Frage bezüglich eines Raid-0

C4-Driver

Lt. Commander
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Hallo,


ich bin gerade am überlegen mir ein Raid-0 system zu basteln.

Ess sollte aus 2 WD Raptor 740GD bestehen. Eine der platen besitze ich schon und die andere bekomm ich von einem Freund günstig.

Meine Frage ist nun kann man dies Nachträglich machen oder muss dazu das gesamte system neu aufgesetzt werden?

Würde es in sachen geschwindigkeit was bringen?

Was gibt es sonst noch dazu zu sagen?

bin neu auf dem gebiet Raid.

LG
 
Ein neu aufsetzen ist nicht nötig wenn der Controller mitspielt oder man mit Image Programmen umgehen kann.

MfG
 
Bei einem Raid0 verbessern sich die sequentiellen Übertragungsraten, welche allerdings relativ irrelevant für die spürbare Systemperformance sind.
An den Zugriffszeiten ändert sich hingegen nichts.

Außerdem solltest du wissen, dass du auch die Ausfallwahrscheinlichkeit um 100% erhöhst.
 
Eine Migration auf RAID 0 ist sicher nur bei hochwertigen Controllern möglich.

Der Nachteil bei den Onboard-Lösungen besteht ferner in der fehlenden Möglichkeit Diagnostik zu betreiben und S.M.A.R.T.-Informationen abzurufen. Auch ein Mainboardwechsel wird erheblich erschwert.
 
Außerdem solltest du wissen, dass du auch die Ausfallwahrscheinlichkeit um 100% erhöhst.

100% !? also ist ein ausfall unabwendbar ;)

abgesehen davon, wenn mir meine systemplatte abraucht sind die daten auch futsch, warum sollte das also sicherer sein als ein RAID0 !?
kaputte HDD = daten weg, ob nun raid oder nicht. Für mich macht das alles keinen unterschied, dafür gibts back-up's

@C4-Driver: Image von ner 40GB-Partition is kein problem, musst halt nur ne externe Festplatte oder sowas haben wo du das Image speichern kannst


PS: nein, ich nutze derzeit kein RAID0 mehr.....
 
real_general schrieb:
An den Zugriffszeiten ändert sich hingegen nichts.

Tipp: Stripe-Size

Kann sich sehr wohl ändern.
 
@KJQm8v
Erklärung bitte. Meiner Meinung nach ändert die Stripsize absolut garnichts an der Zugriffszeit.

@Topic
Raptoren waren vor 5 Jahren noch Top. Heute sind die Alteisen. Ich würde keine mehr kaufen.
 
RAID0 kann in dem Fall durchaus etwas fürs OS bringen - die Platten haben jeweils 74 GB, also ca. 68,9 GiB - jetzt muss man berücksichtigen, dass Festplattenpartitionen je nach Dateisystem ca. ab dreiviertel Belegung langsamer werden und anfangen stärker zu fragmentieren, es ist also wünschenswert die Festplatte stets weniger als 80% zu belegen. Wenn ich mir anschaue, dass bei mir auf Windows Vista x64 allein die Ordner Windows, Programme und Programme (x86) zusammen 72,4 GiB auf meinem Datenträger belegen, kann man also davon ausgehen dass eine einzelne "74GB" Raptor sehr schnell 100% voll und damit extremst arch lahm werden kann - schaltet man sie in ein RAID0 hat man 137,8 GiB zur verfügung, wobei durch Metadaten des Dateisystems und Partitionstabelle sicherlich nochmal was weggeht, so dass man also sicherlich 137 GiB hat, Swap/Auslagerungsdatei kommt da auch noch rauf, die sollte schlißlich auch auf die schnellste Platte im System und nicht auf die lahmste, gehen also nochmal ein paar GiB weg - also für das, wofür der raptorverbund da sein soll - OS- und Anwendungsstarts beschleunigen - kann man den zusätzlichen platz sehr gut gebrauchen. JBOD wäre keine Alternative, weil dabei die erste Platte erst randgefüllt und damit arsch lahm würde, bevor der Platz der zweiten genutzt wird.
 
Was Dir vielleicht hinsichtlich ZBR und Füllgrad positiv hilft, geht andererseits durch Verschlechterung der Zugriffszeiten wahrscheinlich wieder flöten, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die Disks mit Spndel-Sync betrieben werden. Ferner spielt ja auch der Aufbau der Dateien (Größe) und die Blocksize eine Rolle.
Mit zwei Raptoren und einer Verteilung des OS auf beide Disks (Swap, Temp, $Home, etc.) fährt man sicher besser!
 
@ Mueli

Bei meiner messung auf meinem Rechner war null /users/* null Swap mit drin - ich hab /users/ schonmalö konsequent (trotz den paar kleinen Dateien in AppData und Documents/MyGames) als Datenordner und nicht Systemordner bewertet - allein Windows+Programme+Programme(x86) haben diese 72,4 GiB. (Pagefile.sys befindet sich ja im Wurzelordner, nicht in /windows) Du kannst natürlich versuchen, die beiden Programme-Ordner auf die eine und Windows auf die andere zu packen, aber /windows hat bei mir nur 22 GiB, allein Programme+Programme(x86) machen also noch 50 GiB - und ich nehme mal an viele "Gamer" werden deutlich mehr Platz fordernde Spiele installieren als ich. ;)

P.S.
Ich weiß, dass viele Nutzer kleiner SSDs Spiele immer auf ihre Datenplatte installieren - aber sowas ist ja albern, weil das ja genau die Sachen sind, die von der SSD oder einer schnellen Raptor profitieren würden. Und ich glaube nicht, dass der zugriffszeitverlust durch RAID0 wirklich so großm wäre, wie der durch eine 90% gefüllte Festplatte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Humptidumpti schrieb:
@KJQm8v
Erklärung bitte. Meiner Meinung nach ändert die Stripsize absolut garnichts an der Zugriffszeit.

Selbst gemessen, gewundert, nachgelesen.
 
Eine Erhöhung der Zugriffszeiten findet bei segmentierten Files statt, selbst wenn Spindle Sync eingeschaltet sein sollte bzw. gegeben ist. Ohne Spindle Sync wäre die Zugriffszeit zusätzlich, um maximal die Zeitspanne einer Umdrehung, multipliziert mit Anzahl der Segmente - 1, verlängert.
 
Zuletzt bearbeitet:
KJQm8v schrieb:
Selbst gemessen, gewundert, nachgelesen.

Man darf nicht allem, was man im Netz findet, 100% blind vertrauen.
Im verlinkten Beitrag der deutschen Wikipedia findet eine wundersame Eigeninterpretation der Begriffe "Stripesize" und "Chunksize" statt, die fern jeder Realität ist.

Die Stripe-Size bezeichnet die Größe des aus einem oder mehreren Datenblöcken bestehenden Datenbereichs (Striping-Granularität), der auf die RAID-Speichermedien verteilt wird. ...
Richtig, "Stripesize" kennzeichnet die zusammenhängende Datenmenge an Sektoren, welche auf einer Memberplatte als "Stripe" abgebildet wird.
So wird bei einem aus vier Festplatten bestehenden Array mit einer Stripe-Size von 64 kB ein Datenblock in einer Größe von 16 kB auf jede Festplatte geschrieben.
Der Unsinn dieser Aussage offenbart sich sogleich, wenn man den Array mit 3 Memberplatten annimmt. Nach deren Milchmädchenrechnung würden dann ein Datenblock von 64K/3=21845+1/3 Bytes auf jeder Festplatte landen, was mir jemand in einer 2hoch-Umgebung mal vorhüpfen muß :D
... Bei einer Vergrößerung der Stripe-Size wächst der maximale Durchsatz, gleichzeitig erhöht sich aber die Zugriffszeit. Heute üblich sind Stripe-Größen von 2 kB bis 256 kB.
Noob-Geschwätz, welches jede Art von Fehlinterpretation begünstigt. Die Stripesize alleine hat weder Einfluss auf den Durchsatz noch die Zugriffszeit.
Die Chunk-Size bezeichnet den kleinsten Datenblock pro Schreibzugriff, der auf eine individuelle Festplatte geschrieben wird. So besitzt ein aus vier Festplatten bestehendes Array mit einer Chunk-Size von 16 kB eine Stripe-Size von 64 kB.
Hier wird der früher geäußerte Unsinn nochmals wiedergekäut. Wenn man ein "Chunk" als kleinste Zugriffseinheit bezeichnet, so gilt dies sowohl für Schreiben und für Lesen. Das ist physisch auf einer Festplatte heutiger Bauart immer noch 1 Sektor (=512 Bytes), logisch im Filesystem z.B. bei NTFS die Clustersize!

Wikis sollten nur Leute verfassen, die tatsächlich was davon verstehen.
 
Mueli schrieb:
...Ohne Spindle Sync wäre die Zugriffszeit zusätzlich um maximal eine Umdrehung multipliziert mit Anzahl der Segmente - 1, verlängert.
???
Du sprichst hier von der Umdrehungswartezeit?

Die Zugriffszeit besteht aus mehreren Einzelteilen:
- Kopfpositionierung
- Umdrehungswartezeit
- Oberflächentransferzeit
- DMA-Transferzeit von/zum Speicher

Die Kopfpositionierungszeit hängt davon ab, wo sich der auf jeder Memberplatte gerade befindet. Im Idealfall sind die annähernd gleich, wenn sich alle Köpfe zuletzt im gleichen Stripeset befunden haben. Typische Werte: 2-15ms

Die Umdrehungswartezeit für nichtsynchronisierten Spindeln beträgt bei gleichzeitigem Zugriff auf mehrere Memberplatten im statistischen Durchschnitt n/(n+1)*60/RPM
(n= Anzahl Spindeln)
Bei einer Platte mit 7200 U/min dauert eine Umdrehung 8,33 ms, d.h. bei einer Platte ist die Wartezeit 1/2 davon, bei 6 Platten 5/6 davon; aber nie mehr als die Zeit einer Umdrehung (wie man aus Deiner Ausführung schließen würde)

Die Oberflächentransferzeit ist abhängig von der Spurkapazität(welche wiederum lageabhängig ist) und der RPM. Typische Werte: ~1ms für 64KiB und im Normalfall wie die DMA-Transferzeit zu vernachlässigen
Ergänzung ()

C4-Driver schrieb:
Ist ja alles schön und gut.

aber macht es nun sinn oder nicht?
Würdest Du einem Führerscheinneuling raten, an einer 24h-Ralley teilzunehmen?

Der Einsatz eine RAID0 macht nur Sinn, wenn man über die Erfahrung verfügt, ihn richtig einzusetzen. Ansonsten jederzeit Totalschaden garantiert - oder die Aussage: "RAID0 bringt überhaupt nichts"
 
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