Netzwerkplanung im Neubau

hermue

Cadet 1st Year
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Aug. 2017
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Hallo,

meine letzte Installation von Netzwerkkabeln liegt einige Zeit zurück, aber jetzt will ich das in unserem Neubau wieder machen. Ich habe mir schone eine ganze Menge angelesen aber ein paar Fragen bleiben noch offen.

Was ist geplant:
- Einfamilienhaus mit EG, OG und (später) ausgebautem Dachboden.
- Hausanschluss mit Glasfaser wird im HWR liegen
- die Verkabelung soll Sternförmig in einem Raum unter der Treppe zusammenlaufen
- weitestgehend keine Verwendung von Leerrohren
- als Kabel soll Cat7 verwendet werden, Netzwerkdosen Cat6a
- ich habe recht großzügig geplant nach dem Motto: Lieber eine zu viel als eine zu wenig. Da ich das in Eigenleistung mache, hält sich das preislich dann auch im Rahmen.
-- EG 13 Doppeldosen
-- OG 12 Doppeldosen
-- Dachgeschoss 2 Doppeldosen
-- Ich denke, dass ich vorerst aber mit 24 Ports auskomme der Rest ist dann erstmal Reserve und wird evtl. auch nur in einer Leerdose enden. Vielleicht versuche ich auch, das ganze auf 24 Dosen also 48 Kabel zu reduzieren.

Zu den Fragen:
Welches Kabel verwende ich am besten. Häufig habe ich gelesen, dass flexible Kabel verlegt werden. Sollte man bei der direkten Verlegung im Estrich auf jeden Fall starre Verlegekabel nutzen?

Welche Cat6a-Doppeldose würdet ihr mir empfehlen? Gleiches gilt für das Patchfeld.

Bekomme ich es als Laie hin, die Kabel so ordentlich aufzulegen, dass später wirklich mal 10Gbit darüber laufen können?

Vielen Dank schon mal im Voraus!
 
Unbedingt mit Leerrohren arbeiten, was machst du sonst bei PRoblemen am Kabel? Estrich raus?
 
Warum keine Leerrohre?

Spätestens wenn der Link von A nach B nicht mehr zustandekommt und die einzig mögliche Antwort auf das Warum "Kabel defekt" bleibt, wirst Du Dir wünschen, Rohre verlegt zu haben.

Da zieht man das Kabel nämlich einfach neu durch.
 
normales CAT7 Verlegekabel.. weich oder starr ist bums, da du hoffentlich Leerrohre nutzt zum durchziehen..
Dosen kannst du alles nehmen was da ist..
Patchfeld ebenso alles was da ist..

Auflegen ist kein Hexenwerk.. einfach sauber arbeiten und nicht Pfuschen und schon läuft das..
 
Ich würde von einer Verlegung im Estrich ohne Leerrohre (oder Kabelschächte) abraten.
Bei kleinen Fehlern kann man alles aufspitzen.

Hast Du Platz pro Etage? dann würde ich lieber kleine Switch als Verteiler pro Etage nehmen und in Schaltschränken verpacken. Dann gehen nicht 24-48 Kabel durch die Etagen, sondern nur 2-4 (LACP oder 10Gbit Uplink).

2.OG -- Switch -- x Kabel pro Etage
||
1.OG -- Switch -- x Kabel pro Etage
|| - 2 Kabel geteamt
EG -- Switch -- x Kabel pro Etage
|
KG -- Internet

Nachtrag:
Als Switche HPE 1820-24G(8G/16G/48G) nehmen, da lüfterlos, manageable und stromsparend.
Ausserdem gibt es Unterputz- 19" Verteilerkästen für die Etagen, dann stören diese auch platzmäßig nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
die Verkabelung soll Sternförmig in einem Raum unter der Treppe zusammenlaufen
- weitestgehend keine Verwendung von Leerrohren
Großer Fehler ... typischer Fall von GeizistGeil Fail!
 
Cat 7 Duplex ist der Industriestandart, das ganze mit Cat 6 Jackets und 10gbe steht rein technisch nichts mehr im Weg.
Warum aber kein Leerrohr? Ich vermute mal das Kabel kann in der Regel nicht im Estrich verlegt werden, da müsste dann irgendwas mit A... als Kabel verwendet werden, was aber sicher erheblich teurer ist und zudem die 10gbe sicher nicht schafft. Leg Rohre, und du hast keinen Stress, gibt die als hochfeste Variante - sofern das das Problem ist.
 
Zur Technik selbst kann ich nicht viel sagen, aber zum Thema Lehrrohre oder nicht folgendes:

In der Veranstaltungstechnik werden bei Festinstallationen ja auch Kabel verlegt. In einem Fall in dem ich leider auch mit drin hänge wurden einige Kabel vor vielen Jahren so verlegt, daß sie in einem Kriechkeller liegen der anschließend ordentlich zugemauert wurde. Jetzt traut sich keiner mehr da ran obwohl man da eigentlich was machen müßte. Aber alle die es können wissen was für ein Riesenaufwand es ist an die blöde Verkabelung zu kommen.

Die Lehre daraus: Wenn du Lehrrohre legen kannst dann solltest du es auch tun. Denn solltest du mal (und sei es in ein paar Jahren) an die Verkabelung ran müssen wirst du für diese Entscheidung dankbar sein.
 
ich persönlich würde auch auf Leerrohre verzichten, um Schallbrücken zu vermeiden.
Man könnte z.b. das Kabel vor dem Verlegen durchmessen, dann sollte es sehr unwahrscheinlich sein, dass es nach dem Eingießen in den Estrich nicht funktioniert.
 
Problem an ungeeigneten Leitungen im Estrich: Estrich ist sauer, frisst sich so z.B. recht schnell durch NYM Mantelleitungen und andere.
Hilft also nicht vorher zu messen, weil die Probleme danach erst auftreten können/werden.
 
hermue schrieb:
- ich habe recht großzügig geplant nach dem Motto: Lieber eine zu viel als eine zu wenig. Da ich das in Eigenleistung mache, hält sich das preislich dann auch im Rahmen.
-- EG 13 Doppeldosen
-- OG 12 Doppeldosen
-- Dachgeschoss 2 Doppeldosen
-- Ich denke, dass ich vorerst aber mit 24 Ports auskomme der Rest ist dann erstmal Reserve und wird evtl. auch nur in einer Leerdose enden. Vielleicht versuche ich auch, das ganze auf 24 Dosen also 48 Kabel zu reduzieren.
EG viel zu viel, OG viel zu viel, DG zu wenig. Ich meine, 13 Doppeldosen sind 52 (!) 100MBit-Anschlüsse...bei aller Liebe, aber das ist im EFH echt übertrieben. Du brauchst ja auch noch Steckdosen, da besteht die ganze Wand doch nur noch aus (dringend empfohlenen) Leerrohren. Ich würde maximal 4-6 Doppeldosen pro Stockwerk setzen, meinetwegen nochmal 1-2 extra in Büros etc.; 6 Doppeldosen geben ja auch schonmal bis zu 24 Anschlüsse her. Mit deiner Reduktion auf "nur noch" 24 Dosen liegst du schon richtig, das ist immer noch überaus großzügig bemessen (96 Endgeräte...).
hermue schrieb:
Zu den Fragen:
Welches Kabel verwende ich am besten. Häufig habe ich gelesen, dass flexible Kabel verlegt werden. Sollte man bei der direkten Verlegung im Estrich auf jeden Fall starre Verlegekabel nutzen?

Welche Cat6a-Doppeldose würdet ihr mir empfehlen? Gleiches gilt für das Patchfeld.
Kabel von Draka, Dosen+Patchfeld von BTR. Damit macht man zumindest nix verkehrt. Starre Kabel, also solche mit Einzeladern, sollte man sowieso immer verwenden.
 
Es gibt übrigens noch ein Problem in Bezug auf die Verlegung von Kabeln in Estrich.

Estrich liegt im Allgemeinen als schwimmender Estrich vor. D.h., daß er auf einer Dämmung liegt und am Rand mit Schaumstoffstreifen von der Wand getrennt ist. Er hat somit keine Verbindung zum Rest des Gebäudes, daher der Ausdruck "schwimmender Estrich".

Verlegt man in einem solchen schwimmenden Estrich jetzt direkt Leitungen passiert folgendes: Der Estrich bewegt sich in Bezug zum restlichen Gebäude. Die Kabel im Estrich bewegen sich natürlich mit. An den Nahtstellen zur Wand können sie die Bewegung allerdings nicht mitmachen. Das mögen sie am Anfang vielleicht aushalten, aber mit der Zeit kommt es zur berühmten Materialermüdung und das Kabel geht an der schwächsten Stelle kaputt. Aus diesem Grund werden in Estrich auch im Normalfall keine Stromkabel verlegt. Zumal die schwimmende Verlegung auch der Trittschalldämmung dient. Existieren jetzt feste Verbindungen zur Wand wird diese Schalldämmung beeinträchtigt.

Gut erklärt wird das ganze auch noch mal hier: http://www.elektrikforum.de/ftopic877.html

Letztendlich handelt man sich mit Verlegung von Kabeln in Estrich nur unnötig Probleme ein. So etwas sollte man nur da tun wo es unumgänglich ist und selbst da immer mit der entsprechenden Sorgfalt (Stichwort Zugentlastung).
 
"Netzwerkplanung im Neubau"
" - Einfamilienhaus mit EG, OG und (später) ausgebautem Dachboden."

und all das ohne Leerrohr? Welcher Architekt, welche Bauaufsicht, welche Estrich-Firma macht das mit.
Die wären wohl wahnsinnig. Wenn ein Kabel kaputt ist kommt der Estrich raus und die Estrich-Firma wird nicht bezahlt und die Bauaufsicht hat eh die Schuld.
Wenn die Estrich-Firma kommt und findet Deine Cat Kabel irgendwo rumhängen und sieht, das dort keinerlei Leerrohre vorhanden sind, rücken die wieder ab ohne Estrich zu machen, wenn sie schlau sind. Dann bleibt nur "Polski-Estrich".
"EG 13 Doppeldosen
-- OG 12 Doppeldosen
-- Dachgeschoss 2 Doppeldosen"
Wir sprechen aber über ein Eigenheim nicht über ein Bürogebäude?
Oder soll das beides sein?
Man kann ja vieles machen.
Ich habe gerade einen Neubau verkabelt. In jeden Raum (6)eine Sat-Dose und eine LAN-Dose. Gemeinsames Leerohr 25mm für LAN und Sat-Kabel von EG zum DG. Ohne Schlitzen, alles in der Hohlschicht hinter dem Klinker alles an den Außenwänden. Ging schnell 1 Tag Arbeit für Leerrohre und Dosen eingipsen. Kabel einziehen kommt noch rechne 1 Tag. Alles in Betrieb nehmen ebenfalls einen Tag. Der Elektriker war auch da und hat gestaunt, wie das geht. Man muss halt machen bevor geklinkert wird, sonst muss man schlitzen, was eine sau Arbeit ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn die Estrich-Firma am besten schriftlich (wegen Rechtssicherheit) nachweisen kann, daß der Bauherr über die Risiken ordnungsgemäß informiert wurde aber trotzdem ausdrücklich auf der Verfahrensweise bestand passiert gar nichts. Abgesehen davon, daß im Fall des Falles auf die erfolgte Aufklärung verwiesen wird und der Bauherr auf den kompletten Kosten sitzenbleibt.

Solange es zwar technischer Wahnsinn aber legal ist machen dir Firmen eigentlich fast alles. Sie werden sich halt nur absichern damit sie im Schadensfall (der ganz sicher eintreten wird) keine Probleme bekommen.
 
Vielen Dank für die vielen Antworten, das geht ja echt fix!

Dass sich viele von euch auf die Leerrohre stürzen hatte ich erwartet. Die Kabel sollen hauptsächlich in den Estrich und mit der Estrichfirma gäbe es keine Probleme. Der Grund darauf zu verzichten war nicht der Gedanke etwas zu sparen, sondern eher die Angst, später die Kabel nicht mehr aus ne Leerrohren heraus- bzw. neue hineinzubekommen. Das mit dem sauren Estrich bzw. der Bewegung an den Dehnungsfugen des Estrichs sind aber Aspekte, die ich noch nicht bedacht hatte.

Die Idee, zwischen Außenwand und Klinker nach oben zu gehen finde ich gut. Allerdings macht da vermutlich unser Bauunternehmer nicht mit, weil er dann Angst hat, den Bau nicht dicht zu bekommen. Außerdem gibt es einen Schacht vom EG ins OG, den ich als Kabelschacht nutzen kann.

Dass es unglaublich viele Dosen sind, ist mir klar. Ich hatte ja auch geschrieben, dass ich recht großzügig geplant habe um für (fast) alle Eventualitäten gerüstet zu sein. An den meisten LAN-Dosen brauche ich nur einen Anschluss. Aber legt man deswegen dann nur ein Kabel dahin?
Wenn man einen Kabelkanäle nutzen würde, könnte man das natürlich so machen und ggf. noch ein weiteres nachträglich einziehen.

Was würdet ihr denn als Leerrohr verwenden? Wellrohr? Bei zwei potentiellen Kabeln pro Rohr müsste es ja mind. M25 sein. Würde das reichen?
 
Kommt auf die Länge bzw. Anzahl der Windungen, Kurven etc. an. Habe durch ein M25-Rohr schon zwei Kabel über 40m gezogen und das war (trotz Kabelgleitmittel) grenzwertig.

Zu deiner Dosenplanung: mach es, wie du es für richtig hältst. Mir wäre es vor allem wichtig, in jeden einzelnen Raum eine (1) Dose zu legen - aber höchstens in die großen Räume mehrere (falls man mal was umräumt/anders einrichtet). Sobald man immerhin schon im richtigen Raum ist, kann man in diesem ja problemlos längere Patchkabel zur Verbindung verwenden, da man nicht durch Türen etc. muss; da braucht es IMHO nicht an jeder Ecke des Raumes eine Dose. Ich komme momentan (und würde mich nicht als nicht-IT-affin bezeichnen) zur Zeit über 4 Stockwerke mit 12 Anschlüssen (also mathematisch 6 Doppeldosen) aus, und da sind bereits mehrere Telefone und Fernseher mit integriert (die ja sonst "klassisch" oft noch über ihre "eigene" Telefon- oder Sat-Verkabelung laufen). Aber mach wie du denkst.
hermue schrieb:
Der Grund darauf zu verzichten war nicht der Gedanke etwas zu sparen, sondern eher die Angst, später die Kabel nicht mehr aus ne Leerrohren heraus- bzw. neue hineinzubekommen.
Aber aus dem Estrich statt den Rohren bekommst du die Kabel später wieder raus bzw. neue rein? :stacheln:
 
Ja, die Anzahl der Dosen mach ich, wie ich will...
Aus dem Estrich bekommt man die natürlich nicht raus. Ich dachte nur, wenn ich die in Leerrohre nicht wieder reinkriege, dann kann ich auch drauf verzichten.

Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, aber ich glaube, die E-Installation und damit auch die Neztwerkkabel kommen UNTER den Estrich. Muss das noch mal genau mit dem Bauunternehmer besprechen...
 
So etwas UNTER den Estrich zu legen ist auch die allgemein anerkannte Verfahrensweise. Wie gesagt kommt kein normaler Mensch (jedenfalls keiner der weiß was er da tut) auf den Gedanken Kabel direkt IM Estrich zu verlegen aus den bekannten Gründen. Die einzige Ausnahme wäre, wenn der Estrich NICHT schwimmend gebaut wird. Und selbst dann sagt die Vorschrift (oder war es der gesunde Menschenverstand, da bin ich mir nicht mehr ganz sicher), daß (bei Stromkabel) Erdkabel genutzt werden muß ODER es müssen Schutzrohre genutzt werden.

In jedem Fall empfehlen sich Lehrrohre, auch wenn man vielleicht nicht dazu verpflichtet ist. Klar, bei der Planung denkt man: "Da muß ich nie wieder was dran machen.". Jahre später denkt man sich: "Warum habe ich Hornochse damals nicht DARAN gedacht."
 
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