@Krik In der Industrialisierung und besonders in der Folge ergab sich ein Transfer von Unten nach Oben. Harte körperliche Arbeit mit feudalen Werkzeugen verschwand zunehmend und wurde durch intellektuelle ersetzt (ist überspitzt, natürlich nicht nur), zu der auch immer mehr Menschen Zugang fanden. Generell galt zum Beispiel in der Boomer-Generation noch: Je höher die Bildung, desto höher der Lohn. Auch ungelernte Tätigkeiten wurden mit der Zeit einfacher durch die Beherrschung der Natur und die daraus resultierenden technischen Errungenschaften. Wenn man sich das als Pyramide vorstellt, verschwanden die einfachsten Tätigkeiten (Knecht/Magd) und wurden aufgefangen durch erhöhte Nachfrage nach Fachkräften, um dieser neuen Komplexität Herr zu werden. Denn diese Errungenschaften waren immer nur Werkzeug, was gewartet werden und durch die Konkurrenz am Markt in Iterationen immer wieder verbessert werden musste (das konnte das Werkzeug ja schwerlich selbst tun).
Was wir jetzt erleben, ist eigentlich eher die Umkehrung dieser Idee: Akademische Berufsfelder sind in höchster Gefahr, aber auch ungelernte Arbeitskräfte haben es durch Robotik und Automatisierung auch zunehmend schwerer. Was bleibt sind Berufsfelder, die in der physischen Welt stattfinden und sich zunächst schwer automatisieren lassen, deren Kapazitäten aber nun mal auch limitiert sind. Und irgendwer muss ja auch Geld erwirtschaften, um zum Beispiel einen Pfleger zu bezahlen. Morpheus zeigt das ja auch ganz gut in seinem Video: Die KI benötigt immer weniger die Komponente Mensch - und das nicht nur in der Programmierung. Es verschwinden also nicht wie in der Industriellen Revolution die körperlich anspruchsvollen Arbeiten, sondern die Pyradmide wird oben weggekappt und die Menschen eher nach unten durchgereicht.
Ich hoffe, dass du Recht hast. Ich höre es nun bloß schon seit min. 3 Jahren, dass KI ganz viele neue Berufsfelder schafft, in denen mit der KI interagiert wird. Ich zweifele daran, da ich davon bislang nichts sehe und weil ich auch jetzt schon tagtäglich erlebe, was möglich ist, wenn ich eine Pipeline aus autarken Agenten miteinander verzahne (jeweils mit dezidiertem Aufgabenbereich) und diese Pipeline autonom arbeiten lasse. Die Leute, die sich hier im Forum über KI erheben tippen zumeist irgendwelche miesen prompts in Chat-Schnittstellen im Browser. Das ist ein Workflow aus dem Jahr 2024.
Wenn ich jetzt nicht Mitte 30 wäre, sondern firsch vom Abi kommen würde, würde ich wahrscheinlich nicht nochmal Informatik studieren.