NAS: RAID 6 oder JBOD?

MyUser

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Hallo,
ich überlege mir gerade einen Kauf eines NAS mit rund 10 Festplatten (z. B. QNAP TS-1079 Pro - hat jedoch
kein redundantes Netz).

Überlegungen RAID 6 vs. JBOD
Der vorteil von RAID 6 gegenüber anderen (niedrigeren) RAID-Levels wäre, dass 2 Festplatten ausfallen könnten.
Ich habe jedoch gelesen, dass allgemeine Nachteile eines RAIDs vor allem ein Controllerausfall oder
ein defektes (nicht redudantes) Netzteil sind. Der Vorteil eines RAIDs wäre, dass alle meine Daten auf einer
"logischen" Festplatte verfügbar wären.

Bei JBOD (ausgeschaltener RAID-Controller) würde ich die einzelnen Festplatten nicht logisch zusammengefassen
(aus sicherheitstechnischen Aspekten ein Vorteil, aus organisatorischer Sicht ein Nachteil), sondern in einzelne
Bereiche (Dokumente, Musik, ...) unterteilen.

z. B. Dokumente: Festplatte 1, Festplatte 2 (Sicherung der Festplatte 1),
Musik: Festplatte 3, Festplatte 4 (Sicherung der Festplatte 3),
Fotos: Festplatte 5, Festplatte 6 (Sicherung der Festplatte 5), usw.

Dadurch hätte ich jedoch mehrere Versionen (falls versehentlich eine Datei gelöscht worden ist, ich auf eine ältere
Version - Vorversion bzw. Version der letzten Sicherung - zuspringen möchte => Vorteil). Ausfall des Controllers
(ist ausgeschalten) und Ausfall des Netzteils (da nicht immer alle Festplatten wie die Sicherungsfestplatten 2, 4 ...
eingeschalten sind, auch minimiert).


Welche "Version" (RAID 6 oder JBOD) wäre aus eurer/deiner Sicht sinnvoller?

LG,
MyUser
 
Beantworte dir zuerst eine Frage:

Willst du Dateisicherheit (Backups) oder Datenverfügbarkeit?
 
Ehm ... Du musst doch wissen, ob dir eine hohe Ausfallsicherheit (Raid6) wichtig ist oder du es lieber etwas schneller/unsicherer und dafür mehr Platz haben willst.

Von einem Raid-6 kann ich nur abraten. Ein Raid-5 ist ja schon langsam (vorallem wenn es an die Wiederherstellung geht) - ein Raid-6 wird entsprechend nochmal etwas langsamer werden.

Gruß
 
RAID ist eine Verfügbarkeitslösung, KEINE Backuplösung. Du solltest dir einfach eine Backupstrategie überlegen oder hier erfragen, mit der du deine Daten halbwegs vernünftig sichern kannst. Es werden vermutlich auch ein paar Leute schreiben, das man das nicht auf einem System (der NAS) machen soll aber das liegt dann in deinem ermessen, ob du noch weitere Datenträge (z.B. DVD, Bänder etc.) als Backup nutzen willst.

Von den wichtigsten Ordnern, Dateien solltest du dir in regelmäßigen Abständen dann eine Kopie (auf einer anderen Platte oder Volume oder einem anderen Datenträger) machen und die mit einem entsprechenden Datum versehen. Ich weiß nicht, ob die NAS das nicht schon von sich aus kann. Kann die NAS mehrere RAID-Volumes verwalten oder nur ein großes?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kann fandre da nur zustimmen. Ein RAID ist kein Backup und auch keine Backupstrategie, auch wenn viele das denken.

Grade wenn der Fall eingetreten ist, dass eine Platte einen defekt hat, und man sie austauscht und das Rebuild startet, wird das deutlich. Es ist nämlich garnicht so seltzen, dass dabei direkt eine weitere Platte den Geist aufgibt.
Hab ich schon mehrmals von Adminkollegen gehört und einmal selbst erlebt.
Meist kauft man die Platten ja gleichzeitig. Die stammen also meist aus der gleichen Charge, haben die gleiche Laufzeit usw..
Wenn dann das plattenstressende Rebuild startet, kann es sein das direkt die nächste Platte hops geht. Und bei nem RAID 5 wars das dann.

Deswegen ist die Frage von Masamune2 am Anfang korrekt:

Was willst du eigentlich?
 
Bei JBOD kannst du AFAIK nicht festlegen, auf welcher Festplatte die Daten gespeichert werden. Somit kommt für dich wohl nur ein RAID 5 in Frage.

Ne zusätzliche Datensicherung würdest du aber in jedem Fall zusätzlich benötigen, z. B. als 2. NAS.

Ansonsten hol dir zur Verfügbarkeit eines mit Vor-Ort-Service, sonst stehst du im Falle eines Defektes des NAS schlecht da. Oder eben tatsächlich ein 2. NAS.
 
Sehr interessant ... ich wollte auch ein Raid 1 für Datensicherung verwenden. Wie soll ichs denn dann am Besten anstellen?

Arseen
 
@ Arseen

Am einfachsten mit nem 1-Bay-NAS (oder auch 2-Bay-NAS zur etwas besseren Datenverfügbarkeit) und einer oder zwei externen Festplatten.
 
Die einfachste Form der Datensicherung ist alle Daten vom PC zusätzlich auf einer externen HDD zu speichern, ganz ohne Raid oder NAS. Mit mehr finanziellen Mittel ersetzt man die externe HDD durch ein NAS oder ergänzt mit einem NAS um eine 3. Sicherung. Ob nun Raid 1, 5 oder 6... Wenn das ganze Konzept stimmt ist das nicht so wichtig. Ein Raid 1 schreibt so schnell wie eine normale HDD, ein Raid5 hingegen eher nur mit 1/4 der Geschwindigkeit einer HDD, Raid 6 ist vermutlich nicht viel anders, habe ich aber keine Erfahrungen mit. Müssen die Daten des NAS nicht 24/7 verfügbar sein kann man sich den Raidarray ganz schenken. Hauptsache die Daten liegen irgendwo als Kopie.
 
Danke für eure Antworten.

Masamune2: wahrscheinlich ists doch eher Datensicherheit

Na-Krul: stimmt, 1 Festplatte könnte bei RAID 1 ausfallen, nur bei RAID 6 zwei, denn, wenn im schlimmsten Fall Festplatte 1 und Festplatte 2 eingehen würden, wär ein Teil total weg (ok, Teile hab ich schon och anders auch gesichert, aber NICHT alles, da ich nicht die ganze Hardware mir zwei mal leisten kann = teuer).

fandre: Bei >10 TB - Tendenz steigend - (bin Hobbyfilmer etc.) möchte ich keine DVDs und Bänder verwenden.

Cordesh: deswegen RAID 6 und nicht RAID 5 (da könnten zwei Festplatten ausfallen)

superstar: laut http://de.wikipedia.org/wiki/RAID#JBOD - Punkt 1: "Konfiguration eines RAID-Controllers mit mehreren Festplatten, die keinen Verbund bilden."

2-Bay-NAS wäre für mich zu klein, da nur max. 6 TB verfügbar wären.
 
Ja, sind kein direkter Verbund, aber Daten, die zum Teil auf Datenträger 1 UND Datenträger 2 liegen, sind futsch.

Persönlich halte ich von nem RAID 6 nicht gar so viel, wie oft kommt es vor, dass 2 Festplatten gleichzeitig ausfallen? Da ist die Chance größer, dass 1 oder gleich mehrere oder alle ausfallen (z. B. wegen Überspannung, Erderschütterungen usw.).

Und ne Datensicherung braucht man so oder so, wenn einem die Daten wichtig sind.

Ne Sicherung auf dieselbe Speicherlösung ist keine Sicherung, ein Virus, Kurzschluss, versehendliches Löschen, Wasserschaden usw jagt evtl. alles über den Jordan.

Da würde ich eher zu 2x 5-Bay-NAS greifen und diese syncen.

Bei den 10 nach Möglichkeit identischen Platten hast du natürlich das Problem, dass diese derzeit sehr teuer sind, vor nem Monat hättest du dafür fast noch ein 2. NAS bekommen ;)
 
supastar:
1)
und welche RAID-Level würdest dann bei einem 5-bay-NAS verwenden?
2)
Ist NAS <-> NAS sync direkt möglich?

PS: die festplatten werden sicher wieder billiger werden - zur not warten ;)
 
Bei nem 5-Bay NAS natürlich RAID 5. Ob man NAS syncen kann, sollte vom verwendeten Betriebssystem des NAS abhängen. Ne andere Möglichkeit wäre auch ein NAS mit USB3.0 und eben externen Festplatten zur Datensicherung.

Das könnte aber durchaus ein halbes Jahr dauern, bis sie tatsächlich wieder günstiger werden.
 
Ca. 1/2 Jahr befürchte ich leider auch.

Ich hätte noch eine Frage bzgl. Formatierung:
Eine NAS kann z. B. mit ext2/3/4, FAT32, NTFS formatiert werden.
Ich bin hauptsächlich ein Windows-User, lese aber, dass eine NAS oft mit ext2/3/4 formatiert wird. Kann ich
mit Windows ohne Probleme darauf zugreifen, oder sollte ich als Windows-User auch eine NAS mit NTS formatieren?
 
Natürlich kannst du mit Windows ohne Probleme drauf zugreifen. Umformatieren würde ich da ganz sicher nichts. NTFS kommt eigentlich nur bei nem Windows-Home-Server in Frage.
 
Das Problem mit dem Dateisystem stellt sich bei einem NAS nicht.

Auf den meisten NAS-Boxen läuft Linux. Das braucht natürlich auch ein Linux-taugliches Dateisystem. Dieses Linux stellt nun den ihm zur Verfügung stehenden Speicherplatz über ein NAS-Protokoll im LAN zur Verfügung. Also CIFS (Windows) oder NFS (Linux/Unix). Es ist also nur entscheidend dass der Client, der auf das NAS zugreift, mit dem NAS-Protokoll was anfangen kann.

Wenn das NAS iSCSI kann, wird ein Teil des NAS-Speichers über das iSCSI-Protokoll zur Verfügung gestellt. Das erkennt der iSCSI-fähige Client als physikalische Festplatte und kann diese mit zB. NTFS, FAT32 oder was auch immer formatieren.
 
Alternate 2
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