KabelBW routet und nutzt private IPv4-Adressen im Internet

Was genau ist daran denn so schlimm? 95% des Volks werden niemals bemerken, ob sie in einem Carrier-Net hängen oder eine eigene öffentliche IP haben.

War bei mir damals auch so, hab dann KabelBW angerufen und erklärt, dass ich eine öffentliche IP benötige. Hatte die dann einige Minuten später.
 
iamunknown schrieb:
Kann ich so nicht bestätigen - mir gibt Vodafone als Vertragskunde im LTE-Netz nur eine IPv4.

Sollte aber. Seit Ostern sagt VF gäbe es das. Habe selbst kein VF mobil.

Falls Du auf Android oder WP unterwegs bist:

http://www.thomas--schaefer.de/apn-ipv4-ipv6.html


iamunknown schrieb:
Kann das schon jeder IPv6-fähige Router? Würde ich fast bezweifeln :(.


So ein nat64 kann man sich mit nem Pi auch selbst basteln, aber ich erwarte eher das KabelBW so was im großen Rahmen für sein internes Netz kann, sonst wären die tatsächlich sehr zweifelhaft aufgestellt.
 
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emulbetsup schrieb:
Man sollte es nicht für möglich halten, aber offensichtlich ist KabelBW so klamm mit IPv4-Adressen, dass die schon angefangen haben sich im privaten Class-B Bereich (172.16.0.0/12) zu bedienen. Da stellt sich die Frage, was die IETF dazu sagen würde...
Was soll die IETF sagen? Innerhalb eines Netzwerks dürfen private IP-Adressen schließlich verwendet werden (dafür sind sie ja eingeführt worden). Zudem kann der Nutzer die Bereiche trotzdem ohne Auswirkungen hinter seinem Router nutzen.
Die von dir genannte IP-Adresse ist von meinem Anschluss (Unitymedia BW) übrigens weder ping- noch routebar.
 
Schnitz schrieb:
Hier steht 1. Q/18
Habe ich auch gefunden - anscheinend bekommen VoLTE-User IPv6-Adressen zugewiesen, die jedoch nur für VoLTE verwendet werden. Hat mein nicht-RED-Tarif aber nicht enthalten. Generell finde ich das Angebot von Vodafone richtig undurchsichtig, aber dass sie neue Technologien an "alte" Verträge nicht aktivieren ist für mich ein Grund zum Wechsel zurück zur Telekom.
Schnitz schrieb:
Telefonica ist beim Termin für IPv6 wenigstens ehrlich. Die sagen als Termin: Nie
Sollen sie machen, der Laden sieht mich eh nie wieder. Ein schlechterer und unzuverlässigerer Geschäftspartner ist mir bisher noch nicht untergekommen...
 
Also ich kann mich noch an Zeiten von AOL erinnern, da hatten die auch eine 172er IP
 
Asghan schrieb:
PS: DIe heissen schon ewig nichtmehr KabelBW sondern Unitymedia!

Das ehemalige Kabel-BW Netz ist aber nimmer noch nicht 100% angeglichen und hat noch viele "Extrawürste"/Sonderstellungen, die für UM User aus Hessen oder NRW völlig fremd sind.
Als UM User aus BW sollte man das für viele Dinge immer noch explizit erwähnen wo der Anschluss ist.

Bei mir oft ein Problem weil ich aus BW anrufe, aber auch Anschlüsse aus Hessen verwalte.

Necareor schrieb:
95% des Volks werden niemals bemerken, ob sie in einem Carrier-Net hängen oder eine eigene öffentliche IP haben
Immer mehr Leute wollen ihre NAS oder Kamera oder sonstwas zuhause erreichen können. Das Problem sind hier teilweise dann aber auch die "Forenprofis" die keine Ahnung haben wie man es per IPv6 löst und gleich los lamentieren dass CGN & IPv6 ja total kacke sind und man sich eine IPv4 besorgen muss.

Hab zuhause auch DS-lite, läuft halt alles über IPv6. Man muss sich halt ein kleines bisschen einlesen, dann klappt das.
 
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h00bi schrieb:
Man muss sich halt ein kleines bisschen einlesen

Und das lohnt sich :daumen:

h00bi schrieb:
lamentieren dass CGN & IPv6 ja total kacke sind und man sich eine IPv4 besorgen muss.

Mit solchen Leuten rede ich schon nicht mehr. Alles IT-Nazis.
 
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iamunknown schrieb:
Warum sollte jeder Router ein Paket droppen müssen für dessen Ziel eine gültige Route vorliegt?

Das ist natürlich wahr, löst aber das eigentliche Phänomen nicht auf. Die Frage wäre dann viel mehr:

"Warum hat KabelBW denn Routen für IPv4-Netze in ihren Routern, wenn die Netze eben nicht routbar sind (oder sein sollten), weil sie eben nicht eindeutig sind?"

floh667 schrieb:
unitymedia hat mittlerweile auch dual stack laufen. Wir haben hier (sind bestandskunde aus KBW zeiten) ne ipv4 sowie ne ipv6.

Wo genau ist das problem auf dem oben gezeigten screenshot? Welche IP wird da zurück verfolgt?

Ein kurzer amateurhafter Blick in die Wikipedia besagt, dass die Lehre der Netzklassen scheinbar veraltet sei und demnach das oben genannte "problem" wohl gar nicht mehr zu geben scheint.
https://de.wikipedia.org/wiki/Netzklasse#Veraltete_Lehre

steinigt mich, wenn ich Unsinn erzähle :D

Das mit den starren Netzklassen ist überholt. Zwischenzeitlich gibt es mit VLSM flexiblere Möglichkeiten Subnetze zu definieren. Was aber nicht überholt ist, ist die Adressreservierung der drei Subnetze 10.0.0.0/8 172.16.0.0/12 und 192.168.0.0/16 für private Zwecke. Diese Adressen sind, weil sie eben für private Netze sind, nicht global eindeutig und damit nicht routbar. Das ist in etwa so, wie wenn die Post Briefe zustellen würde, deren Empfängeradresse "Max Mayer - Hauptstraße 12 - Neustadt" wäre.

Noch genauer steht es im entsprechenden RFC mit der Nummer 1597:

Because private addresses have no global meaning, routing information
about private networks shall not be propagated on inter-enterprise
links, and packets with private source or destination addresses
should not be forwarded across such links. Routers in networks not
using private address space, especially those of Internet service
providers, are expected to be configured to reject (filter out)
routing information about private networks. If such a router
receives such information the rejection shall not be treated as a
routing protocol error.



Dragon0001 schrieb:
Was soll die IETF sagen? Innerhalb eines Netzwerks dürfen private IP-Adressen schließlich verwendet werden (dafür sind sie ja eingeführt worden). Zudem kann der Nutzer die Bereiche trotzdem ohne Auswirkungen hinter seinem Router nutzen.
Die von dir genannte IP-Adresse ist von meinem Anschluss (Unitymedia BW) übrigens weder ping- noch routebar.

Wenn jemand in seinem Netzwerk ein Subnetz betreibt, dass eben die Adresse umfasst, ist der Host eben nicht erreichbar. Das Kabel-BW Netzwerk ist jetzt eher kein großes "privates" Netzwerk sondern ein Teil des Internets, bzw. findet ja durch den Ping ein statusloser (die Verbindung wird ja eben nicht von dem 172.30.15.138 initiiert) Übergang in ein privates Netzwerk statt. Der entsprechende Ausschnitt aus dem RFC ist ja schon oben.


Bin mir ehrlich gesagt noch nicht ganz grün was das soll. Es ist in keinem Fall normal oder "Best practice" wie ja einige hier meinen und auch mit NAT (oder viel mehr PAT) hat dieses Konstrukt so nichts zu tun.

Denkbar wäre imho vor allem folgende Möglichkeiten
M1: Man benötigt aufgrund der Netztopologie ein Transportnetz und man möchte öffentliche Adressen einsparen. Bei der Konfiguration der Router hat man es allerdings versäumt dieses Netz für die dynamische Verteilung auszusparen, womit es plötzlich von überall direkt adressierbar wird, anstatt einfach als gesichtsloser Next-Hop durchlaufen zu werden.

M2: Man hat irgendwo bei der VLAN-Konfiguration geschlampt und hat das eigene Management-Netz ins Internet gehängt, wo es dann via dynamischem Routing-Protokollen der halben Welt bekannt gemacht wird.
 
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d.h es geht um diese 172er IP in der tracert abfrage?

Die haben wir hier auch drin, wenn ich z.B computerbase.de nachverfolge

Routenverfolgung zu computerbase.de [87.xxx.xx.2] über maximal 30 Abschnitte:

1 8 ms 15 ms 8 ms HSI-KBW-37-209-92-1.hsi15.kabel-badenwuerttember
g.de [37.209.92.1]
2 7 ms 7 ms 7 ms 172.30.19.65
3 12 ms 14 ms 14 ms de-str01c-rc1-ae14-0.aorta.net [84.116.191.45]
4 14 ms 12 ms 13 ms de-fra01b-rc1-ae4-0.aorta.net [84.116.140.201]
5 13 ms 14 ms 20 ms de-fra01b-ri1-ae0-0.aorta.net [84.116.134.6]
6 13 ms 13 ms 13 ms 62.157.248.113
7 16 ms 16 ms 22 ms k-ea7-i.K.DE.NET.DTAG.DE [217.5.73.18]
8 17 ms 16 ms 16 ms 87.186.180.90
9 17 ms 32 ms 16 ms ae0.dr-master.cgn3-2.plusserver.com [80.237.200.
35]
10 16 ms 16 ms 16 ms www.computerbase.de [87.xxx.xx.2]

Ich kann dazu sagen, dass diese 172er IP da allerdings schon seit Ewigkeiten steht. ich kann mich noch an frühere tracert Aufrufe erinnern, die monate oder gar gut ein Jahr her sind, wo diese 172er IP an der stelle stand.
 
emulbetsup schrieb:
Die Frage wäre dann viel mehr:
"Warum hat KabelBW denn Routen für IPv4-Netze in ihren Routern, wenn die Netze eben nicht routbar sind (oder sein sollten), weil sie eben nicht eindeutig sind?"
Das routen der privaten Netze ist grundsätzlich nicht verboten. Innerhalb deines Netzes kannst du die so viel routen wie du willst. Wer VLANs in seinem Heimnetz nutzt macht das genauso, wie große Unternehmen.

Die Frage ist wo das Internet losgeht und das "Enterprise" gem. RFC1597 aufhört.
Dass die privaten Bereiche nicht in der Internet Routing-Tabelle landen dürfen dürfte wohl klar sein. Allerdings passiert das auch nicht, weil alles im Netz von Liberty Global bleibt.
Es wird geht zwar zwischen Hop 2 und 3 von AS29562 (ist KabelBW) in AS6830 (ist Liberty Global) das kann aber genauso gut über ein privates BGP-Peering oder sogar theoretisch ein IGP passieren.

Best Practice für ISPs ist das sicher nicht, aber verboten ist was hier passiert es meiner Meinung nach auch nicht.
 
emulbetsup schrieb:
"Warum hat KabelBW denn Routen für IPv4-Netze in ihren Routern, wenn die Netze eben nicht routbar sind (oder sein sollten), weil sie eben nicht eindeutig sind?"
Warum sollten die (privaten) IP-Adressen innerhalb eines Netzes nicht eindeutig sein? Spannend ist eigentlich nur der Übergang zwischen 2 autonomen Systemen.
emulbetsup schrieb:
Noch genauer steht es im entsprechenden RFC mit der Nummer 1597:
Ich sehe nicht, wie dieser Ausschnitt hier zutrifft. Es handelt sich hier schlicht nicht um "inter-enterprise links" (also eBGP).
emulbetsup schrieb:
Bin mir ehrlich gesagt noch nicht ganz grün was das soll. Es ist in keinem Fall normal oder "Best practice" wie ja einige hier meinen
Unitymedia ist bei weitem nicht der einzige Provider, der private IP-Adressen für Netzwerkkomponenten innerhalb des eigenen Netzwerks verwendet. Außer im tracert fällt das nicht auf.
Ebenso können IP-Adressen im Pfad auftauchen, die gar nicht global geroutet werden. Das 80.81.192.0/21 des DE-CIX wird beispielsweise nur in sehr wenigen Netzen geroutet.

Ein böser Fehler ist es allerdings, wenn man private (oder andere nicht zugewiesene) IP-Adressen an andere AS announced, was einige andere Provider schaffen: https://bgp.he.net/report/bogons#_bogonsv4pfx
TheCadillacMan schrieb:
Es wird geht zwar zwischen Hop 2 und 3 von AS29562 (ist KabelBW) in AS6830 (ist Liberty Global) das kann aber genauso gut über ein privates BGP-Peering oder sogar theoretisch ein IGP passieren.
In diesem Fall kann man den Übergang zwischen den beiden AS nicht sicher bestimmen, da selbst innerhalb des AS29562 IP-Adressen aus Bereichen des AS6830 auftauchen können.
 
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emulbetsup schrieb:
"Warum hat KabelBW denn Routen für IPv4-Netze in ihren Routern, wenn die Netze eben nicht routbar sind (oder sein sollten), weil sie eben nicht eindeutig sind?"
Wie du schon vermutet hast werden die global routbare IPv4-Adressen einsparen wollen. Und ich stimme den Vorrednern hier zu, dass dies solange im internen Netzwerk bleibt auch im Sinne der RFC abläuft.
 
Danke für die Antworten - wieder was gelernt.

Das erklärt aber immer noch nicht, warum die Adressen durchs ganze Netz geroutet werden. Es würde für die Verwendung als Transportnetz vollkommen ausreichen, wenn nur die direkt angeschlossenen Router die Route durch den privaten Adressbereich kennen würden.

Das Verteilen dieser Information würde imho nur dann Not tun, wenn man für die Managementschnittstellen das selbe VLAN nutzen würde, wie für die Nutzdaten.
 
emulbetsup schrieb:
Das erklärt aber immer noch nicht, warum die Adressen durchs ganze Netz geroutet werden.
Stichwort "Link State Database". In dieser Datenbank wird die lokale Netzwerk-Topologie gespeichert und mutmaßlich nicht zwischen privaten und öffentlichen IP-Adressen unterschieden. Daher kennt ein Router auch Router, mit denen er nicht direkt verbunden ist.
 
Die 172er IP ist die CMTS welche in BW meist ein CCAP ist. Völlig normal und kein Grund zur Sorge. Mit CGN hat das überhaupt nichts zu tun.
 
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