Hi Joomoo!
Sorry - vielleicht kann ich's einigermaßen richtig erklären:
Einlagen sind die Kontoguthaben, welche Privatpersonen, Firmen oder auch andere Banken bei der Bank anlegen (Sparguthaben, Termingelder usw.). Also im Prinzip geben die wiederum der Bank Kredit (leihen ihr ihr Geld und bekommen dafür -wenn die Zeiten/Dhragi gerade nicht so verrückt wären- Zinsen).
Giralgeld = quasi alles nicht bare Geld, d.h. was im Geldkreislauf unterwegs ist ("Giro"= ita. "Kreis") und zwischen Konten gebucht werden kann.
"Giralgeldschöpfung" hoffentlich einfach erklärt: ich kaufe mir irgendwas und überweise dafür 100 € von meinem Konto, die ich mir aber vorher von der Bank leihen muss, weil mein Konto es nicht her gibt (reales Beispiel ^^). Die Bank hat das Geld aus Spareinlagen von deiner Oma. Also hat deine Oma 100 € Forderungen gegenüber der Bank (da sie ihr Geld ja wiederhaben kann wenn sie will) und die Bank mir gegenüber auch 100 € Forderungen (der Kredit, den ich brauchte). Insgesamt bestehen also in unserer superkleinen Ökonomie nun 200 € Forderungen. Aber es wurde kein Geld "erschaffen", da, wenn man alles gegenrechnen würde, würden am Schluss nur 1x die 100 € übrig bleiben. (Was real nie vorkommt, daher ist die Geldmenge immer "großer" als wenn alles aufgerechnet werden würde).
Und die Bank muss auch noch (im super vereinfachten Beispiel) die hier im Thread erwähnten 1€ aus eigenen Mitteln (=Eigenkapital) bei der Zentralbank als Mindestreserve einlegen (1%), um die 100 € Kredit überhaupt vergeben zu dürfen. Damit wird eben das Maximum der gesamten Kreditvergabe der Banken gesteuert und u.A. auch abgesichert, dass deine Oma das Geld mit größerer Chance wieder bekommt, sollte ich mich aus dem Staub machen (für das Beispiel brauchen wir mehr Omas und mehr Schuldner... alle gleichzeitig gehen ja nicht (oder äußerst selten) pleite.) Aber wie es vorhin mit dem FAZ-Artikel behauptet wurde macht die Bank nicht einfach aus dem 1 EUR Mindestreserve per Zauberei 100 EUR... sonst würd ich selber eine Bank aufmachen oder da arbeiten wollen ;-)
Nur die Zentralbanken (also z.B. die EZB) können m.W. nach Geld (gegen Sicherheiten) an Geschäftsbanken (Deutsche / Postbank / Sparkassen usw.) aus dem "nichts" erschaffen und den Banken (gegen Gebühr) leihen. Damit kann (so wie auch mit der o.g. Mindestreserve) die Geldmenge gesteuert werden, was für stabile Preise (=restriktive Geldpolitik) einerseits oder eine gut laufende Wirtschaft mit genügend Kreditmöglichkeiten andererseits (=expansive Geldpolitik) wichtig ist. Aber da kenn ich mich dann auch im Detail nicht ad hoch aus oder müsste mal recherchieren - da gibt es nämlich m.W. mehrere Möglichkeiten (z.B. auch der Kauf von Staatsanleihen der gerade ja mit Vollgas betrieben wird...).
Gegen die gesamte Geldmenge steht das Vertrauen in die jeweilige Volkswirtschaft. Daher können die nicht einfach die Maschine anwerfen und "drucken" auf Teufel komm raus, denn dann gäbe es eine Inflation. Das macht den Euro auch so schwierig - was für die deutsche Wirtschaft gut wäre, geht im Moment (vermeintlich) nicht, weil damit den schwächeren Staaten geschadet würde. Aber das ist ein anderes Thema, über welches man viel streiten kann...
Zu viel Geld ist schlecht wegen Inflation und zu billigen Krediten (unter anderem daher geht's im Moment mit den Immobilienpreisen auch so ab und normalsterbliche tun sich schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden), zu wenig Geld für Kredite (Geldknappheit) wäre auch schlecht: dann könnte z.B. eine super Firma mit tollen Ideen nicht Maschinen/Gebäude etc. vorab auf Pump kaufen (was ja geht, wenn damit später entsprechend Geld verdient wird) da entweder kein Geld mehr da ist oder es zu viel (Zinsen) kosten würde.
Sorry, schon wieder so lang 🙃
Und für die typos... am Handy ist's nicht so einfach 🙄
Vielleicht weiß noch jemand genauer, wie das mit den Staatsanleihen und Co. funktioniert (aber nur nicht christlich-fundamentalistische Quellen bitte 😉)
Nachtrag: da ist's noch viel besser / fundierter erklärt:
http://www.gerojenner.com/wp/?p=151
auch gut: http://mobil.derstandard.at/1343743561024/Vom-Unsinn-der-Zinsverschwoerungstheorie
Krass, wie viele Verschwörungstheorien es da im Internet zu finden gibt. Gut aber auch, dass es manche Seiten gibt, die diese Theorien wiederum zerlegen :-)