Konti schrieb:
Das mag ja sein.
Aber schlussendlich gibt es eigentlich keinen Grund, daß man das Bild nicht auch schon zeilenweise getrennt oder als links/rechts oder oben/unten ausgeben könnte.
Für NVIDIA schon: die wollen halt ihre 3D-Vision-Brillen verkaufen. Das ist auch der einzige Grund - denn wie man an der (noch!) existierenden Unterstützung für die passiven Zalman-3D-Monitore sieht: es gibt keinen technischen Grund, warum der Treiber das nicht können sollte. Aber das hast du ja selbst auch schon angemerkt...
Konti schrieb:
Auch die Festlegung auf bestimmte Auflösungen und Bildwiederholraten müsste eigentlich nicht sein.
Jain. Die genannten Festlegungen in den HDMI-Specs sind eigentlich für Filme gedacht - und dafür auch vollkommen ausreichend. Die HDMI-Bandbreite würde zwar auch für höhere Wiederholfrequenzen bei der Framepacking-3D-Übertragung ausreichen - das wäre allerdings bislang nur für Spiele in 3D sinnvoll. Und an die hat man halt bei der Verabschiedung der Spezifikationen nicht gedacht. Warum auch? Man wollte dabei schließlich nur den 3D-Heimkino-Bereich bedienen und nicht PC- oder Konsolen-Spieler.
Da sich allerdings Heimkino- und Spiele-Bereich immer weiter angenähert haben, ist davon auszugehen, dass mit HDMI 1.5 auch ein Framepacking-3D-Output von mindestens 1080p @60Hz eingeführt werden wird.
Konti schrieb:
Ich finde es mittlerweile eben so schade wie unverständlich, daß sich die Industrie wo es nur geht selbst Steine in den Weg legt.
Einerseits versucht man 3D zu pushen, aber andererseits ist man zu faul/gierig/inkompetent/was-auch-immer, um das Ganze auch wirklich konsequent umzusetzen. Die Entwicklung steht auch quasi still. Man hat jetzt sein beknacktes 120Hz-Shutter und Polarisation mit effektiv 1920x540, und das war's. Der Kunde hätte gerne mehr, aber die Industrie scheißt drauf.
Das Problem ist halt, dass es (außer Framepacking) keinen speziellen Standard zur Übertragung eines 3D-Bilds vom Wiedergabe- zum 3D-Anzeigegerät gibt. Und Framepacking ist (wie schon gesagt) eigentlich für den 3D-Heimkino-Bereich konzipiert gewesen.
Im PC-Bereich hat hingegen jeder Entwickler von 3D-Anzeige-Hardware grundsätzlich sein eigenes Süppchen gekocht und dann für die 3D-Signalübertragung die gängigen "2D-Signalarten" zweckentfremdet. Deswegen gibt's dort halt dieses Chaos an Ausgabeformaten, die ein unabhängiger Stereo-3D-Treiber (wie z.B. TriDef Ignition, iZ3D & Co.) unterstützen sollte, wenn er mit möglichst vielen 3D-Anzeigegeräten funktionieren will. Das wird sich wohl auch nicht so bald ändern, da in diesem Fall (im Gegensatz zum Heimkino) keine Hardware-Lobby dahinter steht, die einstimmig einen bestimmten Standard durchsetzen will.
Eventuell ändert sich ja durch die Einführung von DirectX 11.1 etwas - denn dort ist stereoskopisches 3D-Rendering fester Bestandteil (eine entsprechende DirectX 11.1 kompatible Grafikkarte vorausgesetzt):
http://code.msdn.microsoft.com/windowsapps/Direct3D-111-Simple-Stereo-9b2b61aa
Ein separater Stereo-3D-Treiber dürfte also in Zukunft überflüssig werden. Dummerweise beseitigt das aber höchstwahrscheinlich nicht das 3D-Ausgabe- und -Signalübertragungschaos. Sprich: Spieleentwicklern wird damit ein Werkzeug für stereoskopisches Rendern in die Hand gegeben... ob die 3D-Ausgabe aber Side-by-Side, Top/Bottom, zeilenweise verschachtelt, spaltenweise verschachtelt, pixelweise verschachtelt oder irgendwie anders erfolgen soll, wird damit nicht festgelegt.