Hausverkabelung/Ethernetdose defekt

maxik

Commodore
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Guten Abend,

ich habe seit letztem Wochenende ein etwas kurioses Problem. Meine Internetleitung (über 5G Funk) kam nicht mehr ganz am Rechner (über Kabel) an sondern nur mehr um die 80 mbit. Erst dachte ich wegen schlechtem Wetter denn auch der Nachbar mit gleichem Anbieter und Setup hat ähnliche Werte, jedoch bemerkte ich gestern bei einem Speedtest über Wifi dass die Geschwindigkeit voll anliegt.

Aufbau Hausverkabelung:
[Wohnküche] Router -> Patchkabel -> Doppel-Din Cat 6 Dose (Berker) -> Verlegekabel -> [Wohnzimmer] Einzel Cat 6 Dose (Berker) -> Patchkabel -> Rechner


Das Problem konnte ich mit folgendem Ausschließverfahren auf die Strecke Doppel Dose -> Verlegekabel -> Einzeldose eingrenzen denn in allen Fällen waren nur die üblichen 80 mbit vorhanden.
  • An beiden Enden anderes Patchkabel probiert
  • Notebook an das Patchkabel das zum Rechner kommt (100 mbit)
  • Notebook an der Einzeldose (100 mbit)
  • Am Rechner ist in den Netzwerkinfos die Geschwindigkeit nur mit 100/100 angegeben. Ein manuelles umstellen auf Vollduplex 1gbit bringt nichts. Den Rechner selber kann ich auch ausschließen denn wenn dieser direkt an einem Router (lag im Keller) angeschlossen ist wird die Netzwerkgeschwindigkeit mit 1000/1000 ausgehandelt.

Vorhin habe ich dann noch Hand an den Dosen angelegt:
Doppel-Din: Alle Adernpaare an den zweiten Port aufgelegt (war bis vor wenigen Wochen mit einem zweiadrigen Klingeldraht belegt für die VDSL Leitung welche in Kündigung ist). Das Problem besteht weiterhin
Einzel-Din: Neu aufgeleg. Das Problem besteht weiterhin


Das einzige was mir jetzt noch einfällt zu testen wäre die Dosen fliegend an ein Stück verlegekabel zu klemmen.
Kurios ist dass vor, sowie nachher, mit einem Ethernettester alle 8 LED's aufleuchten.

Könnte auch das Kabel kaputt sein oder kann es nur mehr die Einzel Dose sein? Falls sonst noch jemand Ideen hat bin ich ganz Ohr
 
Wenn es so ein einfacher Kabeltester ist, kann es sein das da trotzdem ein Problem besteht, eventuell hat eine Litze kontakt zum Schirm oder so.
Wenn PC und Laptop nur 100 Mbit aushandel und in der FB kein Greenmode mit 100 Mbit eingestellt ist, sollte es wirklich am Kabel liegen. Probleme mit einer Dose oder einem Patchfeld hatte ich tatsächlich noch nicht.
 
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Ein einfacher Kabeltester liefert recht aufschlussreiche Ergebnisse, wenn er sachgerecht eingesetzt wird. Damit lässt sich auch ein Kurzschluss zwischen einem Leiter und dem Schirm feststellen.
 
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@Der_Dicke82 danke. Dann werd ich dieses Wochenende mal die Dosen abklemmen und fliegend probieren mit einem Stück Kabel um diese auszuschließen

@omavoss war in einem Amazon Set enthalten das ich mir mal zugelegt hatte
 
Erfahrung aus erster Hand: hab genauso auch 2 Fälle. Jeweils Doppeldosen, eine passt, die andere nicht. in beiden Fällen hat der Kabeltester alles OK gezeigt. auch vom Switch (tp link) war der Kabeltest ok.
auch wenn der Kabeltester keine GND aufleuchten lässt, bin ich mir sicher, dass ich beim Auflegen gepfuscht hab. da wird noch Schirmung, irgendwie irgendwo irgendwann zum Anschlag gekommen sein.
Wenn ich mehr Zeit hab, kümmer mich wieder drum. (hab schon überlegt den Rutenbeck dose gegen keystone zzgl Endplatte zu tauschen. Muss mich nur schlau machen, dass von der Platte dann die Stegbreite zu meiner Berker S1 Abdeckung passt.
 
omavoss schrieb:
Ein einfacher Kabeltester liefert recht aufschlussreiche Ergebnisse, wenn er sachgerecht eingesetzt wird. Damit lässt sich auch ein Kurzschluss zwischen einem Leiter und dem Schirm feststellen.
Da habe ich gegenteilige Erfahrungen gemacht.
Das 200-300€ Gerät hat einen Kurzschluss erkannt zwischen Schirm und Ader.
Das günstige Gerät war der Meinung alles i.O..
Bei genauem nachprüfen war dann auch die einzelne Litze zu finden, die sich im Keystone verirrt hatte.
 
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@blastinMot Das ist auch mein Problem: ich will nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen, auch wenn der Spatz zugegeben nervig ist :D
 
Hier ist sicher das Kabel oder die Dose defekt. Wenn du keinen Professionellen Tester hast, dann kannst du das nur im Ausschlussverfahren austesten.

@blastinMot
Ich hab auch nur so ein Billigteil und hab es mal verbockt.
Bei meinem Billigteil hat man nur im dunklen gesehen, dass bei einer Ader auch eine zweite LED ganz leicht leuchtet.
 
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Man kann auch immer einen örtlichen Elektriker anrufen und nachfragen, ob die ein hochwertiges Gerät dahaben zum messen.
 
Das gleiche Thema habe ich auch mit der Hausverkabelung in einer Mietwohnung. PC direkt an der Fritte(im Wohnzimmer) 1Gbit. Sobald ich diese an die Hausverkabelung klemme und am Patchfeld im Flur anstecke sind es nur 100 Mbit. Es ist ein Cat7 Kabel in der Hausinstallation verlegt, für mich ist seltsam, dass nur 4 Adern verschiedene Farben haben, der Rest aber weis ist. Alle sind aufgelegt. Da ich sowieso nur 100 Mbit DSL habe stört mich das nicht so extrem, aber bei Übertragung von größeren Datenmengen innerhalb der Wohnung merkt man es schon deutlich. Hab ich schon überlegt, so einen Kabeltester zu kaufen, aber bin mir unsicher, ob diese Billigteile überhaupt das Geld wert sind. 🤔
 
morpheus22 schrieb:
für mich ist seltsam, dass nur 4 Adern verschiedene Farben haben, der Rest aber weis ist
Das passt soweit, wenn die Adernpaare im eigenen Schirm (SFTP) aufgeteilt sind - dann weiß man trotzdem, was zusammengehört.

Dennoch sind gute Kabel normalerweise auch an den weißen Adern farblich markiert (gestrichelt orange, grün, blau, braun).

Du kannst ja mal mit einem Multimeter durchmessen (einzelne Adernpaare brücken und auf der Gegenseite Durchgang messen) und so rausfinden, ob beide Seiten korrekt aufgelegt sind (jeweils TIA/a auf beiden Seiten oder TIA/b auf beiden Seiten - keinesfalls gemischt).
Ergänzung ()

morpheus22 schrieb:
Hab ich schon überlegt, so einen Kabeltester zu kaufen, aber bin mir unsicher, ob diese Billigteile überhaupt das Geld wert sind. 🤔
Diese "20 Euro Amazon-Kabeltester" machen genau das, was sie sollen: sie prüfen, ob es auf den Adern Durchgang gibt. Zum Prüfen, ob die einzelnen Adern zudem richtig aufgelegt sind, reichen sie ebenfalls aus, da sie ja in der Regel auf beiden Seiten die Adern 1-8 plus Schirm einzeln durchtesten und visuell per aufleuchtende LED anzeigen.

Dafür reichen diese günstigen Dinger definitiv aus. Ich nutze die selbst seit Jahren beruflich und privat für eben diese rudimentärsten Dinge. Was NEXT/FEXT, Dämpfung, etcpp. angeht, ist im privaten Umfeld eher irrelevant und kaum jemand wird sich deshalb für mehrere tausende Euro ein Fluke kaufen und dieses ständig kalibrieren lassen wollen.
 
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@DJMadMax Vielen Dank für die ausführliche Erklärung! 👍
Einen Multimeter habe ich ja, dann versuche ich das als erstes. 🙂
 
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maxik schrieb:
  • Notebook an das Patchkabel das zum Rechner kommt (100 mbit)
  • Notebook an der Einzeldose (100 mbit)
Wir wärs denn mit dem naheliegendsten Test: Notebook direkt an den Router in der Wohnküche?

Und dann kannst du das Notebook oder den alten Router aus dem Keller auch mal an die Dose in der Wohnküche anschließen und zum PC durchverbinden.

maxik schrieb:
Könnte auch das Kabel kaputt sein oder kann es nur mehr die Einzel Dose sein?
Fotos der aufgelegten Dosen wären hilfreich
 
Den 10€ Kabeltester würde ich mir in jedem Fall zulegen:

a) Server+Client > Durchgang + korrekte Belegung testen
b) Server an beiden Seiten > Auf Kurzschluss testen

Wenn man beim Keystone die Litzen nicht genug kürzt, gibt's gerne einen Kurzschluss, der Tester zeigt es an.
 
Weder Kabel, noch Dosen gehen defekt.
Fehler treten auf, wenn das Kabel angebohrt o9der Nagel eingeschlagen wurde.
Ferner treten häufig Fehler auf in Zusammenhang mit Absetzen Abisolieren beim Auflegen. Wenn mehreren weise Adern da sind, kann es schon sein das eine falsche Zuordnung dann Fehler produziert.
Nachschauen ob Durchgang mit einfachem LAN Tester vorhanden ist.
Wenn nicht, an jeder einzelnen Ader ziehen.
Fehler beim durchschneiden des äußeren Mantels. Schnitt zu tief, Adern angeschnitten.
Fehler beim lsa Kontakt. Kupfer durchtrennt. Das tritt gern bei cca auf.
Ist Durchgang vorhanden, sind die weißen vertauscht.
Poste mal fotos.
 
Zuletzt bearbeitet:
hildefeuer schrieb:
Werden Kabel, noch Dosen gehen defekt.
Fehler treten auf, wenn das Kabel angebohrt o9der Nagel eingeschlagen wurde.
Es kann schon vorkommen, dass ein Kabel oder eine Dose von selber kaputt gehen. Gerade dann wenn das Kabel im Rohr verlegt ist und durch das Rohr Zugluft möglich ist (z. B. weil es zum Dachboden geht). Über die Jahre habe ich so genügend abgesoffene TAE gesehen und auch das Kabel hält Feuchtigkeit im Rohr nur eine begrenzte Zeit stand.
 
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Da stimme ich Dir thom53281 zu. Defekte TAE häufig durch über-Malern oder eben Feuchtigkeit. Die haben auch keine vergoldeten Kontakte und die Schaltkontakte sind zusätzliches Problem. Defekte ISDN Dosen hatte ich auch schon. Gut LAN Dosen, wenn man tapeziert kann da auch leicht Tapetenkleister in die RJ45 Kontakte kommen, wenn man die nicht abklebt.

Oder jemand zieht am Kabel oder tritt drauf und dadurch entsteht Zug.

Aber ich hatte das auch bei meiner WAN-Leitung 6m cat8 zum ONT. Lief jahrelang ohne Probleme. Irgendwann nach 2 Jahren Speedtest auf einmal nur 90Mbit Zugang.

ONT und Router alles neu gestartet, Fehler noch da.
Alles durch-gewackelt und Neuverbinden lassen.
WAN Leitung nachgemessen mit LAN Tester. War scheinbar alles O. K.
Alles wieder eingesteckt und es lief wieder auf 400Mbit. Fehler weg.
Was wars nun? Vermutlich Kontakt Probleme am ONT (Feldkonfig Stecker) oder an LAN Dose oder an FB WAN Port.
Aber er hat das vorhandene Kabel auf die 2. RJ45 aufgelegt. Auf beiden Seiten? Wenn nicht kann der Fehler auf der anderen Seite sein. Kabel neu abgesetzt? oder nur die Adern neu aufgelegt? Fehler beim Abmanteln möglich.

Also noch mal: Jede Ader einzeln mit LSA Werkzeug oder Spitzzange rausziehen aus LSA Kontakt und auch aus dem Kabel etwas ziehen. Meist kommt einem dann eine Ader entgegen. Dann wurde zu weit eingeschnitten beim Abmanteln und die Ader angeschnitten.
Das ist der Standard Fehler. Wenn das Kabel dann unter Putz ohne Leerrohr liegt, muss man meistens anlöten.
Weiterer Standard Fehler tritt häufig bei cca cat5e Adern auf: Durch einpressen in LSA Kontakte wird das Kupfer durchgeschnitten und es sieht alles korrekt aus, weil die Reste der Ader noch an der Position sind.
Das kann man testen, indem man mit Pinzette oder Spitzzange am Ende leicht zieht. Kann man das Ende raus ziehen war das der Fehler.
 
Zuletzt bearbeitet:
Tatsächlich ist falsch aufgelegt bei 1Gbit vollkommen egal, weil ab da multiplexen zum standard gehört und beide Seiten schauen welche Kontakte funktionieren.
Also mindestens eine Ader funktioniert nicht, kein Kontakt oder masseschluss.
 
Der_Dicke82 schrieb:
Tatsächlich ist falsch aufgelegt bei 1Gbit vollkommen egal
Nur die klassische Crossover A/B Verwechslung ist egal. Davon abgesehen darf auch bei Gigabit Ethernet nicht falsch aufgelegt werden.
 
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@h00bi Dann würde bei Fehlern auf 123 und 6 ja auch kein 100 Mbit mehr gehen, oder? Ich bin mir ziemlich sicher das ich auch schon bei falscher Belegung 1 Gbit bekommen habe.

Wiki sagt auch das auf Grund von PMA es egal ist, wenn Kabel ungewöhnlich vertauscht wurden.
 
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