MariaDocks schrieb:
@t3chn0
Es freut mich sehr für Dich das du es geschafft hast so wie du es dir vorgenommen hast. Den Willen und die Stärke würde ich allen wünschen.
Aber du machst es dir zu einfach das mal eben so zu übertragen.
Du hast komplett aus den Augen verloren das andere Menschen andere Leben haben was ganz andere Kausalitäten nach sich zieht.
z.B. Familie, da kann man nicht einfach so das Risiko eingehen den Job zu wechseln für mehr Geld wenn die Möglichkeit besteht zu scheitern, oder der neue Chef will einfach nur die Probezeit (und sagt das nicht) um vll. eine Schwangerschaft einer Mitarbeiterin zu überbrücken, weil dann ist nach der Probezeit auch u.U. die Wohnung weg ist weil die Durststrecke trotz größten Willens länger dauert als es gesund ist. Und vor solchen A...löchern ist niemand gefeit. Es gehört eben auch Glück und Gelegenheit dazu und das kann man nicht erzwingen weil dann ist Glück wie pupsen, wenn man es erzwingt wirds Scheiße.
Daher kannst du stolz sein auf das was Du erreicht hast, aber nicht anderen empfehlen es dir gleich zu tun wenn sie was ändern wollen, glaub da würden dir son paar Krankenschwestern, Pflegekräfte, Kassierer, Pizzafahrer usw ein paar Takte aus deren realen Leben erzählen und mit wieviel Willen sie soviel nicht erreichen können. Oft aus Gründen weil sie drauf angewiesen sind in Unternehmen zu arbeiten die sich einen Dreck um die Mitarbeiter kümmern und nur widerwillig Gesetze zur Fürsorgepflicht umsetzen oder einfach ignorieren.
Hallo, ich würde gerne auf Deine Aussagen reagieren, befürchte jedoch, dass mein Beitrag ins Aquarium geschoben wird als "Offtopic". Offtopic kann ich nachvollziehen, allerdings ist der Punkt schon kausal. Es wird alles teurer, so auch unser Hobby, der PC. Gleichzeitig steigen die Gehälter nicht zwingend, bzw. sind Unternehmen "gezwungen", Mitarbeiter betriebsbedingt zu kündigen. Dies führt nicht unbedingt zu mehr Wohlstand. Wie viele Personen dann noch ein 400€+ Mainboard kaufen wollen/können, eine 3000€+ Grafikkarte, kann man sich dementsprechend ausrechnen. Dies führt dazu, dass der Consumer Markt immer kleiner wird und das einstige Hobby zur Randerscheinung degradiert.
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Deine Punkte sind für mich absolut nachvollziehbar und ich stimme Dir zu. Es geht mir auch nicht darum, dass ich ein toller Hecht bin, weil ich mich rausgekämpft habe. Mir geht es eher darum, dass man solche Themen oftmals selbst in die Hand nehmen muss. Zumeist mit unangenehmen Konsequenzen.
Es ist ein absolut valider Punkt zu sagen, dass man Stabilität sucht, gerade auch bei eigener Familie, welche man ernähren muss. Es gibt weitere Faktoren, wie ein Ost/West Gefälle, Gender-Pay-Gap etc..
Mir ist auch durchaus bewusst, dass es extrem viel schwieriger ist, wenn man auf dem Land wohnt, aus schwierigen, armen Verhältnissen kommt, Gewalt erfahren hat. Diese Fälle möchte ich hier bewusst außen vor lassen. Das sind Punkte der sozialen Ungleichheit. Ein viel zu komplexes Thema, um es hier aufzuführen.
Der Punkt, welchen ich hier einbringen möchte, ist eher, dass man sich als Mitarbeiter bereits in einer "schlechten" Position befindet. Wenn man unglücklich ist mit dem Gehalt, mit Sorgen zur Arbeit geht, Arbeit "Maloche" bedeutet auf die man eigentlich keine Lust hat, ein Gespräch mit dem Chef scheinbar gar nichts bringt, dann ist es aus meiner Sicht keine Option sich permanent darüber zu beschweren wie ungerecht doch alles ist. Es wird sehr schnell auf die "1% Eliten" geschimpft. Kann man so machen, muss man aber nicht.
Der Chef wird sich nicht ändern. Die Situation wird sich nicht ändern. Man kann sich in so Fällen nur selbst verändern. Man muss auch bereit sein, ein gewisses Risiko zu gehen. Wenn man mehr Geld vom Chef haben will, anhand welcher Parameter sieht man dies als gerechtfertigt an?
"Ich verdiene 2700€ Brutto Chef, die Maria bekommt 3000€ Brutto, warum?!" "Der Thorsten arbeitet übrigens bei Langensens und macht die gleiche Arbeit wie ich. Der Verdient 3200€ Brutto und ich nur 2700€. Das ist nicht fair!". "Chef, es ist alles viel teurer geworden. Ich weiß schon nicht mehr wie ich aus eigener Tasche zur Arbeit kommen soll. Ich brauche unbedingt mehr!".
Das wird in 8/10 Fällen nicht funktionieren. Ich wurde persönlich auch bereits massivst "abgezogen", was meine Vergütung anging.
Das Thema Risiko durch Familie lässt sich kaum vermeiden. Wenn man jedoch mehr Geld braucht, will, oder verdient hat, dann sollte man auch der Meinung sein, dass man den Gegenwert erbringt und es dementsprechend verdient hat. Wenn man selbst der Überzeugung ist, so gut zu sein, dass es nur fair ist, dann ist doch auch das Risiko bei einem anderen Unternehmen anzufangen, deutlich geringer. Viele haben Angst die Probezeit nicht zu bestehen. Klar ist auch, dass die Personen, welche zuletzt ins Unternehmen eingetreten sind, zumeist auch als Erste wieder gehen müssen, wenn es Probleme gibt.
Doch was ist die Alternative? Sich über Jahre hinweg zu beklagen und sich Montags qualvoll zur Arbeit zu zwingen? Ist das wirklich die bessere Alternative, als ein (wenn man gut ist) überschaubares Risiko einzugehen?
Wie gesagt, ich kann den Punkt der Stabilität für die Familie durchaus nachvollziehen. Dauerhafte Unzufriedenheit im Job, sowohl durch Kollegen, den Chef, das Gehalt, können dauerhaft zu gesundheitlichen Schäden führen. Dazu gibt es genug Statistiken. Was hat die Familie denn von Mama, oder Papa, wenn die mit 40-50+ schon komplett im Popo sind?
Es kostet natürlich auch Kraft und benötigt viel Eigeninitiative diesen Schritt zu gehen und zu sagen, dass es reicht und man sich etwas anderes sucht.
Das war eigentlich auch der Kern meiner ersten Aussage, welche ins Aquarium geschoben wurde.
Die Situation wird durchs Meckern und Verfluchen von Anderen einfach nicht besser. Man kann nur selbst besser werden.