Arno Nimus
Commander
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neuerUser schrieb:Was bewirkt das Trim den genau?
Auf Wiki findest du dazu ein paar (Hintergrund-)Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Solid_State_Drive
Du musst aber alles lesen und es im Zusammenhang sehen. Das Problem bei SSD's besteht darin, dass die Speicherzellen anders als bei der Art der Datenverwaltung bzw, - Management auf den HDD's nicht unmittelbar vom Laufwerk gelöscht werden, wenn du sie im Dateisystem unter Windows (z.B. vom Papierkorb) löschst, sondern normalerweise erst dann, wenn freier Speicher zum (Neu-)Beschreiben wieder benötig wird, jedoch keiner mehr vorhanden ist! (so zumindest verstehe ich das Prinzip, man möge mich korrigieren, falls das so nicht zutreffend ist) Wenn nun alle Speicherzellen belegt sind, und eine Zelle neu beschrieben werden soll, muss der Controller auf der SSD erstmal den alten Kram löschen, was Zeit kostet und sich ggf. in einem Performanceverlust niederschlägt. Ohne Trim kann die Schreibperformance einer SSD also mit der Zeit stark einbrechen/nachlassen. Das ist der Grund warum Trim-Support so wichtig ist!
Du solltest genau wie man es auch von HDD's her kennt, so ein Laufwerk (eigentlich ja die falsche Bezeichnung, weil da ja nix mehr "läuft") ;-) auch nicht komplett befüllen, sondern immer 10-20% (es streiten sich die Geister, wieviel wirklich nötig ist, es werden wohl Langzeiterfahrungen von Nutzern zeigen müssen, was hier der richtige Wert ist) freilassen, weil auch dies sonst zum massivem Einbruch der Performance führen kann!
Pflegen muss man die SSD in dem Sinne eigentlich nicht (es haben andere hier ja betont, dass eine Defragmentierung nicht mehr nötig ist, weil Fragmentierung aufgrund der Funktionsweise/Mechanik bei der SSD nicht mehr auftritt) Jedoch würde ich raten, aufgrund der eingeschränkten Schreibzyklen (10.000 pro Zelle bei den aktuellen SSD's) alle möglichen Ordner, die viel Schreibzugriffe auf das Laufwerk verursachen, nach Möglichkeit auf eine HDD auszulagern um die SSD in dieser Hinsicht zu entlasten/schonen. Dazu zählen in erster Linie die persönlichen Ordner (Downloads, Videos, Musik, Dokumente, Bilder, Favoriten etc., wobei ich den Desktop, der ja auch ein Ordner ist, aber aus Performancegründen lieber auf der SSD belassen würde, genauso wie die Auslagerungsdatei <- auch das wurde oben schon von jemandem angesprochen) Bei den Temporärverzeichnissen des Systems bin ich mir nicht sicher, da ich glaube, dass so manches Programm leider noch immer herumzickt, wenn sie nicht dort sind, wo Windows sie haben will (zumindest sind das Erfahrungen aus der Vergangenheit!)
Auch den Speicherordner für E-mails würde ich auf eine HDD auslagern, wie überhaupt alle Speicherordner und "Caches" von diversen Anwendungen (dorthin wo Daten auf die SSD heruntergeladen oder zwischengespeichert werden) Die SSD ist ja momentan ein reines Systemlaufwerk für das OS, für Applikationen und Spiele. Daten sollte man woanders ablegen! (im Sinne der Langlebigkeit/Schonung der SSD und auch um den kostbaren Speicherplatz nicht unnötig zu verschwenden für Daten die anderswo besser aufgehoben sind und eh auf einem Systemlaufwerk - auch aus Gründen der Datensicherheit - eigentlich nichts zu suchen haben!
Wie man in dem Wiki-Artikel lesen kann, wird neben der Deaktivierung der automatischen Defragmentierung auch zum Abschalten von Pre- und Superfetch geraten, weil diese bei einer SSD keine Performancevorteile mehr bringen, sondern aufgrund der Systemauslastung eher das Gegenteil bewirken, wobei ich nicht weiss, ob Windows 7 das bei verschiedenen SSD's schon von sich aus macht (wenn es eine SSD als Solche erkennt, bei mir war es nicht der Fall. Ich musste es von Hand deaktivieren!)
Hier sind noch ein paar Tips und Anweisungen dazu, wie man Windows 7 für eine SSD (im Hinblick auf Performance und die Reduzierung unnötiger Schreibzugriffe) optimieren kann:
http://www.antary.de/2009/12/15/ssds-unter-windows-7-einsetzen
Viel Spass mit deiner SSD!