News KI als Jobkiller: Ausgerechnet betroffene Berufe legen zu

In der Verwaltung merken wir die KI mittlerweile deutlich. Kollegen die in Rente gehen werden nicht mehr ersetzt und befristete Arbeitsverhältnisse nicht mehr verlängert. Innerhalb eines Jahres sind von 40 Mitarbeitern 5 weg. Allerdings muss ich auch sagen das die Programme die jetzt eingesetzt werden extrem viel schneller und akkurater arbeiten.
Ob das allerdings die Zukunft sein sollte?
 
bart1983 schrieb:
Vergleicht man es mit der Entwicklung des Internets, stehen wir beim Thema KI & Automatisierung vielleicht im Jahr 1996. 1996 konnte auch Niemand wirklich erahnen wohin die Reise geht & wie sich alles durch das Internet auch im Alltag verändern wird.
Eher stehen wir in 2004. Praktisch alle Funktionen sind schon implementiert und gedacht. Agenten, Coding Tools, Webrecherche usw. Es gibt keine bahnbrechenden neuen Funktionen, welche noch implementiert werden können.
Wir sind schon in dem Stadium wo es an die Verfeinerung und Ressourceneffizienz geht.
 
Ruff_Ryders88 schrieb:
indem man diese die Recherche- und Fleissarbeit hat erledigen lassen. Das lässt sich heute kaum noch rechtfertigen.
Und wie sehe dein Masterplan aus dennoch für Nachwuchs in deinem Bereich zu sorgen?
 
Mister AMD schrieb:
Natürlich macht auch KI Fehler. Man muss ihre Ergebnisse kritisch prüfen. Aber ihre Fähigkeit, riesige Mengen an Informationen zu verarbeiten und Zusammenhänge über viele Dokumente hinweg zu erkennen, ist für mich eine enorme Hilfe.

In meiner finanziellen Situation kann ich mir keinen Anwalt leisten.
Das finde ich auch praktisch. Die KI nimmt die Perspektive einer Berufsgruppe ein und spielt den Assistenten. Man selber lernt dadurch die Denkweise von jemand in dem Beruf und kann dann iterativ das Ergebnis verfeinern.

Ich hatte z.B. mal einen Abmahnbrief von einer Kanzlei wegen angeblichen Falschparkens auf einem Carsharingparkplatz. Die wollten schlappe 250€ haben. Ich habe dann mit KI das Schreiben aus Anwaltssicht analysiert und mehrere Hebel gefunden warum das schreiben absoluter Bullshit ist und sie damit keinen Gerichtsprozess gewinnen werden. Dann eine kurze Mail an die Kanzlei geschrieben. Nach einer extrem patzigen Antwort der Kanzlei kam bislang (3 Monate) keine Mahnung oder weitere Forderung. Fall erledigt.

Dein Fall ist ja deutlich komplexer aber gerade für sowas ist das unfassbar praktisch. Viel Glück dass dein Rechtsstreit zu deinen Gunsten ausgeht.
 
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Northstar2710 schrieb:
Und wie sehe dein Masterplan aus dennoch für Nachwuchs in deinem Bereich zu sorgen?
Ich werde gesellschaftliche Probleme die vor einem Jahr mit KI entstanden sind für dich und mich nicht lösen können, tut mir leid.
 
Ruff_Ryders88 schrieb:
können, tut mir leid.
Dann habe ich es falsch ausgedrückt. Ich meinte eher, da du die Auswirkung kennst, hättest du für dich persönlich Ideen wie du trotzdem den Nachwuchs fördern kannst, so das es finanziel für dich auch noch sind macht oder verträglich wäre?

Oder interessiert dich ein entsprechender Nachwuchs nicht.
 
Backfisch135 schrieb:
Eher stehen wir in 2004. Praktisch alle Funktionen sind schon implementiert und gedacht. Agenten, Coding Tools, Webrecherche usw. Es gibt keine bahnbrechenden neuen Funktionen, welche noch implementiert werden können.
Wir sind schon in dem Stadium wo es an die Verfeinerung und Ressourceneffizienz geht.
Würde behaupten wir sind noch weiter. Eigentlich weiß man wie man mithilfe von KI ganze Verwaltungsapparate abbauen könnte - macht es aber nicht, weil man nicht weiß was mit den Verwaltungsleichen passieren soll. Deswegen wirds langsam ausgeschlichen indem man einfach keine neuen Stellen nachbesetzt.
 
Ich habe nach "zwischen 2022 und 2025 um rund ein Prozent gestiegen" aufgehört zu lesen.
 
Brrr schrieb:
Ich bin jetzt kein Jurist, aber wenn man es nicht selbst schreibt, fehlt einem dann nicht auch die Tiefe und auf Gegenfragen zum Text weiss man dann nicht genau wie und was und woher etc? Ist bei mir beim Programmieren immer der Fall wenn ich Claude zu wenig an die Leine nehme.
Heho wie machst du das aktuell mit Claude?
Ich schreibe viele kleine prompts und mache dann reviews und ggf weitere prompts und ggf manuelle Anpassungen bis es für mich lesbar, sinnvoll und nachvollziehbar ist.
 
Northstar2710 schrieb:
Oder interessiert dich ein entsprechender Nachwuchs nicht.

Es geht so. Ich bin ja selber noch relativ jung und zähle sicher nicht als Senior-Anwalt. Ich investiere viel Zeit in die Ausbildung des Nachwuchses und nehme das ernst. Ich wäre nicht umsonst fast Lehrer geworden und doziere deshalb auch nebenbei in Gesellschafts- und Handelsrecht an einer Hochschule in BaWü. Einfach weil es mir Spass macht. Aber der Aspekt, dass mir die Ausbildung auch direkte Vorteile in meinen zu lösenden Fällen bringt, geht tatsächlich verloren. KI macht mir das Arbeitsprodukt so gut, wie es ein Jurist, der seit einem Jahr bei mir ist, nicht schafft. Und nach einem Jahr gehen diese Juristen dann meist, um sich für die Anwaltsprüfung (in DE Staatsexamen Nr. 2) vorzubereiten. Also dann ist es eigentlich auch für die Katz...

Ich denke, dass künftige Generationen Schwierigkeiten haben werden, einen solche Stelle zu finden. Derzeit profitieren die jungen Juristen noch davon, dass diese Erkennnits (durch KI brauche ich die gar nicht mehr) sich noch nicht vollends durchgesetzt hat.

Spannend und beängstigend zugleich. Ich würde heute nur noch zurückhaltend empfehlen, Jura zu studieren. Obwohl es mein absoluter Traumjob und Traumstudium ist/war.
 
Heavynator schrieb:
Das fängt schon beim Prompting an, wo wiedersprüchliche Informationen oft nicht korrigiert werden und das LLM dann einfach fröhlich murks rauspumpt, während es nur "Ja, du jast recht" sagt
In deinem Fall könnte es helfen deine Prompts zunächst einmal auf Typos, Grammatik- und Semantikfehler zu prüfen. Jedes falsche Wort führt zu einem schlechteren Embedding und in der Folge auch zu schlechteren Antworten.
 
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NoNameNoHonor schrieb:
@Ruff_Ryders88 - Dann empfehle ich mal hier einen wirklich gut geschriebenen Artikel von Golem ( https://www.golem.de/news/maschinen...kinationen-und-fatale-fehler-2610-213888.html ) , es ist unvorstellbar, dass ein LLM - um Dich zu zitieren - "fehlerfreier" arbeitet, als ein frisch eingestellter Juristen-Berufsanfänger. Denn eine KI behauptet viel häufiger etwas falsches, als dass sie einfach mal sagt, sie weiß es nicht. Die Gerichte freuen sich auch sicherlich auf jeden Argumentationstext, den eine KI verfasst hat, wohl wissend, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass da eine Menge Halluzination dabei sein kann.
Das mag auf Leute zutreffen, die von KI und deren funktionsweise keinen blassen haben. Auf mich trifft das jedoch nicht zu. Ich weiss, welche Anweisungen, welchen Kontext und welchen RAG ich vorzudefinieren habe. Ich kenne meine Konnektoren (mcp-Server) und habe diese sorgfältig geprüft. Bei all diesen Dingen steigt der durchschnitts-Ki-User schon aus. Der hat weder eine Anweisung definiert, noch jemals was von einem mcp-Server gehört. Der chattet einfach drauf los. Dann bekommst du solche Ergebnisse wie bei golem oder all jenen Fällen die durch die Presse gehen. Ich habe noch keinen einzigen meiner Fälle verloren. Jede Rechtsschrift saß bombenfest. Zum Teil so präzise (dank Claude), dass die Staatsanwaltschaft eine Anklage/Strafbefehl komplett hat fallen lassen - dabei mache ich normalerweise nicht mal Strafrecht und ich habe den Fall probono übernommen.

Ich meine, come on...bei wievielen Usern hat die Windows-Startleiste noch den MS-Store drin, das Startmenü in der Mitte und die symbole werden automatisch gruppiert. Das sind dieseblben User, die mit fake-Urteilen oder sachfremden Erwägungen ihre Fälle verlieren. Das liegt nicht an der KI sondern an fehlendem technischem Know-How. Ich habe in einer grossen Wirtschaftskanzlei mit Partnern mit über 40 Jahren Berufserfahrung zusammengearbeitet und diesen Leuten erklären müssen, wie man ein Zip-Archiv entpackt.
 
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Ruff_Ryders88 schrieb:
Früher haben die Mandanten die Ausbildung der jungen Leute quersubventioniert, indem man diese die Recherche- und Fleissarbeit hat erledigen lassen. Das lässt sich heute kaum noch rechtfertigen.
Wieso? Berechnet ihr den Mandanten denn weniger? Oder warum lässt sich die Ausbildung nicht mehr quer finanzieren?
 
Ruff_Ryders88 schrieb:
Ich bin Rechtsanwalt und ich merke mit KI, dass wir die jungen Juristen und Praktikanten in großen Teilen für das ursprüngliche Aufgabengebiet nicht mehr benötigen. Die KI macht den Job schneller, präziser und fehlerfreier. Das hätte ich vor zwei Jahren noch nicht behauptet, aber heute ist das so. In der Zeit in der ich einen jungen Praktikanten instruiere und den Fall erkläre, habe ich bei Claude ein entsprechendes Projekt erstellt, alle annonymisierten Unterlagen hochgeladen und den passenden Prompt geschrieben. Die Verifikation des Arbeitsproduktes braucht hingegen einen erfahrenen Anwalt, was ich somit auch nicht auslagern kann sondern dann selber machen muss. Ich sehe für die junge Generation zunehmend Probleme. Früher haben die Mandanten die Ausbildung der jungen Leute quersubventioniert, indem man diese die Recherche- und Fleissarbeit hat erledigen lassen. Das lässt sich heute kaum noch rechtfertigen.
Das lässt sich kaum noch rechtfertigen? Und wo kommen dann später die Richter, Rechts- und Staatsanwälte her, wenn ihr (und alle anderen) nicht mehr ausbildet? Es kann doch nicht immer nur ums Geld gehen! Warum sind nur so viele nicht fähig zum nachhaltigen Denken und Handeln? Sollen später auch das Urteilen und das Verteidigen KI-Agenten übernehmen? Es kann doch nicht wirklich unser Wunsch sein, dieses Mittel der Demokratie auf nichtmenschliche, emotionslose Hard- und Software zu übertragen, deren Operationen irgendwann ob ihrer Komplexität nicht mehr vollständig menschlich zu kontrollieren sind!

Ich gehe sogar noch etwas weiter: mit dem Verzicht auf gute, nach demokratischen Gesichtspunkten ausgebildete Juristen schaffen wir die Demokratie wieder noch ein Stückchen mehr ab und geben die (manchmal unbequeme) Verantwortung in die Hände von "Maschinen", die mindestens so anfällig wie Menschen sind (hier kann man alle bis jetzt bekannten und nicht bekannt gewordenen Agenten-Ausbrüche und ungenehmigten Handlungen und Schwarmbildungen der KI einsetzen).

Das kann nicht wirklich das Ziel sein - und das passiert, wenn man nur kurzsichtig nach monetären Kriterien handelt.
Vielleicht könntest du da auch etwas Einfluss drauf nehmen!
 
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@mux : mit allem einverstanden. Ich habe dir/euch nur meine Befürchtungen und Sorgen mitgeteilt.
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Alphanerd schrieb:
Wieso? Berechnet ihr den Mandanten denn weniger? Oder warum lässt sich die Ausbildung nicht mehr quer finanzieren?
Da habe ich in einem anderen Post bereits beantwortet, ja.
 
In Bereichen wie Recht, IT, Programmierung, Automatisierung im Maschinenbau reicht es der KI zu sagen was ich will und es kommt ein auswertbares Ergebnis. Hier kommt die ki zumindest an dem Punkt, wo sie was tun kann.
In meinem mehrdimensionalen vielschichtigen Bereich könnte ich der ki gar nicht verbal erklären was sie tun soll, weil das ein Text bestehend aus 100 A4 Seiten wäre. Je nach Projekt vielleicht auch 200 Seiten. Oder 5 mal so viel. Und dann macht und tut sie da irgendwas, wo man die Schritte bis zur Fertigstellung gar nicht sieht, weil es ja intern geschieht.

Dann gucke ich mir das Ergebnis an und stelle fest, das ist alles quatsch und unvollständig sowieso. Hier kommt die ki nicht mal in der Regel dazu überhaupt mit irgendwas anzufangen.
Und dann fange ich lieber selbst an die Arbeit zu machen, weil das was sie tun sollte niemals dem entspricht wie ich es haben will und brauche.
Die Rede ist von der kompletten Kontruktion einer Hochhausfassade aus Stahl, oder irgendwas anderes komplexes dieser Art. Jedes Projekt ist grundlegend anders, das kommt auch noch dazu.

Die ki kann und wird mich nicht ersetzen können. Dann müsste sie schon ein Bewusstsein entwickeln kjönnen.
Ich habe die ki bisher wirklich nur zum abzählen auf einem pdf gebrauchen können. Oder um was zu programmieren

Eher würde ich der ki zutrauen ein Auto zu entwerfen, das Ding hat 4 Räder. Der Motor ist vorne. Also eigentlich immer das gleiche
 
Zuletzt bearbeitet:
Ausgerechnet mit KI, wurde das beste Lied zum Thema KI in der Arbeitswelt geschaffen.
Claude hat sich da - im Rahmen seiner Möglichkeiten - sicher selbst kaputt gelacht, was für Trottel wir Sauerstoffatmer doch sind. 😅
(Kleiner Tipp, mit x1,15 ist es noch geiler)

 
Zuletzt bearbeitet:
Daenzer schrieb:
Ich übe einen rechtsberatenden Beruf aus (Notar) und stelle immer wieder fest, dass die Mandanten immer mehr durch KI vorinformiert zu mir kommen, aber dann immer wieder feststellen, dass das, was die KI ausgespuckt hat, gar nicht auf ihre konkrete Situation passt. Außerdem wollen die allermeisten einen menschlichen und persönlichen Rat haben, jemanden, der sich in ihre Situation hineinversetzen und reindenken kann ("Was würden Sie denn an unserer Stelle machen?") Das wird KI vermutlich nicht ersetzen können. Anders mag das in Bereichen der Rechtsberatung aussehen, die sehr gleich und wiederkehrend sind (Fluggastrechte, usw). Im Büro nutze ich mittlerweile auch viele KI Systeme von spezialisierten Anbietern in der Hoffnung, meine Mitarbeiter zu entlasten. Bisher ist das Gegenteil der Fall. Die Systeme wollen bedient, betreut und gefüttert werden. Es geht vielleicht etwas schneller, aber einfacher und weniger Arbeit ist es dadurch nicht geworden.
Ich vermute, dass man es in deinem Beruf auch zukünftig nicht zulassen wird, dass eine KI eigenständig Aufgaben übernimmt.

Dennoch, als Formulierungshilfe ist die KI m. M. n. im Bereich der Rechtswissenschaften schon gut nutzbar.
 
Ich arbeite als Callcenter-Agent (nein, ich drehe keine Verträge an :D ). Wir bekommen demnächst Zendesk mit KI drin = hilft beim Formulieren, fasst Anliegen zusammen und so. Aktuell (!) wird sie wohl niemanden ersetzen, aber ich trau dem Braten nicht.

Was ich amche wenn es so kommt? Joar.. gute Frage. Hatte überlegt Straßenbahn-/Busfahrer, die werden hier noch gesucht. Aber da habens wohl blöde Splitschicht, und auf lange Sicht ist da Autonomes Fahren sicher auch ein Hype.

Da fragt man sich schon irgendwie, wie das ganze eigentlich enden soll.. BGE? Präkere Jobs? Hm..
 
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