Nachhaltigkeit im Alltag - Erfahrungen der Community

Rote Rose schrieb:
Wenn ich mir anschaue, wie wir früher gelebt haben und wie heute konsumiert wird, dann kann mir keiner erzählen, dass das alles nachhaltiger geworden ist.
Früher waren Rhein und Elbe faktisch tote Gewässer. Es gab sauren Regen, ein durch FCKW verursachtes Ozeonloch.

Nachhaltigkeit hängt nicht zwangsweise von der Menge des Konsums ab. Auch nicht von der Haltbarkeit der Ware. Es ist ein Zusammenspiel aus den genannten Dingen und wie Produkte hergestellt UND entsorgt werden. Früher war keineswegs besser, ganz im Gegenteil, vieles war erheblich schlechter und wir sind deutlich nachhaltiger geworden. Das wird auch nicht dadurch unwahrer, nur weil es heute noch immer nicht "perfekt" ist oder auch Entwicklungen existieren, die negativ zu sehen sind.

Und nicht alles, was heute geht, ist nur deshalb möglich, weil es umweltschädlicher ist. Erdbeeren im Januar fliegen nicht zwingen um den halben Globus sondern sind auch einfach der weiterentwicklung von Anbaumethoden in Treibhäusern geschuldet.

Deine Beispiele und deine grundlegender Tenor "Früher war alles besser!" und vor allem deine "Erkenntnis", dass das alles lächerlich sei aufgrund deiner falschen und/oder extremst vereinfachten Darstellungen, veranlassen mich zu der Annahme, das es hier weniger um fundierte Diskussion geht als vielmehr Stimmung machen gegen Nachhaltigkeit und was damit in Verbindung steht.

PS: Speziell zum Thema Wintererdbeeren: https://www.deutschlandfunkkultur.de/frische-erdbeeren-im-winter-100.html
Auch "früher" wurden Südfrüchte konsumiert und ich habe erhebliche Zweifel, dass "früher" soviel mehr wirklich saisonal gegessen wurde als heute und vor allem, dass selbst diese saisonalen Produkte nachhaltiger/ökologischer waren als heute Wintererdbeeren...
 
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ErnstHaft99 schrieb:
Musste teilweise schon Pappe und Papier im Kamin verheizen.

Mal abgesehen davon, dass man das hätte auch aufbewahren können oder zu einem öffentlichen Papiercontainer bringen können, enthält Papier meist noch deutlich mehr Schadstoffe als naturbelassenes Holz. Nachhaltig ist ein Kamin auch nur in der Theorie, aber da besteht in Deutschland eine zu starke Lobby, die einem Holzverbrennen als ökologisch und nachhaltig verkaufen will.
 
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Rote Rose schrieb:
Heute kommen jede Woche neue Kollektionen, alles trendgetrieben, alles billig produziert, alles schnell wieder aussortiert. Man kauft nur, was man braucht. Und wenn ein Loch drin war, wurde geflickt. Meine Mutter hatte eine Nähmaschine, die findet man heute in keinem Haushalt mehr.
Tatsächlich ist selbst nähen, stricken, häkeln,... seit vielen Jahren ein immer stärker werdender Trend. Auch bei jungen Leuten. Mir fällt eigentlich kaum ein Haushalt ein der über keine Nähmaschine verfügt. Wir haben zwei und nein, wir sind nicht alt :p
Entgegen zum fast Fashion oder neuerdings ultra fast fashion wird heute sehr gerne second hand gekauft. Was früher ein soziales stigmata war ist heute ganz normal geworden und keine Frage des sozialen Status mehr.
 
TheManneken schrieb:
oder zu einem öffentlichen Papiercontainer bringen können
Die gibt es bei uns in der Region nicht mehr. Alle abgebaut.
Als ich vor ein paar Jahren mal nach einem IKEA Einkaufsbummel die Kartonagen an der oertlichen Sammelstelle abgeben wollte, wurde ich angeblafft was mir denn einfiele soviel Pappe zu haben, und ich muesse damit zur 20 Kilometer entfernen Muelldeponie fahren.

Papier im Kamin zu verbrennen ist aber tatsaechlich keine gute Idee. Nicht nur aufgrund der Emissionen. Es russt auch sehr stark, und wenn man das zu oft macht kann sich ordendlich was im Schornstein festsetzen und schlimmstenfalls auch in Brand geraten.
 
TheManneken schrieb:
Mal abgesehen davon, dass man das hätte auch aufbewahren können oder zu einem öffentlichen Papiercontainer bringen können

Gibt es Papiertonnen nicht überall ? Ich zerreiße/zerschneide Pappkartons, alles kommt in die blaue Tonne, und wird abgeholt.
 
Hier gibt es auch keine öffentlichen Container mehr. Dann bräuchte ich auch kaum eine eigene Papiertonne.

TheManneken schrieb:
Nachhaltig ist ein Kamin auch nur in der Theorie, aber da besteht in Deutschland eine zu starke Lobby, die einem Holzverbrennen als ökologisch und nachhaltig verkaufen will.
Was ist schon nachhaltig beim Heizen / Verbrennen von irgendwelchen Stoffen? Öl oder Gas auch ganz sicher nicht.
Ich stapel den Pappmüll auch nicht mehr vor der Garage in der Hoffnung, dass ich nach der nächsten Leerung der Papiertonne doch mal Platz finde und den Berg reduzieren kann. Die Stadt hat sich für die 4-wöchige Leerung entschieden. Dann müssen sie mit den Konsequenzen leben.
 
Mit der Konsequenz lebt nicht die "Stadt" sondern du, deine Familie, deine Nachbarn und alle anderen.

Vll mal weniger bestellen? VErpackungen kleiner machen? In manchen Gemeinden kann man auch Papier am Abholtag neben die Tonne stellen. Man kann auch in der Gemeinde aktiv werden und höhere Frequenzen ansprechen oder größere/mehr Tonnen. Da zahlt auch die Gemeinde nicht mehr. PPK Entsorgung wird von den Erstinverkehrbringern (sprich Importeure/Hersteller) bezahlt, nicht von Gemeinen oder Privat Leuten.
 
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Super schlauer Tipp mit dem weniger bestellen. Vielleicht mal weniger essen oder atmen?
Ich bestelle das, was ich brauche. Nicht mehr und nicht weniger. Die Verpackungsgröße bestimmt ja wohl der Händler und nicht ich. Wir sind halt recht viele Personen in der Familie und bekommen eine Tonne wie ein 3-Personen-Haushalt. Da liegt das Problem.
 
Bei uns dürfen neben den Papiertonnen auch gebündelte überschüssige Pappe und Papier abgelegt werden, sodass die Müllabfuhr das dann auch mitnimmt.

Würde es nicht so sein, sollte zumindest ein Wertstoffhof diesen Überschuss annehmen. Alles andere fände ich ziemlich frech. Alternative wäre noch eine zweite Tonne, sofern ein großer Container nicht passt.

Der Reflex, es "der Stadt" einfach mal zu zeigen, ist nachvollziehbar. Keine Frage. Fühl ich. Dennoch berechtigen die herrschenden Zustände das eigene Fehlverhalten nicht. Man darf den Pappmüll schlicht nicht im eigenen Kamin verbrennen. Da gibt es dann einfach keine Diskussion.
 
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Die nehmen hier nichts mit, was daneben liegt. Hatten wir schon versucht. Bei Plastik genau der gleiche Mist. Auch 4-wöchige Leerung bei gleicher Mülltonnengröße. Plastik hat man üblicherweise ja noch viel mehr wie Papier/Pappe.
Ich verbrenne nicht ständig Pappe. Ich nehme auch mal was mit nach Koblenz. Das ist alles ganz anders und die Container sind öffentlich.
 
ErnstHaft99 schrieb:
Wir sind halt recht viele Personen in der Familie und bekommen eine Tonne wie ein 3-Personen-Haushalt. Da liegt das Problem.
Hatten wir das Thema nicht schon mal? Üblicherweise kannst du bei deinem Entsorger eine Tonne in der von dir benötigten Größe ordern. Bei Papier ist die Größe egal da die Abholung generell kostenlos ist.
Edit: Ist sogar so das Du problemlos mehrere blaue Tonnen haben kannst.
 
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Buttkiss schrieb:
Du problemlos mehrere blaue Tonnen haben kannst.
Ich kenn es auch so wie einer schon erwähnte: oder alles in Kartons und zukleben und einfach mit dazu rausstellen.
Habe meine Fernseher/Möbelverpackungen auch nicht zerkleinert und in die Tonne, sondern ganz gelassen rausgestellt.

Papier ist somit meines Erachtens nie ein Problem (gut Platz an der Straße/neben den Tonnen zur Abholung o.Ä....).

MfG, R++
 
ErnstHaft99 schrieb:
Super schlauer Tipp mit dem weniger bestellen.
Ja ists tatsächlich. Man rechnet mit 40-50 Liter Papier pro Kopf im Monat. Also reicht eine 240l Tonne für 4-5 Personen. Eine 240l Tonne ist nicht für einen 3 köpfigen Haushalt berechnet, wie von dir kolportiert. Das ist Kokolores.
Also entweder seid ihr deutlich mehr, dann stehen euch auch mehr Tonnen zu und müssten einfach nur beantragt werden oder ihr produziert überdurchschnittlich viel Papiermüll. Davon abgesehen war das EINE von mehreren Dingen als Vorschlag um Abhilfe zu schaffen. Da ich die individuelle Situation nicht kenne, kann ich auch nicht beurteilen, ob jeder Vorschlag passend ist. Sollte sich von allein erklären so etwas.

Der Punkt bleibt, dass die Konsequenzen nicht die "Stadt" abbekommt wenn du Papiermüll verbrennst, sondern eben du und andere, denn eine von dir losgelöste Entität "Stadt" ist nicht existent in diesem Kontext.
 
Je nach Entsorger gibt es unterschiedliche Herangehensweisen.
Beim einen werden auch danebengestellte Kartons mitgenommen, bei anderen nicht.

Hier gilt die Regelung, dass nur die Tonnen entleert werden. Für alles, was da nicht reinpasst, muss man zum Wertstoffhof fahren.

Die Begründung ist ganz einfach ... es wird für die Abholung des Tonneninhalts bezahlt ... bei einer 120l-Tonne also für 120l Müll ... und nicht für 150l, weil man noch 30l danebengestellt hat.

Dass die Abholung bei Verpackungen und Altpapier für den Bürger kostenlos ist, bedeutet nicht, dass der Entsorger dafür kein Geld bekommt ... schließlich entstehen dem durch die Abholung ja auch Kosten.
 
Du bezahlst keine Papiertonne. Auch keine Kunststoff Tonne. Du bezahlst für Rest- und Biomüll. Der Entsorger bekommt das Geld von den Erstinverkehrbringern. Bei Papier und Kunststoff, Elektroaltgeräte und Batterien, sowie Glas, also alles, was ein Privatmensch kostenlos entsorgen kann, werden die Kosten der Systeme durch die Erst-Inverkehrbringer getragen. Es ist an sich somit egal, wo wieviel Müll abgeholt werden muss, die Kosten sind vorab entrichtet worden. Einzig für die Planung, dass es auch reinpasst, wäre das relevant.
 
Erkekjetter schrieb:
Einzig für die Planung, dass es auch reinpasst, wäre das relevant.
Das war die Begründung, warum bei uns kein "extra" Papiermüll mitgenommen wird. Teilweise wurden sogar Tonnen stehen gelassen, bei denen der Deckel nicht zu ging.
 
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Erkekjetter schrieb:
Deine Beispiele und deine grundlegender Tenor "Früher war alles besser!" und vor allem deine "Erkenntnis", dass das alles lächerlich sei aufgrund deiner falschen und/oder extremst vereinfachten Darstellungen, veranlassen mich zu der Annahme, das es hier weniger um fundierte Diskussion geht als vielmehr Stimmung machen gegen Nachhaltigkeit und was damit in Verbindung steht.


Früher haben wir Dinge länger genutzt undzwar nicht aus moralischer Überlegenheit, es war normal. Reparieren statt ersetzen war Alltag.
Wenn ich Erdbeeren oder Wegwerfprodukte kritisiere, dann nicht, weil ich Nachhaltigkeit lächerlich finde. Ich tue das, weil ich es widersprüchlich finde, wenn einerseits große Reden über Klimaschutz gehalten werden und andererseits jeden Tag neue Wegwerfprodukte online gekauft werden und man sich dann damit noch stolz auf Instagram präsentiert.
 
Erkekjetter schrieb:
Da ich die individuelle Situation nicht kenne
Das ist der springende Punkt. Du mutmaßt mir irgendwelchen angeblichen Durchschnittswerten, die nicht passen.
Fakt ist, ich brauche die Sachen, die geliefert werden und die sind immer üppig verpackt.

Natürlich zahlt man indirekt auch Papier mit, denn LKWs und Personal müssen bereitgestellt werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Beide posts zeigen exemplarisch ziemlich gut was so schief läuft in diskussionen über themen wie nachhaltigkeit. Beide gehen gar nicht oder nur auf details von argumenten ein und ignorieren weitgehend die eigentlichen Punkte, nur um nichts tun und fehlverhalten rechtfertigen zu können.
 
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Erkekjetter schrieb:
Beide gehen gar nicht oder nur auf details von argumenten ein und ignorieren weitgehend die eigentlichen Punkte, nur um nichts tun und fehlverhalten rechtfertigen zu können.
Und dein Post unterstellt anderen wieder Fehlverhalten. Niemand hat sich Fehlverhalten.

Es ist auch egal wie Sachen weggeworfen worden sind denn früher wurden sie nur entsorgt, wenn sie wirklich irreparabel kaputt waren. Heute geht originalverpackte sogar vernichtet, damit man den Verkaufspreis der nachfolgenden Generation nicht unter Druck setzt oder weil man Zuviele Artikel ins Sortiment aufgenommen hat. Es ist schon wirklich pervers, welche Mengen an Lebensmittel täglich vernichtet werden. Soetwas hat es früher nicht gegeben, bzw. gegen so ein handeln wurde demonstriert. Wer als Unternehmer so gehandelt hat, wurde von unserer Generation noch sozial geächtet und boykottiert.
 
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