Internet mit Powerline langsam

s0nny

Ensign
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Hi,
ich habe ein Problem mit Powerline.
Internet beziehe ich über Kabel (32000). An das Kabelmodem habe ich eine Fritzbox 7360 angeschlossen.
Bisher habe ich eine 2. Fritzbox (7270) auf halber Strecke zum Arbeitszimmer als Repeater verwendet. Allerdings habe ich so im Arbeitszimmer auch nur ca. 10000kbit erreicht.
Ich würde nun also gerne die Fritzboxen über ein anderes Medium als Luft verbinden. LAN Kabel fällt raus.
Vermeintliche Lösung: Powerline
Habe also alles testweise angeschlossen und funktioniert ansich auch.
Wenn ich jetzt mit der 7360 (das ist quasi die "Hauptstation" die am Kabelmodem angeschlossen ist) verbunden bin läuft alles gut. Habe testweise einen Speedtest bei wieistmeineip.de gemacht und eine große Datei übers Netzwerk von meinem RaspberryPi kopiert - alles im grünen Bereich.
Wenn ich mit der 7270 verbunden bin (das ist jetzt die die über Powerline mit der 7360 verbunden ist) scheint auch erstmal alles OK. Gleiche Datei vom RaspberryPi kopiert - gleiche Geschwindigkeit. Allerdings bricht die Geschwindigkeit im Speedtest bei wieistmeineip.de total ein (auf die hälfte etwa).

Hab dann ein paar tests durchgeführt.
Test1:
Powerline Adapter A in eine Steckdose und Powerline Adapter B in eine andere (anderer Raum). 2 Rechner darüber verbunden und jperf laufen lassen - ca 60Mbit, was für mich vollkommen OK ist.

Test2:
Powerline wieder wie oben beschrieben über die Fritzboxen angeschlossen. Mit Rechner A mit der 7360 verbunden und Speedtest auf wieistmeineip.de gemacht und mit Rechner B mit 7270 (also über Powerline) die Datei vom RaspberryPi gezogen. Kopieren lief mit fullspeed, der Speedtest brach aber wieder total ein.
Um sicherzugehen, dass es theoretisch möglich ist beides gleichzeitig zu machen habe ich noch einen 3. Test durchgeführt.

Test3:
Mit 2 Rechnern mit der 7360 verbunden. Mit einem Rechner Speedtest bei wieistmeineip.de gemacht und gleichzeitig mit dem anderen Rechner die Datei vom RaspberryPi gezogen. Sowohl Speedtest als auch Kopieren der Datei liefen mit der gewünschten Geschwindigkeit.

Was lässt sich daraus schließen?
Solange keine Daten über Powerline fließen, läuft alles mit der gewünschten Geschwindigkeit.
Nutzt man Powerline im lokalen Netz ist auch noch alles gut, allerdings bricht dann für alle anderen Geräte die DSL Geschwindigkeit total ein.
Ich gehe nun davon aus, dass die Frequenzen die via Powerline über das Stromnetz geschickt werden, das Signal auf der Coax Leitung stören.
Hat jemand bereits ähnliche Erfahrungen machen "dürfen"?
Könnte ich mit meiner Vermutung richtig liegen? Oder kennt jemand eine andere Möglichkeit?
Gibt es eine Lösung für mein Problem?

Vielen Dank schonmal für die Antworten!
 

de la Cruz

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Internet übers Stromnetz ist eigentlich grundsätzlich sehr problematisch, nicht nur von den Interferenzen her, auch wenn Dich wohl nur diese im Moment stören. Da kann jeder gerade eingeschaltete oder auch ausgeschaltete Elektroverbraucher oder die jeweiligen Schaltvorgänge oder was weiß ich noch alles zu unabsehbaren Störungen kommen; ich würde meine Finger davon weglassen. Wenn Du tatsächlich kein LAN legen kannst (warum eigenlich nicht), was mit weitem Abstand das Beste wäre, dann würde ich beim WLAN bleiben, eventuell nochj einen zweiten Repeater dazwischenschalten, falls nötig.
 

s0nny

Ensign
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Hallo,
nachdem ich nun wieder dazu übergegangen bin, die 2. Fritzbox als WLAN Repeater zu verwenden, hatte ich mich nun doch dazu entschlossen, die Fritzboxen via LAN Kabel zu verbinden.
Das ernüchternde, ziemlich genau das gleiche Verhalten :-(

Im Netzwerk -> volle geschwindigkeit (100Mbit)
Speedtest mit Basisstation (wieistmeineip.de) -> volle Geschwindigkeit (32Mbit)
Speedtest an der 2. Fritzbox (wieistmeineip.de) -> langsam (8Mbit)

Lag also evtl eher nicht am Powerline, sondern an den Fritzboxen.
Sind solche Probleme bekannt?
Könnte es daran liegen, dass die "Basisfritzbox" nicht direkt mit dem Internet verbunden ist, sondern noch ein Kabelmodem davor hängt?
 

Raijin

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Speedtests über das Internet sind in solchen Fällen untauglich. Du weißt nur, dass vom PC über Fritzbox, PowerLAN, Provider, Internet, Zielserver irgendwo die Leitung limitiert. Wo genau es hängt, siehst du nicht.

Besser wäre es, wenn du die einzelnen Teile separat testest.

- Lade dir iperf/jperf runter
- Installiere es auf zwei PCs/Laptops/PI
- Klemme einen PC/Laptop jeweils an ein Ende des PowerLANs
- Starte das Tool einmal als Server und einmal als Client
- Teste die reale Verbindungsgeschwindigkeit

Etwaige WLAN-Strecken, etc testest du genauso. Dann siehst du wo du grundsätzlich Engpässe im Netzwerk hast.
 

s0nny

Ensign
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Ja das hab ich ja gemacht und genau da ist ja auch der springende Punkt.
im Netzwerk selbst, ist die geschwindigkeit absolut OK (annähernd 100MBit)
Bei der Internetverbindung ist aber nur die Geschwindigkeit vom Basisrouter gut, bin ich an dem 2. Router angemeldet ist die geschwindigkeit sehr limitiert. Dies geschieht sowohl bei der Verbindung der Router via Powerline, WLAN oder LAN.

Meine Vermutung deshalb, die 1. Fritzbox (nicht direkt mit DSL verbunden, sondern mit einem Kabelmodem) schafft es nicht Daten von der 2. Fritzbox zu empfangen und gleichzeitig an das Kabelmodem weiterzugeben (bzw andersrum, Daten vom Modem annehmen und an Router2 weiterleisten).
Ich weiß halt nur nicht ob es sich dabei um eine Limitierung der Hardware oder Software, eine falsche Einstellung oder vll sogar einen Defekt handelt.

UPDATE:
habe gerade noch einmal einen weiteren Test mit LAN vorgenommen den ich mit Powerline damals auch schon gemacht habe.
Ich habe einen PC an der Basisstation angeschlossen und mache dort einen Speedtest auf wieistmeineip.de
Gleichzeitig habe ich einen anderen PC an der 2. Fritzbox angeschlossen und ziehe mir damit übers Netzwerk eine große Datei vom Raspberry Pi, welcher wiederum an der Basisstation angeschlossen ist.
Sowohl das Kopieren der Dabei geht mir Fullspeed (11MB/s), als auch der Speedtest bei wieistmeineip.de (32MBit).
Das Phänomen welches bei Powerline auftrat, dass bei diesem Szenario auch die Geschwindigkeit ins Internet über die Basisstation zusammenbricht, kommt hier also nicht vor.

Zusammenfassend:
Im Netzwerk hab ich überall "Fullspeed".
Ins Internet hab ich Fullspeed, wenn ich direkt mit der Basis verbunden bin!.
Bin ich mit dem 2. Router verbunden, ist die geschwindigkeit zum Internet stark limitiert (<10MBit).
 
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Kenneth Coldy

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Hast Du DHCP und NAT an der zweiten Fritte abgeschaltet?
 

s0nny

Ensign
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Jopp ist alles ausgeschaltet.

Scheinbar ist das Problem jetzt auch gefunden und behoben :daumen:
Die 7360 hat 2 1Gbit Ports und 2 100Mbit Ports. Port 1 und 2 waren auf 1Gbit gestellt.
Habe diese nun auf 100Mbit gestellt und die Probleme scheinen behoben zu sein :D
Finde zwar schon, dass es ein Armutszeugnis für die Fritzbox ist, dass die grundlegende Funktion nicht mehr gegeben ist wenn man die angebotenen 1Gbit Ports nutzen möchte, aber da ich es ja ohnehin nicht nutzen könnte (am 1. Port ist ja das Kabelmodem, bräuchte also wenn einen Switch aber solange mein Pi kein Gbit kann brauch ich das nicht ^^) kann ich damit trotzdem sehr gut leben. :)

UPDATE:
grad nochmal ein bisschen rumprobiert, tatsächlich muss nur Port 1 auf 100Mbit geschaltet werden (an dem ist das Kabelmodem), Port 2 kann auf 1Gbit belassen werden.
Werde das ganze dann die Tage noch mit Powerline testen.
 
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Raijin

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Hm.. Zwei Netzwerkgeräte, die per Kabel verbunden sind, einigen sich während des Verbindungsprozesses auf eine Geschwindigkeit, die beide beherrschen. Normalerweise sollten zwei Gbit-Adapter/-Ports sich untereinander auch auf Gbit einigen. Sind die Kabel defekt oder minderwertig oder die Kontakte an den Steckern sind unsauber, dann kann das dazu führen, dass sich die beiden Kommunikationspartner auf 100 oder gar 10 Mbit/s einigen, um die Stabilität zu gewährleisten. In Einzelfällen kann es Kompatibilitätsprobleme zwischen verschiedenen Netzwerkchips geben und obwohl Chip, Port und Kabel jeweils einwandfrei Gbit könnten, wird die Geschwindigkeit runtergedreht. Ändert man nun manuell die Geschwindigkeit des Ports auf zB 100 Mbit/s, kann es sein, dass sich nun erfolgreich auf 100 Mbit/s geeinigt wird.

In deinem Falle passiert unter Umständen genau das.


Abhilfe kann hier ein Switch schaffen. Hängt man einen Switch in die fragliche Verbindung - auch wenn nur diese beiden Geräte angeschlossen sind - müssen sie sich mit dem Switch auf einen Speed einigen.

Entweder du lässt es jetzt so oder du versuchst es mal mit einem Switch dazwischen, nur zum Test.


*edit
8 Mbit/s laut deinem Test sind verdächtig nahe an 10 Mbit/s. Zieht man den Overhead der Kommunikation ab (ca. 5-10%) kommt man schon fast an die 8 Mbit/s ran..
 
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s0nny

Ensign
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Ok gut das leuchtet ein.
Was allerdings komisch ist, im Netzwerk war die Geschwindigkeit ja absolut OK. Nur die Geschwindigkeit Router - Modem brach ein. Diese war allerdings immer OK wenn kein zweiter Router am ersten hing. Das erschließt sich mir halt nicht.
 
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