RAID in einer NAS

D

dcz01

Gast
Hallo zusammen,

ich wollte mich mal informieren, wie das mit RAID in einer NAS genau aussieht/funktioniert?
Heißt ich wollte wissen, ob in einem RAID ein richtiger RAID-Controller-Chip arbeitet oder ob das ganze auch nur durch ein Software-RAID (Fake-RAID) gelöst wird?
Weil dann wäre ja ein normaler PC mit richtigem RAID-Controller alle mal besser und schneller als jede NAS richtig?
 
Das ist eine Preisfrage. Kann man also pauschal nicht beantworten. Es gibt beide Varianten.
 
Heißt es gibt sowohl teure Modelle mit richtigem Chip, aber die billigen sind alle Softwaremäßig?
 
Ja kannst du von ausgehen, Hardwarecontroller kosten halt.
 
Klar ist es eine Kostenfrage, aber zum Beispiel bei den kleineren Synology Geräten wird es per SoftRAID gelöst.
Das Tools unter Linux heißt mdadm, spricht meiner Meinung nach nichts dagegen, habe ausschließlich gute Erfahrungen damit gemacht.
Manche freie Lösungen wie FreeNAS bieten z.B. auch ZFS an.
Hardware RAID-Controller kommen in der Regel erst in enterprise Geräten vor, die haben dann hardware RAID-Controller von z.B. LSI, Areca oder so eingebaut, da kostet ein 8-fach Controller schon gute 400€

Grüße
Riddick91
 
Das kommt wohl ganz auf das NAS an und wird eventuell in den technischen Daten des jeweiligen Geräts genauer benannt.

FakeRaid und Software Raid sind übrigens zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Weil dann wäre ja ein normaler PC mit richtigem RAID-Controller alle mal besser und schneller als jede NAS richtig?
Falsch. Gute Software Raid Implementierungen (NICHT was auf Mainboards als onboard Raid verkauft wird) liefern mit aktueller Hardware auch bei komplexen Raidleveln (5 und 6, geschachtelt etc) sehr gute Performance. Das letzte Bisschen Performance bekommt man auch nicht einfach durch das Einbauen von einem Hardware Controller. Da spielen noch sehr viel mehr Details eine Rolle.

Der Flaschenhals dürfte sich bei heutiger Hardware eh auf der Netzwerkseite finden. Wer hat schon 10GBit Ethernet zuhause? ;)
 
Was ist dann der genaue Unterschied zwischen Fake-RAID und Software-RAID aus eurer Sicht?
Wieso sollten sie Onboard-RAID-Controller so kacke sein?
Also reicht für den Otto-Normal-User daheim auch das günstige und gute Software-RAID?
 
Ein reines SoftRAID ist einem onboard RAID definitiv zu bevorzugen.
Denn wenn dein Mainboard kaputtgeht brauchste im schlimmsten Fall wieder das gleiche und dann ist die Frage ob das neue Mainboard das RAID weiterhin erkennt.
Bei einem SoftRAID reicht es schon aus ein Live Linux anzubooten und das RAID wird in den meisten Fällen sogar automatisch wieder zusammengesetzt.
 
Dann ist ja Software-RAID mein neuer Liebling :D
Dann nie wieder Onboard-RAID... Gilt dies eig auch, wenn man zb ein Intel-Board hat mit zb Serverchipsatz? Ist es dort auch schlecht?
 
Als FakeRaid bezeichnet man die onboard Raidfunktionen von Chipsätzen, wobei die eigentlich Arbeit nicht etwa der Chipsatz übernimmt, sondern der Prozessor. OnboardRaid ist nicht per se "kacke", aber im Großen und Ganzen wohl nur ein Feature mehr auf der Liste.
Ein Vorteil von onboard Raid ist, man kann für gewöhnlich ohne Probleme das Betriebsystem auf dem Array installieren (weil die Platten dem OS bereits als ein Laufwerk vorgeworfen werden).
Nachteil, geht dein Board kaputt oder willst du auf eine andere Hardware umsteigen, braucht das neue Board passendes (soll heißen kompatibles) onboard Raid.

Bei Software Raid wird die Raidimplementierung vom Betriebssystem (oder einem Treiber) komplett in Software übernommen.
Vorteil: Die Platten kannst du in jedes beliebige andere Systeme stecken, auf dem das gleiche OS läuft und schon funktioniert dein Raidarray wieder (Ausnahmen gibts natürlich auch hier ;) ).
Nachteil: Die gesamte Implementierung läuft in Software und belastet damit die Systemresourcen. Entsprechende Arrays stehen meist nicht als Bootmedium für das Betriebssystem zur Verfügung (auch hier gibt es Ausnahmen), weil das OS selbst ja das Raid implementiert.

Es gibt zu beiden Varianten natürlich noch mehr Vor- und Nachteile. Ich habe mich hier für die offensichtlichen Entschieden.

Also reicht für den Otto-Normal-User daheim auch das günstige und gute Software-RAID?
Ja. Auch "Professionelle-User" setzen auf software Raid. Da ist nichts schlimmes oder böses dran. Man muß nur die Vor- und Nachteile kennen und dann abwägen, ob für den konkreten Einsatz das eine oder das andere sinnvoller ist.
 
...ZFS zerpflückt eh alle Hard- und Fake-RAIDs...
*duckundwech*

Im Ernst: Ich empfehle für jedwede Situation, in der nach Datensicherheit /RAID gefragt wird, ZFS. Mit FreeBSD oder gar FreeNAS ist das auch super einfach einzurichten...
 
helpmepls schrieb:
Gilt dies eig auch, wenn man zb ein Intel-Board hat mit zb Serverchipsatz? Ist es dort auch schlecht?
Ohne es genau zu wissen, aber ich schätze mal Serverchipsätze bieten erst garkein "onboard Raid" im Sinne von fake Raid. Dort sind dann aller Wahrscheinlichkeit echte Raidchipsätze onboard, wenn überhaupt!?

Ich für meinen Teil benutze entweder reines SoftwareRaid oder nen Hardware Controller, je nach Einsatzszenario. "FakeRaid" kommt mir nicht in die Tüte.

Was natürlich zu SoftwareRaid gesagt sein muß, wenn du z.B. mdadm unter Linux benutzt, kannst du auf das Raid nicht über ein parallel installiertes Windows zugreifen. Da gibt es mdadm nicht (vielleicht doch, wenn dann aber nur gegen Geld), sondern nur die Windows eigene Variante von Software Raid.
 
Riddick91 schrieb:
Denn wenn dein Mainboard kaputtgeht brauchste im schlimmsten Fall wieder das gleiche und dann ist die Frage ob das neue Mainboard das RAID weiterhin erkennt.
Naja, praktisch alle onboardRAID Controller auf Mainboards unterstützen nur RAID 0 , 1 u. evt. 0+1
Wer RAID 0 nutzt und kein Backup seiner Daten macht der handelt ohnehin zu leichtsinnig
und bei RAID 1 lassen sich Daten auch einzeln von der überlebenden Platte lesen
bei RAID 0+1 müssen zwei Platten gleichzeitig ihren Geist aufgeben damit es zu Datenverlusten kommt.

Aber RAID ersetzt kein Backup und soll auch kein Backup ersetzen, es soll lediglich Datenverluste durch Defekte die zwischen den Backupzyklen entstehen können absichern.
 
Im Ernst: Ich empfehle für jedwede Situation, in der nach Datensicherheit /RAID gefragt wird, ZFS. Mit FreeBSD oder gar FreeNAS ist das auch super einfach einzurichten...

Hier ging es doch garnicht um eine konkrete Implementierung, sondern nur darum, welches der genannten Raidvarianten (hardware, software, onboard/fake) "besser" ist. Letztlich ist ZFS, wenn man auf die Raidfunktionen schaut, auch "nur" ein software Raid.

Letztlich gibt es (leider) auch keine Patentlösung für alle Probleme. ZFS ist auch nicht der Weisheit letzter Schluß und hat hier und da ebenfalls seine Nachteile/Probleme/Schwachstellen, wie jede andere Lösung auch. Brauchbar ist es aber allemal, da stimme ich dir zu :)
Ergänzung ()

und bei RAID 1 lassen sich Daten auch einzeln von der überlebenden Platte lesen
Sofern die konkrete Implementierung die Schreibzugriffe auf die Platten einfach nur spiegelt und die Platten damit auch einzeln "normal" benutzbar sind. Es gibt wohl auch Implementierungen, die selbst bei Raid1 ein eigenes Format für die Daten benutzen, womit man bei einem Controllerdefekt auf einen kompatiblen Ersatz angewiesen wäre.
 
@Tobi86 u KillerCow: Was genau kann ZFS denn alles? Irgendwer sagte mir mal ich bräuchte da gar keine Backups mehr, da das Dateisystem dies übernimmt, stimmt das? Bzw beherrscht ZFS auch RAID oder ist es sogar eine Art RAID?
 
ZFS ist ein Dateisystem, dass zusätzlich auch logical volume management und (software) Raid Funktionen bereitstellt (neben einiger weiterer Dinge, wie Deduplikation, Snapshots, Checksummen etc).

Backups ersetzt auch ZFS nicht. Wenn die Platten abbrennen, sind die Daten auch bei ZFS weg ;)

Ursprünglich stammt ZFS aus der Solaris Welt und ist auch unter BSD zuhause. Für Linux existiert ebenfalls eine Implementierung, die aber noch experimentell ist, soweit ich weiß (genauso wie Btrfs). Für weitere Details verweise ich dich einfach mal auf die im Internet zu Hauf frei verfügbare Literatur zum Thema.
 
Ich hab von fertig NAS keine Ahnung, sorry. Aber ich kaufe auch nichts, wo "nsa" im Namen vorkommt ;)
 
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