Hallo liebe Community,
ich freue mich sehr, euch mitteilen zu können, dass ich seit einigen Wochen eine wirklich stabile und komfortable Kalenderlösung für meine Familie in Betrieb habe. Da ich hier im Forum wertvolle Unterstützung erhalten habe, möchte ich meine Erfahrungen und die wichtigsten Schritte teilen, vielleicht hilft das ja jemandem weiter.
Zielsetzung
Ausgangspunkt war der Wunsch, einen Baïkal-CalDAV-Server auf meiner Synology DS1520+ zu betreiben und auch von außerhalb des Heimnetzwerks sicher auf meine Kalender zugreifen zu können.
Grundvoraussetzungen
Der Baïkal-Server läuft auf meiner Synology im Container Manager, was ich hier nicht im Detail beschreibe ( das würde wohl den Rahmen sprengen). Für den externen Zugriff mussten jedoch mehrere technische Voraussetzungen erfüllt sein:
- Eigene Domain mit SSL-Zertifikat
Da sich die öffentliche IP-Adresse eines privaten Internetanschlusses regelmäßig ändert, ist eine feste Domain mit gültigem SSL-Zertifikat sehr hilfreich (insbesondere für den Aufbau einer VPN-Verbindung).
- Router mit VPN-Funktionalität
Der Router muss in der Lage sein, als VPN-Endpunkt zu fungieren. Meine alte Hardware konnte das nicht, daher habe ich mir über Kleinanzeigen eine Fritz!Box 7590 AX für rund 90 € besorgt.
- DynDNS über Netcup
Ich habe bei Netcup ein Webhosting-Paket (ca. 12 € pro Jahr) gebucht. Das Paket enthält eine Domain, die ich für DynDNS nutze.
Auf meinem Webserver liegt ein kleines PHP-Skript, das die aktuelle öffentliche IP-Adresse meiner Fritz!Box an den Netcup-DNS-Server übermittelt. Die Fritz!Box ruft dieses Skript bei jeder Adressänderung automatisch auf.
In den DynDNS-Einstellungen der Fritz!Box müssen dafür die Update-URL und der Domainname eingetragen werden.
Anschließend kann über die Netcup-Oberfläche ein SSL-Zertifikat für die eigene Domain erstellt werden, damit die Kommunikation zwischen Fritz!Box und Webserver verschlüsselt erfolgt.
VPN-Zugang mit WireGuard
Sobald die Fritz!Box über die öffentliche Domain erreichbar ist, lässt sich im Menü „VPN (WireGard)“ ein QR-Code generieren, der alle Verbindungsdaten enthält.
Diesen Code scannt man einfach mit der WireGuard-App auf dem Smartphone und schon befindet man sich sicher im eigenen Heimnetzwerk.
Zugriff auf den Baïkal-Kalender
Die Konfiguration meiner Kalender habe ich bequem zuhause am Desktop-PC über das Baikal-Wepinterface durchgeführt. Dort findet man auch die persönliche CalDAV-URL, die anschließend im bevorzugten Kalender-Client (z. B. auf Android, iOS oder in Outlook) eingetragen wird.
Nach der Einrichtung werden die Kalender automatisch synchronisiert.
Erweiterung um weitere Dienste
Das Beste an dieser Lösung: Sie schafft ein solides Fundament, um weitere IT-Dienste im Heimnetz zu betreiben, unabhängig von externen Cloud-Anbietern.
So habe ich zusätzlich eine Subdomain für meinen GitLab-Server eingerichtet. Dafür leitet meine Fritz!Box Port 443 an die interne IP-Adresse der DS1520+ weiter.
Auf der DiskStation habe ich einen Reverse Proxy konfiguriert, der Anfragen über Port 443 an den internen GitLab-Container weitergibt.
Wichtig: Wer ebenfalls Dienste über die Portfreigabe 443 bereitstellen will, braucht auch für die DS ein SSl-Zertifikat. Da dieses irgendwann abläuft, muss es regelmäßig erneurrt werden und wer GitLab (oder ähnliche Dienste) extern erreichbar macht, sollte unbedingt eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren, um die Sicherheit zu erhöhen.
Fazit
Dank eurer Unterstützung (insbesondere durch
Snogaanz, ohne dessen Hilfe ich wohl deutlich länger gebraucht hätte) läuft nun eine zuverlässige, sichere und erweiterbare Familienlösung.
Vielleicht hilft diese Anleitung ja anderen, die ebenfalls ihre eigene kleine Cloud-Infrastruktur aufbauen möchten.
Viele Grüße