Das User zufrieden sind bedeutet nur, dass sie "nicht mehr" wissen, was guter Klang ist. Du kannst dir von so ziemlich jeden Lautsprecher ab 50 Euro Bewertungen anschauen - die sind allesamt gut bis sehr gut. Lies mal zwischen den Zeilen, dann weiß man woran man ist ("Voll krasser Bass!", "Fiept nicht!", Kann VOOOOLLL laut aufdrehen!!!!"). Man muss also erst einmal schauen: was für ein Anspruch hat der Nutzer, der mit seinem Produkt zufrieden ist.
Material und Herstellung hat nun einmal einen fixen Preis. Es hat seine Gründe, warum es nicht tausend Anbieter in dem günstigen Segment Produkte anbieten. Die Margen sind gering, die für Satelliten-Subwoofer-Systeme vermutlich höher, abgesehen davon wollen Leute, die sich Standlautsprecher kaufen, auch ordentlichen Klang - der Anspruch ist höher.
Vergleich: Schau mal was dich Möbel kosten. Ein Stück Holz (Pressholz!), meistens nur sehr windig (muss ja günstig sein!) und dazu nichts technisch an so einem Teil. Wiegt ein paar Kilo und du bist schnell bei 80 Euro+. So ein Standlautsprecher wiegt mindestens fünf Kilogramm, hat Technik und ein nicht ganz so einfachen Aufbau (möglichst luftdicht, Einlässe für Chassis, massiv, Elektronik muss drin verbaut werden). Das selbst windige Möbelstücke teurer sind, als diese Lautsprecher, macht den Kunden offenbar nicht stutzig. Ach. Geld verdienen wollen die Hersteller auch noch.
Das alles sagt jetzt nichts über ein einzelnes Produkt aus. Der Lautsprecher kann gut sein, er muss aber nicht und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er nicht gut ist. Ich muss mir kein 30 Euro Netzteil mit "500W" im Detail ansehen um sagen zu können: das ist zu 95% Schrott, Markennetzteile (nicht im Sinne von bekannter Hersteller, sondern von Qualität) kosten eben 60-100 Euro in dieser Klasse.