Kurzer Besuch bei Linux

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Selbst mein Touchscreenmonitor wurde angenommen, nur fehlten da Gestensteuerungen bei Mint+Cinnamon.

Ja gut, wenn das das Problem war, dann war ja seitens der Hardwareerkennung alles in Ordnung. Die Gesten solltest du dir nach deinem Geschmack einrichten, zum Beispiel mit Easystroke: https://wiki.ubuntuusers.de/Easystroke/
 
Prinzipiell brauche ich nur Wischen zum Scrollen und länger halten für Rechtsklick. Vielleicht noch Auseinanderziehen für Zoom bei Bildern. Mehr nutze ich eigentlich nicht.
 
Dieses "Kurz-mal-reinschnüffeln-in-Linux-und-erwarten-es-muss-ähnlich-Windows-lüppen" geht halt einfach nicht. Man muss sich schon aktiv mit der neuen Umgebung vertraut machen wollen. Das kostet Einarbeitungsaufwand, manchmal sogar richtig Nerven. Aber am Ende wird man in den meisten Fällen auf jedenfall belohnt.

BTW: Einen Satz aber zum Ressourcenmanagement, weil es bei mir gerade aktuell ist. Ich betreibe meinen Desktop hier jetzt mit fast schon archaischen 4GB Arbeitsspeicher. Und allein das RAM-Management genommen, hat Win10 doch die Nase vorn (verglichen mit dem aktuellen Ubuntu Gnome 17.04, was ich hier im Dual-Boot nutze). Der Ansatz ist eben ein anderer. Das Linux-System sagt sich, ist der RAM da, wird er radikal ausgenutzt, was natürlich gewisse Vorteile mit sich bringt, aber auch Nachteile. Bei 90+% RAM-Nutzung muss ich unter Ubuntu Gnome schon sehr vorsichtig sein, welches Programm ich zusätzlich noch starte. Einmal das falsche Steamspiel angeklickt und das OS quittiert mir die Aktion mit einer Gnome Shell, die fast gar nicht mehr reagiert bzw. extrem unresponsiv wird, auch wenn das System selbst nicht in Stall geht, da wird geswappt und geswappt, aber es tut sich nicht mehr wirklich viel. Auf Konsole wechseln und Prozesse killen bringt selten was, da ich auch keine Geduld habe, 10 Minuten oder was zu rödeln, bis das System wieder normal ansprechbar ist. Das ist mir unter Win10 jetzt so definitiv noch nicht passiert. Auch die Anzahl gleichzeitig laufender Programme ist unter Win10 höher als in Ubuntu Gnome. Wohlgemerkt, mit 4GB RAM. Es kann natürlich sein, dass mit 8GB oder mehr die Erfahrung schon eine ganz andere ist. Bevor mir hier einer mit gefletschten Zähnen kommt. ;)
 
Also ich habe auch 4GB RAM sowohl im Desktop als auch im Laptop. Allerdings in beiden jeweils eine SSD, auf der auch die Swap-Partition sitzt. Da rödelt dann natürlich gar nichts, und selbst wenn mal geswappt werden muss, merkt man kaum einen Unterschied.
 
Jo, mit SSDs kann ich noch nicht dienen. Weiß nicht, was das ausmachen würde hier. Es kann aber auch sein, dass sich hier schlicht ein Problem auftut, dass Ubuntu Gnome 17.04 mit sich bringt. Wer weiß... müsste ich mal was anderes ausprobieren.
 
Schalt den Swap doch ganz aus. Dann crasht evtl. das falsche Steamspiel, aber das geht wenigstens ganz erheblich schneller.
 
Ozmog schrieb:
Nach all den Ablehnungen zu Windows 10 und häufigen Kommentaren, das Linux Stabil ist und nahezu alles kann, habe ich mal selbst teilweise ein Linux-Umstieg versucht. [...]

Ohne klare Angaben zu den Kommandozeilen komme ich meist nicht weit. Runterladen und installieren out of the box wäre wohl zu einfach.[...]

Die wohl meisten Probleme die sich mit der Nutzung von Linux ergeben, zumindest für den Windows Umsteiger, sind falsche Vorstellungen. Ich möchte jetzt nicht bewerten wo die geschürt wurden, aber ich lese das oft hier an dieser Stelle.

Zentrale Punkte sind:

Auch wenn es mittlerweile niemand mehr hören kann: Linux ist _nicht_ Windows. Es ist keine kostenloser Ersatz für das OS aus Redmond der dann alles genau so macht und kann wie Windows.

Die genannten Punkte sind alte Kamellen. Je nach Distribution und verwendeter Hardware muss mehr oder weniger Anstrengung aufgebracht werden um zum Ziel zu kommen. Das gilt für das freischalten neuer Softwarequellen insbesondere wenn die Distribution aus lizensrechtlichen bestimmte Inhalte - z.b. MP3 Codecs - nicht direkt im Installationsmedium anbieten darf. Gibt es aber bei Windows auch genügend Beispiele. Zudem musst du dort alles per Hand erledigen, sprich Seiten ansurfen, herunterladen, installieren. Gut, ist wahrscheinlich Gewöhnungssache. Ich finde das Paketverwaltungssystem von Linux der Installationsroutine von Windows überlegen.

Linux ist tatsächlich nicht etwas was ich jedem empfehlen würde.
 
Danke Zedar für die wahre Aussage. Linux kann eben nicht eben mal Windows als Desktopsystem ersetzen. Linux ist nur etwas für technikaffine Leute mit Spaß am tüfteln. Ich habe früher auch gerne Experimentiert, Minix ( darauf basiert Linux angeblich teilweise) eingesetzt, immer die Alpha und Beta-Versionen von Windows eingesetzt, etc. Aber nach über 30 Jahren EDV will auch ich mich an gut funktionierende Systeme setzen , deshalb habe ich Windows-PCs und Apple-Tablets und Handys, ich muss beruflich schon zu oft die Bedienungsfehler der User wieder in Ordnung bringen, das reicht mir schon..Sicherlich ist mit Linux und Cyanomod-Android mehr Individualität drin, aber dafür braucht man viel Zeit, die ich lieber anders verbringe..
 
Mein "Linux-Besuch" hält weiter an. Zur Zeit teste ich Ubuntu mit Gnome nebenbei. Mal sehen, ob ich meine bisherige Wertung überarbeiten muss/kann.
 
Was ist einfacher: Sich merken, dass man "pacman -Syu" schreibt oder, dass man zum updaten auf "updaten" klickt? Im Explorer eine Datei vom USB Stick in dem Musik Ordner ziehen oder sich den passenden Befehl zu merken(!) und korrekt einzutippen? Ist es einfacher bei ner .zip Datei auf "Extrahieren" zu klicken, was extra farblich hervorgehoben erscheint, oder sich den Befehl dazu mit den wichtigsten Optionen zu merken?
​Ist es einfacher nen Programm zu installieren, wenn ich auf einer Website bin und da steht Download, anschließend geht unten ein Fensterchen mit "Öffnen" auf und danach muss ich nur noch "Weiter" klicken; Oder ist es einfacher, wenn ich statt "Öffnen" klicken und durchklicken ein paar Textbefehle eingeben muss?

​Bei beiden muss man sich was merken, was machen, aber im Windows Fall ist es jeweils grafisch dargestellt und es werden Möglichkeiten visuell aufgezeigt.

Die Informationen, die man in Windows schließlich braucht um etwas zu machen, sind einerseits weniger und kann der Mensch sich viel einfacher merken (visuell).

​Weder unter Windows noch unter Linux entpacke ich viel. Aber wenn ich hier ein Archiv hab und da erscheint "Entpacken" in der Leiste oben und zusätzlich noch im Kontextmenü, dann werde ich schon angeregt darauf zu klicken. Unter Linux weiß ich auf jeden Fall noch, dass das glaub ich mit "tar" geht, manchmal "unzip". Das -xvfz weiß ich natürlich nicht mehr. Darf ich mir dann wieder googlen oder in "tar -h" oder "tar --help" mir zusammenzureimen, was ich jetz als Parameter übergeben könnte, und dann doch googlen, weils nicht klappt.

​Ich weiß, dass man zumindest unter Ubuntu auch in der GUI entpacken kann, aber ich wollte grundlegend einfach nur aufzeigen, wieviel schwieriger es ist Dinge via Konsole zu machen oder direkt in der Oberfläche.

​Unter Linux muss man erfahrungsgemäß ständig auf die Konsole zurückgreifen, sei es weils nicht anders geht, oder weil alle Anleitungen für die Konsole sind. Und schon alleine deswegen hat Linux keine Chance.

​Kommandozeile ist vielleicht schneller und deutlich mächtiger, wenn man sich intensiv damit befasst. Das heißt aber lange noch nicht, dass es besser ist.



​Und weil Leute hier ständig meinen, dass man sich nur erst einmal hineindenken müsste, das Konzept verstehen müsste: Der Misserfolg des Konzepts / das Konzept wird dadurch nicht besser.
Und, dass Linux für manche Einbußen nichts kann: Interessiert mich das als User?
 
The Ripper schrieb:
​Ich weiß, dass man zumindest unter Ubuntu auch in der GUI entpacken kann, aber ich wollte grundlegend einfach nur aufzeigen, wieviel schwieriger es ist Dinge via Konsole zu machen oder direkt in der Oberfläche.
Das stimmt auch nur bedingt. Wenn ich z.B. unter Windows meine Programme aktuell halten will, muss ich wissen, welche Programme keine automatischen Updates haben und mich dann gegebenenfalls durch verschiedene Download-, Installations- und Update-Routinen klicken. Das mag nicht schwierig sein, aber hochgradig lästig, wenn man es gewohnt ist, unter Ubuntu einfach nur "update" einzutippen (mein Alias für "sudo apt update && sudo apt dist-upgrade", was zur Not auch noch leicht von der Hand geht, wenn man es ein paar Mal getippt hat), und eine Minute später sind ALLE Programme (einschließlich des Betriebssystems) auf dem aktuellsten Stand.
Ebenso sieht es m.E. bei der Installation von Programmen aus. Wenn mir gerade einfällt, dass ich mal wieder Firefox als Browser ausprobieren will, kann ich natürlich einen anderen Browser öffnen, die Datei herunterladen, mich durch die Installationsroutine klicken und anschließend wieder die Installationsdatei aus dem Download-Ordner löschen, damit mir das System nicht zumüllt. Oder ich tippe einfach "sudo apt install firefox", und gut ist. Für mich ist Letzteres die deutlich bequemere Variante.

Ich könnte noch zahlreiche Beispiele nennen, wie die Kommandozeile einem die Arbeit erheblich erleichtern kann. Wobei es mir nicht darum geht, Überzeugungsarbeit zu leisten -- jeder soll nutzen, wozu er Lust hat. Allerdings muss ich der Einschätzung widersprechen, dass die Nutzung der Kommandozeile "schwieriger" ist als eine grafische Bedienung; auch das ist eine reine Gewohnheits- und Kenntnissache.

Gruß Jens
 
Wenn ich z.B. unter Windows meine Programme aktuell halten will
​Interessiert einen das denn eigentlich wirklich?

Sehr häufig ist es mittlerweile so, dass sich einfach alles von selbst updated (Betriebssystem, alle möglichen Dienste, ...) oder zumindest bei Updates dann eine Meldung aufpoppt, die man nur noch bestätigen muss.
​D.h. ich brauche mir selbst aktiv keine Gedanken machen, passt eh alles. Kenn ich so von Menschen abseits IT.

Ich könnte noch zahlreiche Beispiele nennen, wie die Kommandozeile einem die Arbeit erheblich erleichtern kann.
​Ich sage nicht, dass die Kommandozeile <sofern man die auswendig kennt> nicht deutlich effizienter ist. Ich stimme sogar absolut zu.

Gewohnheits[]sache
Ja Gewohnheitssache:
In welchen Programmen ist man denn so unterwegs, wenn man auf die Idee kommt Programme zu installieren? Im Browser -> wieso nicht direkt im Kontext das Programm installieren? Müsste ja extra das terminal aufmachen, die genaue Bezeichnung des Programms wissen und dann auch noch den Befehl zum installieren (gut, in diesem Fall kein Argument, da man gezwungen wird den so häufig zu benutzen, dass den auch jeder auswendig kennt; geht ums Prinzip).

​In welchen Programmen ist man denn allgemein so unterwegs? Word (openOffice), outlook, Browser, (selbst als Entwickler: IDEs), ... Was haben alle gemeinsam? Alle sind gui-basiert.
​-> Man wird aus den Kontext herausgerissen, indem man plötzlich die Konsole verwenden muss und den Rechner nun ganz anders <bedient> (statt primär Maus, primär Tastatur).


Und man kann garnicht aus: Es gibt nicht für alles Konsolenersatz. Das Internet ist ohne GUI praktisch nicht existent.

​Folglich hat man unter Linux zwangsweise einen Gewohnheitskonflikt, weil man eben gezwungen ist beides zu verwenden. Mein persönlich größter Negativpunkt in punkto Linux -> bleibe bei Linux auf headless Geräten.

​Ein weiteres Problem.
GUI: meistens kann man es sich erschließen, was man jetzt am besten macht. Entweder gibt es auffällig neue Icons, irgendetwas popt auf, blinkt, leuchtet, was auch immer.
​Kommandozeile: Man muss wirklich genau wissen wie der Befehl lautet. Wenn man Glück hat, kann man ihn ertabben. Spätestens bei den Optionen geht das aber nicht mehr. ​Bei häufig benutzten Programmen weiß man das natürlich nach einiger Zeit, aber sobald selten genutzte oder neue hinzukommen... Arbeit auf die keiner Lust hat.

​Sich die Lösungswege schließlich einzuprägen funktioniert mit visuellen Inhalten auch leichter. Es ist einfach natürlicher. Nicht umsonst sind das Internet, Werbung und Windows stark "visuell" geprägt.
Man hätte ja auch bei Textwerbung bleiben können oder bei PCs komplett ohne GUI.

​--> Mein Argument ist nicht, dass die Konsole bei einigen Anwendungsfällen einem erheblich die Arbeit erleichtern kann.
 
Wäre schön, wenn Einstellungen in der GUI auch übernommen werden. Hatte in den Energie-Einstellungen W-LAN einmal deaktiviert und nun bekomme ich es nicht mehr aktiviert. Auch nach Neustart bleibt W-LAN aus und wenn ich den Schieberegler auf "An" stelle, wird es nicht übernommen, weder bei Energie noch bei Netzwerk.
Also erstmal im Internet an einen anderen Rechner suchen, wie ich jetzt W-LAN aktivieren kann, sicher über Konsole. Kein guter Eindruck bei so etwas rudimentäres...

Edit1:
LOL, in den Einstellungen konnte ich WLAN aus aber nicht einschalten. Hab´s aber doch noch selbst ohne Internetsuche gefunden: Über die Taskleiste kann ich WLAN wieder einschalten. Komisches verhalten...

Edit2:
Kann es sein, dass Gnome nicht richtig mit Ubuntu 17.04 zusammenarbeitet? In den erst kürzlich erschienenen News zu Ubuntu zurück zu Gnome war ja von Patches die Rede, die für Unity Anpassungen vorgenommen haben und jetzt teilweise entfernt/verändert werden sollen/müssen?
Autologin funktioniert nämlich auch nicht, obwohl in den Einstellungen bei Profile gesetzt. Ich muss trotzdem bei jeden Systemstart mein Passwort eingeben. Da funktioniert ja fast gar nichts.

Obwohl ich voller Hoffnung und Eifer weiter in Linux einsteigen wollte, verpasst mir das jetzt ein gehörigen Dämpfer.

Edit3: Ich mache wohl mal eine komplette Neuinstallation mit Ubuntu Gnome, anstatt Ubuntu mit nachinstalliertem Gnome. Aber erst einmal geht's ins Bett.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kann ich dir nicht sagen, da ich kein Ubuntu verwende.

@The Ripper:

Deine Argumentation ist vollkommen korrekt und wird so leider viel zu selten klar kommuniziert wenn jemand sich an Linux wagt.

Die Problematik besteht aber nach wie vor in den Köpfen der User und den Erwartungen, die falscher nicht sein könnten. Linux als Desktop ist so in Ordnung, ich kann mir nach 8 Jahren Arch Linux kein Windows mehr vorstellen, obwohl ich beruflich gezwungen bin zumindest ein Windows 10 Tablet zu nutzen. Ja, es ist machbar, nein es ist bei weitem nicht so effizient. Das liegt aber eher an mir als an der Sache an sich.

Der erste Schritt ist einfach zu verstehen das man sich mit damit abfinden muss das Linux Dinge anders angeht als Windows. Darüber kann man jetzt Tagelang streiten. Je schneller das verstanden ist, desto schneller kann man sich in dem Enviroment zurechtfinden. Meine Systempflege beschränkt sich auf ein tägliches yaourt -Syua und ein halbjährliches säubern des Pacman cache. Ich brauche keine GUI um mein System zu konfigurieren.

Was jetzt besser ist, muss jeder selbst wissen. Wer klicken möchte, dem steht das frei.

Andererseits sollte sich mittlerweile keiner mehr wundern wenn er angeranzt wird mit seinen Linux Problemchen. Es ist alles schon in irgend einer Weise durchgekaut worden. Die Foren platzen im Frühjahr und im Herbst immer mit den selben Leiern aus allen nähten.

Wer Linux nutzen will, muss erst mal dazu bereit sein.
 
Nachtrag:
Es gibt von Michael Kofler ein sehr gutes (digitales) Einführungsbändchen zu Ubuntu, das einem die Installation, die ersten Schritte und ein wenig darüber hinaus Schritt für Schritt erklärt. Kann ich für den Anfang wärmstens empfehlen.

Gruß Jens
 
The Ripper schrieb:

GUI: meistens kann man es sich erschließen, was man jetzt am besten macht. Entweder gibt es auffällig neue Icons, irgendetwas popt auf, blinkt, leuchtet, was auch immer.
​Kommandozeile: Man muss wirklich genau wissen wie der Befehl lautet. Wenn man Glück hat, kann man ihn ertabben. Spätestens bei den Optionen geht das aber nicht mehr. ​Bei häufig benutzten Programmen weiß man das natürlich nach einiger Zeit, aber sobald selten genutzte oder neue hinzukommen... Arbeit auf die keiner Lust hat.

​Sich die Lösungswege schließlich einzuprägen funktioniert mit visuellen Inhalten auch leichter. Es ist einfach natürlicher. Nicht umsonst sind das Internet, Werbung und Windows stark "visuell" geprägt.
Man hätte ja auch bei Textwerbung bleiben können oder bei PCs komplett ohne GUI.

Dass eine GUI natürlicher in der Handhabung ist, stimmt eben auch nur auf Benutzerseite. Tatsache ist aber, dass es am Ende ein Kommunikationsprozess zwischen Mensch und Maschine bleibt. Und der muss doch fruchtbar sein. Die Kommandozeile gibt dir wesentlich mächtigere Möglichkeiten an die Hand, mit deinem Computer zu sprechen, ihm zu sagen, was genau du jetzt erledigt haben möchtest. Die Natürlichkeit der Bedienung verschiebt sich hier, als Kompromiss, wenn du so willst, nur minimal hin zur Maschine.

Am Ende braucht es auch gar nicht viel mehr als etwas Neugierde. Wer mit Eigeninteresse anfängt, Befehle ins Terminal zu tippen, Manpages zu lesen, selbst zu noch so kleinen Standardbefehlen, nur um zu gucken, ob die Manpage da ist, der bringt schon alles mit, was man für Linux braucht: Den Willen, sich mit diesem System ernsthaft auseinanderzusetzen.
Wer das nicht möchte, der darf und soll ja in seiner gewohnten Umgebung (Windows) bleiben. Für den sind Linux-basierte Betriebssysteme dann auch einfach nichts.
 
95% aller Konfiguration lässt sich ohne Kommandozeile machen. Trotzdem hat man als Neuling immer das Gefühl, dass man dauernd mit der Kommandozeile konfrontiert wird. Das liegt daran, dass zahlreiche Anleitungen und auch Helfer in Foren oder auf Q&A-Seiten auf die Kommandozeile zurückgreifen, wo auch ein grafischer Weg existiert. Warum ist das so?

So wie ich es sehe, aus zwei Gründen:

1. Es gibt unter Linux mehrere Desktops. Bei jedem Desktop ist die grafische Konfiguration eine andere, in der Kommandozeile sind die Befehle aber stets die gleichen. Zum Beispiel: Man soll eine Datei entpacken. Je nach Distro und Desktop ist die installierte Archivverwaltung eine andere. Bei der einen muss man vielleicht auf "Entpacken" klicken, bei der anderen auf "Extrahieren", bei der dritten ist nur ein entsprechendes Symbol ohne Beschriftung da. Da schreibe ich als Helfer lieber den entsprechenden Terminal-Befehl hin und bin mir sicher, dass alles richtig entpackt wird.

2. Nüchtern betrachtet dauert das Copy&Pasten eines Befehls immer kürzer als das Erwirken des gleichen Effekts mithilfe grafischer Tools. Für mich als Helfer ist es also eher ein Service, den ich dem Fragesteller anbiete, die Kommandos herauszusuchen, die der Fragesteller einfach zack-zack kopieren und ausführen kann. Auch die Beschreibung "Führe Befehl xyz aus" ist kürzer als "Öffne Einstellungen, dann gehe auf Bla-Einstellungen, dann im Reiter soundso drücke auf dies und das". Leider haben kryptische Befehle auf Neulinge eine abschreckende Wirkung, aber solang sie die Befehle nicht selbst zusammenstellen müssen, ist sie eigentlich unbegründet.
 
Nach Wochenendpause spiele ich gerade wieder mit Linux rum. Hab jetzt Ubuntu Gnome installiert und die Fehler mit den Einstellungen scheinen behoben zu sein, die ich mit Ubuntu mit nachinstalliertem Gnome hatte.
In einigen Fällen gefällt mir die Eingabe über Kommandozeile immer besser. Installation von Kodi ist ein Kinderspiel. Ohne erst im Internet rumzuklicken und die Installation runter zu laden um sie anschließend zu installieren, oder auch ohne einen Datenträger mit Kodi anzuschließen...
Befehle kenn ich aber ansonsten quasi noch keine, also zu alles müsste ich schon im Internet suchen oder meinen Wälzer über Linux zur Hand nehmen. Vieles ist ja über die GUI erreichbar, also geht's erstmal ohne Terminal weiter, bis ich auf Grenzen stoße.
 
Befehle kenn ich aber ansonsten quasi noch keine, also zu alles müsste ich schon im Internet suchen oder meinen Wälzer über Linux zur Hand nehmen. Vieles ist ja über die GUI erreichbar, also geht's erstmal ohne Terminal weiter, bis ich auf Grenzen stoße.

Das ist ja das normale Vorgehen unter Linux. Was mit der GUI schneller geht*, wird mit der GUI gemacht und umgekehrt.

* hängt vom Benutzer ab und ändert sich für jeden Benutzer auch im Verlauf der Zeit
 
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