News Justizminister will Vorratsdatenspeicherung stoppen

Ansich sehr zu begrüßen, nur kommt mir das eher wie ein, hey wir sind demokratisch in der EU (und können lange warten) vor.
Das das länger Bestand hat glaube ich nicht. Die EU muss nach dem Ukraine Desaster wieder um Zustimmung buhlen.
 
Wir haben ja Xkeyscore und das wird ohne jede Kontrolle eingesetzt, da braucht man keine Vorratsdatenspeicherung mehr.
 
Wow, dass ich noch einen Bundesminister erleben darf, der im dritten Jahrtausend gegen Aktionismus ist - und das, wo ich befürchtet hatte, dass eine GroKo gar nicht schnell genug Dinge wie die Vorratsdatenspeicherung umsetzen kann. Da scheint der SPD-Mitgliederschwund doch was bewirkt zu haben. :)
 
Wenn man dann so hört, dass Leute wie der bayrische Innenminister unbeirrt weitermachen wollen wird einem speiübel.
Von was für Leuten wird man hier eigentlich regiert?

Gut, ist Bayern, die Politik dort war ja schon immer etwas mehr rechts als bei den anderen. Aber ich denke es gibt weit mehr Politiker, die bei dem Begriff Voratsdatenspeicherung feuchte Träume bekommen :rolleyes:
 
"Trotz des Urteils bezeichnet de Maizière die Vorratsdatenspeicherung als Instrument, dass „dringend zur Aufklärung schwerer Straftaten sowie zur Abwehr akuter Gefahren für Leib und Leben“ benötigt werde."

Ist das so?

Theoretisch könnte man sich ja gut vorstellen, dass weitgehend anonyme, für Ermittlungsbehörden schwer zu überwachende und kontrollierende Kommunikation über Internet und Mobiltelefone die Aufklärungsquoten bei Schwerstverbrechen, einschließlich Tötungsdelikten verschlechtert hat. Eventuell hat das dann auch dazu beigetragen, dass die Verbrecher sich dadurch sicherer fühlen und immer mehr dieser schwersten Verbrechen begangen werden.
Schließlich liest und hört man ja auch in den Massenmedien immer wieder von grauenhaften Verbrechen und von mordenden Terroristen, die den Ermittlungsbehörden jahrelang durch die Lappen gehen usw. Den Schlagzeilen nach wird alles immer schlimmer. Man könnte leicht den Eindruck gewinnen, dass in Deutschland inzwischen ein echter Notstand herrscht und wir diese Einschnitte in unsere Freiheitsrechte deshalb schweren Herzens hinnehmen müssen, um das entfesselte Morden wieder halbwegs einzudämmen.

Aber sieht die Realität wirklich so finster aus? Schauen wir uns mal die offiziellen Zahlen zu Tötungsdelikten an:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mord_(Deutschland)#Statistik

Die Zahl der begangenen und versuchten Tötungsdelikte in Deutschland ist in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen. Die Zahl der Mordopfer hat sich inzwischen mehr als halbiert. Und die Aufklärungsquoten sind von ca. 88% in den 90ern auf konstant über 95% gestiegen. Das sind hervorragende Aufklärungszahlen. Viel mehr ist auch unter optimalen Umständen nicht drin.
Und das schließt spektakuläre Mordserien und Ermittlungs-Fehlschläge wie die NSU-Morde schon mit ein.

Also ich finde diese Zahlen aus der offiziellen Kriminalitätsstatistik (also von de Maizières eigenen Leuten) ausgesprochen beruhigend. Eigentlich müssten BILD und Co. Schlagzeilen darüber machen, dass man in Deutschland niemals sicherer lebte als heute und dass die Chancen niemals schlechter standen, dass ein Mörder ungestraft davon kommt.
Und es ist auch bemerkenswert, weil dieser Zeitraum von Mitte der 90er bis heute ja genau der ist, in dem Internet und Mobilfunk sich verbreitet haben. Und über die meiste Zeit gab es dabei keine VDS in Deutschland und auch keine Heimliche Onlinedurchsuchung oder Bundestrojaner usw.

Angesichst dieses eindeutigen positiven Trends, sollte man sich eigentlich Gedanken machen, ob man nicht sogar die eine oder andere in den letzten Jahren eingeführte, grundrechtsverletzende Ermittlungsmethode wieder zurücknehmen könnte. Z.B. den "Großen Lauschangriff", die immer häufiger und sorgloser eingesetzte Rasterfahndung oder die schon erwähnte, noch recht junge Heimliche Onlinedurchsuchung usw.
Weitere fragwürde und grundrechtsverletzende Maßnahmen wie die VDS einzuführen, sollte unter diesen Umständen eigentlich gar nicht zur Diskussion stehen. Auch dann nicht, wenn Verfassungsrichter sie unter bestimmten Bedingungen für möglich halten. Die tatsächlichen Umstände machen es einfach nicht nötig und damit muss die Abwägung mit den Grundrechten eindeutig ausfallen. Zumal es bei der VDS auch nicht den leisesten Hinweis darauf gibt, dass sie überhaupt einen positiven Effekt bei der Verbrechensbekämpfung haben könnte.

Ein Beispiel, um die Absurdität der VDS zu verdeutlichen:
Man stelle sich vor, die Vorratsdatenspeicherung wäre ein neues Medikament, das gegen die Krankheit Schwerstkriminalität helfen soll. Dieses neue Medikament hat aber erwiesenermaßen schwerste Nebenwirkungen. Anerkannte Experten haben festgestellt, dass es die lebenswichtigen Organe Meinungsfreiheit und Privatsphäre schwer schädigt. Außerdem haben die Ärzte auch mit den bisherigen Behandlungsmethoden die Schwerstkriminalitätskrankheit gut im Griff. Die Zahl der Patienten sinkt ständig und die Heilungschancen werden immer besser. (Siehe oben.)
Und trotz all dem beschließt die EU-Kommission, das neue Medikament auf den Markt zu bringen. Mehr noch, man will es nicht nur nur einzelnen Personen verabreichen, bei denen man die Kranheit vermutet, sondern schreibt den Mitgliedländern vor, es in die Trinkwasserversorgung zu mischen, damit jeder Menschen in Europa es zwangsweise zu sich nimmt.

Würden wir so einen Wahnsinn zulassen?
Warum wird über sowas überhaupt ernsthaft diskutiert?
 
MountWalker schrieb:
Da scheint der SPD-Mitgliederschwund doch was bewirkt zu haben. :)
Das rettet mir den Tag.:evillol:
Aber die "Spezialdemokraten" arbeiten an einer 5% Regelung.:D
Großes Vorbild sind die Gelben...
 
Ich drücke ihm die Daumen, dass er die Eier hat, sich vier Jahre mit den Überwachungsstaat Möchtegern Diktatoren der CDU und CSU herumzuschlagen. Frau Leutheuser-Schnarrenberger hat das ja ganz gut hinbekommen (und ich vermisse sie immer noch :()
 
Wo wird eigentlich gesagt dass der Justizminister die Vorratsdatenspeicherung stoppen möchte?

Er sagt nur, dass man sie neu diskutieren muss. Von Stoppen ist da keine Rede!
 
Ein Bravo an den EUGH für diese Entscheidung. Herr Maas sollte jetzt auch hart bleiben und sich an folgendes halten:

  • Vorratsdatenspeicherung bringt nichts. Das zeigt eine Studie des Max-Planck-Instituts und die Verbrechensaufklärungsrate aus der Zeit, in der wir in Deutschland VDS hatten - die stieg damals nämlich praktisch überhaupt nicht. Außerdem erhöht es ja total die Sicherheit, wenn man im Nachhinein rausfindet, wer's denn war. Oder hat man etwa die Anschläge der NSU dank der zeitweise bestehenden VDS verhindert oder wenigstens entdeckt? Nein...
  • Missbrauchsgefahr durch den Staat und Dritte. Was passiert, wenn irgendein übereifriger Beamter falsche Schlüsse zieht? Was passiert denn wohl, wenn der Kurs der Regierung sich noch viel weiter gegen Freiheit wendet? Allein schon die Möglichkeit einer DDR 2.0 sollte in allen Bereichen des Lebens verhindert werden.
    Dazu kommt, dass sogar einer der größten und mächtigsten Geheimdienste der Welt in einem spektakulären Fall an nur eine Person jede Menge von sensiblen Daten verloren hat. Jemand mit wirtschaftlichen und/oder kriminellen Interessen, der auf die Vorratsdaten Zugriff erhält, würde enormen Schaden anrichten können. Und da soll VDS mehr Sicherheit bringen?
  • Vorratsdatenspeicherung verletzt Grund-, Menschen- und Bürgerrechte. Damit wird die Freiheit eingeschränkt, auf die doch alle in unserer Demokratie so stolz sind. Die für einen Rechtsstaat elementare Unschuldsvermutung wird massiv übergangen.
    Es gibt da den tollen Euphemismus "verdachtsunabhängig ermitteln" - man könnte ja auch gleich ganz verdachtsunabhängig bei jedem Bürger mindestens einmal im Jahr eine Hausdurchsuchung veranstalten, könnte ja sein, dass er irgendwas hat, was andere gefährdet.

Bei Heise gibt's übrigens die "Geschichte der Vorratsdatenspeicherung": http://www.heise.de/newsticker/meld...Geschichte-des-Policy-Laundering-2165953.html

Wäre toll, wenn die Provider nach dem Ende der Verbindung die zugehörigen Daten wieder löschen müssten.
Denn sonst braucht's ja eine Vorratsdatenspeicherung nicht wirklich, liegt ja eh alles bei den Telefon-/Internetanbietern. Und die sind sehr kooperativ, wenn die Ermittlungsbeamten nur mal freundlich fragen. Nicht umsonst darf die NSA jetzt in den USA keine Verbindungsdaten von US-Bürgern mehr speichern - brauchen sie ja auch gar nicht wirklich.

Die Vorratsdatenspeicherung sollte einfach in der gesamten EU ganz und gar verboten werden.
Dazu muss ein scharfes europaweit gültiges Datenschutzgesetz her, damit für große Konzerne Schlupflöcher á la "ich stelle meine Server ins nahe Ausland" (Irland wird da ja gerne genommen) möglichst geschlossen werden.
 
bu.llet schrieb:

So sieht es aus!

Die SPD war schon immer Pro-VDS. Sie waren es ja auch, die schon das erste, gegen die deutsche Verfassung verstoßene VDS-Gesetz mit beschlossen haben. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Genau wie die Union will auch die SPD die VDS unbedingt einführen. Ein grundsätzliches Nein zu VDS stand bei der SPD nie ernsthaft zur Debatte. Egal wie unnötig oder unwirksam sie ist.
Zwar hat sich die SPD-Jugend oder auch seinerzeit ein für dieses Thema zuständiges, parteiinternes Expertengremium, aufgrund der offensichtlichen Fakten gegen eine VDS ausgesprochen, aber das hat die ideologische Linie der Gesamtpartei nicht beeinflusst. (Das Gremium hat sich, wenn ich mich richtig erinnere, deshalb letztendlich frustriert aufgelöst.)

Das EuGH-Urteil bedeutet für Union und SPD nur, dass sie das deutsche VDS-Gesetz so umformulieren müssen, dass es formal die Bedingungen der Richter erfüllt. Man schreibt also in den Gestzestext, dass die Daten sicher gespeichert werden und nur bei defnierten Schwerstverbrechen genutzt werden usw. Wie weit sich die Realität dann darum kümmert, was auf dem geduldigen Papier steht, z.B. ob es überhaupt technisch möglich ist, diese gewaltigen, dezentralen Datenberge sicher zu speichern, bleibt natürlich fraglich. Datensicherheit bekommt man nicht einfach, indem man etwas in ein Gesetz schreibt. Genausowenig wird die VDS notwendiger oder wirksamer, nur weil man es einfach immer wieder behauptet.

Der einzige Sinn des angepassten Gesetzestextes wird sein, es formal grundrechtskonform zu machen. Dann können die lästigen Richter in Deutschland und EU sie nicht mehr einkassieren. Wenn die Realität dreisterweise vom sorgsam formulierten Gesetzestext abweicht, ist das außerhalb des Kompetenzberechs der Verfassungsrichter, denn der Gesetzgeber hat ja seine Pflicht getan.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (überflüssiges Komplettzitat entfernt!)
Wozu müssen die überhaupt noch eine Vorratsdatenspeicherung - heute Posten die meisten doch eh ihr ganzes leben via Twitter oder Facebook :freak:
 
Mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs ist nicht nur die EU-Richtlinie, sondern auch der im Koalitionsvertrag vereinbarte Kompromiss über Vorratsdatenspeicherung hinfällig, erklärt Justizminister Heiko Maas (SPD). Das bedeutet: „Es besteht jetzt kein Grund mehr, schnell einen Gesetzentwurf vorzulegen.“
Das sagt doch alles, warum lobt ihr denn jetzt plötzlich die SPD?

Die getroffenen Punkte im Koalitionsvertrag werden damit einfach nur gegen europäisches Recht verstoßen und dürfen in dieser Form gar nicht mehr umgesetzt werden. Kein Minister hätte mit so einer vorliegenden Entscheidung einfach weitermachen können. ( Es sei denn er würde riskieren wollen, dass der EuGH jedwede dagegen verstoßene Regelung später wieder einkassiert )

Ich frage mich eher von was für "Luschen" wir regiert werden wenn so ein Unsinn wie die Vorratsdatenspeicherung es in die Koalitionsvereinbarung schafft? Man sollte doch annehmen, dass "solche Kleinigkeiten" wie ein möglicher Grundgesetzverstoß von Experten geprüft würden bevor so etwas in die Koalitionsvereinbarung geschrieben wird?
Ich würde nicht die SPD loben ich würde eher die große Koalition scharf rügen, dass es so ein grundgesetzverletzender Mist überhaupt in die Koalitionsvereinabrung geschafft hat.

Ich will nicht abstreiten, dass die CDU hier wohl die treibende Kraft war, aber dennoch gehören zu einer großen Koalition immer 2.
 
Zuletzt bearbeitet: (Rechtschreibung...)
Suxxess schrieb:
Ich frage mich eher von was für "Luschen" wir regiert werden.



Wir werden von den besten Politikern, die man für Geld kaufen kann regiert. Nur vertreten sie nicht uns, sonder die Konzerne... verabschieden Bonbon-Gesetze für Konzerne... erhöhen sich die Diäten und mosern beim Mindestlohn... usw.
 
BlauX schrieb:
Nur vertreten sie nicht uns, sonder die Konzerne
In dem Fall sind es aber nicht die Konzerne sondern die Lobby der Strafverfolger. Und die scheren sich ja bekanntlich einen Dreck um die Verfassung und bestehen nach wie vor auf VOD, obwohl es schon mehrere Studien gibt die besagen, dass das ganze null Einfluss auf die Strafverfolgung hat.
Erster Google Treffer: http://www.hannover-zeitung.net/akt...ei-verlangt-neues-gesetz-für-datenspeicherung

Kein Konzern kann ernsthaft daran interessiert sein VDS zu betreiben. Das haben Telekom und co. auch schon mehrmals gesagt.
 
Man könnte leicht den Eindruck gewinnen, dass in Deutschland inzwischen ein echter Notstand herrscht und wir diese Einschnitte in unsere Freiheitsrechte deshalb schweren Herzens hinnehmen müssen, um das entfesselte Morden wieder halbwegs einzudämmen.
wie Du schon richtig erkannt hast, geht es nicht darum tatsächlich mehr Straftaten aufzuklären - die Statistik spricht ja deutlich dagegen!
Zudem könnte man das krasse Gegenbeispiel bringen, dass im Überwachungsstaat Nr. 1 - der USA - die Kriminalität auf einem völlig anderem Level liegt!

dass die Daten sicher gespeichert werden und nur bei defnierten Schwerstverbrechen genutzt werden usw.
Da muss ich immer so lachen wenn ich so etwas lese..... wir hier im Haus, Privatpersonen mit Null krimineller Energie und wo die ganze Familie sich niemals über Generationen hat etwas zu schulden kommen lassen, sind nachweislich telefonisch abgehört worden. Es gab einen Besuch der Polizei deswegen und als man dann feststellte wie falsch man lag mit der Interpretation bzw. Auswertung der Daten, sind alle von den Behörden ganz leise geworden....... übrigens, das war 1976!
Wir werden schon lange überwacht, nur ist es heute so, dass man das leicht und ohne Einsatz von Massen von Beamten erledigen kann - also wird es gemacht! Und dann gibts ja noch die paranoiden Freunde von "über dem Teich", die hätten auch ganz gerne alle Daten - was man im Zuge einer "guten Partnerschaft" ja dann auch gerne weiter gibt! Ist zwar nicht legal, aber Mutti bellt nur selten - beißen tut sie gar nicht!

dass man in Deutschland niemals sicherer lebte als heute und dass die Chancen niemals schlechter standen, dass ein Mörder ungestraft davon kommt.
Na ja, gab mal eine Doku mit forensischen Wissenschaftlern die vor kurzen behauptet haben, dass auf einen entdeckten Mord rund 10 unentdeckte kommen!
Allerdings schwer zu sagen ob das früher nicht auch schon so war......

ob man nicht sogar die eine oder andere in den letzten Jahren eingeführte, grundrechtsverletzende Ermittlungsmethode wieder zurücknehmen könnte.
ja, sollte man meinen, aber hat Du schon mal erlebt, dass eine Steuer zurück genommen wurde? Man nimmt doch nichts zurück wenn man daran verdient - hier geht es zwar nicht um Geld, aber Informationen sind auch Geld!

Anerkannte Experten haben festgestellt, dass es die lebenswichtigen Organe Meinungsfreiheit und Privatsphäre schwer schädigt.
Gutes Beispiel - was passiert dann, nimmt ein Konzern das Medikament vom Markt mit dem er Millionen verdient oder wird er die Nebenwirkungen versuchen zu verschleiern #hust Contergan hust# - schon mal versucht in der Apotheke das gleiche Medikament 2x hintereinander zu bekommen?
Ich bekomme ein Medikament alle 3 Monate (100 Tabletten Packung) jedes mal von einem anderen Hersteller - klar, ist der gleiche Wirkstoff drin, komisch, dass ich von 1 von 5 aber derbe Nebenwirkungen habe......?
Fährt man dann zum Arzt, "kann nicht sein" Facharzt - der sagt "ist aber so" - beim nächsten mal bekommt man es in der Apotheke wieder, denn spezifisch auf Hersteller beschriebene Rezepte werden ignoriert!

Aber genug off-topic - was ich damit sagen will, NIRGENDWO geht es um das Wohl des Menschen, es geht immer nur um Kohle
Politiker
Wirtschaft
Pharmaindustrie
Ärzte
Waffenindustrie
etc.........
 
Zuletzt bearbeitet:
Gibt es eigentlich irgendwo Hochrechnungen, wie viel uns dieses gescheiterte Gesetz insgesamt innerhalbt der letzten ca. 10 Jahre gekostet haben könnte? Da sollten doch sicher einige hundert Milliarden an Steuergeldern in einem Gesetz investiert worden sein, welches letztendlich nicht legal ist. Schon alleine die Bürokratie muss Millarden verschlungen haben, ganz zu schweigen von dem juristischen und politischen Streitigkeiten. Die Umsetzung in den einzelnen Staaten war sicherlich auch noch subventioniert. Und jetzt ist alles hinfällig, null und nichtig, illegal. Wer verantwortet sowas, wer ist schuld, wer haftet? CDU-Wähler?
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (Schriftart/größe geändert.)
bu.llet schrieb:
Kein Konzern kann ernsthaft daran interessiert sein VDS zu betreiben. Das haben Telekom und co. auch schon mehrmals gesagt.

Also mir würden da die diversen Konzerne der Rechteverwertungsindustrie einfallen.

Die Vorratsdatenspeicherung hilft sicher nichts bis wenig gegen schwere Kriminalität. Zum Einen, weil die Schwerstkriminellen, z.B. Terroristen, normalerweise ein Minimum an Vorsicht walten lassen werden, bei Kommunikation über das Internet oder über Moobiltelefone. Außerdem haben die Strafverfolgungsbehörden viele andere Möglichkeiten um Straftaten aufzuklären. Verbindungsdaten werden dafür praktisch nie gebraucht. (Eine BKA-Studie sprach mal von 0,006% der Fälle, wo die Aufklärung tatsächlich an fehlenden Verbindungsdaten gescheitert ist.)

Aber die bösen "Raubkopierern" kann man sicher ganz gut per VDS angehen. Je mehr und je länger Verbindungsdaten gespeichert werden, um so leichter findet z.B. die Abmahnindustrie ihre Opfer.

So trat beim Prozess gegen das deutsche VDS-Gesetz seinerzeit auch ganz offen ein Lobbyist der Musikindustrie vor die Verfassungsrichter und versuchte das Gesetz zu verteidigen. Er sprach den üblichen Unsinn von ""rechtsfreien Räumen" im Internet, die es nicht geben dürfe usw. Und das, obwohl die VDS ja offiziell nur gegen schwerste Verbrechen genutzt werden sollte.
Ich hoffe mal stark, dass die Richter da stutzig geworden sind und das zumidnest etwas dazu beigetragen hat, das VDS-Gesetz letztlich als verfassungswidrig zu kassieren.

Insgesamt ist die VDS aber sicher nicht nur ein Geschenk an die Rechteverwertungsindustrie. Ich halte es für ein "Gemeinschaftsprojekt", an dem viele interessiert und beteiligt sind. Neben der Rechteverwertungsindustrie auch populistische Politiker, die mit "Krieg gegen den Terror" und "Bekämpfung von Kinderpornographie" usw. an den Stammtischen punkten wollen, und verfassungsfeindliche Politiker, die einen Polizeistaat mit möglichst umfassender Überwachung der Bürger, Zensur usw. für erstrebenswert halten.

nor_ schrieb:
Gibt es eigentlich irgendwo Hochrechnungen, wie viel uns dieses gescheiterte Gesetz insgesamt innerhalbt der letzten ca. 10 Jahre gekostet haben könnte?

So eine Hochrechnung kenne ich nicht. Hunderte Milliarden werden es aber sicher nicht gewesen sein. Eher in Richtung zwei oder dreistellige Millionenbeträge. Wobei das zwischenzeitliche Praktizieren der VDS für Deutschland auf jeden Fall teurer war, als die von der EU drohenden Strafzahlungen, wenn man sie nicht einführt. (Nur war das halt Geld, das die Internetprovider gezwungenermaßen bei ihren Kunden eingetrieben haben und nicht direkt im Finanzhaushalt der Regierung auftaucht.)

Die Strafzahlungen werden jetzt nach den EuGH-Urteil aber wohl nicht mehr fällig werden. Und da Deutschland eines der wenigen Länder in der EU war, das diesen grundrechtsverletzenden Blödsinn zumindest die meiste Zeit lang nicht mitgemacht hat (was von Seiten der Politik ganz allein der ehemaligen Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger anzurechnen war), sind wir von allen wohl noch am billigsten weggekommen.

Aber die Zukunft sieht leider auch für uns düster und teuer aus. Man ist von Seiten der schwarz-roten Regierung fest entschlossen, die unnötige und (für die vorgeblichen Zwecke) wirkungslose VDS trotz allem wieder einzuführen. Man wird dabei entsprechend den Urteilen des Verfassungsgerichts und des EuGH ein paar fomale Beschränkungen in das neue Gesetz schreiben und z.B. die Speicherfrist verkürzen und Bedingungen für den Zugriff auf die Daten definieren usw., aber im großen und ganzen wird es für die Provider dadurch sicher nicht wesentlich billiger. Irgendwelche, trotzdem sinnlosen Anforderungen an den Schutz der gespeicherten Daten, werden es wahrscheinlich sogar noch teurer machen.
 
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