raychan schrieb:
Was mich Mal an die ganzen transcoder Freaks inter
essiert. Warum transcodiert ihr überhaupt noch Medien? Habt ihr da echt noch Probleme beim streaming wie vor 15 Jahren oder welche Vorteile hat das aktuell noch?
Also ich kenne das echt nur aus den Anfang 2000ern wo man das gemacht hatte weil die abspiel Geräte zu schwach waren und nicht alle Codec Unterstützt haben.
Ich nutze selbst Navidome, KODi und Jellyfin mit meinen eigenen Blurays und Musik alles Flacs und ich kann auf jedem Gerät alles abspielen auch unterwegs und ich habe noch nie etwas decodiert. Kann meine NAS auch nicht wegen fehlender GPU.
Mein Ziel ist es, dass alle in meinem Haushalt die Video-Mediathek in Jellyfin direkt ("Direct Play") abspielen können, ohne Live-Transcoding. Leider schränkt das die Auswahl von Container und Video- sowie Audio-Codecs etwas ein. Das Rezept für Direct Play auf >90% der aktuell hier verwendeten Geräte lautet:
- MP4-Container,
- H.265 (max L@5.1)
- max. HDR10 (kein DV)
- erste Audiospur AAC Stereo 2.0
- keine Untertitel (nur als externe .SRT)
Wenn Audio 5.1 ist (EAC o.ä.), dann sind Server und Client i.d.R. in der Lage, das per Live-Remux zu erledigen, sodass nur sehr wenig Rechenleistung notwendig ist, und es "nahezu" Direct Play ist.
Wenn aber z.B. HDR-Tonemapping notwendig ist -> Game Over, wenn die Hardware zu schwach ist (insb. wenn es mehr als 1 Transcoding gleichzeitig ist).
Ich lass
FileFlows (viele nutzen auch
Tdarr) über alle MKV/MP4 laufen und ersetze das, was nicht ins o.g. Schema passt, durch entsprechend
einmalig transkodierte MP4. Das ermöglicht mir auch, wenn ich per Kodi am großen TV schaue, einfach auf die Original-Tonspur zu wechseln, weil ich natürlich gerne Dolby oder DTS auf Englisch gucke, während Kinder, Schwester und Co. alles auf Deutsch brauchen, aber auf den Tablets etc. dann auch Stereo locker reicht.
Also das ist der Hintergrund bzgl. Transcoding. Die wenigsten werden nur Quellmaterial haben, das mit echtem DirectPlay abgespielt wird (allein schon wegen der 5.1-Spuren und weil es oft MKVs sind, die auch nicht so breit unterstützt werden wie MP4). Aber wenn es nur Remuxing ist, fällt das i.d.R. auch bei schwächeren Servern/NAS nicht so auf.
DirectPlay (insb. unterwegs) kann ich mir natürlich bei den zum Teil 40- bis 50Mbit/s Videos nur dank der Glasfaserleitung leisten. Da können auch ein paar Leute gleichzeitig DirectPlay nutzen, ohne dass die Leitung ins Schwitzen kommt oder es Ruckler gibt.
Hier ein bisschen Hintergrund dazu:
https://jellyfin.org/docs/general/clients/codec-support/