NAS-Mediathek unterwegs auf iPhone/iPad nutzen – Remotezugriff & passende Apps

jtr00

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Im Zuge der nun endlich durchgezogenen Entscheidung, wo immer möglich von Streaminganbietern wegzukommen, schaue ich mich gerade nach Lösungen für eine selbst gehostete Mediathek mit DRM-freien Inhalten um.

Ziel ist, die auf dem NAS liegende Mediathek sowohl zu Hause als auch unterwegs komfortabel per iPhone und iPad nutzen zu können, ohne die einzelnen Dienste direkt ins Internet stellen zu müssen.

Meine Wunschlösung sollte folgendes berücksichtigen:
  • Trennung zwischen Anbindung/Hosting und Wiedergabe, sodass ich mich nicht von einer bestimmten App oder Plattform abhängig mache
  • Audio: FLAC / MP3 / AAC / M4B, via z.B. libro.fm, Bandcamp, Qobuz etc.
  • Video: MKV / HEVC, via Indie-Anbieter, eigene Aufnahmen
  • E-Books: EPUB / PDF / CBZ via ebooks.com, Humble Bundle etc.
  • Apps jeweils für iOS und iPadOS
    Nice to have: ebenfalls macOS
  • Audioausgabe lokal am Gerät und per Bluetooth
    Nice to have: CarPlay
  • Offline-Download/Cache auf iPhone/iPad wäre wünschenswert
  • Apps vorzugsweise mit Einmalkauf/Lifetime-Modell, sodass nicht wieder diverse monatliche Abos zusammenkommen
  • Vorhandene Hardware zur Umsetzung: FRITZ!Box 4060, Raspberry Pi 5, Synology DS220j
  • Internet aktuell 1000/60 Mbit/s mit öffentlicher IPv4 / ohne CGNAT
    Wechsel auf Glasfaser mit 2,5/10 Gbit/s steht zeitnah an
Bisher scheint mir folgender möglichst schlanker Ansatz dem Ziel am nächsten zu kommen:
  • NAS per WireGuard über die FRITZ!Box erreichbar machen
    -> Keine einzelnen Dienste nach aussen exponieren; unterwegs Zugriff aufs NAS praktisch wie aus dem lokalen Netz.
  • Video: Infuse (nutze ich bereits lokal)
    -> Sehr breite Format-/Codec-Unterstützung, Direct Play von MKV/HEVC/HDR etc. direkt vom NAS und gute Bibliotheksdarstellung.
  • Musik: Flacbox
    -> Auf Lossless/Hi-Res und eigene Musikbibliotheken spezialisiert, direkter NAS-Zugriff und trotzdem Komfortfunktionen einer modernen Musik-App.
  • Hörbücher: BookPlayer
    -> Auf M4B/MP3 zugeschnitten mit Kapiteln, Fortschritt, Sleep-Timer, variabler Geschwindigkeit und CarPlay.
  • E-Books: Yomu Pro
    -> DRM-freie EPUB/PDF-Bibliothek mit gutem iPhone-/iPad-Reader und Pro-Version als Einmalkauf statt Abo.
Die Grundidee wäre also bewusst kein Plex/Jellyfin/etc. als zentrale Ebene, sondern zunächst: DRM-freie Datei -> Synology -> WireGuard -> spezialisierte Wiedergabe-App

RPi5 und zusätzliche Serverdienste wie Jellyfin, Navidrome, Audiobookshelf, Calibre/Kavita etc. würde ich nur ergänzen, wenn sie gegenüber dem direkten NAS-Zugriff tatsächlich einen Mehrwert bringen.

Habt ihr noch weitere Ideen oder bessere Ansätze?
Insbesondere würde mich interessieren, ob jemand einen Teil davon bereits ähnlich betreibt und welche Vor-/Nachteile sich im Alltag ergeben haben.

Danke im Voraus!
 
Ich verstehe jetzt nicht, was genau gegen einen Jellyfin-Docker spricht?

Ich nutze ein DXP4800 Plus und habe mir dort ein anderes OS draufgeladen. Im Gegensatz zu QNAP und Synology ist das hier nämlich kein Problem. Da kann man sich also auch gern einfach ein UnRAID oder TrueNAS selbst draufpacken und dann ist gut.

Zum Abspielen aus dem Jellyfin-Docker gibt es ja diverseste OpenSource-Apps, die auf Android, iOS und MAC problemlos laufen.

Synology ist bei mir sowieso unten durch, seit sie via Update versucht haben, nur noch ihre eigenen Festplatten und SSD's nutzbar zu machen (Vendor-Lock-in-Strategie). Das ist ja noch nicht mal ein Jahr her. Seither verkaufen sich Asustor und Ugreen plötzlich deutlich zahlreicher als zuvor... komisch.
 
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WireGuard ist mMn. schon mal der richtige Ansatz.
Bzgl Synology kann ich nichts sagen. Ich weiß nicht ob diese Geräte leistungsfähig genug sind. Persönlich würde ich immer auf Docker gehen. Damit ist man vermutlich flexibler. So mache ich es auch. Auf meinem Server/Nas läuft Unraid und darin dann der Docker. Dienste wie Navidrome, Jellyfin und Audiobookshelf laufen ganz problemlos.
Immich ist für Fotos auch sehr zu empfehlen. Und wenn du schon dabei bist gleich noch Pihole dazu nehmen.

Für den VPN-Zugriff unterwegs habe ich mir auf meinen Apple-Geräten per Automator Regeln gebastelt. Sobald ich das heimische Wifi verlasse oder unterwegs eine der relevanten Apps öffne aktiviert sich der VPN automatisch. Betrete ich mein Wifi zuhause wieder wird der VPN deaktiviert.
 
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Man muss sich natürlich überlegen, welche Internetgeschwindigkeit man im Upload hat.
Auch wenn WireGuard gegenüber IPSEC, "schneller" ist, bleibt vermutlich der ""Flaschenhals/Tempobremse" die Uploadgeschwindigkeit.

Für meinen Einsatzzweck reicht mir ein Mini-NAS von WeLine. (Ok, die Übersetzung von Chinesisch nach Deutsch ist nicht immer perfekt). WeLine hat einen Client, den ich auf PC und Mobilen Endgeräten Android/IOS nutzen kann und das Gehäuse selbst ist nur etwas größer als ein externes 2,5 Zoll Gehäuse ist.

Produktlink: https://yottamaster.com/products/yottamaster-nas-enclosure-for-2-5-sata-hdd-ssd

Und wenn ich doch mal mehr Tempo brauche, läuft noch ein selbst gehosteter Cloud-Server in einem RZ.
 
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Ich denke maldie Daten liegen auf der Synology.
Dort einfach die "Medieserver"-App installieren. Dann sind all deine Daten via DLNA ansprechbar. Das ist der Standard für Medienfreigabe im Netzwerk. Damit kann (fast) jedes moderne Gerät/App direkt umgehen. Da sich Apple aber manchmal hat mit Standards, weis ich nicht wie es da aussieht, denke aber da gibt es was...

Jellyfin und Co. kannst du dann nebenher laufen lassen.
Hier empfehle ich übrigens genau diesen Jellyfin. Da gibts auch mittlerweile so viel Apps, offiziell oder kompatibel, die damit umgehen können. Zur Not läufts auch in jedem Browser...

Das ist nicht auf Video beschränkt, dort kannst du auch Hörbücher, Musik und Co. mit einbinden...

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Edit:
Alternativ biete Synology mit der Video- und Audio-Station auch direkt "Streaming"-Services für Medien...
 
K-551 schrieb:
Dort einfach die "Medieserver"-App installieren. Dann sind all deine Daten via DLNA ansprechbar. Das ist der Standard für Medienfreigabe im Netzwerk. Damit kann (fast) jedes moderne Gerät/App direkt umgehen.

Wie genau machst du das über Wireguard? Denn DLNA nutzt für das Discovery UDP Multicast. Über einen Wireguard-Tunnel geht aber kein Multicast. Wie sieht dein Setup aus?


jtr00 schrieb:
NAS per WireGuard über die FRITZ!Box erreichbar machen

Klar, das geht. Einfach eine SMB-Freigabe und auf die dann mit geeigneter Software zugreifen.

jtr00 schrieb:
RPi5 und zusätzliche Serverdienste wie Jellyfin, Navidrome, Audiobookshelf, Calibre/Kavita etc. würde ich nur ergänzen, wenn sie gegenüber dem direkten NAS-Zugriff tatsächlich einen Mehrwert bringen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du über kurz oder lang bei einem echten Medienserver wie Jellyfin landen wirst. Denn genau dafür sind die da. Inkl. automatischem Fetching von Metadaten wie Plot, Cover, Lyrics etc.
 
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jtr00 schrieb:
NAS per WireGuard über die FRITZ!Box erreichbar machen
Genauer ... VPN Funktion der Fritz!Box nutzen und ins heimische Netzwerk connecten. Dann bist du gesichert als wärst du zuhause.

jtr00 schrieb:
Die Grundidee wäre also bewusst kein Plex/Jellyfin/etc. als zentrale Ebene, sondern zunächst: DRM-freie Datei -> Synology -> WireGuard -> spezialisierte Wiedergabe-App
Dann könntest einfach die VLC Player App nutzen. Ich selbst bevorzuge aber Jellyfin.
 
Blutomen schrieb:
Dann könntest einfach die VLC Player App nutzen. Ich selbst bevorzuge aber Jellyfin.
Guten Morgen,

der VLC Player wäre für den Anfang sicherlich nicht schlecht, aber ist irgendwie nicht sonderlich komfortabel. Sollte meine Erinnerung mich nicht täuschen dann werden bei diesem die Medien nur in einer Ordner- Struktur angezeigt. Ich selbst nutze daher auch lieber Jellyfin in Verbindung mit Findroid auf dem Android Tablet, Wholphin auf dem AndroidTV Gerät und für iOS muss ich selbst noch schauen welcher Client optimal ist.
 
Ist Jellyfin inzwischen brauchbar?
Ich habe Plex lifetime schon vor einer Weile gekauft und die App läuft auf den meisten Geräten gut. Es hat manchmal Probleme geräteübergreifend zu tracken, welche Folge bereits abgespielt wurde, aber sonst bin ich absolut zufrieden. Selbst Hardware Transcoding funktioniert.

Ich habe zuletzt etwa zum Jahreswechsel Jellyfin gegen Plex verglichen und es gab keinen einzigen nicht bezahlten player, der überhaupt standard Formate abspielen konte am Apple Tv...
Muss man bei Jellyfin dann explizit immer Infuse kaufen, damit es funktioniert?
 
Burfi schrieb:
Muss man bei Jellyfin dann explizit immer Infuse kaufen, damit es funktioniert?
Ich habe auch Plex Lifetime. Aber auf dem Samsung TV macht Plex mit manchen Tonformaten Probleme und das kriegen die irgendwie nicht in den Griff oder wollen nicht.

Ich nutze am TV Jellyfin, am IPhone und Ipad Streamyfin und am PC den Browser.
Für AppleTV kann ich nicht sprechen, da ich keinen habe.
Und das die Player das nicht abspielen können liegt ja am Player und der Bezahlstruktur von Apple.
Jellyfin spielt die Videos ja nicht ab, sondern der Player. Plex und JF sind in erster Linie nur Backends, die Comfortfunktionen bieten. Jellyfin gibt's ja als Player auch auf dem AppleTV? Streamyfin vielleicht auch?
 
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@Azghul0815
Danke für die Infos.
So weit ich weiss liegt das an Samsung, dass sie nur bestimmte Tonformate erlauben / unterstützen. Dasselbe wie mit den Bluetooth Codecs bei Samsung...
Am Apple TV geht meines Wissens nach jedes Audioformat, wobei ich dann eh immer direkt schon im Apple TV auf Stereo PCM wandle, weil ich nur 2 grosse Front Lautsprecher habe.
 
Burfi schrieb:
Muss man bei Jellyfin dann explizit immer Infuse kaufen, damit es funktioniert?
Nein muss man nicht. Infuse unterstützt es mittlerweile nativ. Mit welcher App Du auf den Jellyfin Server zugreifst, vom iPhone oder iPad, ist Dir überlassen. Die Auswahl ist groß.

Die einzige App als Client für Jellyfin, zumindest fürs Android Tablet, die ich nicht empfehlen kann, ist Moonfin. Super viele Möglichkeiten es anzupassen, aber zb. auf der Startseite gibt es viele zu große freie Flächen (ungenutzter Platz) die man nicht weg-konfigurieren kann. Sieht halt komisch aus.
 
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In dem Fall liegts an dem in Plex integriertem Media Player in Kombination mit dem Samsung Betriebssystem.
Weil es mit dem in Jellyfin integriertem Player ja geht.
Solange mein Samsung noch alle Codecs die ich habe unterstützt und dss OS tut, sehe ich keinen Grund auf einen externes Abspielgerät zu gehen. Die Nvidia Shield Pro steht unten im Schrank und wird nicht benötigt aktuell.
 
Ich hätte wohl mehr schreiben sollen - dachte aber, dass der Text eh schon zu lang wird 🙄

Ausgelöst durch die Diskussion zur massiven Preissteigerung von Plex für das Lifetime-Abo habe ich mir vor ein paar Wochen Jellyfin schon intensiver angeschaut. Es ist im Grunde exakt die Art von Lösung, die ich mag. Aber: Es würde das Projekt deutlich vergrössern.

Denn wenn, macht es angesichts der aktuell 60 Mbit/s Upload und weniger Speicher der mobilen Devices zu beanspruchen für mich Sinn, direkt die Möglichkeit zum Transcoding zu haben. Dafür sind weder der RPi5 noch umso weniger die DS220j wirklich sinnvoll geeignet. Hiesse also N100/NUC/Mac Mini anschaffen und einbinden. Dann wäre es aber fast nur konsequent, direkt auf eine neue NAS-Lösung zu setzen und Synology rauszuschmeissen, die bei mir ebenfalls firma non grata geworden sind. Dann könnte man auch gleich Home Assistant umziehen, das aktuell auf dem RPi läuft, möglicherweise Headscale / Tailscale statt WireGuard einsetzen, Navidrome, Audiobookshelf, Kavita, Immich usw. ergänzen - Ideen und Möglichkeiten gibt es genug 👀

Alles in allem sind das aber sofort deutlich mehr bewegliche Teile und entsprechend mehr Zeitaufwand, was realistisch zu einer wesentlich späteren Umsetzung führen würde.

Ich tendiere daher aktuell zu zwei Phasen:

1. Basic-Anbindung: NAS + WireGuard + direkter Zugriff über die jeweiligen Apps
2. QoL-Ausbau: NUC/Server + zentrale Mediathekenverwaltung/Jellyfin & Co.

P1.1: Wichtig wäre mir daher vor allem, dass ich mir mit Phase 1 nichts für Phase 2 verbaue. Mit WireGuard + direktem Zugriff beispielsweise via Infuse sehe ich da aktuell eigentlich nichts - ihr?

P1.2: Dateien benenne ich aktuell per FileBot. Sollte zusammen mit einer sinnvollen Ordnerstruktur bereits eine ausreichende Basis für die spätere Erkennung durch Jellyfin & Co. bieten oder sollte ich hier von Anfang an noch etwas berücksichtigen?

P2.1: An diejenigen, die trotz Kompatibilität & Einsatz von Jellyfin für einzelne Medienarten dezidierte Alternativen wie Navidrome, Audiobookshelf etc. nutzen: Mögt ihr ein wenig ausführen, warum Jellyfin dafür bei euch „nicht gereicht“ hat bzw. welchen konkreten Mehrwert euch die jeweilige Speziallösung bietet?

P2.2: Welche Hardware-Basis könnt ihr für zwei bis fünf parallele 4K-HEVC/HDR-Transcoding-Streams empfehlen?

P2.3: Interessant wären für mich ausserdem Erfahrungen, ob ihr Storage und Compute bewusst trennt (NAS + NUC/Server) oder beides auf einer entsprechend leistungsfähigen HomeLab-Lösung betreibt?
 
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jtr00 schrieb:
P1.1: Wichtig wäre mir daher vor allem, dass ich mir mit Phase 1 nichts für Phase 2 verbaue.
Mit diesem Punkt verbaust Du dir genau genommen gar nichts. Du bist eher schon einmal dafür vorbereitet von unterwegs aus auf Dein Heimnetzwerk zugreifen zu können.
jtr00 schrieb:
P1.2: Dateien benenne ich aktuell per FileBot. Sollte zusammen mit einer sinnvollen Ordnerstruktur bereits eine ausreichende Basis für die spätere Erkennung durch Jellyfin & Co. bieten oder sollte ich hier von Anfang an noch etwas berücksichtigen?
Ich sichere meine Medien (Filme), mit der Namensgebung dieser, nach TMDB Schema/Name. Kannst ja gerne mal ein Beispiel geben wie diese Struktur aussieht.

Ich habe einen seperaten Ordner für Filme und in diesen sichere ich die Filme, jetzt folgt ein Beispiel :
"101 Dalmatiner (1961)">"101 Dalmatiner (1961) 1080p DTS-HD HRA.mkv"

Du kannst bei Bedarf auch mit dem TinyMediaManager, Poster für die Filme sichern. Ich mache das hauptsächlich so, weil viele Cover zu Kodi Zeiten mit FSK Logos oder sonstigen "Verunreinigungen" versehen waren. Einmal alles eingepflegt, geht man da auch nicht mehr so schnell ran und es sieht super "clean" aus.
jtr00 schrieb:
P2.2: Welche Hardware-Basis könnt ihr für zwei bis fünf parallele 4K-HEVC/HDR-Transcoding-Streams empfehlen?
Ist das der tatsächliche Use-Case bei Dir oder möchtest Du nur gerne darauf vorbereitet sein, mehrere Streams parallel zu transcoden? Bitte etwas mehr ausführen.🙂

Nach meinem Test, reicht da schon ein Pentium N6005 für 2 4K Transcoding-Streams, für mehr Reserve bezugnehmend zur Leistung bräuchte es eine potentere CPU.
jtr00 schrieb:
P2.3: Interessant wären für mich ausserdem Erfahrungen, ob ihr Storage und Compute bewusst trennt (NAS + NUC/Server) oder beides auf einer entsprechend leistungsfähigen HomeLab-Lösung betreibt?
Solltest Du Storage und Compute trennen, so bliebe Dir aktuell Deine Synology noch erhalten und Du müsstest das NAS nicht austauschen bzw. wechseln.

Ich habe beides getrennt, eine alte DS216j als "Datengrab" und einen Dell Optiplex 3000 Thinclient als Server. Auf dem Server läuft Debian Trixie als "headless" Variante, kein Desktop oder ähnliches. Jellyfin habe ich auf diesem Server "Baremetal" installiert ohne Gebrauch von Docker zu machen. Läuft ziemlich gut und der Pentium N6005 in dem Server schafft es auch einen 4K Film zu transcoden. Kann es gerne mal testen ob die CPU auch mehr Streams schafft.

Edit: Die CPU schafft es zwei 4K Streams zu transcoden. Mehr Geräte habe ich leider nicht zum testen da.


Generell würde ich jetzt subjektiv behaupten, wärst Du mit einer Intel CPU bzw. iGPU gut beraten. Transcoding via Quicksync beschert der CPU kaum Last.
 
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Puhhhh

Ich würde die beiden Phasen ebenfalls getrennt angehen. Du verbaust dir mit Phase 1 aus meiner Sicht nichts für später.

P1.1

Wenn deine Fritzbox einen direkten WireGuard-Zugriff ermöglicht, kannst du den problemlos nutzen. Ich selbst habe WireGuard nicht über die Fritzbox laufen, sondern in einem eigenen Container. Darüber laufen bei mir dann auch AdGuard und Co.

Ob du anschliessend über WireGuard mit Infuse direkt auf die Dateien zugreifst oder später Jellyfin dazwischenhängst, spielt für die grundsätzliche Architektur erst einmal keine Rolle. Für Infuse könntest du im einfachsten Fall sogar nur einen simplen DLNA-Server bereitstellen. Durch WireGuard bist du ohnehin im eigenen Netz. Maximal bei der Konfiguration und Absicherung musst du entsprechend schauen.

Auch beim Thema Transcoding sind das für mich zwei getrennte Themen. Viele 4K-HEVC-Dateien liegen irgendwo im Bereich von 25 bis 35 Mbit/s. Mit 60 Mbit/s Upload kannst du also durchaus auch nativ streamen. Wenn du aber wegen Bandbreite, Endgerät oder Speicherverbrauch transcodieren möchtest, muss das sowieso serverseitig passieren. Ob davor Plex, Jellyfin oder eine andere Lösung sitzt, ändert nichts daran, dass deine Synology dafür schlicht zu schwach ist.

Ich habe aktuell beide Varianten im Einsatz: Jellyfin ist bei mir über einen Reverse Proxy abgesichert für ein paar Leute von aussen erreichbar. Zusätzlich habe ich WireGuard für den direkten Zugriff auf mein Netz.

P1.2

Bei mir übernimmt das im Wesentlichen der *Arr-Stack. Ich habe Seerr sowie Radarr, Sonarr, Prowlarr usw. am Laufen. Darüber laufen Beschaffung, Ablage und automatisches Umbenennen der Filme und Serien. Damit habe ich gleichzeitig eine saubere Ordner- und Dateistruktur, mit der Jellyfin problemlos arbeiten kann. FileBot brauche ich dadurch höchstens noch für Sonderfälle.

P2.1

Ich nutze Jellyfin hauptsächlich für Filme und Serien. Musik habe ich nicht lokal, dafür habe ich Amazon Prime und YouTube Premium. Entsprechend habe ich dafür keinen Bedarf an Navidrome. Audiobookshelf nutze ich ebenfalls nicht, weil ich keine Hörbücher höre.

Für Filme und Serien habe ich, wie oben geschrieben, einen kompletten *Arr-Stack aufgebaut.

Für E-Books nutze ich Calibre-Web-Automated in Kombination mit Shelfmark, beides als Docker-Container. Jellyfin nutze ich für diese Medienarten schlicht nicht, weil bei mir dafür kein Bedarf besteht.

P2.2

Ein Intel N100 ist für so etwas schon erstaunlich potent. Mit Quick Sync sind mehrere parallele 4K-Transcodes grundsätzlich machbar. Ob es am Ende zwei, vier oder fünf werden, hängt natürlich stark vom Material, HDR-Tonemapping, Zielcodec, Untertiteln usw. ab. Ich würde mich deshalb nicht auf eine fixe Anzahl versteifen.

Beim Storage würde ich mir bei zwei bis fünf Streams dagegen nicht allzu viele Gedanken machen. Das sind überwiegend sequentielle Lesezugriffe und selbst mehrere 4K-Streams bringen eine normale HDD vom reinen Durchsatz her noch lange nicht an ihre Grenzen.

P2.3

Ich trenne Compute und Storage aktuell komplett. Meine Services laufen auf einem Proxmox-Server, während mein UGREEN NASync iDX6011 Pro aktuell tatsächlich praktisch nur als Storage dient. Das ist mit Intel Core Ultra 7 255H und 64 GB RAM eigentlich völliger Overkill für diese Rolle und hätte problemlos genug Leistung, um auch die Docker-Services zu übernehmen.

Die Trennung ist bei mir teilweise historisch bedingt, inzwischen aber auch bewusst so. Wenn ich am NAS herumspiele oder dort etwas schiefläuft, möchte ich nicht gleichzeitig meine ganzen anderen Applikationen verlieren. Umgekehrt möchte ich auch nicht, dass Änderungen an einer Applikation, am Reverse Proxy oder sonst irgendwo dazu führen, dass ich plötzlich nicht mehr vernünftig an meine Dateien komme.

Ich überlege deshalb durchaus, ob ich diese Trennung irgendwann aufgebe und die Services direkt als Docker-Container auf das iDX6011 Pro ziehe. Aktuell läuft es bei mir aber schlicht als ziemlich überdimensionierter Storage.

Insofern würde ich an deiner Stelle Phase 1 einfach machen. WireGuard und direkter Zugriff auf die vorhandenen Daten sind keine Sackgasse. Wenn später Jellyfin, ein *Arr-Stack und weitere Services dazukommen, kannst du Compute immer noch danebenstellen oder die Services später auf eine andere Plattform verschieben.

Edit: Falls die NAS-Seite an sich noch interessant ist: Ich habe hier im Forum in den letzten Monaten ein paar Leserartikel zu verschiedenen Geräten geschrieben. Vielleicht hilft davon das eine oder andere bei der Einordnung:

UGREEN DXP2800 – Unboxing & Ersteindruck

UGREEN DH2300 und DH4300 Plus – Praxiseindruck

QNAP TS-464, TerraMaster F4-425 Plus und ASUSTOR AS5404T – drei 4-Bay-NAS im Vergleich

ASUSTOR AS6702T v2 – Praxiseindruck
 
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