News Microsoft: Mitarbeiter fordern Ende der Zusammenarbeit mit Polizei

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Frank

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250 Microsoft-Mitarbeiter haben den Microsoft-CEO Satya Nadella dazu aufgefordert, die Zusammenarbeit mit dem Seattle Police Department (SPD) und anderen Polizeibehörden einzustellen und eine Petition, die den Rücktritt der Bürgermeisterin von Seattle, Jenny Durkan, fordert, sowie die Black-Lives-Matter-Bewegung zu unterstützen.

Zur News: Microsoft: Mitarbeiter fordern Ende der Zusammenarbeit mit Polizei
 

Neodar

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Ok, ich verstehe die Intention dahinter, hier ein Zeichen setzen zu wollen.
Allerdings ist es ebenso falsch, die gesamte Polizei zu veruteilen und diesen Menschen im Kollektiv die Unterstützung entziehen zu wollen.
Man stelle sich vor, was auf den Straßen los wäre, wenn es keine Polizei mehr gäbe und einfach jeder tun und lassen kann, was er will.
Die USA befänden sich wieder in Zeiten des wilden Westens.

Es muss Reformen geben und sicher auch einige Entlassungen von klar nicht haltbaren Beamten. Absolut keine Frage.
Aber die Polizei grundsätzlich ausbluten lassen zu wollen, ist der falsche Weg.

Im Übrigen sollten sich gerade MS Mitarbeiter nicht so hervor tun mit solchen Forderungen.
Die töten zwar keine Schwarzen, aber immer wieder die Nerven ihrer Kunden.
Was die einem Win10 Nutzer mittlerweile mit dämlichster Gängelung auf die Nüsse gehen, ist ja nicht mehr feierlich.
 

so_oder_so

Commander
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Satya Nadella hat die Forderungen der Mitarbeiter noch nicht explizit reagiert, hatte jedoch bereits vorher erklärt, dass ihn viele Aufrufe zum Handeln, Nachdenken und zum Wandel erreicht hätten und man handeln müsse. Als Unternehmen müsse man dabei aber vor allem im Unternehmen selbst damit anfangen. Was Microsoft konkret plant, geht daraus jedoch noch nicht hervor.


As a company, we need to look inside, examine our organization, and do better. I have heard from many employees over the past several days, expressing calls for action, calls for reflection, calls for change. My response is this: Yes. We have to act.
Satya Nadella



Der vorletzte Satz der News stimmt so garnicht überein mit dem was Nadella gesagt hat.

"vor allem" ist eine recht schwergewichtige Ausdrucksform in der deutschen Sprache und wurde so nie gesagt.

Er sagt lediglich, dass sie ( MS ) selbst als Firma auf sich selbst schauen müssen ( intern, in welchem Umfang auch immer - egal ob es Ansichten oder tatsächliche Unterstützungen oder Vorgänge sind ) und sich verbessern müssen.

Am Ende wird das ganze verstärkt durch "Ja, wir müssen was tun!".

Was heißt da "vor allem"? Sie müssen ja bei sich anfangen, wo auch sonst? Es gibt garkeine 2. Variante.
 

rlchampion

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Was gerade in den USA passiert, ist das Auflösen rechtsstaatlicher Strukturen. So werden z.B. Polizeireviere massenweise geschlossen. Und nun fordert auch noch eine Minderheit der Mitarbeiter von Microsoft, sich von einem wahrscheinlich größten Kunden zu trennen. Ist das wirklich die Lösung dieser Vorkommnisse?
 

Frank

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dunkelbunter

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Für mich geht das langsam völlig am Thema vorbei und endet in blanken undurchdachtem Aktionismus, der sicherlich nicht das behebt, was nötig wäre. Alle wollen sich nur noch vorteilhaft positionieren, das eigentliche Übel an der Wurzel packen tut scheinbar keiner.
 

Multivac

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Unternehmen sollten nicht Politisch sein. Menschen sind Politisch. Verknüpfung von Kapital und Politischer-Macht hatten wir zur NS-Zeit. Die CEOs wollen nur Kasse machen und sind Politisch opportun. Eine kleine Abspaltungs Bewegung in diesen Unternehmen wirft die frage auf was ist mit den Angestellten die Politisch anders denken? 250 Leute dürfen nicht bestimmt, wo hunderttausende unter einem Dach arbeiten. Microsoft sollte neutral sein und Menschen in ihrer Freizeit erlauben Politisch arbeit zu verrichten in JEDER Richtung.
 

iXoDeZz

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tree-snake

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Boah die Amis müssen immer übertreiben. Schon mal dran gedacht, dass die Polizei immer noch für die Sicherheit sorgt. Auch wenn viele dort drüben Waffen haben, am Ende deckt die Polizei die Verbrechen auf.
 

trane87

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Ganz schwieriges Thema. Ich kann natürlich die Proteste verstehen und auch was passiert ist war grausam, aber auch hier muss man das ganze Problem erfassen und nicht wieder mit einer Kurzschlussreaktion handeln.
Warum ist es zu so einem Vorfall gekommen? Wieso gibt es Diskriminierung? Und was hat es mit Microsoft auf sich?

Das Problem ist halt extrem vielschichtig und kaum jemand kennt alle Punkte die dazu führen. Sei es schlechte Polizeiausbildung, schlechte Beurteilung der Bewerber, generelle Gewalt- und Waffenverherrlichung, schlechte Finanzierung und so weiter. Letztendlich betrifft das nur die Behörden.

Was ist mit Diskriminierung? Warum werden durchschnittlich mehr dunkelfarbige Menschen als hellhäutige Menschen verhaftet? Vorurteile sind halt hier das Zauberwort. Sieht doch bei uns nicht anders aus. Es werden doch viel mehr "Verdächtige" kontrolliert, als normale Bürger. Sieht man doch immer gleich bei den Autokontrollen der Polizei.
Wertfrei ist halt niemand und die Statistik wird durch die Vorteile verstärkt. Wenn man 10.000 "Verdächtige" und 1000 "Nicht Verdächtige" kontrolliert, dann wird die Statistik auch ganz klar sich negativ für die Verdächtigen auswirken.

Nun zur eigentlich News: Was hat Microsoft damit zu tun? Polizei Arbeit sollte nicht behindert werden nur weil "ein" Polizist ein Menschenleben sinnlos genommen hat. Es gibt überall schwarze Schafe. Das sieht man doch auch bei den Plünderer. Wieso sollte man nun die Kooperation aufgeben? Es macht absolut keinen Sinn. Viel mehr sollte man mal überlegen wie man einen erneuten Vorfall verhindern kann.

Just my 2 cent.
 

Dr. MaRV

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Man hat den Eindruck die Polizei ist das neue Thema, jetzt wo Corona immer langweiliger und bei weitem nicht so schlimm ist wie einst verkündet.
Es kann ja sein, dass die Polizei in den USA gröber zur Sache geht, in einem Land, in dem jeder das Recht hat eine Waffe zu tragen wäre ich als Polizist auch vorsichtiger, gröber und aggressiver als vielleicht nötig.
Was dort mit dem Mann gemacht wurde war zumindest nach den für mich zugänglichen Aufnahmen nicht in Ordnung. Ihn ruhig stellen ist eine Sache, aber man sollte doch das Knie vom Hals nehmen, wenn der Festgenommene nach Atem bettelt.

Ich lege den Amerikanern und ihren Firmen nahe, nicht nur die Zusammenarbeit mit der Polizei einzustellen, sondern die Polizei gleich ganz abzuschaffen, flächendeckend. Es wird keine 7 Tage dauern und diejenigen welche jetzt am lautesten gegen die Polizei protestieren, werden die Ersten sein, die am lautesten nach der Polizei schreien. Es ist immer das Gleiche.
 

greeny112

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Ich glaube die meisten hier, auch ich, können sich nicht mal ansatzweise vorstellen wie tief institutioneller Rassismus in den USA verankert ist. Das hat auch nichts mit einer politischen Meinung zu tun und es geht auch nicht um den einen Fall und es soll auch nicht die Polizei abgeschafft werden. Wer das behauptet, hat glaube ich das Thema nicht ganz verstanden (wollen), evtl. weil man hier in Deutschland vergleichweise nur wenig Probleme damit hat und die Polizei auch wesentlich anders aufgestellt als auch anders (besser) ausgebildet ist (+ es keine sehr lange Vorgeschichte wie in den USA gibt). Die sozialen Rahmenbedingungen nicht zu vergessen.
Deswegen finde ich auch gut, dass Unternehmen wie Microsoft auch sich selbst hinterfragen und auch Mitarbeiter solche Forderungen stellen. Ich hoffe nur, dass solche Aktionen endlich mal tiefgehende Änderungen anstoßen.
 
Zuletzt bearbeitet:

azurlord

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Atze-Peng

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Schon interessant das bei LinkedIn genau das Gegenteil passiert ist. Es ist dann vielleicht doch nicht die Mehrheit die das Auflösen der Polizei will.

Viel eher scheint hier eine linksextreme Minderheit zu versuchen sich als Mehrheit darzustellen und diese emotionale Situation aufzukochen und zu ihren Gunsten zu nutzen.
 

Arkada

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Ich lege den Amerikanern und ihren Firmen nahe, nicht nur die Zusammenarbeit mit der Polizei einzustellen, sondern die Polizei gleich ganz abzuschaffen, flächendeckend. Es wird keine 7 Tage dauern und diejenigen welche jetzt am lautesten gegen die Polizei protestieren, werden die Ersten sein, die am lautesten nach der Polizei schreien. Es ist immer das Gleiche.
Die Idee finde ich klasse. Dann haben die USA eine Chance sich eine echte Polizei aufzubauen.
Quasi mit Menschen die zuvor Persönlichkeitstest und eine richtige mehrjährige Ausbildung durchlaufen mussten. Aktuell ist man ja schon nach wenigen Wochen bzw. Monaten im Polizeidienst - ich finde das unverantwortlich eine so wichtige rechtsstaatliche Struktur so zu vernachlässigen.

Hartes Durchgreifen und "Law & Order" ersetzt noch keine lange keine persönliche Eignung und eine richtige Polizeiausbildung. Wäre das nämlich gegeben hätte die Polizei dort nicht so oft Skandale und es würde sogar in einem Land münden, das sicher wäre als das heutige!

@Microsoft: ich finde gut, dass die Microsoft-Mitarbeiter ihre Positionen ausüben, um Druck auszuüben. Die landesweiten Proteste sind zum Großteil friedlich und werden trotzdem von komplett überforderten Sicherheitskräften gewaltsam niedergeknüppelt.
Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, dass die Bilder und Videos aus einem Land im nahen Osten stammen (analoge Szenen gibt bzw. gab es ja dort genug).
 

lalelu

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Microsoft: Mitarbeiter fordern Ende der Zusammenarbeit mit Polizei
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Mein Besuch in Redmond ist nicht mal ein Jahr her. In der Region verteilt, arbeiten mehr als 40 000 Mitarbeiter für Microsoft.
 

ToKnight

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Ich möchte hier noch einmal eine Lanze brechen für die "Defund Police"-Forderung. Wir haben in den USA ein extrem schwaches Netz an sozialer Absicherung und kommunaler Daseinsfürsorge, was zusammen mit der "Jeder ist sich selbst der Nächste"-Mentalität dazu führt, dass die Steuergelder eher in die Polizei fließen, welche dann mit minimaler Ausbildung vor komplexen Problemen steht. Das haben auch Polizeichefs eingestanden, welche ihre Wachen infolge der Proteste geschlossen haben. Dass die Polizei quasi nur den Hammer hat um diese Probleme anzugehen führt dann zu Toten, Gewalt und Frust auf beiden Seiten.

"Defund Police" ist deshalb die Forderung nach neuer Verteilung von Geldern. In soziale Netze, in Stadtgesellschaft, Wohnungsbau und Sozialarbeit, in Betreuung und Aufklärung bei psychischen Erkrankungen oder Problemen mit Drogenkonsumbezug. Denn dauerhaft kriegst du eine kaputte Gemeinschaft nur durch Aufbau wieder auf nen guten Weg, nicht durch Draufhauen. Das sind übrigens Dinge die in europäischen Sozialstaaten teilweise total selbstverständlich sind. In den USA müssen sich selbst grundlegendste soziale Hilfen beschwerlich über Spenden von Firmen und Privatpersonen finanzieren.
 

Hayda Ministral

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