[Projekt/Review] NAS Selbstbau - FreeNAS auf Avoton mit ASRock C2550D4I

fruel

Ensign
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Hi,

Nachdem sich auf meinem PC jahrelang die Daten auf diversen Festplatten angesammelt haben und einige dieser Platten (inkl. der Platte für die Backups wichtiger Daten) mittlerweile S.M.A.R.T Werte im "gelben Bereich" aufweisen, hab ich mich dazu entschlossen mir ein NAS anzuschaffen.

Und hier jetzt die kleine Geschichte dazu :)

Einsatzgebiete des NAS:
Primär:
  • Storage für alle Geräte (PC, Notebook, Smartphone, ...)
  • Printserver
Sekundär (d.h. wenn mal Zeit zum einrichten da ist und ich dann noch glaube, dass ich es brauche):
  • Owncloud
  • Scan-Server mit SANE
  • Monitoring der Netzwerkhardware (Router, Modem und das NAS selbst)
  • Automatische rsnyc-Backups meines Webservers
  • DLNA
  • PyLoad
  • ...

Genutzt wird das NAS von 2 Personen.

Software:
Grundsätzlich kommt für mich für einen Server nur ein Linux/Unix System in Frage d.h. habe ich mich für FreeNAS entschieden.

Die Festplatten möchte ich mit ZFS im RaidZ1 Modus (Software-RAID 5 von ZFS) und das ganze AES verschlüsselt betreiben. (nennt mich Paranoid, aber ich hab meine Daten gern Verschlüsselt:) ).

Hardware:
Bei der Hardware haben sich dadurch folgende Anforderungen ergeben: ECC-RAM und eine CPU mit AES-NI und das in MiniITX oder maximal µATX.
Das ganze natürlich möglichst leise und bei geringem Stromverbrauch.

Mein ursprünglicher Plan war ein MiniITX Mainboard mit einem Intel Xeon mit geringer TDP.

Im Kaufberatungs-Thread (https://www.computerbase.de/forum/threads/nas-selbstbau-zusammenstellung-und-kuehlung.1304062/) wurde mir dann von "Schnitz" das ASRock C2550D4I bzw. das stärkere ASRock C2750D4I empfohlen. Zwar wurde mir im selben Thread auch von ASRock abgeraten, aber da ich selbst noch keine schlechten Erfahrungen mit dieser Firma hatte, hab ich trotzdem den Versuch gewagt.

Wenn sich jemand für das größere Modell interessiert - ein Test ist hier zu finden: https://www.computerbase.de/forum/t...012-r2-datacenter-und-storage-spaces.1292406/

Am Ende hab ich mich für das kleinere der beiden Boards entschieden, da dies alle Anforderungen erfüllt (ECC, AES-NI, 13W TDP, genug SATA, Kühlung nur durch Gehäuselüfter). Für die größere Variante mit Octa-Core sehe ich keinen Grund.

Schlussendlich hat sich folgende Einkaufsliste ergeben:

Insgesamt waren es damit ca. 1100€.

Test-Setup:
So weit, so gut. Der Plan steht, alles ist bestellt.

Aber es wäre ja zu schön, wenn alles wie geplant funktionieren würde: Beim Mainboard (was ursprünglich schon lange Lieferzeiten hat) kam es zu Verzögerungen bei der Lieferung weil der Lieferant des Händlers am Tag der Bestellung anscheinend krank wurde und vergessen hat die Bestellung weiterzuleiten :freak:.

Als ich das Mainboard dann doch noch erhalten habe, musste ich feststellen, dass die I/O-Blende fehlt.
Der Händler sorgt aber für Nachbesserung und bringt mir morgen persönlich die I/O-Blende vorbei. ("morgen" bezieht sich auf den Tag, an dem ich diesen Thread schreibe - in Wirklichkeit liegt zwischen Lieferung und Nachbesserung mehr als eine Woche)

Somit macht es auch keinen Sinn, jetzt schon alles ins Gehäuse einzubauen.
Trotzdem konnte ich nicht warten und hab mir das ganze einmal lose aufgebaut um zu Testen ob alles funktioniert.

Aufbau:


System:


Performance:
Ich weiß nicht ob man die Tests als "repräsentativ" bezeichnen kann. Sie wurden unter Windows 7 durchgeführt welches auf einer alten 2,5", 110GB, SATA 1,5Gbit/s Festplatte installiert ist und dem einige Treiber fehlten. Andererseits wollte ich auch nicht lange nach Treiber suchen, da ich sowieso später kein Windows darauf betreiben will.

CPU:


AES:


WD RED:


SATA DOM:

(im Vergleich zu den Herstellerangaben erscheinen mir diese Werte doch sehr niedrig)

NAS Aufbau und Test:

Demnächst:
  • Einbau ins Gehäuse
  • FreeNAS Setup
  • ZFS Performance
  • SMB Performance
  • Temperaturen
  • Stromverbrauch (falls ich ein Messgerät auftreiben kann)
 
Habs Aboniert, hört sich interessant an =)

Wie möchtest du deine Zusatzdienste zum laufen bekommen? FreeNas in einer VM und der Rest in VM's oder wie hast du dir das vorgestellt.
 
Ich hätte an FreeNAS als Hauptsystem gedacht und die Zusatzdienste als (FreeBSD-) Jail.
 
So, nachdem das letzte Teil angekommen ist und ich ein paar tage Zeit hatte, hier der Rest:

Und das ist der Schuldige an der ganzen Verzögerung:


Einbau ins Gehäuse:


Der Lüfter ist ein Noctua NF-A14 PWN.
Der im Gehäuse mitgelieferte Lüfter ist kein PWM Lüfter und kann durch das Mainboard nicht geregelt werden.
Die beiden vorderen 92mm Lüfter hab ich entfernt.

FreeNAS Setup:
Installiert habe ich FreeNAS von einem USB-Stick mit einem Live-Linux. Damit habe ich dann das FreeNAS Image auf den 4GB SATA DOM geschrieben.

Viel mehr kann man dazu nicht sagen. Es lief eigentlich alles problemlos wie im FreeNAS Wiki beschrieben.

ZFS Performance:

Test 1: 30GB von /dev/zero auf die Platten schreiben
1013 MB/sec
(vermutlich aufgrund der extrem gut komprimierbaren Daten aus /dev/zero)

Test 2: 30GB von gut komprimierbaren Daten von den Platten nach /dev/null
1295 MB/sec

Test 3: Duplizieren von 30GB bereits komprimierten Daten (ZIP Datei)
280 MB/sec

SMB Performance:
Setup:
NAS und PC sind mit 1GBit/s über einen Switch miteinander verbunden.

Den 2. LAN Port des NAS bringt mir hier nichts weil der Switch kein LACP/Link Aggregation unterstützt. (und der PC sowieso nur 1x LAN hat)

1) von der Festplatte im PC aufs NAS:


2) vom NAS auf die SSD im PC:


Temperaturen:

Lüftung:
Das System wird nur durch einen 140mm Noctua NF-A14 PWN gekühlt welcher meistens mit 500-800 RPM läuft.
Wie man am Bild sehen kann, ist der CPU Kühlkörper sehr flach und damit unterhalb des Luftstroms des Lüfters.


Temperaturen - Idle:
meistens im Bereich von 38-45C°
(powerd ist aktiviert)

Temperaturen - Last (nach 1,5h 100% CPU Last):
ca. 50C°


Lautstärke:
Nachdem ich keine Möglichkeit habe, die Lautstärke in dB korrekt zu messen, verwende ich hier einfach meine eigenen Maßeinheiten:

Mit dem originalen Gehäuselüfter:
  • Direkt davor: deutlich hörbar, störend.
  • Ca. 1 Meter: deutlich hörbar
  • Weiter weg: hörbar, besonders wenn es ruhig ist

Mit dem Noctua NF-A14 PWN:
  • Direkt davor: hörbar
  • Ca. 1 Meter: "wenn man es hören will, dann kann man es noch hören"
  • Weiter weg: "läuft er überhaupt?"
 
Ich bin auch gerade am überlegen. Ist jedenfalls ein feines Gerät.

Hast du vielleicht mal gemessen wie hoch der Stromverbrauch im Idle und unter Last ist?
 
Bis jetzt bin ich nicht dazu gekommen. Gegen Ende nächster Woche bekomme ich aber ein Messgerät - dann kann ich die mehr sagen.
 
Stromverbrauch:

47W
Idle aber mit allen 5 Disks eingeschaltet.
(Hintergrunddienste: SMB, CUPS, Nagios)


Ich hab derzeit kein Disk Spin-Down aktiviert, da auf den Festplatten auch ein Jail (eine VM) läuft, das regelmäßig Disk-Zugriffe verursacht.

Rechnerisch würde sich folgendes ergeben bei abgeschalteten HDDs:
(nach WD-Spezifikationen - http://www.wdc.com/wdproducts/library/SpecSheet/ENG/2879-771442.pdf)

47W - ((3W Idle - 0,4W Standby) * 5) = 34W
 
Ich habe mir vor ein paar Tagen das hier in den USA bestellt:

ASRock C2750D4I Intel Avoton C2750 8x2.4GHz und dazu 4x4GB DDR3 ECC Ram

Bin schon sehr gespannt auf die Leistung, werde das ganze allerdings über Proxmox laufen lassen.
 
Hast du mal getestet, was das board ohne angeschlossene Festplatten an Strom im idle benötigt?
 
nein habe ich so direkt nicht, ist aber definitv nicht das sparsamste board weil es ziemlich viele zusatzchips drauf hat. Aber das ein oder andere Watt stört mich in dem Falle nicht.

Bin von Proxmox wieder weg zu Windows Server 2012R2 da ich unter Proxmox es nicht hinbekommen habe, dass sich die ganzen Festplatten ausschalten im Idle.
 
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