Mehrwertsteuersenkung

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Das diese Senkung aber nur für Speisen gilt darf dann doch wohl noch kritisiert werden.
 
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Es kommt natürlich auf die individuellen finanziellen Verhältnisse an, aber wir haben auch im Juni noch E-Bike und teure Gartengeräte angeschafft. Ja, klar, im Juli hätte man insgesamt ein paar Euro sparen können, aber wir wollten halt jetzt Ausflüge unternehmen und den Garten auf Vordermann bringen.

Andere, die sonst jeden Cent abwägen müssen, können sich jetzt im Monat effektiv mehr kaufen, und sei es nur eine Packung Butter mehr. Das mag aber für die Leute dann auch "super" sein.

Allgemeinplätze ziehen hier nicht.
 
Das große Ankurbeln der Konjunktur, wie sich die Regierung erhofft, wird damit allerdings nicht zustande kommen.
Natürlich hilft eine Reduzierung der Mehrwertsteuer gewissermaßen allen, aber im Endeffekt profitieren insbesondere die davon, die bereits genug Vermögen besitzen und so jetzt günstiger an Großinvestitionen kommen.

Grundsätzlich glaube ich nicht, das sich viele Leute größere Anschaffungen leisten werden.


In meinen Augen hätte man alles belassen sollen und sich eher Gedanken machen sollen, wie man den kaufkraftschwachen Bürgern helfen kann.
Für mich und meine Frau hat sich durch die Pandemie nichts verändert, wir arbeiten beide in der Krankenpflege (sie auf einer Intensivstation und ich als Pflegefachleitung), die Bezahlung könnte besser sein (wie so oft) aber wir nagen nicht am Hungertuch und können uns einen gewissen Standard gönnen.

Bei anderen Berufen sieht das aber anders aus, gerade diejenigen, die bereits vor der Krise nahe des Existenzminimums gelebt haben, stecken jetzt oft richtig in der Krise.
Dort sollte man in meinen Augen ansetzen, denn wenn die nicht von alleine auf die Beine kommen, darf der Staat denen unter die Arme greifen und die ganze Aktion kostet mehr als sie bringt.
 
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Ich werde durch die Senkung auch nicht mehr einkaufen. Aber das hört man auch von einigen. Dafür ist die Senkung auch viel zu gering. Naja wenn die es meinen, sollen die es machen.
 
Ich bin mal viel mehr gespannt, ob es Preiserhöhungen geben wird, wenn die Mehrwertsteuer zum Jahreswechsel wieder auf die alten Sätze angehoben wird. Da ist die Gelegenheit für Firmen besonders günstig.
 
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mykoma schrieb:
Das große Ankurbeln der Konjunktur, wie sich die Regierung erhofft, wird damit allerdings nicht zustande kommen.
Da wäre ich mir nicht so sicher, es gibt sehr viele Leute die irrational handeln wenn sie nur Geld vom Staat bekommen oder dem Staat weniger bezahlen müssen. Dies hat damals die Abwrackprämie wo mancher Gebrauchter der am Markt mehr gebrachte hätte in die Schrottpresse ging und auch früher die ganze Abschreibungsmodelle doch gezeigt. Da ist die Frage eher was dann im nächsten Jahr sein wird und über allem schwebt die Frage der zweiten Welle, denn die wird kommen, da sehe ich keine Alternative außer erneuten Lockdown Maßnahmen. Je mehr Freiheiten man erlaubt, umso Leute werden sich auch wieder infizieren und wann es einen effektiven Impfstoff für alle geben wird, ist noch total offen.
 
Acrylium schrieb:
Wie verhält es sich eigentlich mit Guthabenkarten für Pre-Paid-Handys und Xbox Guthabenkarten? Werden die PrePaid-Guthabenpreise dadurch auch sinken? Werden Spiele im Xbox Online Store billiger?

Diese Karten werden ohne Steuer verkauft. Erst im Zeitpunkt des einlösens entsteht die Steuer. Ergo werden die 50€ Guthabenkarte ab 01.07. 50,-€ kosten.

Die MwSt-Senkung ist so ne Sache. Der Kneipe wird sie so gut wie nichts bringen. Das hat aber nichts mit der Senkung, sondern eher mit dem verhaltenen Gästen zu tun. Solange wir keinen Impfstoff haben, werden wir alle unsere Aktivitäten im Großen und Ganzen reduzieren auf das nötigste. Klar gehen wir auch mal raus und machen Urlaub, aber nicht exessiv wie Anno 2019. Erst wenn die Rahmenbedingungen wie andere sind.

Pandora schrieb:
Das diese Senkung aber nur für Speisen gilt darf dann doch wohl noch kritisiert werden.
An diesem Punkt muss man sich auch Fragen wie soll das gehen. Wenn ich die Getränke mit 19%/16% einkaufe, soll ich sie mit 7%/5% verkaufen :confused_alt:. Dieser ganze 7% Katalog müsste generell überarbeitet werden. Warum ist Hotelübernachtung 7%? Babynahrung 19%, Katzenfutter 7%. Fährst du Kurzstrecke mit dem Taxi 7%, längere mit 19% ????

Generell ist das Verhalten der Konsumenten auch undankbar.
Acrylium schrieb:
Viele andere werden jedoch die Preise unverändert lassen, und die dadurch entstandenen Überschüsse einfach selbst einstreichen. Besonders Gastronomiebetriebe haben dies angekündigt und erklärt, aufgrund der Einnahmeverluste durch die Corona-Pandemie nicht anders verfahren zu können.
Wenn der Betrieb 2-4 Monate komplett dicht ist und nicht arbeiten, dann aufmacht und nur ca. 40-60% der Umsätze fährt, dann soll man eine MwSt-Senkung die einem pro Produkt vielleicht 2-3 € bringt noch an den Kunden weiter geben?

Die Rechnungen ist relativ einfach. Wen wollen wir retten? Den Bürger oder den Unternehmer?
Senkt der Unternehmer nicht die Preise, hat der Kunde mehr Geld fürs konsumieren.
Senkt der Unternehmer die Preise, muss er hoffen das mehr Kunden bei ihm kaufen damit der dann über die Masse mehr einnimmt. Wer garantiert einem Weg Nummer 2?

Die MwSt Senkung ist auch nicht dafür gedacht, dass die kleinen Einkommen die Wirtschaft stimulieren. Können Sie ja auch gar nicht. Was viele hier ja schon richtig sagen, die Senkung bringt ganz klar was im oberen Bereich. Auto, Haus etc. Da wo es um Summen geht. Wenn ich statt 119.000 € nur 116.000 €, kann ich für die 3000 € ne extra Reparatur vorziehen. Es geht einfach darauf Dinge jetzt vorzuziehen. Der Auto ist zwar alt tut es noch ABER ich könnte ja jetzt was sparen.

Schön ist das auch wenn jetzt immer gesagt wird, es würden soviele unter Einkommensverlusten leiden.... .Was soll der Witz? Wie viele Leute sind denn tatsächlich vom KUG betroffen und selbst wenn gleichzeitig sind auch die Kosten geringer geworden. Wer in der Gastro arbeitet und seit März auf 100% KUG läuft, hat aber auch seit März "Urlaub" zuhause. Er/Sie bekommt 60% und bleibt zuhause und kann das Geld nicht ausgeben, außer für Miete und Essen etc. Kein Konsum. In dem Zusammenhang einfach auch mal darüber nachdenken, Renter bekommen 100% ihrer Gelder kein KUG. Beamte (Lehrer, Erzieher etc.) die NICHT ARBEITEN durften. bekamen weiter Geld. Da haben wir schon einen großen Teil unserer Gesellschaft abgedeckt. Und dann meinen wir ernsthaft uns geht es schlecht?

Discovery_1 schrieb:
Ich bin mal viel mehr gespannt, ob es Preiserhöhungen geben wird, wenn die Mehrwertsteuer zum Jahreswechsel wieder auf die alten Sätze angehoben wird. Da ist die Gelegenheit für Firmen besonders günstig.
Der Gastronomie würde ich es wünschen das sie es tun. Es wird immer geweint das die Leute da so wenig verdienen, aber die wenigsten sind bereit für Essen was auszugeben. Dann kostet das Schnitzel ab nächsten Jahr nicht mehr 10 € sondern 15€ +. Mir wäre es recht.
 
Die MwSt.-Senkung wird sich mMn nicht auf das Kaufverhalten der einzelnen Menschen auswirken, wenn sie ihre alltäglichen Dinge für paar Euro oder Cent günstiger bekommen. Größere Anschaffungen wird es mMn auch nicht beflügeln, da diese vermutlich nicht so spontan erfolgen.
 
Spontan? Man hat jetzt für einen reduzieren Autokauf ein halbes Jahr Zeit, da macht das schon eine Menge aus.
Insbesondere beim Gebrauchtkauf bei Vertragshändlern wo der Verhandlungsspielraum erfahrungsgemäß sehr gering ist.
 
bei 3000€ Konsum im Monat hat man 90€ mehr zum ausgeben. Freut euch und stänkert nicht.
 
Bei Gebrauchtwaren hängt der Ersparnis vor allem davon ab in die Differenzbesteuerung nach § 25a UStG zur Anwendung kommt, denn wenn ja, ist die Ersparnis durch die Senkung auf 16% gering, da ja dann die Umsatzsteuer nur auf die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis fällig wird.
 
Ich habe auch die ein oder Anschaffung jetzt in den Juli (bzw. in das 2 HJ) gelegt ... und neue Bremsbeläge werden dieses Jahr auch fällig :D
Eventuell legt der ein oder andere Händler noch was oben drauf.
 
Ich Frage mich, ob die fehlenden Steuereinnahmen eine Auswirkung haben. Die Geldmittel, die der Staat benötigt müssen ja generiert werden. Alles was der Staat benötigt und jetzt nicht bekommt, wird später irgenwie eingezogen. Ob jetzt bei der Mehrwertsteuer gespart wird und später dafür anderweitig Abgaben entstehen spielt doch keine Rolle.

Von der Mehrwertsteuersenkung provitieren am meisten die, welche viel Geld bewegen, sei es ein Unternehmen, welches viel Umsatz macht oder Verbraucher welche Größe Ausgaben tätigen. In meinen Augen also dem Teil der Gesellschaft, dem es eigentlich gut geht.

Am Ende fehlt dieses Geld dann in der Staatskasse und wenn dies nicht durch faire Einsparungen kompensiert oder mit einer fairen steuerlichen Belastung ausgeglichen wird, hilft alles gerade dem finanzschwachen Teil nicht. Problematisch wird es, wenn der größere finanzschwächere Teil die Einsparung von den finanzstärkeren Teil später mit ausgleichen wird.
 
Acrylium schrieb:
sofern ich einen Händler finde, der das Ding auch wirklich zum günstigeren Mehrwertsteuersatz verkauft und diesen Preisvorteil nicht selbst einstreicht
Und wie willst du das prüfen?! Straßenpreise variieren doch gefühlt minütlich! Wie an der Tanke. Und du solltest die teuerste Box kaufen, da sparst du am meisten. :freak:

Aber mal ehrlich, hast du dir das mal durchgerechnet?!
 
Holt schrieb:
Das jemand der besondern viel kauft auch mehr Steuern sparen kann, ist ja gerade das Ziel der Sache damit der Konsum und damit die Wirtschaft angekurbelt wird.
Die Frage die ich mir stelle ist, wer für diese Steuerersparnis aufkommen wird. Bei einer so geringen Änderung der Mehrwertsteuer wird erstmal niemand sein Alltag ändern. Das Geld wird trotzdem fehlen und der Staat wird entweder die Ausgaben reduzieren oder das Loch wieder füllen müssen. Jetzt wird erstmal niemand einen Nachteil haben, nur können alle von dieser Ersparnis noch mehr provitieren, wenn sie in der Lage sind besondere Ausgaben in dieses Zeitfenster zu legen. Ich nenne es mal "Luxus" jetzt Anschaffungen zu tätigen, welche nicht jetzt wichtig sind. Wer sozusagen jetzt die Möglichkeit hat zu investieren, der provitiert und jede Investition, welche jetzt rabattiert wird fehlt unter den normalen Vorraussetzungen später.

Da die Änderung des Steuersatzes überschaubar ist wird auch der Wirtsschaftsboost relativ überschaubar sein. Er wird da sein, aber genauso wird der Konsum danach gesättigter sein, vorzugsweise von dem Teil, welcher die finanziellen Möglichkeiten hatte jetzt zu investieren (Auto, Haus etc.). Wer nicht die Möglichkeiten hat zu investieren, für den wird das Leben mit dem alten Steuersatz wieder genauso weiter gehen, wie vor der Senkung, nur das der Staat jetzt einen Ausgleich braucht um die fehlenden Einnahmen des gesättigsten Bereiches zu kompensieren.
Die Frage ist, wer muss am Ende auf mehr verzichten.
 
knoxxi schrieb:
Sinn und Unsinn von Lockdown & Co haben nichts mit dem OT zu tun.
Das sehe ich anderes, denn die Mehrwertsteuersenkung soll die Konjunktur ankurbeln, was bei erneuter Lockdowns wohl kaum klappen wird.
knoxxi schrieb:
Schlüsselbund ist immer Griffbereit.
Wie immer wenn jemand die Diskussion darüber fordert wie es nun weitergehen soll.
 
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Dann mal ontopic:

Gestern habe ich einige Werbeprospekte gewühlt (Edeka, Rewe, Hit, etc.). Dort wird nun ein Preis vor und nach Mehrwertsteuerreduzierung angezeigt. Obendrein gibt es den angeblichen Normalpreis (vielleicht die UVP oder der empfohlene Verkaufspreis) wobei ich diesen angegebenen Normalpreis noch nie gesehen habe. Bei etlichen Waren war der immer und teils deutlich niedriger. Natürlich schreibt man nun eine fette Rabattzahl die sich zwischen reduzierten Preis Mehrwertsteuer und dem angeblichen Normalpreis ergibt.
Das hat so so ein Amazongeschmäckle wenn an deren Cybertagen auch hanebüchene Prozente errechnet werden die jeglicher Realität abgehen.

Mal ein Beispiel:
1593409510786.png


Der Normalpreis, den ich kenne ist regulär 1,39€ bis 1,49€. Im Angebot kostet er üblicherweise 0,99€. Die 1,69€ habe ich noch nie gesehen. Kann aber ab Januar 2021 dann gut möglich sein ;)
 
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strempe schrieb:
auch hanebüchene Prozente errechnet werden
Das Spiel ist doch uralt und auch z.B. im Möbel- oder Matratzenhandel extrem verbreitet. In der Zeit von Preisvergleichsportalen sollte darauf aber hoffentlich niemand mehr reinfallen.
strempe schrieb:
Im Angebot kostet er üblicherweise 0,99€.
Dann spart man jetzt ja immerhin 3ct. Bei der Lebensmittelhandel ja eher zu den Profiteuren des Lockdowns gehören sollten, die Geschäfte durfte geöffnet bleiben und wer nicht im Restaurant essen gehen konnte, hat womöglich stattdessen mehr Lebensmittel gekauft um selbst zu kochen.
 
Holt schrieb:
Dann spart man jetzt ja immerhin 3ct. Bei der Lebensmittelhandel ja eher zu den Profiteuren des Lockdowns gehören sollten, die Geschäfte durfte geöffnet bleiben und wer nicht im Restaurant essen gehen konnte, hat womöglich stattdessen mehr Lebensmittel gekauft um selbst zu kochen.
Nicht nur womöglich sondern ganz sicher. Es waren bzw. sind ja nicht nur Restaurants geschlossen gewesen. Dazu kam, dass viele ins Homeoffice mussten/durften und somit ganztägig zuhause waren. Heißt, die haben schon nicht die Betriebskantine genutzt. Wäre ohnehin nicht gegangen - viel Firmen haben die ja auch geschlossen. In unserer Firma waren zudem auch alle Automaten (Egal ob Essen, Getränke oder süßes) sowie alle Wasserspender geschlossen. Einzig die büroeignen Küchenbereiche waren noch geöffnet. (Ohne Kaffee hätte es sonst wohl zu Randale und Ausschreitungen kommen können - Wenn die Kollegen nicht zu müde gewesen wären durch den Entzug :D)
Alles läuft aber darauf hinaus, dass man sich selbst versorgen und kümmern musste. Also blieb doch nur der vermehrte Einkauf im LEH übrig. Die sind aus meiner Sicht mit die größten Gewinner überhaupt. Gemeinsam mit den großen Onlinehändlern.
Preisgestaltungen und Prospekte sind doch seit Ewigkeiten nur noch darauf getrimmt, Rabatte zu suggerieren und ein "Jetzt oder nie"-Gefühl zu erzeugen.
Im Elektronikbereich wird dann allzu gern auf die UVP verwiesen und anhand derer der aktuelle Rabatt vorgerechnet. Das die UVP aber auch ohne Rabatt nie aufgerufen wird, wird da dann zur Nebensache.
Im Grunde hätte man sich die Preise vor 4 Wochen für seine Standardlebensmittel notieren müssen (Kg- oder Liter_Preise; Nicht der nackte Preis für Produkt X) und sie in wiederum 4 Wochen nochmal vergleichen.
Spätestens im Herbst sind wir doch wieder bei den Preisen wie jetzt, nur das die 3% dann vollumfänglich als Gewinn bei den Unternehmen landen. Und da ist es mMn völlig egal ob wir über den LEH, Textilhandel, Amazon oder dem kleinen Bäcker nebenan reden.
 
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