Homeoffice nach der Pandemie

Bei uns wird auch zunehmend HO zelebriert. Wir hatten vorher maximal 5 Leute die regelmäßig oder grundsätzlich nicht da waren, jetzt ist es praktisch umgedreht. Freie Zeiteinteilung gab es schon immer, Pausenzeiten müssen eingehalten werden. Also keine Pause machen geht nicht, ist quasi befohlen. Die CAD Arbeitsplätze sind auch alle Laptops geworden, selbst die Praktikanten bekommen was mobiles vorgesetzt.

Ob man im HO produktiver ist hängt unserer Erfahrung nach von der Tätigkeit ab. Was vertieft machen, zB programmieren, Berichte schreiben, geht daheim besser wenn man nicht zufällig Kinder hat. Dagegen andere Sachen wie Serverwartung geht teils besser im Büro. Hardware für die Kollegen vorbereiten die damit ins HO gehen sollen ist grundsätzlich Büro.

Wie das zukünftig aussieht kann man ja mal mit dem dicken Pinsel malen.
  • Studenten die jetzt anfangen zu studieren oder dabei sind, kennen nur noch HO. Wenn sich das etabliert gibt es in 5 Jahren keine Absolventen mehr die ein Büro nachfragen würden. Heißt da wird sich vermutlich was ändern müssen, auch wenn Vorgesetzte das nicht wünschen.
  • Ohne so viel Verkehr braucht man die Infrastruktur nicht mehr (wurde ja schon festgestellt). Also ja, reduzieren. Schlussendlich ist es wie bei jedem Technologiewechsel Pferd > Schiff > Eisenbahn > MIV > und jetzt IT. Eins löst das andere ab, das alte wird weniger. Aktuell wird noch gefragt wie das gehen soll, es wird gehen. 1 Jahr Pandemie haben mehr bewirkt als 30 Jahre Utopiedenken von "Experten".
  • Womöglich gibt es noch Auswirkungen auf Arbeitszeiten. Kinderbespaßung und 40h Arbeit gehen dann nicht mehr zusammen. Wir haben Kolleginnen!!! die schaffen 20-25h weil es halt nicht anders geht. Was Arbeit ist, ändert sich vielleicht (vgl. Qualityland 2.0).
 
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Smartin schrieb:
zu 1. Wenn alle im Homeoffice sind, wozu braucht man dann noch den ÖPNV, Autos etc. Wer soll die ganzen Kosten für die Infrastruktur zahlen? Das würde für diejenigen, die kein HO machen können zu einer unbezahlbaren Belastung werden. Sieht man ja jetzt schon wie, der ÖPNV jammert und dabei zahle ich sogar meine Umweltkarte treudoof seit einem Jahr weiter.
Was ist mit den Restaurants, die vom Mittagstisch der Mitarbeiter leben? Im HO gehst Du wohl Mittags kaum essen. Viele andere könnten ihren Lebensunterhalt nicht mehr erarbeiten.
Im Gegenteil werden wir eine allgemeine Entzerrung erleben, die Urbanisierung und Bildung von starken Ballungszentren ist ein großes Problem geworden, insbesondere in Hinblick auf Verkehrs-Infrastruktur.
Ich gehe natürlich weiterhin mittags essen, was auch sonst, hungern? Ich hock mich auch nicht 45 Minuten in die Küche um was zu kochen, sondern frequentiere den hiesigen Mittagstisch um die Ecke.

Die Autobahn-Albträume in einigen Ecken NRWs und die überfüllten Pendler-Züge gehören auch irgendwann der Vergangenheit an.

Wir werden außerdem demnächst (10 Jahre) zwei weitere Enabler-Technologien erleben:
1. "PC-Streaming". Niemand wird mehr Grafikkarten oder Festplatten kaufen, niemand wird mehr Dateien lokal irgendwo haben. Das Betriebsystem wird aus der Cloud direkt an den Terminal-PC gestreamt, welcher nur für Caching eine Festplatte hat, von welcher der Nutzer aber nichts mehr mitbekommt. Infolgedessen wird es keine Probleme bezüglich Hardware oder Infrastruktur mehr geben für AG, die Notwendigkeit von Endnutzer-VPN und Co. entfällt, da die entsprechenden Netzwerke sowieso nur noch virtualisiert existieren.

2. VR/AR/Mixed. Niemand benutzt mehr Browser um z.B. ein Kanban Board anzusteuern, das wird dir entweder auf die Wand in deinem Arbeitsraum projeziert (AR) oder in einem virtuellen Meeting Raum (VR). Entsprechend werden auch weitere Kollaborationen weiter ins digitale verschoben. Statt Slack oder MS Teams gibt es virtuelle Treffpunkte. Normale Webcams werden durch Stereo-Cams abgelöst, welche Tiefeninformationen erfassen können und dein virtuelles Du in den virtuellen Meetingraum transportiert.
 
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Was ich persönlich am HomeOffice neben der anderen Belastung, Teams-Besprechungen, etc. besonders merke, sind meine Benzinkosten. Ich habe 40km Arbeitsweg in eine Richtung, also 80km/Tag. Das summiert sich im Monat auf ca. 200€ )*. Aktuell habe ich neben HomeOffice auch 20% Kurzarbeit, also 1 Tag pro Woche frei. Klar, das kostet mich Geld, aber durch die gesparten Benzinkosten komme ich derzeit am Ende des Monats mit einem Plus raus.


)* Monatskarte im ÖPNV ist aufgrund der sehr ungünstigen Taktung und mehrfachem Umsteigen leider nicht sinnvoll. 45-75 Minuten im Auto zur Arbeit inkl. Stau stehen da mit sehr knapper Umsteigezeit 1,5h in Bus + Bahn gegenüber.
 
Raijin schrieb:
aber durch die gesparten Benzinkosten komme ich derzeit am Ende des Monats mit einem Plus raus.
Aber ich schätze mal nicht am Ende des Jahres. Mangels entsprechender Pendlerpauschale mache ich schon seit Jahren keine Steuererklärung mehr, komme ja eh nicht über die Limits.
 
Enurian schrieb:
Aber ich schätze mal nicht am Ende des Jahres. Mangels entsprechender Pendlerpauschale mache ich schon seit Jahren keine Steuererklärung mehr, komme ja eh nicht über die Limits.
Du vergisst dabei den Verschleiß des Autos, Inspektion,Öl,reifen, teils Vergünstigung der Versicherung da weniger km. Und die Pendlerpauschale(entfernungspauschale) gilt für die Entfernung zur Arbeit, nicht hin und zurückreise.
 
Kostentechnisch könnte es für die meisten ein Zugewinngeschäft sein. Entweder spart man Sprit (in meinem Fall Strom), oder man kann von zwei/drei Autos gleich eines abschaffen. Allerdings nur, wenn man eh den Platz hat. Nicht jeder Haushalt hat zwei Arbeitszimmer "übrig" - eventuell muss man für dauerhafte Homeoffice extra umziehen, denn einen anständigen Arbeitsplatz braucht man dann schon - am Wohnzimmertisch arbeiten ist auf Dauer nicht sinnvoll..
 
Ich denke der Mittelweg wird sich durchsetzen. Die Vor- und Nachteile von HomeOffice hängen maßgeblich von der Art der Tätigkeit ab, der Disziplin des Mitarbeiters, den technischen Voraussetzungen und wie schon erwähnt auch den räumlichen Gegebenheiten in den eigenen 4 Wänden.

Abgesehen davon gibt es ja auch nicht nur das Konzept "HomeOffice", sondern auch "RemoteOffice". Dabei mietet der Arbeitgeber in der Nähe des Wohnorts des Mitarbeiters Bürofläche an, gegebenenfalls eben nur einen Schreibtisch in einem Großraumbüro, das man sich mit Mitarbeitern anderer Firmen teilt. Auch das ist ein sinnvolles Konzept, wenn es denn ins Profil passt. So ist aber immerhin sichergestellt, dass der Mitarbeiter den Platz, die Ruhe und die technische Ausstattung hat, die er benötigt, und trotzdem einen kurzen Arbeitsweg hat.

Letztendlich wird es auf individuelle bzw. Mischlösungen hinauslaufen. Ich werde beispielweise auf Dauer nicht im HomeOffice bleiben können, weil ich im Büro allerhand technische Ausrüstung habe, die ich weder mit nach Hause nehmen noch in gemieteten Räumlichkeiten nutzen kann. Dazu zählen beispielsweise Geräte, die ich für unsere Anlagen vorbereiten muss (Panel-PCs, Firewalls, Router, etc). Zwischen diesen Vorbereitungen wiederum bin ich am Programmieren für die Visualisierung, etc - das kann ich von zu Hause aus machen.
 
@BeBur
welche allgemeine Entzerrung? Der ÖPNV kann jetzt schon nicht ansatzweise kostendeckend arbeiten. Und ich rede nicht vom "Land" sondern vom Ballungsgebiet, wo viele den ÖPNV nutzen und viele Einnahmen generiert werden. Was soll das erst werden, wenn die Hälfte der Kunden wegbricht? ÖPNV auf dem Land kannst Du dann komplett einstellen. Der Weg ist eine Sackgasse, denn wir opfern damit komplett unsere Infrastruktur.

Mittagstisch? Du gehst natürlich dann privat jeden Tag essen? Die Wahrheit wird wohl eher so aussehen, dass Du jeden Tag Dir zu Hause was warm machst. Zumindest wird es die große Mehrheit der Leute so machen.
V.a. weil es an vielen Stellen keine Restaurants und Mittagstische gibt. Und das nicht nur aufs Land bezogen, sondern selbst im Ballungsraum.

Dieser ganze "feuchte Traum" der Anbieter "PC-Streaming" den sehe ich auch nicht. Schon gar nicht in Deutschland, wo keiner seiner Daten abgibt/abgeben will. Ich sehe es auch nicht ein diesen Quatsch mitzumachen, der immer zum Nachteil der Kunden sein wird. Sieht man schon bei Office 365, Adobe und Co vs Standalone. Das ist in kürzester Zeit teurer als das "eigene" Produkt.
Aber dass IT das geil findet, Leute abhängig von ihnen zu machen, ist mir klar.
Und VR/AR und Co schon klar. Nur sieht die Realität leider so aus, dass die Leute mit 2MBit Leitungen im Internet surfen, wir es seit einem Jahr nicht schaffen, die wichtigsten Stellen IT-technisch auszustatten (Schulen, Behörden), sich in Berlin 4!!! Mitarbeiter einen Laptop für HO teilen, wir keine vernünftige Terminierungssoftware für Impfen auf die Reihe bekommen und eine nahezu unbrauchbare CoronaApp 20Mio+ verschlingt. Und Du erzählst was von AR und VR. Das werde ich in 40 Jahren meinen Enkeln noch erzählen, "damals wisst ihr, .... " und die werden sich wundern, dass man "damals" schon so weit war, aber immer noch nichts umgesetzt wurde, und dann flächendeckend vielleicht 16MBit bereit stehen. ;):freak:
 
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Smartin schrieb:
Der ÖPNV kann jetzt schon nicht ansatzweise kostendeckend arbeiten. Und ich rede nicht vom "Land" sondern vom Ballungsgebiet, wo viele den ÖPNV nutzen und viele Einnahmen generiert werden. Was soll das erst werden, wenn die Hälfte der Kunden wegbricht? ÖPNV auf dem Land kannst Du dann komplett einstellen. Der Weg ist eine Sackgasse, denn wir opfern damit komplett unsere Infrastruktur.
Ich verstehe dich nicht ganz, wenn der ÖPNV weder in Ballungsgebieten noch auf dem Land kostendeckend arbeiten kann dann ist das doch sowieso alles verloren?
Ich verstehe auch nicht, warum ÖPNV überhaupt kostendeckend arbeiten können muss, Infrastruktur ist oft bzw. schnell mal nicht kostendeckend machbar und laufen doch sowieso oft als halbprivatisierte Unternehmen der Kreise/Städte.

Smartin schrieb:
V.a. weil es an vielen Stellen keine Restaurants und Mittagstische gibt. Und das nicht nur aufs Land bezogen, sondern selbst im Ballungsraum.
Der Rest entzerrt sich wie gesagt natürlich auch, schon heute gibt es sehr oft "Mittagstisch" Angebote, das wird es dann eben noch häufiger geben.
Ich für meinen Teil frequentiere derartige Angebote nicht 5mal die Woche, aber doch mehrmals. Bei mehr Angebot würde ich langfristig vermutlich häufiger gehen, da gibt es dort, wo ich gerade bin leider nicht sehr viel. Da wo ich vorher gewohnt habe, da gab es allerdings ziemlich viele tolle Angebote.

Smartin schrieb:
Schon gar nicht in Deutschland, wo keiner seiner Daten abgibt/abgeben will. Ich sehe es auch nicht ein diesen Quatsch mitzumachen, der immer zum Nachteil der Kunden sein wird. Sieht man schon bei Office 365, Adobe und Co vs Standalone. Das ist in kürzester Zeit teurer als das "eigene" Produkt.
Aber dass IT das geil findet, Leute abhängig von ihnen zu machen, ist mir klar.
Ich habe das eher wertfrei gemeint, ich halte von so einer Entwicklung absolut nichts soweit es das digitale Thema betrifft, wenn ich auch andererseits eben Vorteile einer "Entzerrung" sehe wie ich sie genannt habe.
Ich erinnere mich lebhaft an die Einführung von Steam, das haben alle gehasst, wollten alle boykottieren, etc.. Und dennoch sind solche Platformen heute allgegenwärtig und (kenne grad keine Zahlen) haben gewiss einen Löwenanteil des Marktes vereint.
Dazu genau die Beispiele die du schon genannt hast, Office in der Cloud, Hörbuch in der Cloud, etcetc. Das ist heute absolut normal, zum Nachteil des Kunden. Spiele-Streaming setzt ich gerade durch. Betriebssysteme werden in einigen Jahre nachziehen, vermutlich erst für Unternehmen.

Smartin schrieb:
Schulen, Behörden
Ja sicher, die natürlich nicht. Generell brauchen solche Dinge Zeit, es ist auch nicht so, dass der Prozess in 10 Jahren schon definitiv weitgehend abgeschlossen sein wird, aber genau wie Spiele Streaming wird es das sicherlich dann schon geben, meine ursprüngliche Aussage "in 10 Jahren kauft niemand mehr..." ist daher auch eher ein best case bzw. worst case szenario.
 
ÖPNV hat noch nie kostendeckend funktioniert. :D
Ich meine im Studium hatten wir mal, das Dresden irgendwo bei etwa 75% rumgebummelt hat und damit deutschlandweit extrem gut dasteht. Andere Städte sind eher so bei 50% oder weniger unterwegs.
Heißt, die Allgemeinheit bezahlt seit Jahrzehnten über Steuern sowieso schon das System. Ideen wie kostenloser ÖPNV in Berlin kommen auch daher. Wenn´s sowieso schon jeder zahlt, wieso nicht gleich für alle frei zugänglich machen.
Im Studium war die grobe Faustregel: "Wenn die Menschen stehen wird´s lukrativ, wenn alle sitzen machste Minus." Und außer in den Spitzenstunden fährt mehr warme Luft als Personen durch die Stadt. :)
Und ja, ÖPNV in der Fläche funktioniert auch schon seit 20 Jahren nicht mehr. Ehrlich gesagt diskutiert das niemand mehr in der Fachwelt. Da macht MIV durchaus Sinn, selbst Anruf-Abholsysteme sind eher selten.
Was ÖPNV angeht gilt alles nur für Ballungsgebiete um ein paar Prozente MIV zu verlagern. Sonst gäb´s noch mehr Stau und Parkplatzdruck.

Ausschweifend kann man mal fragen was überhaupt aus sich selbst ohne Subventionen oder Zuschüsse funktioniert. Womit man wieder bei den darunter liegenden Systemfragen landet, nicht bei der Pandemie. Die bringt das nur drastischer zu Tage. 🌈

Das mit dem Streaming/Online sehe ich auch skeptisch, zumindest mit der typisch deutschen Infrastruktur die in den Köpfen besser ist als in der Realität. Bei meinen Adobe Updates steht immer "Vorgang dauert länger als üblich, wir arbeiten an einer Lösung" im Popup. Ja dann mal viel Spaß Adobe, Spaten ist im Schuppen, buddelt mal die Glasfaser. Die Telekom hat keine Lust die 8MBit auszubauen. :D
 
Ich denke das HO nur für extrem wenige praktikabel ist. In einem Mietshaus wo Nachbarn ständig bohren, immer mal das Internet ausfällt und so macht HO keinen Sinn. Auch seitens des Staates wird es sicherlich nicht gefördert oder begrüßt das es bei HO zu Steuereinnahmeausfällen kommt. Ebenfalls ist bei einigen auch Vereinsamung und schlechterer Gesundheit z.B. durch Bewegungsmangel ein Argument gegen HO.
 
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ModellbahnerTT schrieb:
Ich denke das HO nur für extrem wenige praktikabel ist. In einem Mietshaus wo Nachbarn ständig bohren, immer mal das Internet ausfällt und so macht HO keinen Sinn. Auch seitens des Staates wird es sicherlich nicht gefördert oder begrüßt das es bei HO zu Steuereinnahmeausfällen kommt. Ebenfalls ist bei einigen auch Vereinsamung und schlechterer Gesundheit z.B. durch Bewegungsmangel ein Argument gegen HO.
Gute Argumente. Bei mir hier ist es allerdings insgesamt ruhiger als im Büro :D.
Das Thema geht ja noch weiter: AG müsste sich um Ergonomie kümmern (Licht, Stuhl, etc.). Darüber hinaus wäre ein Business-Internetanschluss bei HomeOffice regelmäßig angebracht, welcher deutlich teurer ist als ein Privatanschluss. Etc.
Schlechtere Gesundheit durch noch weniger Bewegung als sowieso schon, Vereinsamung, das sind definitiv negative Effekte die man definitiv sehen wird.
Der rechtliche Rahmen ist evtl. auch noch nicht passend. Aktuell läuft das ja wie ich das mitkriege meist unter der Devise: HO freiwillig (im Sinne von: Nicht vom AG vorgeschrieben) -> AN ist für alles verantwortlich. Hier besteht meines Erachtens nach Regulierungsbedarf, zumal ja ggf. zukünftig gar nicht mehr hinreichend Arbeitsplätze vor Ort zur Verfügung stehen, wenn z.b. Internet ausfällt, Computer kaputt geht o.ä.
 
Sephe schrieb:
Ich denke, dass es nachhaltig etwas ändern wird, da viele einsehen müssen, dass man im Home-Office produktiver ist, und auch viele Dinge - bei denen man es nicht dachte - per Remote/Videokonferenz/Teamviewer/Teams etc. gelöst werden können.
Das würde ich nicht verallgemeinern.
Wir waren März 2020 noch 5 Scrum Teams zu je 7-10 Mitgliedern (inkl. SM und PO).

~50% der Devs mögen Homeoffice, vor allem die, die eine Familie haben.
Der Rest hält es zuhause nicht mehr aus.... viele zogen nur wegen dem Job in die Stadt, sind also inzwischen seit Monaten am vereinsamen. Andere sind überlastet da Single und Kind an der "Backe", neben Beruf.

Und es tut mir leid, aber Kindergeschrei in absolut jedem Call ist tödlich für ein produktives und kritisches Thema. Dazu gesellen sich VPN Probleme. Verbindungsabbrüche usw.

Es wird viel weniger miteinander gesprochen, das "wir" Gefühl braucht viel länger, vor allem in neuen Teams. Mit einem Kollegen bei einem Kaffee zu quatschen ist oft Gold wert, diese Augenblicke entfallen komplett.

Ich bin der einzige der jeden Tag ins Büro fährt, einfach weil ich mein Game-Zimmer nicht zum Arbeitszimmer umfunktionieren will. Im ersten Lockdown tat ich das.... ich hatte nach 8h Arbeit keine Lust mehr mich in dem Zimmer aufzuhalten, auch nicht zum zocken usw.

Ne... ich und viele andere trennen gerne Privat von Beruflich.
 
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Es gibt viele die wegen der Pandemie ins HO gezwungen wurden und wo Arbeitgeber, sich auch erstmal einstellen müssen weitere Ausgaben zu tätigen. Aber man sollte HO nicht so sehen wie es jetzt ist, in der Pandemie. Das Thema Vereinsamung und Ist dann garnicht mehr so groß, da treffen, feiern gehen Fitnessstudio ,Hobbys usw wieder ausgeübt werden können. Auch das Thema Kinder geschrei ist keines mehr, da Schulen, Kindergärten, Tagesmütter dies wieder übernehmen, genauso wie sie es machen wenn man zur Arbeit fahren würde.

Die Option HO heißt ja nur das man seine Arbeit auch von zuhause erledigen kann. Theoretisch ist die Arbeit auch in gemieteten Büros die in der Nähe sind zuerledigen. Der Vorteil liegt hierbei Arbeitgeber ist 200km entfernt , Büro ist im Umkreis von 10km.
Mann muss auch mal über den Tellerrand schauen. Und vor allem sich die Pandemie wegdenken.
Wir haben in den Ballungsräumen, alleine durch den Pendelverkehr Riesen Probleme. Die durch mehr HO abgemildert werden können. Alleine wenn ich morgens(vor der Pandemie) nach Düsseldorf möchte 30km entfernt brauch ich hin/zurück mit Auto teils 2std. Diese Zeit kann ich im HO und mit Freunden Nachbarn besser verbringen. Ich muss ja nicht länger schlafen, sondern kann anfallende Hausarbeit schon vor der Arbeit erledigen, genauso auch Sport. Was mir im Nachhinein mehr Freizeit gibt. Das Problem ist bei manchen eher die selbst Organisierung , nie gelernt und ausgeübt.
 
Ich “könnte” HO. Wenn ich wollte. Aber ich merke während der letzten Monate ständig, daß ho und ich nicht recht zusammenfinden.

Mal bohren die Nachbarn ab 8 nen Schweizer Käse ins Haus.

Mal ist alles andere interessanter, wenn’s zu eintönig von den Aufgaben her ist.

Mal guckst auf die Uhr und siehst, nach 20 Uhr? Ups? Gibt doch wieder Stress.

Und mal hängst so lange am Telefon daß selbst mein langatmiges gigaset die Segel streicht und wenn es dann kein Ersatzfon gäbe... 🤔

@Raijinhat sich wohl mit seinen 25m vertan - bei mir sind es nur etwa 3000m Arbeitsweg, da bin ich binnen 20 Minuten von Wohnung zu Bürostuhl. Etwa 40 zu Fuß. Wenn ich rein kann, dann geh ich auch rein.

Klar die Option ist toll, daß man sie mal bei BEDARF nutzen kann. Kein Urlaubstag, sondern HO um die Spedition mit den Definions annehmen zu können zum Beispiel.

Aber dauernd und/oder als zumindest implizite Pflicht (regelmäßig oder gar kein HO), nein danke.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (Falsche Attribution korrigiert)
Der Mensch braucht soziale Kontakte sicher wird ein Teil des Homeoffice bleiben aber die Präsenzzeiten werden wieder zunehmen.

Websemimare sind toll aber ein Seminar besteht ja nicht nur aus Frontalunterricht bei VK mit 20+ Teilnehmern geht es aber nur frontal. Es fehlt einfach das Netzwerken ausser man bezeichnet den chat neben dem Seminar als Netzwerken.
 
@Northstar2710 Wie willst du die Vereinsamung verhindern wenn Personen nur ihre Arbeitskollegen als soziale Kontakte haben? Wer zudem Sportmuffel ist bzw. nicht feiern geht und auch sonst keine Hobbys hat wo man Personen trifft ist da schwer von betroffen. Wenn die Tagesmutter direkt neben dir wohnt hast du auch außerhalb der Pandemie Kinderlärm. Auch die Kontakte in andere Abteilungen die einmal wichtig werden könnten fehlen bei HO.
 
@ModellbahnerTT und erst die Leute die selbst ihre Kollegen meiden. Und die Firmen wo es keine weitere Abteilung gibt wo man hingehen kann zur Unterhaltung. Und was ist wenn eine Schule oder die Autobahn in der Nähe ist. Oder den beklopten Mitarbeiter der immer laut redet oder immer reinkommt und stört. Das kann man immer so weiter machen. Vereinsamung gibt schon ewig, so wie Depressionen, Stress und Krankheit durch Lärm.......! Leute ziehen um nur damit sie näher an der Arbeit sind.

HO ist eine Option die in Deutschland sehr wenig verbreitet ist. In anderen Ländern ist HO bei weitem eher verbreitet. Nur weil jetzt sooo viele in HO gezwungen werden heißt es doch nicht das es auch so bleibt. Aber die Entwicklung zur Option HO ist wirklich zu begrüßen da es viel flexibler eingesetzt werden kann.
Und wenn in der Arbeitsanzeige 100% HO verlangt wird muss man den Job doch nicht annehmen wenn es einem nicht zusagt. Wird ja auch nicht jeder Feuerwehrmann. Man sollte aber auch die Vorteile bedenken, da ja zum Glück nicht alle Menschen gleich sind passt es für den einen aber halt nicht für den anderen.
 
Viele Vor- und Nachteile wurden bereits genannt.

Aus meiner Sicht gibt es zwei wesentliche Aspekte, welche zu beachten wären:

- Vieles hat mit HO sehr gut geklappt hieß es nach dem ersten Lockdown. Ich meine, das lag oft daran, dass sich die Beteiligten schon Jahre lang persönlich kannten und wussten wie der andere tickt.

- Die Einarbeitung und Betreuung von Azubis, Studenten und neuen Mitarbeitern gestaltet sich je nach Tätigkeitsumfeld teilweise "katastrophal". Diese Defizite werden sich erst verzögert bemerkbar machen. Der soziale Kontakt, die Aufnahme ins Rudel und die Hackordnung geben Teams eine gewisse Stabilität.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich arbeite 80%, davon war 1 Tag im HomeOffice bereits vor der Pandemie. Kurz nach Beginn der Pandemie habe ich dann nachgefragt, ob ich 2 Tage HO machen könnte. Das hatte ich aber unabhängig von Corona schon vor. Das wurde auch bewilligt. Nun arbeitet das ganze Team seit ca. Oktober zu 100% im HO.

Das HO hat für mich folgende Vorteile:
  • aktuell spare ich 2,5h Pendeln pro Tag!
  • ich kann dadurch länger aufbleiben und später aufstehen
  • ich habe meine Ruhe, kann meine Musik hören, lüften wann und solange ich will. Sprich ich muss keine Rücksicht nehmen
  • ich spare viel Geld (kein ÖV-Abo, viel weniger fürs Essen)

Nachteile:
  • Man kann nicht mal eben aufstehen und jemanden um Rat fragen. Und andere hören das auch nicht und können vielleicht dazu was beitragen.
  • soziale Verkümmerung

Hätte ich zu meinem Arbeitsort nur 15-30min, dann würde ich lieber im Büro mit den Kollegen arbeiten. Aber täglich 75min hin und 75min zurück sind mir auf die Dauer zuviel.

Wäre Corona nicht gekommen, ich hätte wohl aufgrund des unterschätzten Arbeitsweges nach 2 Jahren gekündigt.

Vor Corona war die Regel, dass man mindestens 60% im Büro arbeiten musste. Nach Corona gilt soviel ich weiss bei uns die Regel man darf soviel HO machen wie man will, solange das Team damit einverstanden ist.
 
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