News Geringe Smart-Meter-Quote: Bundesnetzagentur geht ge­gen fast 80 Stromanbieter vor

MVV Netze schreibt: Wir wollen ihren Zähler tauschen, Eichfrist abgelaufen.
Ich rufe an: Ich verbrauche derzeit 4600kWh/a und bin gerade dabei, ein E-Auto zu kaufen. Außerdem wird es absehbar noch Solar geben, wollt ihr nicht gleich ein Smart Meter einbauen?
Mitarbeiter: Können Sie freiwillig auf der Homepage beantragen.
Ich gucke: Soll mich Geld kosten, weil freiwillig. Ich lasse es.
Dienstagvormittag wird der Zähler getauscht. Dienstagnachmittag wird mein E-Auto ausgeliefert. Ladeziegel ist bestellt und mit dem Elektriker gesprochen, dass demnächst der Drehstromanschluss gelegt wird.
So sieht Effektivität a la MVV aus. Nicht mein Problem. 😁🤐:hammer_alt:
 
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Dark_Soul schrieb:
Erst mal den Holocaust als Argument gegen digitale Stromzähler aufführen. Ich würde fast vermuten, du schaust ein wenig zu weit über den Tellerrand.
Das zeigt einfach sehr deutlich, dass und mit wie viel Phantasie Datensammlungen missbraucht werden. Genau deswegen braucht es gute Gründe für und nicht gegen Datensammlungen. Die Grundeinstellung "Ich habe nicht zu verbergen" ist einfach blauäugig. Wäre das wirklich so, dann würden wir Truman-Show artig unser ganzes Leben mit jedem teilen, der mag.
Dark_Soul schrieb:
Wer so einen Aufwand betreibt, muss erstmal in deinem Heim diesen Gewinn sehen, sprich dein Verhalten beobachten.
Eben gerade nicht. Er bekommt bei einem Leck die Daten 10.000er Nutzer und kann sich da geignete Opfer filtern. Er muss nicht in Nachbarschaften rumschleichen, sehen wo wann Licht an und ist eine Entdeckung riskoeren.

Grestorn schrieb:
Ja klar. Weil Einbrecher so leicht an die Daten rankommen, die noch dazu asynchron (also zum Teil mit Verzögerung von einigen Stunden) verschickt werden.
Es geht nicht darum, ob sie jetzt gerade leicht daran kommen. Es geht um das unnötige Risiko, dass das passieren kann. Den aktuellen Verbrauch kann ein Netzbetreiber problemlos selbst auf einer höheren Netzebene Messen. Einzelne Privatkunden darf er eh nicht vom Netz abschmeißen, wozu dann diese Info?
Das ist nur relevant, wenn man einen entsprechenden Stromtarif hat - und das wiederum nur, wenn man größere planbare Lasten wie ein E-Auto hat.
Grestorn schrieb:
Da ist die "Dein Internet wird gerade genutzt" Info, die Du jetzt schon permanent rausschickst, oder "Dein TV streamt gerade aus dem Netz" Info viel aussagekräftiger.
OK, du willst also sagen, dass es viel wahrscheinlicher ist, dass ein Angreifer 1. meine IP bei Computerbase, Disney+ o.ä. ausliest und 2. bei meinem Provider (der wie ein Stromanbieter Kritis ist und damit Daten besonders schützen soll) meine Adresse ausliest, als das er die Daten beim Stromanbieter abgreifen kann?
Wie passt denn das zusammen? Und ohne die IP ist die Information "Hat am um gepostet" völlig Nutzlos für dieses Szenario, weil das auch zB im Urlaub sein kann.
Grestorn schrieb:
Wie auch die Beleuchtung Deines Hauses, die man von außen sehen kann.
Und wie siehst du die Beleuchtung von 10.000en Häusern auf einmal, um ein passendes Opfer zu finden? EBEN, das geht nicht. Ein Datenleck bei einem Stromprovider würde genau das ermöglichen.
Grestorn schrieb:
Datenlecks gibt es immer. Das bedeutet nicht, das Hinz und Kunz auf aktuelle Daten zugreifen können.
Nein, aber das bedeutet, dass man nicht ohne sehr guten Grund Datenberge aufschaufeln sollte.
 
sm.2 schrieb:
Ich rufe an: Ich verbrauche derzeit 4600kWh/a und bin gerade dabei, ein E-Auto zu kaufen. Außerdem wird es absehbar noch Solar geben, wollt ihr nicht gleich ein Smart Meter einbauen?
Die 6000kWh Jahresverbrauch ist der Mittelwert aus den letzten 3 Jahren. Vom Verbrauch her würdest du dann frühestens in 3 Jahren mit nem Imsys beglückt werden. Solar ist je nachdem bei der Inbetriebnahme noch ein Termin und für die Wallbox ist die Steuerbox eh noch nicht Flächendeckend im Einsatz. Je nachdem bis wann sich das streckt werden eh 2 Termine fällig. Mit etwas Glück hört der Monteur auf dich und Verbaut den passenden Zähler, der dann nur mit Gateway Steuerbox erweitert werden muss.
 
Bei uns kam der Zählerwechsel relativ kurzfristig nach Inbetriebnahme der 9,9kw PV.

Modell EMH ED300L

Sieht recht unscheinbar aus und gibt abwechselnd 2 Zahlenfolgen aus.
Verbrauch und Einspeisung.

Dazu gibt es einen optischen Ausgang, der via Lesekopf auch durch den Kunden ausgelesen werden kann.
Die PIN Eingabe erfolgt bei diesem Modell mit einer Taschenlampe.
Den PIN bekommt man vom Netzbetreiber.

Es ging damals recht flott, weil bei viel Sonne der alte Ferrarzis Zähler ordentlich rückwärts gedreht hat.

Es darf natürlich nicht sein, weil dem Netzbetreiber dann Bares Geld flöten geht.

Somit muss man sich als Kunde mMn an die Gegebenheiten anpassen.

Kann man davon profitieren?

Profitieren ist vielleicht übertrieben, aber man kann seinen eigenen Verbrauch schon besser einsehen, steuern, regeln und anpassen.

Ich lese seit 2017 mit einem kleinen ESP8266 und Tasmota, die Werte des Zählers per Lesekopf aus und hab mir eine hübsche Übersicht in Node Red gebastelt.
-> Aktueller Verbrauch
-> Gesamt Bezug
-> Gesamt Einspeisung

Dazu kann ich noch den SMA Sunny Home Manager auslesen und die Daten sammeln/verarbeiten.
Den SMA Sunny TriPower (PV Erzeugung Aktuell/Gesamt/Tag)
Und den Heizstab der im Warmwasserspeicher nachgerüstet wurde (AC ELWA E)

In einer perfekten digitalten Welt würde das proprietäre SMA System selbst alles so regeln, dass der Heizstab den PV Überschuss in Warmwasser umwandelt.
Aber das ist so dermaßen schlecht, dass ich es dann doch lieber selbst steuere.

Der Heizstab ist via HTTP API steuerbar und das funktioniert erstaunlich gut.

Wenn Netzbezug <0 und PV Erzeugung>2000 dann wird der Heizstab mit einer Variablen Wattzahl gefüttert.
So habe ich bei wolkenlosem Himmel um die Mittagszeit die Zieltemperatur erreicht.
Selbst mit Wolken klappt es, dann halt erst um 14/15 Uhr.

Mit dem ESP am Zähler kann man zusätzlich ein Shelly 3EM emulieren und somit einen Akku wie den Marstek Venus E 3.0 steuern.

Schlussendlich bin ich der Meinung sollte man als Kunde hier das maximale raus holen.
Ansonsten ist der Smart Meter nichts anderes als ein ferngesteuertes/überwachtes Bauteil im Privathaushalt.
Ich verstehe allerdings die Netzbetreiber auch.
Ein Bekannter (arbeitet bei einem Netzbetreiber) meinte mal mittlerweile sind die nicht mehr Versorger sondern Entsorger.
Da so viel "Kleinkraftwerke" einspeisen und das irgendwie verarbeitet werden muss.
Dafür sind die Netze (noch) nicht ausgelegt.

Auf der anderen Seite denk ich mir ..
würde es ums Klima gehen, dann lasst den alten Ferraris Zähler rückwärts drehen und der Kunde hätte auch was davon.

Für die Grundlastabdeckung ist eine PV zwar immer noch sinnvoll. Aber bei dem Invest armotisiert sich das Ganze wirklich sehr spät.

@gaelic ... du kannst den Shelly Pro 3EM emulieren am Smartmeter. (https://ottelo.jimdofree.com/stromzähler-auslesen-tasmota/)
 
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egal was der monteur verbaut, sobald pv angemeldet wird, kommt der erneut und tauscht den zähler wieder.....
schon oft in der nachbarschaft erlebt, dass nach pv gegen den exakt baugleichen zähler getauscht wurde. angeblich kann man im system die daten nicht ändern und es braucht einen pv zähler (aus einem anderen nummernkreis)....kannste dir nicht ausdenken so eine verschwendung
 
Die Regierung ist selbst Schuld. Einfache digitale Stromzähler sind im Unterhalt günstiger als Smartmeter ala ABO. Habe keine Lust nochmal mind. 30 € zusätzlich im Jahr je nach kWh Verbrauch an die Netzbetreiber zu bezahlen, manchmal sogar noch den Einbau von max. 100€. Als einfacher Mieter ohne PV uninteressant. Nachteil, kein flexibler Nutzen günstiger Preise am Tag um z.B. Waschmachine oder Spühlmaschine nachts anzuwerfen.
 
ReactivateMe347 schrieb:
OK, du willst also sagen, dass es viel wahrscheinlicher ist, dass ein Angreifer 1. meine IP bei Computerbase, Disney+ o.ä. ausliest und 2. bei meinem Provider (der wie ein Stromanbieter Kritis ist und damit Daten besonders schützen soll) meine Adresse ausliest, als das er die Daten beim Stromanbieter abgreifen kann?
Ja, absolut. Das ist viel einfacher. Denn er muss nur dein Festnetzkabel in der Theorie anzapfen. Ein Man-in-the-middle Angriff, bei dem er noch nicht mal TLS knacken muss - es reicht zu wissen, mit welcher Zieladresse Du gerade kommunizierst.

Du bist ganz klar paranoid. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Datenschutz ist wichtig, aber man sollte sich nicht verzetteln, sondern sich auf die Themen konzentrieren, auf die es wirklich ankommt. Also Gesundheitsdaten, Bonitätsdaten und andere Daten, die kompromittierend missbraucht werden können oder mit denen man jemanden erpressen kann.
 
Weiß eigentlich jemand wieso die Smartmeter nur noch 8 Jahre eichdauer haben statt wie die alten 16 Jahre?
Moderner und nur noch die halbe Lebensdauer.

PS:
Smartmeter ein weiterer Schritt Richtung Totalüberwachung. Der Schaltet abens um 19:00 Uhr die Waschmaschiene ein und um 23:48 Uhr die TV aus.
 
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