News Neue Studie: Deutsche Games-Branche im Aufwind

Die Frage, die sich (aus der deutschen Spielförderung) m.E. eher ergibt, ist, wie nachhaltig diese Entwicklung sein wird?

Selbst wenn kleine deutsche Indie-Entwickler einen Überasschungshit landen können oder gar mehr als einen sehr gutes Genre-Spiel (wie damals Minimi Games), wie realistisch ist wohl deren Erfolgsperspektive (?), es sei denn man wächst schnell auf selbstversorgende Größe wie damals das polnische CDPR oder belgische Larian (wobei letztere es auch nicht einfach hatten dahin zu kommen).

Ja, CryTek schafft das mit Hunt: Showdown 1896 als Live Service Game Cashcow auch (noch), aber trotzdem fehlen die Einnahmen, um ein Crysis 4 (oder Ryse 2) entwickeln zu können, welches auch der hauseigenen CryEngine dann als Vorzeigeprojekt (für andere Entwickler) zugute kommen dürfte.
 
Spieleförderung ist wie Risikoinvestitionen. Es geht einfach die Mehrheit in die Hose. Der überlebende Stamm muss dann wachsen und neue gefördert werden.
Der Anspruch das alle Förderung ein Erfolg auf AAA Niveau sein muss, ist aber super unrealistisch.
Die Pflanze wächst unbestreitbar. Mehr Jobs, mehr Umsatz, mehr Steuereinnahmen und der Return ist schon positiv. Also weiter machen.
 
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supertramp schrieb:
Was kam den nennenswertes denn aus DE?
Djura schrieb:
jetzt müssen nur noch vernünftige Titel dabei rauskommen
BeowulfAgate schrieb:
Ein paar vernünftige Titel gibts ja schon
lex30 schrieb:
Ich mein das als ernstgemeinte Frage. Was sind das für Studios und an was für Spielen arbeiten die?
V_182 schrieb:
Dem schließe ich mich an. 👍
Rubyurek schrieb:
Enshrouded, Thronfall, Closer the Distance, Chained Echoes, Signalis mal ein paar Beispiele genannt.
erazzed schrieb:
Keen Games hat für dessen Entwicklung auch Unterstützung aus dem Fördertopf des Bundes erhalten. Allein dafür hat sich das mMn schon mehr als gelohnt.
Spriti schrieb:
Wurden ja schon einige genannt, hier noch ein paar:
Farming Simulator, Anno, Dorfromantik, Destroy All Humans, Desperados, Everspace

Das wichtigste Spiel wurde noch nicht genannt!

Star Trek Voyager - Across the Unknown ist ebenfalls geförderter Titel.





lex30 schrieb:
Oder sind das dann eher so "NGO-Spiele"? "Wie rette ich "unsere Demokratie™"?
Ein paar, die es auf Basis von vollmundigen, ideologischen Versprechungen geschafft haben sind selbstredend auch dabei. Solange das nicht unterbunden wird, zieht natürlich jede Förderung die "Morality Hipster" an, wie Motten das Licht.
 
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Es werden also mal wieder mit Steuergeldern Branchen gefördert, die mit schlechtem Gehalt und üblen Arbeitszeiten Dinge produzieren, die ohne Förderung nicht überlebensfähig wären? Toll.
 
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Gerade Förderungen für Kleinstunternehmen finde ich sehr sinnvoll. Man deckt die überwiegenden Lebenskosten und hat gute Chance dass daraus ein Unternehmen wird was viele Steuern zahlt langfristig.

Wenn man dabei sinnvoll selektiert, so dass Leute fachlich qualifiziert sein müssen und idealerweise schon ein kleines Spiel mal veröffentlicht haben kann man groben Missbrauch auch gut reduzieren.

Hingegen sind Förderungen für etablierte größere Player nicht sinnvoll finde ich. Zb das Ubisoft mehre millionen erhält. Oder diese kleinen Mittelständler die 180k erhalten um "snake online" zu bauen. Hier ist die Zweckentfremdung offensichtlich.

Gute Förderungspolitik aus meiner Sicht:
Keinerlei Förderungen für große etablierte Aktienkonzerne die dann auch noch kaum Steuern zahlen. EA, Ubisoft, Activision.

Viel Förderung kleiner Player in der Startphase

Bei Erfolg Zuschussfinanzierung für mittelgroße Projekte. Ggf auf Kreditbasis teilweise. Hier nur wenn man bereits ein oder mehrere Projekte auf den Markt gebracht hat mit etwas Qualität und Umsatz.

In DE ist das Problem dass es einfach keine Konsistenz und sinnvolle Planung gibt was Förderungen angeht. Da kommt ein Random Stipendium ausgewürfelt und man darf es fix beantragen. Dann ist tote Hose. Die letzte Förderung hat verlangt dass man ca 2 Wochen nach Zusage keinen Job mehr haben darf. Das kann also niemand beantragen der in einem Arbeitsverhältnis ist.

Zusätzlich gibt es noch EU Fördertöpfe. Jedoch ist der Aufwand sowohl für Antrag als auch laufende Nachweise extremst in EU Projekten. Oft sind mehrere Vollzeitstellen mit dem bürokratischem Overhead beschäftigt in so einem Projekt.

Bzgl der Argumente warum soll man etwas fördern was ohne Steuergeld nicht lebensfähig ist?
Wenn man danach geht ist Unternehmertum ausschließlich reichen Menschen vorbehalten. Der Rest möge bitte arbeiten und niemals selbst zu Wohlstand gelangen. Es dauert halt ggf 1-3 Jahre bis eine Firma sich am Markt etabliert und auch gut Gewinn und Umsatz macht. Das kann sich langfristig lohnen für den Staat.
 
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Avatoma schrieb:
Es werden also mal wieder mit Steuergeldern Branchen gefördert, die mit schlechtem Gehalt und üblen Arbeitszeiten Dinge produzieren, die ohne Förderung nicht überlebensfähig wären? Toll.
Es ist ja eher das Gegenteil der Fall: Um eine extrem erfolgreiche und finanzstarke Branche nicht exklusiv dem Ausland zu überlassen, müssen ähnlich attrative Fördermittel die Attraktivität des Standorts Deutschland erhöhen.

Das ist, was viele der Kommentator:innen hier aus dem Blick verlieren: Die hauptsächliche Motivation hinter der Förderung ist die internationale Standortkonkurrenz. So ziemlich alle global erfolgreichen Zentren für Spieleentwicklung in der westlichen Welt, insbesondere natürlich das Vereinigte Königreich und Kanada, haben ihre heutige Dominanz über massive Fördermodelle erreicht oder bewahren sie zumindest damit. Dem möchte man mit der deutschen Förderung etwas entgegensetzen, um Investitionen in den hiesigen Markt sinnvoll zu machen.

Du kannst internationale Investoren einfach nicht überzeugen in dein Unternehmen zu investieren, wenn die das gleiche anderswo billiger bekommen. Und ohne Investorengeld kann die Branche kaum wachsen.

Klar kann man sich hinstellen und sagen: "Ich will aber nicht, dass große Unternehmen wie Ubisoft Geld bekommen, die brauchen das nicht". Die Konsequenz davon wäre, dass sich diese Unternehmen genau diese Vorteile dann eben anderswo einstreichen, die dortige Wirtschaft profitiert, und Deutschland leer ausgeht. Ubisoft Berlin wurde damals gezielt mit dem Ausblick auf eine Wirtschaftsförderung gegründet.

Damit verknüpft ist auch mangelnde Attraktivität der deutschen Studios für Arbeitnehmer:innen. Der aktuelle Stand der Industrie sorgt für einen brain-drain in der Industrie, weil Unternehmen in anderen Ländern dramatisch besser bezahlen können, gerade in top Positionen. Je erfahrener, desto höher der Unterschied, und desto attraktiver wird ein internationaler Wechsel, mit den entsprechenden Konsequenzen für den Talentpool in Deutschland.
 
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Edit: Hat sich erledigt. Man sollte den Artikel auch komplett lesen anstatt nur überfliegen.
 
supertramp schrieb:
Würde der Bund, meiner Meinung nach, die nicht mit sinnlosen Millionen unterstützen, sähe die Sache total anders aus. Was kam den nennenswertes denn aus DE?
Crytek (Crysis, Far Cry) fällt mir da nur ein, jedoch geht es denen seit einiger Zeit nicht mehr gut und die Gründer sind türkisch-stämmig.
Meiner Ansicht nach wird in DE auch zu viel reglementiert und die Lohnkosten sind sehr hoch, deshalb gibt es keine erfolgreichen Firmen und Spiele mit Welterfolg.
 
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Naja, die meiste Spiele aus Deutschland sind so wie die Uwe Boll Filme. Ein paar Perlen dabei, aber der Rest gehört nichtmal auf den Resteposten.
 
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Zum Thema Spiele aus Deutschland:
RIP Radon Labs, Drakensang hat mir sehr gefallen und umso mehr habe ich mich gefreut, als es irgendwann auf GOG veröffentlicht wurde. Nun hoffe ich seit Jahren, dass es Am Fluss der Zeit auch in die GOG Bibliothek schafft…

RIP Piranha Bytes, mit Gothic und Gothic II habt ihr Spiele geschaffen die mich vor 25 Jahren sehr geprägt haben. Diese Spiele waren und sind für mich immer noch relevant und ich kehre immer wieder zu euch zurück.
Aktuell, dank neuem Super Patch (Parallel Universe Patch 1.1.1) und Union Mod Manager sogar wieder zurück zu Gothic 3.
 
@Larnak

Wenn Wirtschaftszweige nur mit Subventionen funktionieren, dann sind sie nicht nachhaltig wertschöpfend und dann ist es besser, wenn die irgendwo anders hingehen.

Besser wäre es, wenn wir insgesamt wieder den Standort Deutschland stärken. Z. B. über zeitgemäße Arbeits(zeit)modelle etc.
 
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@Avatoma Andere Länder fördern auch. Es ist wie Chipfabriken. Willst du sie hier haben, musst du subventionieren, ansonsten sind die Jobs schon woanders.
Und wenn die Studie sagt, dass für jeden geförderten Euro über 2€ Steuereinnahmen generiert werden+Jobs dann dürfen sie die Förderung gern verdoppeln.
Es ist für mich eine kleine Nische, die für den Staat sinnvoll ist. Es bindet Wissen, Talente die hier dann weiter wirken und arbeiten können.
Das fördert Ausbildungsinfrastruktur, Jobnachfrage und Firmengründungen, die sich sonst nie getraut haben. Deutschland ist Risikoavers. Dann ist so eine Förderung ne starke Sache für mich, da sie viele Punkte behebt um den Spielesektor voranzubringen.
Lasst es nochmal 5 Jahre wachsen und dann schauen wir, wie gut oder schlecht die Pflanze weiter gewachsen ist.
 
Avatoma schrieb:
die ohne Förderung nicht überlebensfähig wären?
Avatoma schrieb:
Wenn Wirtschaftszweige nur mit Subventionen funktionieren, dann sind sie nicht nachhaltig wertschöpfend und dann ist es besser, wenn die irgendwo anders hingehen.
Die Art, wie du über die deutsche Autobranche schreibst, zeugt zumindest von bemerkenswerter Selbstsicherheit.
 
Meiner Meinung nach sorgt unser Staat mit all den Reglementierungen dafür, dass Förderungen nötig sind. Und die einzige Lösung, die unsere Politiker kennen, ist noch mehr zu reglementieren...

@Djura: Du meinst die Branche, die mit wehenden Fahnen und bemerkenswerter Selbstsicherheit ihr eigenes Grab schaufelt?
 
@Nuklon

Oder ich knüpfe Geschäftserfolge an Produktionen im Inland.

Dieselben Studien, die sagen, dass CSRD-Einführung nur eine halbe Stunde dauert etc.? :D

@Djura

Automotive wäre ohne politische Eingriffe (Zwangs-ESG) nach wie vor sehr gut dabei. Die massiven chinesischen Subventionen müsste man halt durch klare Import- und Exportreaktionen bestrafen.
 
Avatoma schrieb:
nach wie vor sehr gut dabei.
Natürlich! Deswegen ist der VAD ja auch so klein, mit seinen über 600 Mitgliedern, und auch der Lobbyverband mit der geringsten Nähe zur Politik, insbesondere zur Bundesregierung. Die schon fast jährlich stattfindenden Autogipfel sind auch nur Kaffeekränzchen von alten Schulfreunden. Von den Lobeshymnen, wenn es neue Emissionsvorgaben geht, will ich erst gar nicht anfangen. :)

Was sind schon 180 Mio € Subventionen für die Gamingindustrie gegenüber 1,15 Milliarden € an Subventionen für die Automobilindustrie allein im Zeitraum von 2007 bis 2017.

1768647030498.png
 
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@Djura

Schlüssele doch die Subventionen auf.

Und dann stelle die Subventionen, die ich insgesamt für falsch halte, egal auf was, den Arbeitsplätzen, der Wertschöpfung, den Zulieferern etc. entgegen.
 
tollertyp schrieb:
Meiner Meinung nach sorgt unser Staat mit all den Reglementierungen dafür, dass Förderungen nötig sind. Und die einzige Lösung, die unsere Politiker kennen, ist noch mehr zu reglementieren...
Ich kann das Geheule wegen der Regeln nicht mehr hören.
Wir sind das selber. Jede einzelne Regel oder Gesetz wird maximal von uns Ego-Deutschen ausgenutzt und dann werden viele Regeln, kleinteilige Regeln erlassen um das zu stoppen.
Wir sind das selber, nicht der Staat.
 
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Rubyurek schrieb:
Enshrouded, Thronfall, Closer the Distance, Chained Echoes, Signalis mal ein paar Beispiele genannt.
Echte Triple A Games eben - ja, genau für sowas ist Deutschland international berüchtigt. :smokin:

Weisste, eigentlich ist es echt traurig - selbst Polen das nun wirklich nicht als das Land der Triple A Studios bekannt ist kommt mit sowas wie der Witcher Serie und Cyberpunk daher - und wir kriegen hier echt 0 auf die Kette ...
 
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