News Probleme mit älteren Systemen: Microsoft stoppt teils Rollout von Secure-Boot-Zertifikaten

Nutzer sollten Secure Boot aus Sicherheitsgründen dennoch nicht deaktivieren.
Dazu eine Frage: Hat Secure-Boot bei irgendeinem von euch schon mal etwas gebracht?

So wie ich das verstehe, verhindert es nicht, dass sich Rootkits oder Sache wie Bootkits installieren, sondern verhindert nur, dass Windows beim nächsten Mal gebootet wird und die Schädling aktiviert werden.

Dazu soll eine Meldung wie „Secure Boot Violation“ oder „Invalid Signature Detected“ erscheinen: Das müsste also jedem auffallen.

In meinem Bekanntenkreis hat es sowas noch nie gegeben.
 
@csch92 Je nachdem, wie man Windows 11 nutzt und installiert hat, bemerkt man auch bei diesem System einen größer werdenden Anteil an Frickelei. Sieht man auch hier mal wieder.
Welche einem jetzt eher zusagt, ist dabei allerdings Geschmackssache.
 
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Caramon2 schrieb:
Dazu eine Frage: Hat Secure-Boot bei irgendeinem von euch schon mal etwas gebracht?
Du kannst damit Laptops oder öffentlich zugängliche PCs "schützen". Oder unbedarfte User vor Linux! :evillol:

Caramon2 schrieb:
So wie ich das verstehe, verhindert es nicht, dass sich Rootkits oder Sache wie Bootkits installieren, sondern verhindert nur, dass Windows beim nächsten Mal gebootet wird und die Schädling aktiviert werden.
Das sollte es eigentlich schon verhindern - sowohl auf UEFI-DXE-Ebene als auch darüber hinaus.
 
Termy schrieb:
Selbst, wenn wir mal ausser Acht lassen, dass Microslop so ziemlich eine der letzten Firmen ist, welche die Kontrolle über ein solches Zertifikat haben sollte
ISt Microsoft eigentlich die einzige Firma, die den Schlüssel verwaltet? Ist das noch im Interesse der Nutzer, dass MS damit Konkurrenz Produkte ausschließen kann?
Bei mir bleibt der Mist aus.
 
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Hitomi schrieb:
Bei mir sind TPM und Secure Boot grundsätzlich deaktiviert und alles läuft ohne Probleme, egal ob Windows oder Linux 😜
Kann man machen, habe ich bis vor kurzem auch so gemacht. Aber inzwischen hat sich bei mir ein wenig die Angst eingeschlichen, dass jemand an meine Daten kommen könnte, sobald das Gerät mal entsorgt wird. Und Daten unwiederbringbar auf einer SSD löschen ist ja so eine Sache für sich. Deshalb nutze ich inzwischen Verschlüsselung mit LUKS und beim Entsorgen werde ich die SSD getrennt vom Gerät entsorgen und dabei ein paar Wochen Zeit lassen. Dann kann ich definitiv in Ruhe schlafen. :daumen:
 
Vexz schrieb:
Aber inzwischen hat sich bei mir ein wenig die Angst eingeschlichen, dass jemand an meine Daten kommen könnte, sobald das Gerät mal entsorgt wird.
Da helfen aber weder Secureboot, noch TPM.

Vexz schrieb:
Und Daten unwiederbringbar auf einer SSD löschen ist ja so eine Sache für sich.
Da hilft ein Secure Erase der SSD, wenn du der Technik traust, oder wenn nicht, die physikalische Zerstoerung.
Oder halt deine eigene Verschluesselung, aber soweit ich weiss wird fuer LUKS weder TPM noch Secureboot gebraucht.
 
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Ranayna schrieb:
Da helfen aber weder Secureboot, noch TPM.
Doch, ich muss nämlich nicht jedes Mal beim Hochfahren mein LUKS-Passwort eingeben, um zu entschlüsseln. Fühlt sich somit an wie ein unverschlüsseltes System, auch wenn es verschlüsselt ist.
 
SavageSkull schrieb:
ISt Microsoft eigentlich die einzige Firma, die den Schlüssel verwaltet?
Nein. Microsoft verwaltet ihre eigenen Keys.

SavageSkull schrieb:
Ist das noch im Interesse der Nutzer, dass MS damit Konkurrenz Produkte ausschließen kann?
Microsoft hat seinerseits darauf hingewirkt, das es erstens: Abschaltbar ist und zweitens der Kunde seine eigene Keys installieren kann.

Jetzt kann man natürlich immer noch argumentieren, das Microsoft wusste, das ihre Keys am wichtigsten sind (schließlich werden die ja teilweise sogar von Linux benutzt) und in der Praxis dann doch Microsoft am Wichtigsten ist (insbesondere deshalb, weil sie halt i.d.R: schon vorinstalliert sind).

Aber glasklar ist hier die Bad-Guy-Rolle keineswegs.
 
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SavageSkull schrieb:
ISt Microsoft eigentlich die einzige Firma, die den Schlüssel verwaltet?
In der Praxis ja - mir wäre zumindest kein Mainboard-Hersteller oder OEM bekannt, der nicht die MS-Keys im UEFI hinterlegen würde.

SavageSkull schrieb:
Bei mir bleibt der Mist aus.
SB ist eigentlich schon ne super Sache - aber eben nur mit eigenen Keys. Ist mit sbctl jetzt auch kein Hexenwerk, das einzurichten :)
 
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User38 schrieb:
Dann steigen wir alle auf Linux um und sind glücklich :freak:
Wer ist "wir alle"?

Der Fehler liegt, wenn man den Artikel richtig liest nicht bei Microsoft bzw. dessen Betriebssystem Windows, sondern bei einem Firmware-Fehler der Hardware von HP...
Und deswegen soll man oder "wir alle" auf ein anderes OS um, obwohl das Betriebssystem für das Problem nicht verantwortlich ist?
 
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Ohne die Mainboard-Hersteller/OEMs geht andererseits auch nichts, weil nur diese m. E. über den Platform Key (PK) alle Änderungen in der KEK-DB signieren, dessen Zertifikat(e) wiederum alle Änderungen in den anderen relevanten Zertifikats-DBs signiert/signieren.

Auch dieser PK kann ablaufen. Viel Spaß dann mit HW-Anbietern, die UEFI-Updates über Google-Drives zur Verfügung stellen.
 
Caramon2 schrieb:
Dazu eine Frage: Hat Secure-Boot bei irgendeinem von euch schon mal etwas gebracht?
Definiere, was mit "gebracht" gemeint ist?
Aus wessen Sicht und was soll es verhindern?

Bringen kann es viel, wenn der Anwender seine Hausaufgaben macht.
Wenn du bei Secure Boot Zwang versuchst unsignierte oder falsch signierte Boot Medien in einem PC zu booten, dann wird das zwangsweise fehl schlagen. Die Linux Community dürfte sowas eigentlich kennen.

Der Fehler ist nur, dass Microsoft dafür die Schuld gegeben wird - und nicht dem eigentlichen Problem Auslöser. Das ist nämlich der Vendor des Systems, der sich als PK Owner bewusst für Microsoft als Anbieter und Verwalter entschieden hat. Das ist faktisch kein muss. Und es gibt auch keinen Zwang dafür. HP bspw. betreibt parallel zu Microsoft eine eigene Zertifikatskette.
Caramon2 schrieb:
So wie ich das verstehe, verhindert es nicht, dass sich Rootkits oder Sache wie Bootkits installieren, sondern verhindert nur, dass Windows beim nächsten Mal gebootet wird und die Schädling aktiviert werden.
Du verstehst offenbar den Sinn hinter Secure Boot nicht. Secure Boot verhindert nicht das Einbringen von Schadcode. Es verhindert eher das Ausführen des Systems wenn dort kein valider Boot Prozess stattfindet. Und dabei reicht ein Teil der Kette, der invalide ist.

SavageSkull schrieb:
ISt Microsoft eigentlich die einzige Firma, die den Schlüssel verwaltet? Ist das noch im Interesse der Nutzer, dass MS damit Konkurrenz Produkte ausschließen kann?
Nein - ist Microsoft natürlich nicht. Microsoft ist nur halt die Stelle, die quasi überall verwendet wird für diesen Prozess, weil so ziemlich kein Vendor auf der Erde aktuell (bis auf Apple vielleicht noch und Geräte abseits von Client Geräten) Microsoft aussperrt - da deren Client Markt Anteil mit Windows eben das Maß der Dinge ist.

Mal andersrum geschaut - auf nem MacBook mit M CPU findest du bestimmt keine Microsoft Schlüssel im EFI Boot Prozess ;)

Termy schrieb:
In der Praxis ja - mir wäre zumindest kein Mainboard-Hersteller oder OEM bekannt, der nicht die MS-Keys im UEFI hinterlegen würde.
Da zumindest im Client PC Bereich Microsoft OSen die mit Abstand größte Verteilung inne haben und die ihre Software nur mit eigenen Keys signieren musst du als Kunde eben abwägen. Willst du Microsoft, dann nimm die Keys von Microsoft. Wenn nicht, dann schmeiß den Kram halt raus...

Wenn mich nicht alles täuscht ist das enfernen der Einträge technisch ja machbar. Du brauchst nur den eigenen PK und kannst über dieses Key Pair die Infrastruktur Dritter implementieren (und halt dann selbst pflegen).
Termy schrieb:
SB ist eigentlich schon ne super Sache - aber eben nur mit eigenen Keys. Ist mit sbctl jetzt auch kein Hexenwerk, das einzurichten :)
Ist das nicht genau genommen bei jeder Art von Verschlüsslung bzw. Signatur der Fall!?

Technisch gesehen sagt einfach nur eine dritte Partei, dass die dort etwas valide ist oder eben nicht. Wie vertrauenswürdig diese dritte Partei ist, ist bei Secureboot in den Köpfen der Leute bspw. eine ganz andere Nummer wie bei Webseiten mit ihren TLS Zertifikaten.

ComputerJunge schrieb:
Ohne die Mainboard-Hersteller/OEMs geht andererseits auch nichts, weil nur diese m. E. über den Platform Key (PK) alle Änderungen in der KEK-DB signieren, dessen Zertifikat(e) wiederum alle Änderungen in den anderen relevanten Zertifikats-DBs signiert/signieren.
Exakt das. Es nicht nicht Microsoft die hier das Problem sind. Sie sind Teil derer, die Probleme verursachen könnten. Technisch wäre aber die Aufgabe des OEMs hier bei Erkennung von einer Ausnutzung durch Microsoft die Microsoft Teile der Kette rauszuputzen aus der Firmware. Bspw. durch ein simples Firmware Update. Es ist eigentlich komplett ausgeschlossen, dass das zu einem Nutzer Problem wird.

Mal davon ab - wer das alles nicht will, der betreibt halt nen eigenen PK und eine eigene KEK. Importiert die Microsoft LIste zusätzlich und kann selbst steuern, welche Einträge in der DB oder DBX Liste stehen. Es gibt nur eine DB und DBX pro Firmware. Alle KEK sind gleichberechtigt für diese Liste. Wenn MS das rausputzt ist es faktisch ausgeschlossen, dass man es nicht wieder rein schreiben kann, solange man den PK private Key hat. -> so für die mit dem großen Aluhut unter uns.
ComputerJunge schrieb:
Auch dieser PK kann ablaufen. Viel Spaß dann mit HW-Anbietern, die UEFI-Updates über Google-Drives zur Verfügung stellen.
Das ist aber technisch kein Problem, weil das UEFI Design vor sieht, dass der physikalische Besitzer des Systems den PK tauschen können muss. Dafür gibt es einen Setup Mode - es ist technisch über diesen Möglich, ein eigenes PK Pair zu erzeugen und zu importieren. Dann importiert man seine eigene KEK und ggf. bei Nutzung von Windows noch die von Microsoft und gut ist. Ein aktuelles Windows Update wird dann die DB/DBX Listen füllen und wenn einem irgendwas daran nicht passt, dann dreht man es nach gutdünken und fertig.
 
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floTTes schrieb:
Das sollte es eigentlich schon verhindern - sowohl auf UEFI-DXE-Ebene als auch darüber hinaus.
Und wie macht sich das bemerkbar?

Auf "sollte" kann man sich meinen Erfahrungen nach in Verbindung mit Microsoft und Windows nicht verlassen: Da habe ich selbst schon viel erlebt und das geht ja schon lange immer wieder prominent durch die Medien.

Z. B. "sollte" es gerade dann, wenn Bill Gates eine neue Windows-Version vorstellt, nicht zu einem BSOD kommen. Oder Drucker "sollten" einfach funktionieren, weil die schon sehr lange gibt und die Technik entsprechend ausgreift sein "sollte".

Oder als Windows anfing, das NX-Bit zu nutzen, "sollte" das auch ein tolles Sicherheitsfeatures sein: Was hat dass effektiv gebracht? - Dazu habe ich nie wieder was gelesen…

Mein s immer wieder bestätigtes Fazit: Wenn etwas bei Windows problemlos funktionieren "sollte", tut es genau das meist nicht.

Als ich noch Windows nutzt, habe ich in Verbindung damit sogar bewusste darauf verzichtet "sollte" oder "müsste" zu schreiben, weil es dann ganz bestimmt in die Hose geht!

Dabei bin ich sonst überhaupt nicht Abergläubisch, sondern "male" normalerweise sogar mit voller Absicht "den Teufel an die Wand", um abergläubische Bekannte aufzuziehen. ;)

Nachtrag:
Grundsätzlich sollen alle kompatiblen Geräte die neuen Zertifikate automatisch über das Windows-Update erhalten. In der Praxis verläuft die Einführung jedoch nicht überall reibungslos.
Das müsste "sollten" heißen. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Caramon2 schrieb:
Und wie macht sich das bemerkbar?
Es bootet einfach nicht. Du als Linux Nutzer kennst bestimmt die Fälle, dass bei aktiven Secure Boot und einem nicht oder falsch signierten Boot Medium einfach kein Boot stattfindet oder der Boot Prozess stehen bleibt oder gar nichts passiert.

Die allgemeine Empfehlung ist und war dann idR immer -> schalt Secure Boot aus. DAS ist nicht die Lösung des Problems, weil der Mechanismus greift, die Kiste soll nicht einfach starten und tut es auch nicht.
 
fdsonne schrieb:
Du verstehst offenbar den Sinn hinter Secure Boot nicht. Secure Boot verhindert nicht das Einbringen von Schadcode. Es verhindert eher das Ausführen des Systems wenn dort kein valider Boot Prozess stattfindet. Und dabei reicht ein Teil der Kette, der invalide ist.
Wieso soll ich das nicht verstanden haben, obwohl das genau das ist, was ich geschrieben habe? :confused_alt:

Und mit "hat es was gebracht" meinte ich auch genau das: Hat es bei irgendjemand schon mal das booten verhindert, weil etwas ungewollt an System verändert wurde?

Bitte keine Haarspaltereien mehr.

Meine Frage war erst gemeint und es reicht ein "Ja" mit kurzer Beschreibung was passiert war, oder eben ein "Nein".
 
Caramon2 schrieb:
Wieso soll ich das nicht verstanden haben, obwohl das genau das ist, was ich geschrieben habe? :confused_alt:
Weil du es so formuliert hast, dass es nicht die eine genannte Sache verhindert, sondern "nur" eine Andere. Das "nur" ist dabei wertend geschrieben - so ließt es sich zumindest für mich.

Du hast meiner Ansicht nach in dem Fall den Sinn hinter Secure Boot nicht verstanden wenn du den Satz so formulierst dass es eben keine Installation von irgendwas verhindert. Das zu verhindern war nie Sinn von Secure Boot. Mal davon ab dass das auch technisch unmöglich ist. Man kann bestenfalls die Auswirkung verhindern.
Zudem das was du da geschrieben hast auch nicht dem entspricht was ich nannte. "beim nächsten mal" ist auch nicht passend. Mit dem nächsten mal hat das nichts zu tun. Secure Boot greift, solange die gültigkeit der Signaturkette erzwungen wird - und verliert sofort seine Wirkung, wenn man das abschaltet. Solange der Boot Prozess nicht validiert werden kann, wird der Boot also nicht stattfinden. Es hat nichtmal was mit dem installierten Windows zu tun. Nichtmal mit Windows überhaupt. Der Part ist also auch irgendwie Käse. Secure Boot verhindert bspw. das Ausführen von einer nicht installierten, aber per USB gemounteten Linux Live Distribution mit falschen Signaturen um mal ein Beispiel zu bringen. Es verhindert bspw. auch den Boot über PXE via selbst signiertem von der Source compiliertem iPXE Binary.
Caramon2 schrieb:
Meine Frage war erst gemeint und es reicht ein "Ja" mit kurzer Beschreibung was passiert war, oder eben ein "Nein".
Ich bin mir ziemlich sicher, Jemand der seit XP Zeiten mit Linux hantiert, der kennt die Auswirkungen von Secure Boot bei falscher oder dem Versuch ohne Signatur zu booten obwohl Secure Boot aktiv ist. -> das funktioniert einfach nicht.

Man kann schlecht was nicht existierendes belegen oder beschreiben was passiert ist. Nix passiert. Es geht einfach nicht - oder besser gesagt, es macht exakt das was es soll. Den Boot verhindern.
 
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SavageSkull schrieb:
ISt Microsoft eigentlich die einzige Firma, die den Schlüssel verwaltet?
Jein, Microsoft ist nur eine CA von vielen da draußen, da aber jeder Gerätebauer davon ausgeht, dass auf dem Gerät später Windows laufen wird und der Benutzer evtl. ein Interesse an Secure Boot hat (Firmenumgebungen, Anti-Cheat mit Secure Boot enabled, Schutz vor manipulierten Bootloadern, etc.) hinterlegt jeder OEM die Zertifikate von Microsoft im NVRAM, zusammen mit seinen eigenen.

Stell dir vor, du kaufst von bspw. MSI oder DELL ein Notebook und willst aus genannten Gründen Secure Boot aktivieren und auf einmal startet dein Windows nicht mehr, weil der OEM die Microsoft-Zertifikate nicht hinterlegt hat. Insofern sind OEM + Microsoft die einzigen Schlüssel und CAs, die auf jedem Gerät existieren.

Der Shim-Bootloader für Linux wird auch von Microsoft signiert, um Secure Boot unter Linux komfortabler zu machen, allerdings hängt der Tropf dann an Microsoft, wenn es das Zertifikat zurückzieht.

Canonical, RedHat und SUSE haben ebenfalls eigene CAs und deren Zertifikate könnten dann auch im NVRAM hinterlegt werden, wenn sie sich an den OEM wenden würden.

Ubuntu 25.04 als Beispiel:
Bash:
linux-user@Ubuntu-VM:~$ sudo sbverify --list /boot/vmlinuz-6.14.0-37-generic
signature 1
image signature issuers:
 - /C=GB/ST=Isle of Man/L=Douglas/O=Canonical Ltd./CN=Canonical Ltd. Master Certificate Authority
image signature certificates:
 - subject: /C=GB/ST=Isle of Man/O=Canonical Ltd./OU=Secure Boot/CN=Canonical Ltd. Secure Boot Signing (2022 v1)
   issuer:  /C=GB/ST=Isle of Man/L=Douglas/O=Canonical Ltd./CN=Canonical Ltd. Master Certificate Authority

linux-user@Ubuntu-VM:~$ sudo sbverify --list /boot/efi/EFI/ubuntu/grubx64.efi
signature 1
image signature issuers:
 - /C=GB/ST=Isle of Man/L=Douglas/O=Canonical Ltd./CN=Canonical Ltd. Master Certificate Authority
image signature certificates:
 - subject: /C=GB/ST=Isle of Man/O=Canonical Ltd./OU=Secure Boot/CN=Canonical Ltd. Secure Boot Signing (2022 v1)
   issuer:  /C=GB/ST=Isle of Man/L=Douglas/O=Canonical Ltd./CN=Canonical Ltd. Master Certificate Authority

linux-user@Ubuntu-VM:~$ sudo sbverify --list /boot/efi/EFI/ubuntu/shimx64.efi
warning: data remaining[840696 vs 966768]: gaps between PE/COFF sections?
signature 1
image signature issuers:
 - /C=US/ST=Washington/L=Redmond/O=Microsoft Corporation/CN=Microsoft Corporation UEFI CA 2011
image signature certificates:
 - subject: /C=US/ST=Washington/L=Redmond/O=Microsoft Corporation/CN=Microsoft Windows UEFI Driver Publisher
   issuer:  /C=US/ST=Washington/L=Redmond/O=Microsoft Corporation/CN=Microsoft Corporation UEFI CA 2011
 - subject: /C=US/ST=Washington/L=Redmond/O=Microsoft Corporation/CN=Microsoft Corporation UEFI CA 2011
   issuer:  /C=US/ST=Washington/L=Redmond/O=Microsoft Corporation/CN=Microsoft Corporation Third Party Marketplace Root

Auch der Benutzer kann eigene Schlüssel ins UEFI reinladen, sofern der OEM dies im UEFI durch den Wechsel des Secure Boot-Modus von Standard auf Benutzerdefiniert implementiert hat.
 
Zuletzt bearbeitet: (Konsolenausgabe unter Ubuntu 25.04 von sbverify ergänzt.)
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Vexz schrieb:
Und Daten unwiederbringbar auf einer SSD löschen ist ja so eine Sache für sich.
Üblicherweise reicht ein sudo blkdiscard -fv /dev/sdX (Laufwerk anpassen) + noch ne halbe Stunde am Strom lassen, damit der SSD-Controller genügend Zeit hat, die Inaktivität zu bemerken und das löschen umzusetzen.

Ein "richtiger" Secure-Erase ist i. d. R. übertrieben, da der auch die gelöschten Zellen nochmal löscht.

Vexz schrieb:
Deshalb nutze ich inzwischen Verschlüsselung mit LUKS
dto.

Als mir eine neue SSD schon beim ersten drauf kopieren der Daten verreckt ist, war das sehr beruhigend: Sie blieb nämlich voll lesbar, aber schreiben ging gar nicht mehr: Auch ein "richtiger" Secure-Erase wurde nicht mehr ausgeführt.

Dank LUKS hatte ich keine Bedenken sie zurückzuschicken. - Hier hatte ich das genauer beschrieben.

Vexz schrieb:
und beim Entsorgen werde ich die SSD getrennt vom Gerät entsorgen und dabei ein paar Wochen Zeit lassen. Dann kann ich definitiv in Ruhe schlafen. :daumen:
Das halte ich für übertrieben.

Es reicht die ersten 64 MiB des LUKS-Containers mit Zufallszahlen zu überschreiben, damit er vollkommen unbrauchbar wird: Auch mit dem richtigen Passwort lässt sich dann nichts wiederherstellen, da damit nur der eigentliche Schlüssel (256- oder 512-bit) verschlüsselt wird, nicht die Daten. - Auch bei HDDs reicht das.

Ranayna schrieb:
soweit ich weiss wird fuer LUKS weder TPM noch Secureboot gebraucht.
Brauchen tut es das nicht, aber ich meine gelesen zu haben, dass LUKS mittlerweile TPM nutzen kann, wenn vorhanden. - Bei mir nicht, deshalb habe ich mich nicht weiter damit beschäftigt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hyourinmaru schrieb:
Jein, Microsoft ist nur eine CA von vielen da draußen, da aber jeder Gerätebauer davon ausgeht, dass auf dem Gerät später Windows laufen wird und der Benutzer evtl. ein Interesse an Secure Boot hat (Firmenumgebungen, Anti-Cheat mit Secure Boot enabled, Schutz vor manipulierten Bootloadern, etc.) hinterlegt jeder OEM die Zertifikate von Microsoft im NVRAM, zusammen mit seinen eigenen.
Das Problem ist aber nicht, dass Microsoft Zertifikate installiert sind, sondern dass es praktisch keine zweite Stelle gibt, die global einen ähnlichen Umfang hat und damit als Alternative fungieren würde.

Allein das Beispiel, dass Dritte sich über Microsoft Signieren lassen zeigt, dass es hier einfach an einer echten Alternative fehlt. Was aber per se nicht das Problem von Microsoft ist - denn deren Signaturen können weiterhin von deren CAs kommen. Es ist faktisch kein Problem weitere KEK ins System zu integrieren. OEMs tun dies bspw. in aller Regel auch häufiger. Bei HP gibt es dann eben eine HP branded KEK Kette.

Hyourinmaru schrieb:
Auch der Benutzer kann eigene Schlüssel ins UEFI reinladen, sofern der OEM dies im UEFI durch den Wechsel des Secure Boot-Modus von Standard auf Benutzerdefiniert implementiert hat.
Hier muss man aufpassen ob das nicht eine Entweder/Oder Situation auslöst.
Im Setup Mode akzeptiert die Firmware jeden KEK der ihm vorgesetzt wird. Schmeißt dann aber eben auch alles andere raus.

Was meines Wissens nach problematisch ist, du kannst nicht einfach selbst da was rein impfen. Du brauchst nen eigenen PK und musst mit dessem privaten Schlüssel deinen eigenen KEK signieren. Bzw. den externen KEK von Microsoft. Der Import ist deswegen möglich, weil du den PK private Key besitzt, das modifizieren der KEK ist damit erlaubt. Die Alternative dazu wäre, den Import zuzulassen wenn man diesen über den signierten Firmware Update Weg durchführt. Eine Dritte Option gibt es meines Wissens nach nicht.

Caramon2 schrieb:
Es reicht die ersten 64 MiB des LUKS-Containers mit Zufallszahlen zu überschreiben, damit er vollkommen unbrauchbar wird: Auch mit dem richtigen Passwort lässt sich dann nichts wiederherstellen, da damit nur der eigentliche Schlüssel (256- oder 512-bit) verschlüsselt wird, nicht die Daten. - Auch bei HDDs reicht das.
Bei SSDs könnte maximal der Umstand zum Tragen kommen, dass du häufig gar nicht gezielt einen Block überschreiben kannst. Nicht als User und auch nicht als Betriebssystem. Da hat die Firmware der SSD den Finger drauf und verteilt die Schreibzugriffe aus Haltbarkeitsgründen auf die Speicherzellen. Ein Löschen des 64MiB Blocks bedeutet also nicht, dass die Zellen wirklich überschrieben sind/wurden.

Das ist btw. anders als bei HDDs, wo du gezielt Blöcke überschreiben kannst.
Vexz schrieb:
Doch, ich muss nämlich nicht jedes Mal beim Hochfahren mein LUKS-Passwort eingeben, um zu entschlüsseln. Fühlt sich somit an wie ein unverschlüsseltes System, auch wenn es verschlüsselt ist.
Die Frage ist eher, vor was möchtest du dich schützen mit LUKS?

Den Schlüssel im TPM zu speichern ergibt halt dahingehend wenig Sinn, weil ein Abgreifen technisch insofern möglich ist, dass ohne einen Schutz des TPM Bereichs die Daten einfach auslesbar sind.
-> dir mopst jemand den PC und der startet einfach. Die Verschlüsslung ist unwirksam.

Was man IMMER!! machen sollte ist einen zweiten Faktor implementieren. Egal was. Alles ist besser als gar nix. Und wenn es das PW ist für irgend einen PreBoot Mechanismus. Oder ein FIDO Gerät. Oder irgend ein Schlüssel auf nem Stick.

Gilt btw. auch für Bitlocker unter Windows. Bitlocker mit TPM only ist faktisch wertlos bei Gerätediebstahl.
 
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