Dr. MaRV schrieb:
Landwirtschaft Stand heute eher nicht. Ein Lkw rollt so vor sich hin, auch mit 40 Tonnen. Ein Traktor, der in der Bodenbearbeitung ist, oder ein Mähdrescher/Häcksler in der Ernte laufen die gesamte Zeit unter Volllast.
Landwirtschaft ist im Gegenteil geradezu prädestiniert für die Elektrifizierung. Man kann den Strom per Agrivoltaik direkt auf dem Feld herstellen. Und autonome elektrische Agrarfahrzeuge und -drohnen gibt es auch schon (natürlich nicht in Deutschland). Die laufen rund um die Uhr und kehren bei Bedarf auch autonom zurück zur Ladestation zurück.
Boimler schrieb:
Der VDA behauptet sogar, E-Fuels seien der beste Speicher für erneuerbare Energien. Nach der Logik müsste ich also mit dem Strom aus dem Handy-Ladegerät in Algerien Glucose aus CO2 herstellen, den Zucker hierher bringen und ihn einnehmen und mich dann aufs Laufrad setzen, um das Handy zu laden.
Es gibt keinen insgesamt "besten" Speicher, das hängt alles von dem Zeithorizont ab.
Batterien im Zeitraum von Sekunden bis Stunden, und für Elektroautos.
Wasserstoff bis zu einigen Tagen.
Ammoniak im Zeitraum von einigen Tagen bis Monaten (z.B. as strategische Reserve für Dunkelflauten).
Methanol für ein paar spezielle Anwendungen wie Flugverkehr.
Harnstoff für Jahre bis Jahrzehnte.
Das liegt daran dass Batterien zwar sehr effizient sind (>90%) und auch schnell auf Lastwechsel reagieren können, aber teuer in der Anschaffung.
Ammoniak hingegen ist weniger effizient (40-60% für den Zyklus bei Verwendung von SOFC), kann aber dafür bei -33 °C in großen Tanks gelagert werden.
Methanol und Harnstoff können bei normaler Temperatur und Druck gelagert werden, aber benötigen Kohlenstoff zur Produktion, und DAC (direct atmospheric capture) ist noch im Versuchsstadium.