"Heimrecording"

savoy2k

Ensign
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Juli 2013
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208
Moin Leute,

wie der Titel schon sagt suche ich eine Art Einsteiger-Set fürs Aufnehmen von Audio-Tonspuren (Schwerpunkt Gesang/Sprechgesang). Soll als Geschenkidee für ein Familienmitglied sein und darf ruhig ein paar Euros kosten (500-2000, große, nicht arme Familie ;)).

Vllt hat ja jemand damit Erfahrung und kann ein paar Tips zum besten geben, was man dafür "gutes" bekommt und vor allem was man alles benötigt, wenn man keine Ahnung von der Materie hat. Vorhanden ist im Prinzip nur PC/Laptop.

Vielen Dank schon mal.

Gruß


PS: Ja, ich habe schon google benutzt... es geht mir hierbei eher um Erfahrungswerte auf die ich mich verlassen kann (was hier im Forum im Grunde oft/bis immer der Fall ist)... und bei der Forensuche habe ich nichts gescheites gefunden.
 
Das ist ein weites Feld ...
Ich finde, dass es sich lohnt, zu Beginn einige grundlegende Fragen zu klären:
  • Geht es nur darum, zu bestehender Musik (das heisst auch unveröffentlicht, aber eben bereits produziert) Gesang aufzunehmen?
  • Kennt sich die Person bereits mit den Grundlagen der Aufnahmetechnik aus?
  • Hat die Person Zeit, Talent und Ausdauer, sich in die Materie einzuarbeiten?

Warum die Fragerei ? Ich bin in Sachen Aufnahmetechnik der Meinung, dass Amateure und Gelegenheitsnutzer mit analogem Equipment besser bedient sind. Also einem Mischpult als Zentrale zum Zuspielen von Instrumenten, Musik etc. sowie zum Aufnehmen des Mikklangs. Das ist intuitiver als das Bedienen einer Software, die ja vom Look her oft ein analoges Mischpult imitiert. Aber da ist nur Look, kein Feel.

Andererseits bietet - beispielsweise - eine Software wie Cubase natürlich eine enorme Fülle von Funktionen und Möglichkeiten, die weit über ein analoges Anfangsset hinaus gehen. Aber die Einstiegshürde ist recht hoch und es ist erforderlich, sich mit der Materie intensiv (also vom Zeitaufwand und der Dauer des Engagements) auseinanderzusetzen - sonst ist die Person schlicht erschlagen von der Komplexheit der Features und der manchmal alles andere als intuitiven Zusammenhänge.
 
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Ein Audio Technica AT2035 + Audient iD14 wäre ein sehr guter Anfang, tendiert eigentlich sogar schon in den Bereich Semi-Pro, was das Home-Recording betrifft.

Disclaimer:
In jedem seriösen Recording-Forum wird man dir raten, erst mal klein anzufangen. Wenn bisher weder Know-How noch künstlerische Reife messbar sind, dann hilft das ganze Equipment nicht weiter, egal welche Preisklasse. Das Augenmerk sollte hier an erster Stelle auf eine musikalische Ausbildung gerichtet werden. Danach auf die Akustik vor Ort. Und dann, wenn man damit Grundlagen geschaffen hat, kann man sich überlegen, mit dem Equipment von der Einstiegsklasse in die Mittelklasse zu wechseln. Viel ausgeben ist gut gemeint, führt aber nicht wirklich zum Ziel.

Einstiegsklasse:
Behringer XM8500 + UMC202HD

Können die meisten - am Resultat gemessen - auch nicht wirklich von deutlich teurerem Equipment unterscheiden. Womit wir auch bei einer wichtigen Erkenntnis wären: Die Technik ist heute kein Flaschenhals mehr. Eher scheitert es an fehlendem Wissen, damit umzugehen.
 
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Absoluter fan von "klein" anfangen. Gerade ohne wirkliche Grundlagen kämpft man anfangs mit Equipment und Software da ist weniger oft einfach mehr. Ein solides Mik ein Interface (Kopfhörer falls nicht vorhanden) und eine DAW mit den grundlegensten Plugins damit ist man als Novize schon eine Weile beschäftigt. Mit der Zeit findet man für sich selbst raus was man braucht und was einfach nur Blaot ist. So bleibt mehr Zeit für das was man eigentlich machen will. Mucke
 
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Ich schließe mich an. Das Equipment muss für den Einstieg nicht teuer sein. Zu viele Funktionen sind auch nicht gut, so lange man nicht genau weiß, was die alle bewirken.

Ich kann aus persönlicher Erfahrung sagen, dass viele Gitarristen mit dem bogren Amp-Plugin, das nur einen "Drehknopf" und einen Bypass-Schalter bietet, einen besseren Sound bekommen, als mit NeuralDSP Plugins und der Fülle an Optionen, die dort mitgeliefert werden.

Als DAW ist Reaper super und sprengt den Geldbeutel nicht. Gibt nur eine Version und die Lizenz kostet 60 USD, so lange man unter 20k USD Jahresumsatz bleibt, wovon ich jetzt einfach mal ausgehe. Dann erstmal anfangen, ausprobieren und in die Thematik einarbeiten. Zum Einstieg reichen in 99% aller Fälle kostenlose Plugins. Davon gibt's genug.
Wenn du es schaffst das zu vermitteln und damit verhinderst, dass tausende Euros für Plugins ausgegeben werden, obwohl die Basics nicht sitzen, hast du viel geschafft.
 
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So komplett ohne Vorkenntnisse in die Musikproduktion einsteigen wird schwierig.
Auch fehlen mir ein wenig mehr Infos darüber, was bereits an musikalischen Kenntnissen vorhanden ist, und was genau produziert werden soll:

  • sind Musikinstrumente vorhanden? Werden sie für die Produktion genutzt?Wenn ja, welche?
  • Gibt es schon irgendwelche Vorkenntnisse oder Erfahrungen in Sachen Daw(Tracker, Sequenzer) oder Audiobearbeitung?
  • geht es nur um den Gesang (a la Karaoke), oder soll gleich die komplette Produktionspipeline abgedeckt werden?

Wenn die meisten Fragen mit "Nein" beantwortet wurden, würde ichcerst mal mit den Basics anfangen, und dafür nicht gleich teures Studioequipment für 2000 € kaufen.

Grundausstattung wäre ein Mikro, ein interface, Studiokopfhörer und eine DAW.
Hier gibt es von Steinberg zb ein Einsteiger-Bundle das für die ersten Schritte ausreichen sollte
https://www.thomann.de/de/steinberg...M3b36fVkqNnPkPmjdWnhRMNK0KEHepcMaAsrfEALw_wcB

Wenn aber noch gar keine Erfahrungen in Sachen Musikproduktion vorhanden sind, würde ich vllt sogar erst mal mit sowas wie Magix Music maker anfangen, um überhaupt erst mal einen Überblick zu gewinnen, wie Daws aufgebaut sind und wie sie funktionieren.

Erfahrene Musiker werden wohl schon alleine beim Wort "Magix" und "Music Maker" die Augen verdrehen.
Ich denke aber, das es ein gutes Programm ist, um die Funktionsweise von DAWs zu verstehen, und vor allem bekommt man damit recht schnell hörbare Ergebnisse hin, ohne gleich vom Micromanagement erschlagen zu werden.

Wenn dein Familienmitglied es aber ernst meint und sich gleich die Hardcore-Variante gönnen will, dann könnte es auch gleich mit der mitgelieferten Version von Cubase anfangen, oder, da steinberg einen unglaublich nervigen Aktivierungs- und Installationsprozess hat, vllt besser Ableton oder Fruity loops.
Für diese gibt es auch jede Menge Tutorials auf yt.
Dann bräuchtest Du aber noch zumindest einen MIDI-Controller (am besten min. 49 Tasten, z.b. https://www.musicstore.de/de_DE/EUR...EG_Um4gmRRIDMKZePJEMkZGbhrHBlWogaAmWVEALw_wcB ).

Früher oder später sollten dann noch ein paar Studio-monitore dazukommen.
Für den Anfang sollten die hier reichen
https://www.thomann.de/de/presonus_...eXyElo5CYNNd0gH7RiSoMR0fVkJq9ra8aAjh1EALw_wcB

Damit hättest du für ca 600 € ein kleines Studio für die Basics.
 
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Maviba schrieb:
Ich denke aber, das es ein gutes Programm ist, um die Funktionsweise von DAWs zu verstehen
Ich würde gleich mit einer DAW anfangen soo kompliziert ist das nun auch nicht.
Mit Reaper und "Youtube Akademie" bekommen man das auch als Blutiger Anfänger hin.
 
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Ja, wenn der beschenkte es ernst meint und sich wirklich mit der Materie auseinandersetzen wäre das sicher der richtige Weg.

Wenn er sich aber nur auf Gesang konzentrieren will, noch keine MIDI Instrumente (und Kenntnisse) vorhanden sind, und auf die Schnelle mit ein paar Mausklicks nur einen Beat zusammenschustern will, bin ich mir nicht so sicher, ob er mit einer Daw glücklich wird.

Kommt sehr darauf an, was der Beschenkte will und wieviel Durchhaltevermögen er hat.
Musikproduktion, auch im Homestudio, ist ja ein wares Rabbit Hole.
 
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