Leserartikel LG 27MU67-B Ultra HD IPS Monitor - inklusive AMD FreeSync Bericht

DaDare

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#1
Review: LG 27MU67-B



Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort
  2. Technische Daten
  3. Lieferumfang
  4. Design, Verarbeitung, Mechanik
  5. Anschlüsse
  6. OSD
  7. Picture By Picture
  8. Black Stabilizer
  9. Coating
  10. Reaktionsverhalten
  11. Kontrastverhältnis
  12. Farbraumabdeckung, Weißpunkt, Gamma
  13. Helligkeit
  14. Luminanzverteilung & Ausleuchtung
  15. Stromverbrauch
  16. Bildwinkelstabilität
  17. Interpolation
  18. Fazit
  19. Sondertest: AMD FreeSync

Vorwort:

Wie schnell neue Technologie für die breite Kundschaft bezahlbar wird, kann man gut an dem UHD Markt sehen. Aktuell gibt es vier UHD IPS Monitore unterhalb der 600€ Grenze. Bis vor Kurzem bekam man zu dem Preis nur gleichgroße TNler oder höherklassige WQHD Geräte. Mit dem LG 27MU67-B hat der koreanische Hersteller einen vielversprechenden UHD IPS Monitor mit neusten Hardwarefeatures vorgestellt. Besonders für Spieler dürfte AMDs FreeSync von hohem Interesse sein. Aus diesem Grund habe ich unterhalb des Fazit einen ausführlichen Bericht über die Technolgie angehangen.

Ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich bei MSI für die Bereitstellung einer entsprechenden AMD Grafikkarte bedanken.

Technischen Daten:

Der LG 27MU67-B ist ein 27“ großer AH-IPS UHD Monitor, der mit einer maximalen Bildwiederholungsrate von 60 Hertz betrieben wird. Das verbaute Panel mit der Typenbezeichnung „LG LM270WR2“ ist hierbei kein Unbekanntes. Der bereits getestet ViewSonic VP2780-4K hat das gleiche Panel verbaut und konnte mit großem Farbraumumfang und sehr guter Blickwinkelstabilität punkten. Drüber hinaus wurde dem Gerät AMD Freesync spendiert, das im Hertzbereich zwischen 40-60 Hz adaptiv die Bilderwiederholungsrate der Framerate anpasst. Mit mini Displayport 1.2a, Displayport 1.2a und zwei HDMI 2.0 Eingängen mit inkludiertem Kopierschutz HDCP 2.2 stellt LG die Zukunftssicherheit des Gerätes sicher.

Der Monitor setzt auf ein intern verbautes Netzteil. Dank VESA 100 Standard ist eine Anbringung einer alternativen Monitorstandbefestigung möglich. Der LG 27MU67-B wurde nach der Pixelfehlerklasse I zertifiziert.

Die Garantie umfasst einen 24 monatigen Pick-Up and Return Service.
Laut Angaben von Geizhals.de wird der Monitor ab ca 530€ gelistet.

Weitere technische Daten können von der Hersteller Website bezogen werden.

Lieferumfang:

Neben dem eigentlichen Gerät wird ein Netzkabel, ein Mini Displayport zu Displayport Kabel, sowie ein HDMI Kabel beigelegt. Zusätzlich befindet sich im Lieferumfang eine Kurzanleitung, eine Treiber CD mit weiterer Software und ein Kalibierungsbericht.

Der Standfuß wird in zwei Teilen demontiert mitgeliefert. Zur Befestigung wird der Arm an die VESA 100 Halterung verschraubt und die Standfußbasis mit einer weiteren Schraube an dem Arm befestigt.

Design, Verarbeitung, Mechanik:

Das Grundesign des LG 27MU67-B fällt schlicht aus. Durch Verzicht harter Kanten ist eine klare Distanz zu dem klassischen Industrielook auszumachen. Abseits des Firmenlogos auf der Rückseite des Gerätes wurde auf Hochglanzlack verzichtet. Der Frontrahmen weist eine gebürstete Stahl Optik auf, während die anderen Oberflächen matt schwarz texturiert sind. Auf dem unteren Gehäuserahmen befindet sich mittig das LG Logo. Weiter rechts am Rand befindet sich die Beschriftung der OSD Steuerung und die bei Bedarf deaktivierbare Power ON LED. Die Verarbeitung fällt soweit gut aus, auch wenn das verwendete Material durchaus hätte stärker ausfallen können. Bei der Montage des Standfußes konnte ein gewisses Nachgeben der Monitorrückseite festgestellt werden. Dies hat aber keinerlei Auswirkungen auf Stabilität oder Bildqualität.

Die Rahmenbreite beläuft sich an allen Vier Seiten auf 22mm. Die rechteckige Standfußbasis misst 28 cm mal 25 cm und fügt sich nahtlos dem Design des Monitors ein. Die Minimalhöhe, gemessen vom Schreibtisch zur Displayrahmenunterkante, beträgt gute 5,5 cm. Die Standfußsäule lässt sich um weitere 13cm, auf maximal 18,5cm von der Schreibtisch Kante zur Displayrahmenunterkante, hochfahren. Bei Erschütterung schwingt der Monitor leicht nach.



Zusätzlich ist der Standfuß in der Lage, den Monitor in beide Richtungen um 45° zu schwenken, in dem Bereich von -5° bis 35° zu neigen und dank PIVOT Funktion 90° im Uhrzeigersinn zu drehen. Damit sind alle wichtigen Ergonomiefunktionen mehr als zufriedenstellend abgedeckt. Auf der Rückseite des Monitorarms wurden zudem zwei Klammern für Kabelmangment angebracht.



Anschlüsse:

Auf der Unterseite wurden alle Ein- und Ausgänge angebracht. Dies umfasst zwei Mal HDMI 2.0 (mit HDCP 2.2), Displayport 1,2a, mini Displayport 1,2a, 3,5mm Audio Klinke Ausgang und der Stromeingang. Neben dem Stromeingang befindet sich ein klassischer An/Ausschalter, womit man den Monitor komplett vom Strom trennen kann. Auf einen USB Hub hat LG gänzlich verzichtet.



OSD:

Das Menü wird über Touchtasten auf der Unterseite des Monitorrahmens bedient. Diese verfügen über eine kleine Erhebung, sodass man zumindest ein haptisches Feedback bei Berührung bekommt. Dies ist zwar besser als blanke Sensortasten, aber ich hätte mir hier den Vier Wege Joystick, den LG bereits bei dem LG 24GM77 verbaut, gewünscht. Damit wäre die Bedienung deutlich schneller und sicherer ausgefallen.



Das OSD ist logisch und nachvollziehbar aufgebaut. Der LG 27MU67-B besitzt mehrere Bildmodi, darunter ein sRGB und verschiedene Spiele Modi, die man nicht näher anpassen kann. Es ist zudem Möglich, zwei Anwender Profile anzulegen, um umfangreiche Bildeinstellungen zu tätigen. Um einen komplette Übersicht des OSD geben zu können, habe ich erneut eine OSD-Bilder Galerie hochgeladen.

Picture By Picture:

LG hat dem Monitor eine einfache Picture by Picture Funktion implementiert. Damit kann man zwei Quellen nebeneinander wiedergeben. Die Eingänge müssen hierbei (mini) Displayport und HDMI betragen. Eine Verwendung von zwei Mal HDMI oder zwei Mal Displayport ist nicht möglich.

Black Stabilizer:

Für Spieler stellt der Black Stabilizer ein sehr interessantes Feature dar. Dunkle Partien werden aufgehellt, sodass es einem deutlich leichter fällt, Objekte und Gegner zu sichten. Vor allem in Online Spielen hat man dadurch einen nicht abzusprechenden Vorteil. Die Intensität kann von 0-100% in fünf Prozent Schritten eingestellt werden.

Coating:

Das Panel besitzt ein Anti-Glare Coating, das nervige Spiegelungen vermindert. Insgesamt fällt die Oberfläche dennoch leicht spiegelnd und nicht stumpf matt aus. Störende Reflektionen sind im Betrieb selbst mit einem Fenster im Rücken nicht auszumachen. Ein IPS Glitzern wie bei älteren IPS Geräten kann nicht festgestellt werden.

Reaktionsverhalten:

Der Monitor besitzt vier Einstellungen, die die Reaktionsfähigkeiten des Panels beeinflussen. Um ein Bild über die Spielefähigkeit zubekommen, greife ich auf den Test von PixPerAn zurück. Ich stelle die schlechteste und beste Aufnahme gegenüber:



Bei inaktivem Overdrive kann man stets Schlieren erkennen. Stellt man die Overdrive Funktion auf „low“, erkennt man eine deutliche Verbesserung des Bildes. Zeitgleich stellt diese das beste Ergebnis dar. Auch wenn „middle“ recht nah an die vorherige Einstellung ran kommt, so ist eine leichte Verschlechterung zu sehen. Bei dem höchsten Wert, „fast“ kann man sehr gut den Überschuss erkennen. Subjektiv ist kein spürbarer Inputlag bemerkbar.

Bedingt durch den anschließenden FreeSync Bericht, konnte ich den Monitor, was die Spieletauglichkeit angeht, auf Herz und Nieren prüfen. Ich konnte keine größeren Auffälligkeiten bemerken. Das Panel reagiert für einen IPSler gut. Die hohe Auflösung sorgt für einen sichtbaren Anstieg der Bildquailität, bringt aber wiederum die Skalierungsprobleme mit sich. Bei Shootern hätte ich mir gerne eine höhere Bildwiederholungsrate gewünscht, dies ist aber mit den aktuellen Verbindungsstandard nicht möglich. Erst Displayport 1.3 kann die hohe Bandbreite von Ultra HD mit 120 Hertz übertragen.

Kontrastverhältnis:

Es konnte ein maximaler Kontrast von 803:1 gemessen werden. Dies liegt knapp 20% unter Werksangabe. Der durchschnittliche Kontrast liegt bei 793:1. Über den kompletten Helligkeitsraum ist eine maximale prozentuale Abweichung des Kontrastverhältnisses von unter 2% festzustellen. Dies garantiert ein kontrastreiches Bild über den gesamten Helligkeitsbereich.



Farbraumabdeckung, Weißpunkt, Gamma:

Im nachfolgenden Abschnitt stelle ich die Messwerte über Farbraumabdeckung, Weißpunkt und Gamma vor. Ich habe dafür den Monitor auf alltagstaugliche 120 cd/m² gedimmt, den Weißpunkt auf 6500 Kelvin und Gamma auf 2,2 definiert. Weitere Bildverbesserungen wurden deaktiviert.

Während die Farbraumabdeckung mit 99,4% sRGB und 75,5% Adobe RGB überzeugen kann, ist der Weißpunkt mit 6213 Kelvin zu niedrig und das Gamma mit 1,86 sehr weit von den vorgegeben Einstellungen entfernt. Ähnliche starke Abweichungen konnten auch in dem sRGB Modus nachgewiesen werden. Hier war das Gerät mit 6289 Kelvin etwas wärmer, das Gamma blieb mit 1,88 fast identisch.

Helligkeit:

Maximal konnte eine Helligkeit von 384 cd/m² gemessen werden. Das übertrifft die Herstellerangaben von 300 cd/m² bei Weitem. Die Minimalhelligkeit beträgt recht dunkle 78 cd/m². Damit ist der Monitor sowohl in einem hellen Büro als auch abends in einem schlecht beleuchteten Raum uneingeschränkt verwendbar. Die Regelung der Hintergrundsbeleuchtung wird erfreulicherweise nicht über ein PWM Signal realisiert, sodass flimmerempfindliche Menschen zu diesem Modell greifen können.



Luminanzverteilung & Ausleuchtung:

Um herauszufinden, wie gut die Helligkeitsverteilung des Monitors ist, wurde in einem 3X5 Raster an 15 verschiedenen Stellen die Helligkeit gemessen. Ausgangswert stellt hierbei die Mitte mit 120 cd/m² dar. Es konnte eine durchschnittliche Abweichung von 3,6% und eine maximale Abweichung von 6,72% festgestellt werden, was einem guten bis sehr guten Wert entspricht.

Die Ausleuchtung fällt hingegen nur befriedigend aus. Bei Betrachtung einer schwarzen Fläche wirkt das Bild unruhig.



Stromverbrauch:

Ich habe über den gesamten Helligkeitsbereich in 10% Abschnitten den Stromverbrauch bei weißem und schwarzem Vollbild sowie auf dem Desktop gemessen. Hierbei war der Monitor mit Displayport angeschlossen. Dank W-LED verbraucht der Monitor im Worst Case (100% Helligkeit, Weißes Bild) 39,1 Watt. Im Alltag, wo die Hintergrundbeleuchtung deutlich dunkler eingestellt ist, genehmigt er sich 17,5 bis 21,6 Watt. Minimal ist ein Verbrauch von 13,3 Watt messbar. Der Standby Verbrauch beträgt 0,3 Watt. Mit diesen Werten gehört der LG 27MU67-B zu einem der Sparsamsten seiner Klasse.



Bildwinkelstabilität:

AH-IPS typisch kann das Panel eine sehr gute Blickwinkelstabilität abliefern. Seitlich betrachtet ist erst bei einem größeren Winkel eine leichte Farbveränderung festzustellen. Ähnliches gilt auch bei Betrachtung von oben respektive unten. Erst ab einen untypisch starken Winkel, ist ein Farbshift sichtbar. Dieser ist zusätzlich durch den Panel typischen IPS Glow bedingt. Der blickwinkelabhängige Fehler äußert sich bei dem LG 27MU67-B durch eine gräulich-blaue Verfärbung des Bildes.



Interpolation:

Muss man aus welchem Grund auch immer die Auflösung reduzieren, so ist man auf eine gute Interpolation des Monitors angewiesen. Nativ beläuft sich die Auflösung des LG 27MU67-B auf 3840X2160 Pixel. Bei Reduktion auf WQHD bemerkt man die technisch bedingte Unschärfe, Objekte bleiben dennoch gut leserlich. Stellt man die Auflösung auf Full HD, verstärkt sich die Unschärfe ungemein und es wird anstrengender Texte zu lesen.




Fazit

Mit dem LG 27MU67-B hat der koreanische Hersteller einen preisgünstigen Einstieg in die 27“ IPS UHD Klasse geschaffen. Der Standfuß besitzt alle gängigen Ergonomieoptionen und Anschlusstechnisch hat man alle aktuellen Videoeingänge bedacht. Der Kopierschutz HDCP 2.2 ist in dem Monitor als erster überhaupt vertreten und spricht für eine hohe Zukunftssicherheit. Das verbaute Panel konnte durch eine hohe Farbraumabdeckung und Blickwinkelstabität punkten. Ein weiterer Plunkpunkt wäre der niedrige Stromverbrauch. Spieler kommen dank guter Reaktionszeiten und AMDs FreeSync voll auf ihre Kosten. Leider wiesen die Einstellungen, was Weißpunkt und Gamma betrifft, eine merkliche Abweichung von den Vorgaben auf. Auch hätte die Materialstärke etwas höher und die Ausleuchtung etwas besser ausfallen können.

In Anbetracht, das für die Kategorie niedrigen Preises von ca. 530€, bekommt man einen guten Allrounder. Besteht man auf FreeSync und IPS, ist das Gerät aktuell konkurrenzlos. Einige negative Punkte können der Serienstreuung geschuldet sein und durch eine neue Revision korrigiert werden.

Was man beim Kauf eines UHD Monitors unbedingt beachten sollte, ist, wie gut das Betriebssystem und die verwendeten Programme mit der benötigten Skalierung zurechtkommen. Eine große Anzahl an Programmen folgen gar nicht oder nur teilweise den Standards Microsoft, sodass es zu kleinen oder unscharfen Inhalten kommen kann. Dies ist kein Fehler des LG 27MU67-B, sondern liegt an dem Unvermögen der Software Entwickler. Skaliert die Software tadellos, so ist das gezeigte Bild rasiermesserscharf.



Sondertest AMD FreeSync:


AMD FreeSync Allgemein:
Mit FreeSync möchte AMD eine lange bestehende Problematik, dem Tearing, endlich Herr werden. Das Grundkonzept dahinter ist recht simpel: Man synchronisiert die Framerate des Spiel mit der Bildwiederholungsrate des Monitors. Das Ergebnis ist ein nicht zerrissenes, korrekt wiedergegebenes Bild. Zusätzlich entsteht im Gegensatz zu Vsync kein Input Lag und die Technik mindert unschöne und auffallende Stotterer. Während AMDs FreeSync auf den offenen VESA Standard „Adaptive-Sync“ setzt, wird bei Nvidias Counterpart G-Sync ein proprietäres Modul eingesetzt. Sowohl FreeSync als auch G-Sync arbeiten nur in einem bestimmten Hertzbereich. Zwar liegt dieser bei FreeSync in der Theorie zwischen 9-240 Hz, aktuelle Monitore wie der LG 27MU67-B decken den Bereich aber erst ab 40 Hertz ab. Zusätzlich sollte man bei der Wahl der GPU aufpassen. Möchte man die Vorteile der dynamic refresh rates nutzten, benötigt man eine kompatible AMD Grafikkarte. Dies umschließt laut AMD die R9 Fury (X), R9 Nano, R9 300 Series und einige der R9 200 Modelle. Einige Grafikkarten, wie die beliebte AMD R9 280 (X), bleiben aufgrund älterer Architektur außen vor. Weitere Daten können von der AMD Seite entnommen werden.


Erste Gehversuche:
Um überhaupt FreeSync einsetzten zu können, muss man sowohl im OSD des LG 27MU67-B als auch im Catalyst Control Center FreeSync aktivieren. Die FreeSync Windmill Demo stellt, wie es sich für eine richtige Techdemo gehört, den absoluten Worst Case dar. Das alleine in einer kargen Landschaft stehende Windrad dreht nach einer regulierbaren Geschwindigkeit seine Runden. Auch die Kamera bietet mehrere Optionen. Neben kompletten Stillstand, rotiert die Kamera um das Windrad oder schwenkt von links nach rechts. Vor allem mit den Kamera Fahrten kann man massives Tearing feststellen und auch die Bewegung des Windmühlrades fällt ruckelnd aus. Mit einem simplen Klick auf die FreeSync Option löst man beide Probleme. Das Tearing verschwindet komplett und die Umdrehungen des Windrades wirken deutlich flüssiger. Es konnte der Eindruck gewonnen werden, als ob die Demo mit einer erhöhten Framerate laufen würde. Es hat mich an dieser Stelle sehr beeindruckt, in was FreeSync in der Lage ist zu leisten.

Probleme in der Praxis:
Kommen wir nun von der (Techdemo) Theorie in die Praxis. Hier stößt man sofort auf das FreeSync Range Problem. Der LG 27MU67-B unterstützt einen Bereich von 40-60 Hertz. Kommt man mit der Framerate unterhalb von 40fps, schaltet sich FreeSync ab und es kommt zu den bekannten Problemen. Nach Analyse von pcper.com beträgt dann die Bildwiederholungsfrequenz des Monitors die niedrigste des FreeSync Bereichs. In diesem Fall also 40 Hertz. Das führt zu einem noch stärkeren Stottern als mit deaktivierten FreeSync. Man sollte also drauf aufpassen, immer über dem Minimum Bereich zu liegen.

Kommt man oberhalb des Limits, hat man zwei Optionen. Entweder man verwendet VSync und hat wieder Input Lag oder man lässt den Frames freien Lauf und man bekommt Tearing. Beides ist nicht wirklich zufriedenstellend. Wer die höhere Anzahl an Frames nicht benötigt, lockt die Framerate auf einen Frame unterhalb der maximalen FreeSync Range, sodass es weder zu Tearing oder Input Lag kommen kann.

Um die Problematik vor allem unten rum ein wenig abzudämpfen, besteht die Möglichkeit per Treiber Modifikation die FreeSync Range zu erweitern. Bei dem hier zur Verfügung stehenden Modell konnte ein Bereich von 33-60 Hertz erreicht werden. Wer die Modifikation verwendet, betreibt seinen Monitor außerhalb der Spezifikationen. Weder ich noch die Seitenbetreiber haften für irgendwelche entstanden Schäden.

Wie wirkt sich FreeSync nun im Spielealltag aus?
Tearing und Input Lag Adé. Punkt. Das funktioniert einwandfrei.

Zusätzlich kann je nach Spiel ein besseres Spielerlebnis durch einen flüssigeren Bildlauf gewonnen werden. Das ist vor allem von der (Kamera)Bewegung abhängig. Je gleichmäßiger die Bewegung und je niedriger die Framerate, desto höher fällt der Unterschied zu deaktiviertem FreeSync auf. Rennspiele, RTS, 3rd Person Spiele profitieren hierbei enorm. Das Bild wirkt schlicht flüssiger.

Bei Shootern fällt der Effekt merklich geringer aus. Vor allem bei schnellen Szenen konnte ich kaum einen Unterschied zwischen aktiven und inaktiven FreeSync feststellen. Das schwammige Mausgefühl, das durch eine niedrige Framerate verursacht wird, kann FreeSync technisch bedingt nicht entgegenwirken.

FreeSync Fazit:
FreeSync hält, was es verspricht. Tearing gehört der Vergangenheit an und je nach Situation und Spiel kann auch ein flüssigerer Bildablauf gewonnen werden. Leider birgt es auch einige Einschränkungen. Man bindet sich – analog zu Nvidias G-Sync – an einen Grafikkarten Hersteller. Trotz des Vesa Standards sind aktuell nur AMD Grafikkarten in der Lage den Monitor mit „Adaptive-Sync“ beziehungsweise „FreeSync“ anzusteuern. Ein weiterer Wermutstropfen ist der beschränkte Hertzbereich und die Problematik, sobald man jenen unterschreitet. Dennoch ist die Technik ein weiterer Schritt in Richtung bessere Bildqualität und eine Bereicherung für jeden Monitor.
 
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#2
Probleme in der Praxis:
Kommen wir nun von der (Techdemo) Theorie in die Praxis. Hier stößt man sofort auf das FreeSync Range Problem. Der LG 27MU67-B unterstützt einen Bereich von 40-60 Hertz. Kommt man mit der Framerate unterhalb von 40fps, schaltet sich FreeSync ab und es kommt zu den bekannten Problemen. Nach Analyse von pcper.com beträgt dann die Bildwiederholungsfrequenz des Monitors die niedrigste des FreeSync Bereichs. In diesem Fall also 40 Hertz. Das führt zu einem noch stärkeren Stottern als mit deaktivierten FreeSync. Man sollte also drauf aufpassen, immer über dem Minimum Bereich zu liegen.
Es sollte sich langsam umgesprochen haben das mit einem Mode-Treiber den man sich saugen oder
in ca. 30min. selbst erstellt kann, danach einen freesync Bereich von 31-60fps hinbekommt, die 9Hz können sehr wohl helfen.
Ausserdem sollte man immer mit Freesync-ON > Vsync-OFF > FPS-Limiter maxFPS (maximal in deinem Fall 60fps/60Hz) spielen.
 

CB_Roli

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#4
Moin,

danke für den Test.

Dieser Monitor ist einer von dreien, welche es in meine engere Auswahl geschafft haben.
Die anderen beiden sind:
http://geizhals.de/dell-ultrasharp-u2515h-210-adzg-a1212071.html?hloc=de
http://geizhals.de/asus-mg278q-90lm01s0-b01170-a1277261.html
und natürlich dieser hier von dir gestestete. http://geizhals.de/lg-27mu67-b-a1273811.html

Das einzige, was mich auf dem Papier abschreckt, ist bei diesem hier die von dir nur mit einem Wort angeschnittene "Skalierungsproblematik".
Ich glaube nicht, dass ich mit meinem System alles in UHD flüssig spielen kann (290 vapor-x), deshalb werde ich wohl bei manchen Spielen auf WQHD wechseln müssen. Würdest du mit deinen Erfahrungen sagen, dass ich eher zu einem der anderen beiden Monitore greifen sollte, wenn ich den Fokus aufs Gaming lege und runterskalieren muss? Wie viel schlechter ist das Bild in der Praxis?

Zudem bin ich sehr empfindlich bei Lichthöfen (dunkle Spielstellen oder FIlmszenen erscheinen dann hell). Wie sieht es da bei diesem Modell aus?
 

DaDare

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#5
Grüß dich CB_Roli,

der Skalierungsproblematik habe ich einen eigenen Thread gewidmet. Ich habe aber anscheinend vergessen den Thread zu verlinken. :o
https://www.computerbase.de/forum/threads/skalierung-uhd-4k-unter-windows-10.1504007/

Würdest du mit deinen Erfahrungen sagen, dass ich eher zu einem der anderen beiden Monitore greifen sollte, wenn ich den Fokus aufs Gaming lege und runterskalieren muss? Wie viel schlechter ist das Bild in der Praxis?
Spielst du viele Shooter?
Wenn ja, würde ich zu einem 120/144hz Gerät greifen. Der Unterschied zu einem 60Hz Monitor ist deutlich spürbar.

Was die Interpolation angeht. Das Bild wird sichtbar unschärfer. Das Bild eines Monitor, welcher nativ mit einer Auflösung von 2560X1440 betrieben wird, sieht im direkten Vergleich besser aus.

Subjektive Einschätzung zu dem LG? Man kann noch gut in WQHD spielen. Mit der Zeit gewöhnt man sich an das Bild. Ich würde aber mit der Auflösung nicht weiter runtergehen wollen.
 
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CB_Roli

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#7
Alles klar, danke dir für die Einschätzung!
Dann ist der jetzt auch raus bei mir...nicht nur schlechteres Bild bei SPielen (eher weniger schnelle shooter, mehr GTA, Fallout, Diablo3,...) sondern auch die Kinderkrankheiten bei anderer Software :(

Die SUche geht weiter! :freak:

Finde ich toll, dass du hier auf eigene Faust testest. Auf die Reviews der Fachpresse gebe ich nach den Reviews zum mg279q nichts mehr, die scheinen von den Herstellern die Sahnestücke geliefert zu bekommen. Was alle anderen bekommen, durfte ich dann selbst erleben.

Bleiben noch der kleine Dell und der mg278q übrig...
 

jubey

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#8

DaDare

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#9
Bei dem Monitor handelt es sich auch um ein Testsample, das ich von der Firma LG gestellt bekommen habe.

Anders als die großen Magazine, fertige ich die Reviews privat und in meiner Freizeit an. Zudem verwende ich die Geräte und lasse die gesammelten Erfahrungen neben den unzähligen Messwerten in den Test miteinfliesen. Gibt es Kritikpunkte oder irgendwelche Einschränkungen, weiße ich entsprechend drauf hin. Das ist ja das Ziel eines User-Reviews.

Ich muss es den Herstellern groß anrechnen, dass sie die Geräte an die Community für solche Test raus geben.

Allgemeine kann ich bei den mir zu Verfügung gestellten Geräten keine höhere Güteklasse feststellen. Ich hatte in letzter Zeit viele Monitor bei mir zu Hause, und konnte keine positiven Ausreißer erkennen. Eher werden die Testsamples durch den vielen Transport stärker beansprucht.
 
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#10
Mit welcher Grafikkarte hast du denn überhaupt geteste?
Gerade die R9380(R9285) soll einen anderen Scaler verbaut haben,
gab es keine Probleme mit DP aufwachen aus dem Sparmodus?
 

DaDare

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#11
Ich habe für die Aufnahmen noch meine Nvidia 670 verwendet.

Meine Vermutung ist eher, dass der Asus (stark) nachschärft. Ein Kommentar bestätigt dies:
Hatte den Monitor auch hier, was mir daran garnicht gefallen hat ist, dass der Monitor im Standardmodus das Bild künstlich nachgeschärft hat und man das auch nicht verändern konnte. Ist euch das auch aufgefallen?
Auch bei dem LG besteht die Möglichkeit die Schärfe zu beeinflussen. Einmal mit der Option "Super Resolution +" und eine allgemeine "Schärfe" Einstellung, die man von 0-100% in 10% Schritten ändern kann. Für die Aufnahmen habe ich die Standardeinstellung (Super Resolution + : off, Schärfe 50%) verwendet. Für einen objektiven Vergleich müsste man die Geräte mit der selben Messmethodik untersuchen.

gab es keine Probleme mit DP aufwachen aus dem Sparmodus?
Ich konnte keine Probleme während des gesamten Testzeitraums (~4 Wochen) feststellen. Weder mit der Nvidia 670 (Treiber: 353.62), noch mit der AMD 380 (Treiber 15.8 Beta).
Der Vollständigkeit halber, als Displayport Kabel kam das LINDY 41533 - CROMO DisplayPort Kabel 3m zum Einsatz.
 
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DaDare

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#12
Ich habe ein zweites Exemplar nun geliefert bekommen. Möchtet ihr noch etwas bestimmtes wissen? Ich werde auf jeden Fall die Ausleuchtung/Schwarzdarstellung überprüfen und noch näher auf die Interpolation eingehen.

Beste Grüße,
DaDare
 
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#13
meiner ging nach einem abend wieder zurück

hatte offenbar nen rückläufer, keine werkseinstellungen, ein pixelfehler

bild geil, allerdings ist die windows skalierung bei dual monitor eine katastrophe und ich zu sehr an 144 hz gewöhnt
 
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#14
Besitze diesen Monitor seit einigen Tagen und bin vom Bild begeistert. Mir stellen sich nun einige Fragen:

1. Ist von LG geplant die 40hz Grenze bei Freesync mit einem Treiberupdate nach unten zu setzen? Da zählt ja jedes Hz weniger in diesem Bereich.

2. Da ich Spiele vorerst nicht in UHD spielen werde, möchte ich 2 Profile einsetzen. Für Win "Anwender" und für Spiele "Anwender(Spiele)". Das funktioniert soweit auch sehr gut, allerdings bekomme ich es nicht hin über die Monitor-tasten zwischen den beiden Profilen zu wechseln.
Die Taste mit dem Gamepad, läßt mich zwar von Anwender zu "Anwender(Spiele)" wechseln aber nicht mehr zurück.:confused: Gibt es da einen Trick, um nicht umständlich über das OSD gehen muss?

3. Habe ich Nachteile wenn ich die Software/Treiber von der CD nicht installiere? Splitscreen-Tool und Dual-Controller benötigte ich nicht.

4. Treiber alleine habe ich nicht auf lg.com gefunden. Gibt es die nur auf CD ?
 
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DaDare

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#15
1)
Unwahrscheinlich. LG müsste dann für jedes Gerät die neue Mindestanzahl Garantie können.
2)
Nein, zumindest ist mir nicht bekannt.
Warum LG auf die Tasten u.a. Lautstärke gemappt hat, erschließt sich mir nicht. Hier wäre Displayhelligkeit und Profilewechsel deutlich besser gewesen wesen.
3)
Nicht wirklich.
4)
Man braucht für Monitore idR keine Treiber.
 

Energized

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#16
Besitze den Monitor seit etwa zwei Wochen und bin ziemlich angetan.

1. Von LG gibt es aktuell kein Update. Jedoch kann man alternative "gehackte" Treiber installieren, die dann die Freesync-Range auf 33 Hz bis 61 Hz erweitern. Einfach mal nach "Freesync improved hz range" suchen. Dabei geht aber evtl. die Garantie flöten. Sehe gerade, dass das bereits im ersten Post steht.

2. Mit der Gamepad-Taste kann man alle Profile durchwechseln. Einfach mehrmals drücken. So ist es jedenfalls bei mir.

3. s.o.

4. s.o.
 
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#17
Hi,

zu 2. nein man kann nur das aktuelle Profil + alle Game Profile durchwechseln. Die anderen Profile sind bei mir nicht wählbar. Sobald man zu einem Gameprofil gewechselt hat, ist das ursprüngliche Profil nicht mehr auswählbar. Sieht für mich nach einem Bug aus.
 

Homofürst

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#18
Hab den Monitor seit heute und bin leider enttäuscht. Der hat zu starkes IPS-Glow, auch bei Frontalansicht.

20151205_171635.jpg
(Galaxy S5, abgedunkeltes Zimmer)

Auf dem Bild ist es stark übertrieben, aber man sieht dadurch deutlich das gelbliche Leuchten in den beiden oberen Ecken. In Realität ist es nicht so stark, aber definiv da und bei dunklem Bild störend. Wie sieht das bei euch aus? Lohnt es sich den einzuschicken und den gleichen noch mal zu bestellen oder lieber auf einem anderen umsteigen, vllt einen TN mit UHD?

Der Rest vom Monitor ist sehr gut. Insbesondere die Auflösung ist ein Genuss, auf den ich nicht mehr verzichten will. Hatte vorher den ASUS MG279Q, ich finde die höhere Auflösung besser als die 144Hz. Der hatte übrigens auch starkes IPS-Glow (noch stärker, dafür nur in einer Ecke), weshalb ich den LG geordert habe. (siehe https://www.computerbase.de/forum/t...-fragen-freesync.1509241/page-7#post-18193381)
 
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DaDare

Fleet Admiral
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#19
Sicher, dass es IPS Glow ist und nicht Back-Light-Bleeding?

Der IPS Glow ist ein blickwinkelabhängiger Fehler. Je spitzer der Winkel, desto stärker äußert sich der Glow. Schaust du frontal auf eine Ecke, sollte das Bild korrekt aussehen. Wenn dem nicht so ist, handelt es sich um klassisches Back Light Bleeding - zumindest simpel ausgedrückt.

Der IPS Glow äußerte sich bei meinen Modellen nicht störend. Sollte es sich bei dir um Back Light Bleeding handeln, würde ich es auf ein zweites Exemplar ankommen lassen.
 

Homofürst

Lt. Junior Grade
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#20
Moin, ja ich bin mir ziemlich sicher, dass es IPS-Glow ist, da der Effekt in den oberen beiden Ecken blickwinkelabhängig ist. BLB ist meines Wissens auch nicht so gelblich. Die hellen Flächen unten auf meinem Foto würde ich als BLB einstufen, das ist aber nicht so stark und damit könnte ich leben. Ja, ich habe vorher von IPS-Glow gelesen und bin auch davon ausgegangen, dass es nur bei seitlichen Blickwinkeln auftritt. Das ist bei meinem Exemplar aber nicht (nur) der Fall, auch bei perfekter Frontansicht ist das nervige Leuchten da.

Danke aber für deine Antwort, ich werde es noch mal mit dem 27MU67 versuchen. Ich habe vermutlich einfach Pech gehabt.
 
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