LGBTQI und das heteronormative Weltbild

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Zeitlupe_1982 schrieb:
Du kommst nicht aus einer Großstadt, oder?
Also es ist für mich schwer vorstellbar, das EIN Restaurant ALLE Küchen (Deutsch (+ die ganzen Untersorten), Chinesisch, Italienisch usw. usw.) abdeckt.

Hast du nen Google Link?

Zeitlupe_1982 schrieb:
Wo genau siehst du denn, dass man Dinge gleich sehen möchte, die nicht gleich sind?
Ich präzisiere es etwas mehr: Die Lösungen.
Also nur weil man es beim Essen hinbekommt, das wirklich für jeden was dabei ist, bedeutet es im Umkehrschluss nicht, das es im gesellschaftlichen Zusammenleben genauso läuft.

Zeitlupe_1982 schrieb:
Eben die Gleichheit vor dem Gesetz.
Das bedeutet für mich aber nicht, Extra Toiletten, Extra Adjektive, Extra Sprachanpassung usw.

Zeitlupe_1982 schrieb:
Eine transidente Person hat genau das selbe Recht ihre Geschlechtsidentität auszuleben, wie jeder andere Mensch auch.
Gesetze spielen aber in zwischenmenschlichen Beziehungen keinerlei Rolle. Es gibt kein Gesetz, das mich z.B. zu einer Partnerschaft mit einer Trans-Person zwingt o.ä.

Und diesen Punkt wird man nicht erzwingen können.

Zeitlupe_1982 schrieb:
Wofür sollte man die hier brauchen?
Wenn man in einer gleichgesinnten Gruppe unterwegs ist, ist es doch mit Abstand am leichtesten, das Thema Ausgrenzung zu lösen oder nicht?

DerOlf schrieb:
Vielfalt auf diesem Gebiet kulturell legitimieren können.
Die Antwort ist eher: Weil nicht irgendein Fanatismus (Halal, Vegan), diese Freiheit verbietet.

Das Thema Essen gehört aber durchaus diskutiert, da man eben in Bezug auf den Klimawandel, diesen Luxus vielleicht zurückfahren sollte FÜR ALLE (Kein Freikaufen für Reiche, ALLE Menschen die gleichen Rechte (Verbote))
DerOlf schrieb:
Wieso ... nur weil der das Sexualregime als straffes Korsett erscheinen lässt, bei dem Vielfalt für etwas beinahe gefährliches gehalten wird?
Naja wenn ich als Mann, keine Vagina habe und dadurch keinen vaginalen Sex haben kann, der möglicherweise 1000 mal besser ist, dann ist das doch so oder?

Natürlich wenn ich jetzt sage: Ich will das unbedingt haben und lasse mich umoperieren ... hmm ... für mich ist es schwer, das einzuordnen.

DerOlf schrieb:
Wenn du mit deinen Präferenzen regelmäßig aneckst, dann kann es passieren, dass du drei mal überlegst, bevor du diese Präferenzen äusserst.
Und das ist für eine funktionierende Gesellschaft notwendig oder?
 
Andy8891 schrieb:
Also nur weil man es beim Essen hinbekommt, das wirklich für jeden was dabei ist, bedeutet es im Umkehrschluss nicht, das es im gesellschaftlichen Zusammenleben genauso läuft.
Das Essen ist nur ein Beispiel, bei dem wir mit Vielfalt weit weniger Probleme verbinden, als bei der Sexualität.
Der Merzedesfahrer mag eventuell keine BMW-Fahrer ... aber der kann ausserhalb des Strassenverkehrs mit BMW-Fahrern genauso umgehen, wie mit Merzedesfahrern.
Der eine liebt die Musik von Johann Sebastian Bach und findet Chopin zu schnulzig, kriegt bei Schönberg Kopfschmerzen und möchte bei Stockhausen gleich flüchten ... aber das ist eben einfach Geschmackssache, und es ist kein Problem, wenn andere da gegenteiliger Meinung sind.

Automarken, Musik, Essen, Klamotten (OK, da ist es aufgrund der Geschlechtsunterscheide nicht ganz so frei), die Wahl der Farbe von Wänden, Möbeln oder Vorhängen und noch ziemlich viele andere Dinge werden gesellschaftlich nicht so überreguliert, wie die Sexualität.
Bei Überregulierung meine ich natürlich nicht die in Gesetzen und offiziellen Anweisungen, sondern einfach die in den Köpfen.
Ergänzung ()

Andy8891 schrieb:
Und das ist für eine funktionierende Gesellschaft notwendig oder?
Es geht nicht darum, ob das notwendig ist, sondern ob es wirklich in dem Ausmaß geschehen MUSS, in dem es lange Zeit geschah.
Meine Gesellschaft funktioniert durch das Wissen, dass es mehr als zwei sexuelle Pole gibt, nicht wirklich schlechter, und auch in der Möglichkeit, zu wechseln, sehe ich keine Gefahr für die gesellschaftliche Ordnung ... die hängt nämlich garnicht so sehr an der individuellen Sexualität.
 
Zuletzt bearbeitet:
In einer Welt, in der es sehr feminine Männer und sehr maskuline Frauen gibt fällt es mir mit dem Wissen, das es wirklich extreme Behinderungen gibt, mit denen ich nicht leben könnte, schwer nachzuvollziehen, warum Menschen sich nicht mit ihren natürlichen Einschränkungen arrangieren können.

Deswegen ja auch meine Frage:
Wie würde das Leben aussehen, wenn es KEINE Hormontherapie oder Operationen gäbe?

Ich hoffe ich bekomme darauf eine weltsichterweiternde Antwort.


DerOlf schrieb:
Meine Gesellschaft funktioniert durch das Wissen, dass es mehr als zwei sexuelle Pole gibt, nicht wirklich schlechter,
Wenn dies gleich dezent in der Öffentlichkeit ausgelebt wird, habe ich damit auch kein Problem.


DerOlf schrieb:
und auch in der Möglichkeit, zu wechseln, sehe ich keine Gefahr für die gesellschaftliche Ordnung
Wenn keine extra Toiletten, Adjektive usw. gefordert werden, habe ich damit auch kein Problem.

Nur würde ich diese Menschen, wenn auffällig, genauso irritiert ansehen, wie jeden anderen auffälligen Menschen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Auch Behinderte werden diskriminiert, ich glaube solche Vergleiche sind nicht zielführend, genauso wie die Ausflüge zu Angeboten in der Gastronomie.
Was wäre wenn Fragestellungen sind nur eine intellektuelle Übung, de facto gibt es Möglichkeiten für Menschen die ihr Gender ändern möchten. Und das ist auch gut so.
 
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Andy8891 schrieb:
Also es ist für mich schwer vorstellbar, das EIN Restaurant ALLE Küchen (Deutsch (+ die ganzen Untersorten), Chinesisch, Italienisch usw. usw.) abdeckt.
War auch nur als Witz gemeint ;) Ich hab hier haufenweise Türken/Inder die Pizza, Currywurst, Schnitzel und alles Mögliche anbieten.

Andy8891 schrieb:
Das bedeutet für mich aber nicht, Extra Toiletten, Extra Adjektive, Extra Sprachanpassung usw.
Sprache wandelt sich doch sowieso immer, unsere Sprache ist allgemein viel inklusiver geworden, was sich z.B. an den Begriffen für diverse Krankheiten zeigt. Niemand bezeichnet einen gehbehinderten Menschen noch als "Krüppel", oder eine Intelligenzminderung noch als "Schwachsinnig", obwohl diese Begriffe auch einst eine neutrale Beschreibung waren. Nur beim Gendern macht man dann ein Fass auf.

Pronomen sind einfach eine Frage des gegenseitigen Respektes, weil man sie ja nur bei der direkten Kommunikation verwendet. Da stellt sich für mich sowieso keine Problematik ein. Wenn ich mit Menschen direkt spreche, ist es doch selbstverständlich, nach Aufklärung, die gewünschten Pronomen zu wählen. Ansonsten zerstört man sich doch jede Sympathie und ist eigentlich sogar toxisch eingestellt.

Andy8891 schrieb:
Und diesen Punkt wird man nicht erzwingen können.

Nein, das will ja auch keiner. Du spielst sicherlich auf die Behauptung an, transfrauen würden alle Männer, die keinen Geschlechtsverkehr mit ihnen haben wollen, als transphob bezeichnen. Bei der Debatte geht es auch eigentlich um etwas anderes. Wenn du nicht mit einer transperson verkehren willst, ist das natürlich in Ordnung und zu respektieren. Das musst du natürlich auch nirgendwo begründen und dich irgendwo rechtfertigen. Man sollte nur in sich gehen. Wenn die transidentität die einzige Ursache ist, weswegen man keinen Verkehr haben möchte, obwohl sympathie und aussehen sonst stimmt, wieso stört dieser Aspekt einen so sehr? Spielt da transphobie mit rein? Geht nur um das für sich selbst hinterfragen. Rechenschaft ist man niemanden schuldig.
Ergänzung ()

Andy8891 schrieb:
In einer Welt, in der es sehr feminine Männer und sehr maskuline Frauen gibt fällt es mir mit dem Wissen, das es wirklich extreme Behinderungen gibt, mit denen ich nicht leben könnte, schwer nachzuvollziehen, warum Menschen sich nicht mit ihren natürlichen Einschränkungen arrangieren können.

Hm, erstmal ist es ziemlich anmaßend das so zu schreiben, du weißt doch garnicht wie sich eine transidente Person fühlt. Wieso sollte das keine extreme Behinderung sein? Genauso hat man früher auch über Burnout betroffene oder depressive gesprochen. "Stell dich nicht so an" und Ende...

Warum sollte man sich mit natürlichen Einschränkungen arrangieren, wenn es Behandlungsmöglichkeiten gibt, in diesem Fall eben durch die angleichung des biologischen Körpers an die Geschlechtsidentität.

Wenn ich mir ein Bein verliere durch einen Unfall, möchte ich auch nach Möglichkeit keinen Rollstuhl, sondern eine Prothese haben. Einfach weil es geht.
 
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Zeitlupe_1982 schrieb:
Ich hab hier haufenweise Türken/Inder die Pizza, Currywurst, Schnitzel und alles Mögliche anbieten.
Die Standardgerichte, die keinerlei Aufwand erfordern, da ist es ja auch keine Kunst, das auf die Karte und dann in die Friteuse zu knallen.

Zeitlupe_1982 schrieb:
Sprache wandelt sich doch sowieso immer,
Ich hab kein Problem damit, wenn das natürlich entwickelt.

Gutes Cringe Beispiel ist das Thema "Zero" für 0 Zucker. Es wird überall hingeklatscht, obwohl das bei einigen Produkten sich ausgesprochen einfach nur peinlich anhört. Beispiel: Müllermilch Zero.

Zeitlupe_1982 schrieb:
Nur beim Gendern macht man dann ein Fass auf.
Weil etwas angefasst wird, das NIE beleidigend gemeint ist. Man hat es ähnlich zu den Dialekten auf natürlichem Wege gelernt.

Und plötzlich, dank irgendwelchen Kinderstudien mit Berufen, macht man ein Fass auf.

Zeitlupe_1982 schrieb:
Pronomen sind einfach eine Frage des gegenseitigen Respektes,
Ich habe innerlich beispielsweise ein Problem, eine fremde ältere Person mit "Du" anzusprechen, nachdem mich diese darum gebeten hat (Arbeit).
Natürlich ist für mich Sie, und wenn ich nicht extra daran denke, würde ich in 100 Situationen immer "Sie" sagen.

Zeitlupe_1982 schrieb:
Wenn ich mit Menschen direkt spreche, ist es doch selbstverständlich, nach Aufklärung, die gewünschten Pronomen zu wählen.
Ich denke ich hätte ein Problem damit, sehe mich aber auch selbst als Problem und würde daher solchen Menschen möglichst aus dem Weg gehen.

Wenn ich gezwungen wäre, würde ich das irgendwie hintermich bringen, aber ich wüsste zu 100% das es nicht authentisch wäre und das der Gegenüber wahrscheinlich auf so mitbekommen würde, das es reine Höflichkeit war.


Zeitlupe_1982 schrieb:
Wenn die transidentität die einzige Ursache ist, weswegen man keinen Verkehr haben möchte, obwohl sympathie und aussehen sonst stimmt, wieso stört dieser Aspekt einen so sehr?
Dieser Punkt ist vollständig vom Aussehen (Symapathie) abhängig, daher kann hier eben keine generelle Antwort gegeben werden, weil Aussehen eben subjektiv ist.

Wenn zwei transidente Personen den Identischen Charakter haben und eine sieht eher wie ein Mann aus und eine eher wie eine Frau, dannwäre die Wahl für mich offensichtlich.
Und ja Oberflächlichkeit ist kacke, aber es ist für mich wahrscheinlich (in der Situation war ich nicht) nicht möglich mich gegen das Unterbewusstsein (Bewertung symaptisch oder nicht) zu stellen.
 
Andy8891 schrieb:
Dieser Punkt ist vollständig vom Aussehen (Symapathie) abhängig, daher kann hier eben keine generelle Antwort gegeben werden, weil Aussehen eben subjektiv ist.
Ich habe den entsprechenden Absatz nochmal etwas editiert, da die hälfte des Arguments gefehlt hat.

Das ist selbstverständlich in Ordnung, wenn du das so siehst. Aber in dem Beispiel geht es ja um eine Frau, deren Sympathie und Aussehen ansprechend ist, welche dann allerdings einzig und allein aufgrund ihrer transidentität nichtmehr als Partner in Frage kommt.
 
Zeitlupe_1982 schrieb:
Hm, erstmal ist es ziemlich anmaßend das so zu schreiben, du weißt doch garnicht wie sich eine transidente Person fühlt.
Es lässt sich nicht generell beantworten. Die Frage ist eben, ob der Großteil der transidenten Personen, nach der Umwandlung eine 100% Passing bekommen würden, oder ob es eher eine Minderheit wäre.

Gibts dazu ne Studie?

Zeitlupe_1982 schrieb:
Wieso sollte das keine extreme Behinderung sein?
Ich weiß es nicht, weil es wahrscheinlich wieder unendlich Abstufungen geben dürfte.

Zeitlupe_1982 schrieb:
Genauso hat man früher auch über Burnout betroffene oder depressive gesprochen. "Stell dich nicht so an" und Ende...
"Stell dich nicht so an", ist platt ausgedrückt und wird der Situation sicherlich nicht gerecht. Bildlich ausgegedrückt ist es so, wie wenn beim Fußball jemand gefouled wird und der Gegenspieler zieht den dann am Arm hoch, nach dem Motto: Stell dich nicht so an, aber in der Realität ist das Bein beim foulen gebrochen.

Zeitlupe_1982 schrieb:
Warum sollte man sich mit natürlichen Einschränkungen arrangieren,
Zeitlupe_1982 schrieb:
wenn es Behandlungsmöglichkeiten gibt,
Und deswegen die Frage: Wie wäre dein Leben, wenn es keine Behandlungsmöglichkeiten gäbe?

Mich interessiert es deswegen, weil ich gerne wissen würde: Würdest du als Mann/Frau versuchen "normal" zu leben, wärst du dann G/L oder würdest du dein Außerliches troztdem richtig innere Identität anpassen?

Zeitlupe_1982 schrieb:
einzig und allein aufgrund ihrer transidentität nichtmehr als Partner in Frage kommt.
Das ist vom Einzelfall abhängig. Z.B. Thema Kinder.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Zeitlupe_1982 schrieb:
Pronomen sind einfach eine Frage des gegenseitigen Respektes, weil man sie ja nur bei der direkten Kommunikation verwendet. Da stellt sich für mich sowieso keine Problematik ein. Wenn ich mit Menschen direkt spreche, ist es doch selbstverständlich, nach Aufklärung, die gewünschten Pronomen zu wählen. Ansonsten zerstört man sich doch jede Sympathie und ist eigentlich sogar toxisch eingestellt.
Sympathie und Respekt ist immer etwas gegenseitiges, ich kann auch durchaus nachvollziehen das wenn beispielsweise ein Mann zur Transfrau wird sich wünscht, mit weiblichen Pronomen angesprochen zu werden.

Doch das ganze wird vermehrt ins lächerliche gezogen und hat sich eher zu einem "Pronomengame" entwickelt, wenn dann irgendwelche Kleidungsmerkmale das aktuelle "Genderpronomen" darstellen sollen was man gefälligst zu erkennen hat oder irgendwelche Fantasiepronomen verwendet werden, fühle ich mich nicht mehr respektiert als erwachsene Person.
 
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Ich denke, wenn man das Thema Sexualität komplett frei gestalten möchte, müsste man den radikalsten Weg gehen:
Man schafft die Unterscheidung Mann/Frau komplett ab.

Es gibt dann also kein Er/Sie mehr und man müsste sich etwas neutrales ausdenken.

In der Familie gibt es kein Mama/Papa mehr, entweder nur Vornamen, die dann vielleicht auch komplett unabhängig vom Geschlecht verwendet werden usw.

So könnte ich mir vorstellen, das man nachhaltig vollständig von der Geschlechtertrennung wegkommt.

€Wenn deine Lehrende dann Lisa heißt, weißt du nicht, ob es vom äußeren her ein Mann oder eine Frau ist, bevor du die Person gesehen hast.

Das wäre doch eine interessantes Gedankenexperiment oder?
Warum trennen wir uns nicht von den Anreden Herr/Frau usw. und wählen etwas neutrales?
 
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Zeitlupe_1982 schrieb:
Pronomen sind einfach eine Frage des gegenseitigen Respektes, weil man sie ja nur bei der direkten Kommunikation verwendet. Da stellt sich für mich sowieso keine Problematik ein. Wenn ich mit Menschen direkt spreche, ist es doch selbstverständlich, nach Aufklärung, die gewünschten Pronomen zu wählen. Ansonsten zerstört man sich doch jede Sympathie und ist eigentlich sogar toxisch eingestellt.
Also da muss man doch etwas betrachten wie sich das entwickelt hat.

Da gab es ja dann in den USA Studenten/Aktivisten die von Ihrem Professoren unterschiedliche Pronomen gefordert hatten.
Und das zeigt, dass diese Ansprache eben doch auch im Kontext von Gruppen und im Rahmen öffentlicher und Repräsentativer (Prof. vertritt die Uni) Unterhaltung eine Rolle Spielt. Mehr noch aber, dass die Forderung ohne Einheitlichkeit, um einen prozeduralen Übergang zur neuen Norm zu erlauben, auch die Kritik einer mangelnden Praktikabilität verdient hat.

In den USA haben sich deswegen in weiten Teilen die Pronomen she/her/hers he/him/his they/them/theirs etabliert. Und das vielleicht auch bald in einem Rahmen, das eine Erweiterung der Norm um einen vierten Begriff bald handhabbar wäre.
Aber die Anfangs teils sehr lauten Forderungen nach komplett individuellen Pronomen, wo die treibenden Bewegungen ihre Forderungen auch nicht in eine Einheitliche und handhabbare Form bringen konnten/wollten haben eben auch heftige Gegenreaktionen erzeugt die in den Köpfen hängen geblieben sind.

Ich habe selbst Beruflich viel mit immer neuen Gruppen zu tun die ich Förmlich korrekt individuell ansprechen muss, und nebenbei mit dem Kopf den Fokus eigentlich bei anderen Themen haben muss. Da sind Name und Titel schon oft genug eine Herausforderung weil man beim sprechen auch nicht immer auf den Notiz Zettel schielen kann.
Grade die dann oft gewählten Formulierungen bedienen sich Pronomen die eine direkte Ansprache erlauben ohne auf die Individuellen Namen und Titel zurück greifen zu müssen. Die Hürde von 2-3 Pronomen-Gruppen zu wechseln mag nicht die entscheidende sein. Aber dem Nutzen dieser Differenzierungen im Alltag stehen auch Kosten gegenüber.
 
Zuletzt bearbeitet:
Andy8891 schrieb:
Gibts dazu ne Studie?
Ich kenne keine.

Andy8891 schrieb:
Mich interessiert es deswegen, weil ich gerne wissen würde: Würdest du als Mann/Frau versuchen "normal" zu leben, wärst du dann G/L oder würdest du dein Außerliches troztdem richtig innere Identität anpassen?
Ich weiß es nicht, ich habe mir über diese frage noch keine gedanken gemacht und kann das so pauschal nicht beantworten.

The_waron schrieb:
Doch das ganze wird vermehrt ins lächerliche gezogen und hat sich eher zu einem "Pronomengame" entwickelt, wenn dann irgendwelche Kleidungsmerkmale das aktuelle "Genderpronomen" darstellen sollen was man gefälligst zu erkennen hat oder irgendwelche Fantasiepronomen verwendet werden, fühle ich mich nicht mehr respektiert als erwachsene Person.
Menschen identifizieren sich mit Sachen und tragen diese expressiv nach außen um sich affirmativ zu verhalten. Das machen doch auch cis-hetero menschen genauso. Egal ob es ein Fußballfan der überall sein vereinslogo präsentiert, ein car guy bei dem sich seine identität um sein auto dreht oder ein pferdemädchen. Um mal bei den klischees zu bleiben. Nichts daran ist falsch oder verwerflich, wenn man das individuell unsympathisch findet, ist es so und man kommt mit der Person nicht auf einen grünen Zweig. Trotzdem kann man das im alltag respektieren und muss es nicht schlecht reden. Wenn es der person etwas positives bringt irgend ein ausgefallenes pronomen zu verwenden, ist es halt so, habe keine zeit und interesse das zu hinterfragen.

Andy8891 schrieb:
Es gibt dann also kein Er/Sie mehr und man müsste sich etwas neutrales ausdenken.
Die Cis-Geschlechtsidentität ist genauso real wie die anderen und wird immer am häufigsten auftreten. Wir brauchen keine auflösung der geschlechtsidentitäten , sondern einfach eine gleichberechtigung und gegenseitige anerkennung.
 
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Zeitlupe_1982 schrieb:
Die Cis-Geschlechtsidentität ist genauso real wie die anderen und wird immer am häufigsten auftreten. Wir brauchen keine auflösung der geschlechtsidentitäten , sondern einfach eine gleichberechtigung und gegenseitige anerkennung.
Was spricht gegen etwas neutrales für alle?

Ich finde den Gedanken deswegen interessant, das ich bei exotischen (ausländischen) Namen erstmal googlen muss, ob das überhaupt eine Frau oder Mann ist.

Wäre doch sogar eine erhebliche Vereinfachung.

Die Frage wäre: Wodurch ersetzt man den Standard: Sehr geehrte/r? Gibts dafür eine neutrale Formulierung?
Sehr geehrte Person xyz hört sich komisch an.


Zeitlupe_1982 schrieb:
ich habe mir über diese frage noch keine gedanken gemacht und kann das so pauschal nicht beantworten.
Warum? Oder ist das zu persönlich?
 
Zeitlupe_1982 schrieb:
Menschen identifizieren sich mit Sachen und tragen diese expressiv nach außen um sich affirmativ zu verhalten. Das machen doch auch cis-hetero menschen genauso. Egal ob es ein Fußballfan der überall sein vereinslogo präsentiert, ein car guy bei dem sich seine identität um sein auto dreht oder ein pferdemädchen. Um mal bei den klischees zu bleiben.
Das hat nichts mit der Thematik zu tun, ein Fußballfan wird mich nicht anhalten ihn mit "Sehr geehrter FC Sandhausen..." anszuprechen.


Zeitlupe_1982 schrieb:
Nichts daran ist falsch oder verwerflich, wenn man das individuell unsympathisch findet, ist es so und man kommt mit der Person nicht auf einen grünen Zweig. Trotzdem kann man das im alltag respektieren und muss es nicht schlecht reden. Wenn es der person etwas positives bringt irgend ein ausgefallenes pronomen zu verwenden, ist es halt so, habe keine zeit und interesse das zu hinterfragen.
Wie bereits geschrieben, Respekt geht von beiden Seiten aus, wenn eine Person mich auffordert das Pronomen "Bug" zu benutzen fühle ich mich in meiner Wahrnehmung als vernunftbegabte, erwachsene Person nicht respektiert.

Nichts desto trotz, tolerieren tue ich das, mir ist das völlig egal ob jemand mit Frau/Mann/Bug/Lokomotive/They/Ens oder sonst was angesprochen werden will, nur mitmachen tue ich da nicht, sprich ich akzeptiere es nicht. Und nein, es gibt kein Anspruch auf Akzeptanz, sondern nur auf Toleranz, wenn auch die beiden Begriffe oft als Synonyme betrachtet werden.
 
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The_waron schrieb:
Doch das ganze wird vermehrt ins lächerliche gezogen und hat sich eher zu einem "Pronomengame" entwickelt, wenn dann irgendwelche Kleidungsmerkmale das aktuelle "Genderpronomen" darstellen sollen was man gefälligst zu erkennen hat oder irgendwelche Fantasiepronomen verwendet werden, fühle ich mich nicht mehr respektiert als erwachsene Person.
Das ist dann auch schon eher eine Machtthematik als eine Geschlechterthematik. Ich für meinen Teil werde ganz sicher sowas nicht 'mitspielen' wenn ich das Gefühl habe, der Person geht es vornehmlich darum, Macht über ihr Umfeld auszuüben indem sie anderen vorschreibt, wie sie sprechen sollen.

Zeitlupe_1982 schrieb:
Trotzdem kann man das im alltag respektieren und muss es nicht schlecht reden. Wenn es der person etwas positives bringt irgend ein ausgefallenes pronomen zu verwenden, ist es halt so, habe keine zeit und interesse das zu hinterfragen.
Mich stört zuweilen diese gewisse Überheblichkeit, es gäbe ja gar kein biologisches Geschlecht (eine nicht selten vertretene These), das sei 'wissenschaftlicher Fakt' und überhaupt wer jetzt nicht 'endlich' mal toleranz zeigt, der ist toxisch und transphob und überhaupt. Sehr wenig Empathie oder Bereitschaft sich damit auseinanderzusetzen, das man etwas für viele höchst ungewöhnliches (neue bzw. erfundene Pronomen verwenden) einfordert.

Das 'pushen' endet ja nicht bei den Pronomen es geht dann z.B. damit weiter, dass auch Jugendliche ihr Geschlecht irreversibel ändern können bei 'Bedarf', was ich für höchst unverantwortlich halte. Aber auch hier wieder diese Selbstverständlichkeit mit der solche eindeutig kritischen Dinge gefordert werden.
Ich lehne daher dieses System in ihrer Gesamtheit ab, wenn ich auch einzelne Aspekte nicht unbedingt ablehne.
 
Andy8891 schrieb:
Gibts dafür eine neutrale Formulierung?
Zumindest im deutschen fällt mir gerade keine ein.

Das englische "Dear ..." passt aber für alle Schattierungen, die ich mir vorstellen kann.
Aber nichtmal das funktioniert im Deutschen, denn bei uns wird nunmal alles geschlechtlich formuliert.
"Dear" kann man übersetzen als "liebe*r" ... oder als "Sehr geehrte*r" ... und am Sternchen kann man sehen, dass das eben nicht geschlechtsneutral übersetzt werden kann.
Ob ich Bill Gates oder Judith Butler einen Brief schreibe ... mit der Formulierung "dear" gefolgt von dem vollständigen Namen brauche ich mir um das Geschlecht des Angesprochenen einfach keine Gedanken machen.
Geschlechtssymbole (z.B. Mrs. oder Mr.) brauche ich nur, wenn ich die Vornamen weglasse.
Sogar bei persönlicher Ansprache ("dear Bill" oder "dear Judith") macht es keinen Unterschied. Da könnten die beiden ihre Geschlechtsidentitäten tauschen, und es wäre für die Ansprache komplett egal.

Im Englischen gibt es auch den Unterschied zwischen "Du" und "Sie" nicht ... beides steckt im "you". Aber das fällt in deutschen Übersetzungen viel eher auf, als im englischen Original.
Bei der deutschen Übersetzung von Star Trek sprechen sich offensichtlich aneinander emotional stark interessierte Menschen gegenseitig mit "Sie" an. Das englische "You" hat diese Bedeutungsdimension scheinbar einfach nicht. Und "ich liebe Sie" klingt für meine Ohren einfach wenig vertraut ... das bringe ich im Kopf nicht wirklich zusammen, bzw. ich werte es dann halt als "schluderige Übersetzung".
Es wäre aber für das deutsche Publikum etwas befremdlich, wenn sich die Menschen in einem millitärischen oder beruflichen Kontext mit "Du" anreden würden ... denn so kennt man das aus dem Berufsleben in Deutschland halt eher nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
DerOlf schrieb:
dieses passive Selbstmarkierungsbedürfnis nach der GA und den Hormonbehandlungen endlich los zu sein.

Ist dem so? Das "passing" wird doch nicht einen oder DEN Arche- bzw. Prototypen an Mann/Frau erreichen. Es kann doch gar nicht vollkommen sondern nur bis zu einem gewissen Grad abgeschlossen werden. Es bleiben nicht nur gewisse (gesundheitliche) Risiken sondern auch körperliche "Einschränkungen" (bspw. weder Kinder zeugen noch gebären können - unabhängig des Wollens).

Mit Zwang meine ich genau das, was landläufig darunter gemeint ist. Niemand außer mir selbst kann (im Optimalfall und Anwendung oder Androhung von Gewalt ausgeschlossen) mich zu einer Transition zwingen, sexuelle Vorlieben zu haben, zu erleben oder auch eine Facette der Vielfalt zu sein. Wenn mit (innerer) Zwang natürlich die Steigerung von Drang gemeint ist, so ist die finale Entscheidung aber immer noch bei der Person selbst. Es kann aber auch sein, dass wir gerade fürchterlich aneinander vorbei reden ;)
 
DerOlf schrieb:
Dabei ist genau das eben ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum passing ... denn es bedeutet, sich selbst nicht mehr "besondern" zu müssen ... also nicht mehr den Hinweis "Achtung, ich bin anders (als du denkst)" vor sich her tragen zu müssen.
DerOlf schrieb:
denn im allgemeinen gehen Menschen (auch aufgeklärte und auch transidente) beim Gegenüber erstmal davon aus, dass dieser Mensch der Norm entspricht.
Das große Problem das ich damit habe ist, dass die Community zugleich die Norm abschaffen will. Frankfurter Schule, Postmoderne etc, da weißt du sicher mehr drüber als ich und das geht (leider) Hand und Hand. Neuodivers, Cis und dergleichen sind letztendlich Anwendungen dieser Theorien auf gesellschaftlicher Ebene bis hin zum absurden (biologische Geschlecht existiert nicht).
strempe schrieb:
Genauso ist doch eher ein Drang als ein Zwang z.B. eine Transition zu "erfahren" (welches Verb wäre hier geeigneter?), sexuelle Vorlieben zu haben, zu erleben oder auch eine Facette der Vielfalt zu sein.
Das ist kein Drang, sondern eine Krankheit, wenn dein biologisches Geschlecht nicht zu deiner biologisch verdrahteten Geschlechtsidentität passt. Deswegen nennt sich die zubehörige Behandlung auch "Geschlechtsanpassung".
Das ist abzugrenzen von z.B. Borderline, welche ebenfalls Identitätsstörungen haben können die sich womöglich ähnlich äußern, aber natürlich nicht auflösen nach einer vermeintlichen Anpassung. Solcherlei ist aber stark tabuisiert und ich bin nicht sicher, inwiefern man aktuell Differentialdiagnostik betreibt.

strempe schrieb:
Ist dem so? Das "passing" wird doch nicht einen oder DEN Arche- bzw. Prototypen an Mann/Frau erreichen. Es kann doch gar nicht vollkommen sondern nur bis zu einem gewissen Grad abgeschlossen werden. Es bleiben nicht nur gewisse (gesundheitliche) Risiken sondern auch körperliche "Einschränkungen" (bspw. weder Kinder zeugen noch gebären können - unabhängig des Wollens).
Das ist nach heutigen Stand bereits eine Transphobe Einstellung. In den USA kannst du für solche (völlig korrekten) Überlegungen gefeuert werden. In dem neuen postmodernen Denksystem gibt es kein Mann/Frau mehr, sondern Cis und Trans. Das ganze ist so abgefahren, dass man frei nach Orwell gar nicht mehr darüber sprechen kann, deswegen auch die auf dem zweiten Blick höchst merkwürdige Formulierung auf Wikipedia:
Cisgender oder als undeklinierbares Adjektiv cisgender (aus lateinisch cis „diesseits“ und englisch gender „soziales Geschlecht“),[1] kurz cis,[2][3] bezeichnet Personen, deren Geschlechtsidentität mit ihrem im Geburtenregister eingetragenen Geschlecht (dem Geburtsgeschlecht[4][5] oder Hebammengeschlecht[6][7]) übereinstimmt, das meist anhand der sichtbaren körperlichen Geschlechtsmerkmale des Neugeborenen beurteilt wird.
Man beachte das "mit ihrem im Geburtenregister eingetragene Geschlecht". Das muss so formuliert werden, weil es ein Geschlecht im biologischen Sinne ja nicht gebe, nur ein sozial konstruiertes, von daher kann Cis nicht auf die Biologie verweisen, sondern verweist wiederum nur auf einen Verwaltungsakt bzw. eine Soziale Norm "das was irgendwer damals irgendwo eingetragen hat".
 
Zuletzt bearbeitet:
Erkekjetter schrieb:
Hatten wir das nicht grade erst, dass das keine Krankheit ist?
In dem postmodernen Denksystem kann es natürlich keine Krankheit sein, denn dann wäre es etwas biologisches. Siehe mein letzter Beitrag dazu. Das ist der eigentliche Grund, warum das abgelehnt wird.
 
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