Ich selbst habe für knapp ein Jahr das Bitfenix Prodigy benutzt.
Es ist ein ganz ordentliches Gehäuse, mir gefiel besonders, dass das Mainboard in der ITX-Variante (es gibt auch eine mATX-Variante, das Prodigy M) horizontal aufliegt, praktisch direkt über dem Netzteil (es passen fast alle normalen ATX-Netzteile rein, modulare sollten nicht länger als 15cm sein).
Mir gefielen drei Sachen nicht sonderlich gut:
1.) Lautstärke
Das war eventuell mein Fehler in mehrer Hinsicht. Ich habe vorne einen 240mm Lüfter eingebaut, der die Luft nach innen befördert. Alternativ ließen sich auch zwei 120mm installieren, evtl. sogar zwei 140mm Lüfter (müsste ich mal ausmessen). Zusätzlich befanden sich oben und hinten jeweils ein 120mm Lüfter für den Ausstoß. Rein theoretisch hätte noch ein weiterer 120mm Lüfter oben reingepasst, die Fläche wurde jedoch vom Laufwerk verdeckt.
Da ich die Lüftersteuerung meines Mainboards (ASUS Z97I) benutzt habe, hatte ich recht wenig Spaß damit:
Die Lüftersteuerung hat sich häufiger umgestellt, auch ohne die nervige Ai Suite auf dem PC installiert. Zusätzlich funktionierten die verschiedenen Ansteuerungsmöglichkeiten nicht.
Das Resultat war das ständige und nervige Hoch- und Runterdrehen der Lüfter.
Wenn auf ein Laufwerk verzichtet werden kann, sollte eine separate Lüftersteuerung hier abhilfe schaffen können.
2.) Schmutz
Halte dich vom schwarzen Gehäuse fern. Dieses hat eine die Mesh-Struktur, also praktisch ein engmaschiges Netz als Abdeckung vorne und für die Lüfter oben. Das war schon ein nerviger Staubmagnet.
3.) Verarbeitungsqualität
Ich glaube, das dürfte der größte Kritikpunkt am Gehäuse sein. Das Gehäuse war schlicht und einfach nicht wirklich gut verarbeitet.
Angefangen beim Lack. Bereits nach dem erstmaligen Installieren des Netzteiles war der Lack an den Löchern für die Schrauben komplett ab. Weiterhin ließ sich die linke Tür (Seite Grafikkarte) nicht wirklich einfach öffnen und noch schwieriger schließen.
Der krönende Abschluss war jedoch das Front-Audio-Panel. Zwar fiel mir dies erst nach Monaten auf, besser gesagt als ich auf das Nanoxia DeepSilence 2 wechselte, aber das Verbindungskabel zum Mainboard war wohl bereits seit der Auslieferung kaputt.
Zunächst dachte ich, dass der Defekt auf dem Mainboard sei und ignorierte ihn auch weitestgehend, immerhin hatte ich noch ein funktionierendes Audio-Interface auf der Rückseite und später durch eine USB-Soundkarte. Aber als ich dann die Bruchstelle am Kabel sah, wurde mir alles klar.
Natürlich möchte ich nicht darauf schließen, dass sämtliche Modelle der Serie eine derart schlechte Verarbeitung aufweisen, natürlich kann es sich hierbei um ein Montagsgerät gehandelt haben. Dennoch fand ich das nicht sonderlich schön.
Aber das Gehäuse bietet auch einige Vorteile. Ja, große Grafikkarten passen da rein, selbst die doch üppige R9 390 Nitro von Sapphire passte rein, wenn auch das ganze etwas eng wurde, besonders dank dem großen Lüfter vorne. Auch die Modularität des Innenraumes ist ganz angenehm, für ein ITX-Gehäuse kann das kleine Teil schon eine recht große Menge an Festplatten verstauen.
Dies kommt aber auch nicht ohne Preis. Für ein ITX-Gehäuse ist das Bitfenix Prodigy sehr groß. In der Breite überragt es locker das Nanoxia DeepSilence 2, was dem ganzen Klotz, besonders bei eingebautem Laufwerk, ein schon etwas merkwürdig anmutendes Aussehen verleiht.
Würde ich mir das Prodigy nochmals kaufen? Nein.
Das hat jedoch weniger etwas mit dem Gehäuse zu tun. Für ein ITX-Gehäuse ist es fantastisch und eins der wenigen, in welche auch große Grafikkarten in angenehmen Raum passen.
Sondern ich bin ehrlich gesagt nicht mehr so fasziniert von der Idee eines ITX-Gaming-PCs, was auch nicht der ursprüngliche Plan hinter dem PC war, wenn ich ganz ehrlich bin.
Ein wichtiger Hinweis noch: ITX-Mainboards sind mit allen Standard-ATX und Standard-mATX-Gehäusen kompatibel.