peru3232 schrieb:
Der Wahnsinn nimmt immer mehr überhand - ich vermisse die 80er/90er - weitgehend friedlich, jeder hatte eigentlich genug (wobei es bei immer mehr Leuten eh nie genug geben kann) Computer kosteten zwar ein Haidengeld, aber egal, es "Brauchte" die auch niemand und so war natürlich auch kein "Mangel" möglich. Heutzutage wird alles was möglich ist (Resourcen- und Energietechnisch) in technologische und militante Aufrüstung geleitet, während dafür wieder Hungersnöte zunehmen und zigmal mehr Menschen erfrieren, weil es nicht mehr genug zum Heizen gibt. Durch immer mehr industrialisierte "Nahrung" die Menschen zudem immer kränker werden... etc. etc.
Gut zusammengefasst. Du benutzt sogar Begriffe wie "Mangel", welche unabdingbar sind um die Fehlentwicklung ursächlich erklären zu können. "Mangel" ist in unserer momentanen Wirtschaftsordnung eine Voraussetzung(!) damit der Laden überhaupt läuft. Hinter vorgehaltener Hand nennt man unsere Märkte auch "Mangelwirtschaft". Damit ist gemeint, das markt-technisch nichts ohne Mangel funktioniert. Die Nachfrage muss(!) immer größer als das Angebot sein.
Darum schreien alle seit vielen Jahrzehnten nach "Wachstum", womit aber gar nicht die Güterproduktion gemein ist, sondern tatsächlich die Nachfrage. Eine wachsende Nachfrage ist ja Voraussetzung um eine gesteigerte Produktion überhaupt absetzen zu können. Da anhaltendes(!) prozentuales, also exponentielles Wachstum weder auf der Produktiv noch Nachfrage-Seite möglich ist, muss es zu sich immer weiter aufschaukelnden Störungen in den Märkten kommen was natürlich dramatische Auswirkungen auf Politik und Gesellschaft hat.
Warum MUSS(!) Wirtschaft, also Nachfrage und Produktion eigentlich wachsen? Kurz gesagt können sich ohne Wachstum, also Nachfrage die größer als das Angebot ist, keine Kapitalgewinne erwirtschaften. Man kann ja nur dann höhere Preise verlangen welche die leistungslosen Kapitalgewinne der Anleger ermöglichen, wenn das Angebot "knapp" ist, also ein permanenter Mangelzustand herrscht. Ist eine steigende Nachfrage aufgrund der begrenzt vorhandenen Konsumenten nicht mehr möglich, muss eben das Angebot (künstlich) verknappt werden. Genau dort sind wir mittlerweile angelangt. Auch Rüstung und Krieg hat in diesem Bereich seine Ursache. Hier wird kurz gesagt eine künstliche Nachfrage (nach Rüstungsgütern) geschaffen, welche im weiteren Verlauf der Ereignisse ein gigantisches Nachfrage, Mangel oder Wachstumspotential generieren, um eine zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen.
Das ist die Welt in der wir leben. Natürlich gibt es längst wirksame Lösungen, welche uns von solchen wirtschaftlichen Zwängen befreien. Dann kann man sich ruhigen Gewissens eine Pizza zum Abendbrot gönnen, ohne seinen Konsum im laufe der Zeit auf 2-4-8.... Pizzen steigern zu "müssen", damit die Wirtschaft funktioniert. Denn ohne Kapitalgewinne wird heute nicht mehr investiert und es kommt zu "Krisen" welche allesamt auf Geldmangel, also auf "streikende Investoren" rückführbar sind.
Diese Erkenntnisse wurden vor hundert Jahren von Silvio Gesell erkannt. Hier gibt es ein PDF, was das ganze weiter ausführt und zusammenfasst.
https://humanwirtschaftspartei.de/wp-content/uploads/2014/11/loesung_der_sozialen_frage-nd-2.pdf