl des Unternehmens und des Standortes im Land hat viel, viel größere Auswirkungen auf das Einkommen als die Fortbildungen oder der Studiengang.

Der Punkt ist nur: Das wird einen nicht in den Schoß gelegt werden. Da muss man schon für kämpfen und auch Geld investieren, die Kurse kosten auch gerne mal ein paar tausend Euro. Sind häufig aber finanzierbar, steuerlich absetzbar und werden teilweise auch stark gefördert. Der Punkt ist nur: In der Firma wird niemand von sich aus ankommen und sagen: "Hey, Herr XYZ. Sie machen ihre Arbeit hier bei uns wirklich sehr gut. Wir schicken Sie deswegen auf eine Aufstiegsfortbildung und wenn sie den Abschluss erlangt haben, dann bekommen sie eine andere Aufgabe und verdienen das doppelte."
 
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#4
Wie soll man das denn...
ohne Branche,
ohne Unternehmensgröße,
ohne Bundesland,
ohne konkreten Aufgabenbereich,
ohne Schilderung der persönlichen Verantwortung,
ohne Informationen zu eventuell bereits gelernten Skills / Fortbildungen,
ohne Info darüber, ob du während deiner Erkrankung nichts gemacht hast (also jetzt "3 Jahre hinten dran bist") oder doch zumindest das ein oder andere zu Hause mal gemacht hast,
...so pauschal beantworten?
Das geht nicht.

Abgesehen davon verstehe ich auch nicht, was so schwer daran ist, in Gehaltsvergleichsdatenbanken zu schauen. Die findet man über Google sehr schnell und etwas fundierteres kann dir hier auch niemand nennen, denn die persönliche Erfahrung was XYZ in Stuttgart bei Unternehmen ABC verdient, bringt dir persönlich herzlich wenig -> wie würdest du das vergleichen wollen? Abgesehen davon, dass XYZ Glück oder Pech bei dem Chef/Gehaltsverhandlungen gehabt haben kann, müsstest du sehr viele Faktoren zu Aufgabenbereich und persönlichen Skills berücksichtigen, um daraus Rückschlüsse über "zu viel / zu wenig" für dich selbst schließen zu können.

Um aber nochmal konkret auf deine Frage einzugehen: 2500 Brutto ist z.B. für den Osten oder für die typischen Standardentwickler ohne besondere Skills / spezielle Aufgabenbereiche afaik relativ durchschnittlich, wenn man sich Statistiken anguckt.


Verläuft sich die Grenze zwischen studierten und ausgebildeten Informatikern betreffend des Gehaltes irgendwann, z.B. durch Fortbildungen, oder gibt es einen "Cap" den ich nicht übersteigen werde wenn ich nicht noch studiere?
Wirklich harte Caps gibt es doch nur als Staatsdiener oder in sonstigen, streng gefassten Tarifverträgen.
Überall sonst kannst du doch beliebig verhandeln.

Abgesehen davon kann man das so pauschal nicht beantworten. Wenn du von typischen Standardentwicklern sprichst, dann ist die Frage nach Studium oder viel Praxiserfahrung, Weiterbildung, ... nicht so wichtig.

Wenn man von konkreten Spezialisierungen spricht, dann macht das schon einen großen Unterschied. Wobei man natürlich den jahrelangen Verdienstausfall + den höheren zeitlichen Aufwand für ein Studium berücksichtigen muss.

Eine Grauzone dazwischen gibt es, wie immer, natürlich auch.

Lohnen tut es sich auf jeden Fall dann, wenn man an renommierten Adressen in Praxis (z.B. FH) oder Theorie (TU/Uni) unterkommt und dort zumindest zu der besseren Hälfte gehört. Dann hat man hinterher recht gute Chancen, schnell in lohnende Vakanzen zu kommen.

Ansonsten ist das wohl stark von einem selbst abhängig. Ich habe auch diverse entferntere Bekannte, die einfach an irgendeiner FH/Uni studiert haben und dann zumeist unterdurchschnittlich einsteigen. Du musst dir ja vergegenwertigen, dass (je nach Statistik, Bundesland, ...) ein durchschnittliches Einstiegsgehalt von studierten Informatiker irgendwo zwischen 40-50 Tsd. bedeutet, dass recht viele auch dadrunter einsteigen, damit das als Durchschnitt rauskommt.
Und das sind auch nicht zu Wenige, denn z.B. in Projektleitung, als Softwarearchitekt o.Ä. von einer FH oder spezialisierte Bereiche, z.B. Robotik von einer TU usw. steigt man mit Master von renommierten Adressen sehr hoch ein. Bei uns beispielsweise in der letzten Statistik waren die oberen 15% bei über 80 Tsd. Einstiegsgehalt, d.h. am unteren Ende müssen schon einige bei um die 40 oder drunter einsteigen, da bei uns der Durchschnitt zuletzt immer so um die 52k +/- 1-2k lag.

Wenn du schon Berufserfahrung hast und mit ordentlichen Sachen, Projekterfahrung, sinnvollen Weiterbildungen usw. glänzen kannst, dann ist es meiner Erfahrung nach kein Problem relativ rasch auf 40-50k und später dann noch mehr zu kommen. Obgleich ich sagen muss, dass mein Bekanntenkreis bei ausgebildeten Informatikern deutlich kleiner ist, d.h. meine Vergleichsmenge ist hier weniger aussagekräftig. Da kenne ich auch kaum Statistiken zu.


Welche Richtungen gibt es in die ich mich entwickeln kann?
Sehr viele. Da musst du schon präziser bei deinen Interessen werden.
 
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