Realschulabschluss suche guten Beruf

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Wie du sicherlich gemerkt ist dein Gehaltwunsch nicht richtig realisierbar.
Industriemechaniker wäre vielleicht noch etwas für dich.
 
Grüßt euch!

Ich melde mich nochmal zu Wort. Prinzipiell stimme ich erstmal all jenen zu, die dir zum Beruf des "Industriemechanikers", bzw. zu einer generellen Mechanikerausbildung raten.

Damit du deinen (in deinen Augen vermutlich zu geringen) Lohn auch mal genauer verstehst, folgt ein kleines Rollenspiel:

Du bist jetzt Herr Blackstriker, seinerseits Vorstand der (natürlich fiktiven) Blackstriker Industries, welche im Maschinenbau tätig sind (und zum Beispiel Schwarze Schlagroboter herstellen :D ). Wenn zu dir ein Bewerber kommt, würdest du ja anschauen was derjenige dir bieten kann, und das ist im Regelfall das Können bzw. die Kenntnisse die er mitbringt.

Du stehst im Moment auf der zweituntersten Stufe - frisch aus der Schule (mit mittlerem Abschluss, also Realschule). Hauptschüler hätten noch weniger vorzuweisen (im Regelfall), über dir folgen Fachabiturienten und Abiturienten. Generell zählt diese Gruppe in die Teilmenge unter den Bewerbern, welche außer dem Willen, gerne Arbeiten zu wollen, nichts vorweisen kann (Ich gehe mal nicht davon aus, dass man dir alleine die Programmierung einer CNC-Fräse überlassen kann - was auch vollkommen logisch ist. Ich könnte diese Arbeit ebenfalls nicht erledigen).

In dieser Gruppe gibt es viele Individuen, und wo das Angebot groß ist, sinkt der Preis - als ungelernter Arbeiter hast du also aufgrund der Masse und der wenigen Fertigkeiten die du mitbringst den geringsten Anspruch auf hohen Lohn.

Machst du eine Lehre, so eignest du dir im Laufe eben dieser ja einen gewissen Kenntnisstand an, der weit höher liegt als bei der eben genannten Gruppe der Schulabsolventen. Du kannst somit mehr vorweisen, und der Kreis der Konkurrenten wird kleiner (da es ja weniger Ausgelernte als Ungelernte gibt, zumindest in deinem Alter) - der Anspruch und die Aussicht auf hohen Lohn steigen. Leider muss erwähnt werden, dass es immer noch massig ausgebildete Arbeiter gibt, daher ist der Kreis nicht klein genug für deinen ursprünglichen Gehaltswunsch.

Sagst du nun nach der Lehre: "Ich würde eigentlich gerne mehr aus mir machen" und du hängst Zusatzausbildungen (Schweißerschein, Staplerschein, etc.) daran, oder besuchst die Meister bzw. Technikerschule, bringst du erneut mehr Kenntnisse mit, und der Kreis der Konkurrenten verjüngt sich noch stärker. Jetzt bist du auch in einem Bereich angekommen, wo du aufgrund deines Kenntnisstandes und der "Exklusivität" (ist in diesem Kontext sicher übertrieben, aber zeigt die Tendenz an) von Menschen mit deinem Wissensstand den von dir angestrebten Lohn erwarten kannst.

Wenn du nun (Achtung: (Fach-)Abi bzw. Meister ist ab der jetzigen Ausführung Pflicht) ein Studium beginnst, kannst du deinen Wissenstand weiterhin stark aufbohren. Es ist einfach Fakt, dass ein Mensch, welcher sich etwa 4 - 5 Jahre in eine Hochschule begibt und dort jeden Tag viel lernt, mehr Wissen mitbringt, als ein Arbeiter, welcher 4 Jahre lang Lehrling war, davon jedoch 1 Tag pro Woche wirklich Schule hatte und den Rest der Zeit gearbeitet hat. Durch dieses Arbeiten als Azubi häuft man sich zwar viel praktisches Wissen an, die höheren Gehälter sind jedoch fast ausnahmslos von theoretisch-basiertem Arbeiten geprägt, daher ist die praktische Erfahrung hierbei weniger von Wert. Nun kannst du aber, nach deinem Studium, deinem Arbeitgeber (am besten noch nebenbei erworbene, zusätzliche Qualifikationen, wie ein Englisch-Zertifikat (z.B. das Cambridge Certificate) einen breiten Wissensfundus darbieten, des Weiteren wird man mit dieser Ausbildung zum Unikat (ebenfalls übertrieben, aber zeigt die Tendenz).

Damit kann man dann die richtig hohen Löhne einstreichen. Als weitere, bildungswegunabhängige Faktoren sind noch die Berufszeit, die Bereitschaft in das Ausland zu gehen usw. anzuführen.

Grob gesagt kann man es wiefolgt zusammenfassen:

"Umso kleiner dein mitgebrachter Wissensstand ist, desto schlimmere Arbeiten musst du ausführen bei gleichem Gehalt."

(Da du mit Absinken der Arbeitsqualität natürlich auch Konkurrenten vergraulst (wer möchte gerne z.B. einen Fronteinsatz in Afghanistan ausführen?)).



Und wem würdest du nun das hohe Gehalt geben (in der Position des Vorstands Herr Blackstriker, wenn in jeder der Positionen jemand gebraucht wird):


Dem Schulabsolventen, der dir kaum Wissen bieten kann, und von dem es noch massig Andere gibt?

Dem Gesellen, der das grundlegende Wissen parat hat, bei welchem du jedoch davon ausgehen kannst, dass ein anderer Geselle den Job für weniger Geld macht?

Dem Meister/Techniker, der viel Wissen mitbringt, von dem es auch nur wenige Mitbewerber gibt, sodass sich kaum einer findet, der den Job für weniger Geld erledigt?

Dem Hochschulabsolventen/Ingenieur/Wirtschaftswissenschaftler, der auf einen breiten Wissensfundus zurückgreift, und wo sich keiner finden lässt, der den Job für weniger erledigt?


Des Weiteren musst du berücksichtigen, die ersten Arbeiter, die während einer Krise auf der Straße landen, sind diejenigen, auf die die Firma am ehesten verzichten kann, weil die Firma davon ausgeht, beim erneuten Aufschwung sofort wieder solche Arbeitskräfte zur Verfügung zu haben. Und solche Arbeitskräfte sind logischerweise diejenigen mit der geringsten Ausbildung (z.B. Leiharbeiter).

Ich bezweifel eh, dass irgendwer den Text bis hierher liest, vermutlich nichtmal der TE selbst. Falls doch, will ich dir eigentlich Folgendes mit dem ganzen Text ans Herz legen:

Sorg dafür, dass du dir eine für dich maximal mögliche Menge an Wissen aneignest.
Wenn du dir sagst:
"Auf FOS habe ich keine Lust mehr!"​

Ist das zwar schade für dich. Aber dann kannst du ja nach wie vor den Weg über eine Ausbildung und den Meister gehen, und evtl. später noch studieren. Vllt. hat mein Text es auch geschafft, dich innerlich zu motivieren etwas für deine Bildung zu tun. Sie bleibt das einzige Gut, dass dir niemand mehr nehmen kann.

Gerade in Krisenzeiten ist dies von herausragender Wichtigkeit. In schweren Zeiten beißt sich im Regelfall derjenige durch, der bereit ist, auch etwas zu tun, was ihm im ersten Moment missfällt (z.B. das Nachholen des Abiturs).


Also denk nach über das, was auf dich zukommt!


Würde mich freuen, wenn ich dir deine Vorstellung des Berufslebens auch nur um einen Millimeter erweitert habe :)

Gruß,
[sauba]



P.S.: Bevor man mich jetzt anflamt - mir ist klar, dass ich die Sache vereinfacht dargestellt habe. In der Realwirtschaft ist die Situation natürlich bei weitem komplexer und es herrschen noch mehr auf die Situation einwirkende Faktoren. Aber diese Erklärung ist dennoch, meiner Meinung nach, zweckdienlich.
 
Zuletzt bearbeitet:
[sauba] schrieb:
Wenn du ohne Abitur auf dem großen Markt der Bewerber antrittst, kannst du dir so ein Gehalt aus dem Kopf schlagen.
c0mp4ct schrieb:
Mit einem Realschulabschluss 2000€ netto Verdienst?
Unmöglich!
schwachsinn, schwachsinn, schwachsinn!

hört doch auf dem jungen soviel müll zu erzählen... mit einem ordentlichen realschulabschluss, einem guten ihk-abschluss sowie ordentlich fleiß kommt man auf die 2000€ netto! kumpel von mir hat fisi gelernt, arbeitet jetzt in einer mittelgroßen firma als admin und kommt auf 3800€ brutto - nen firmenwagen gabs auch bei der letzten gehaltserhöhung dazu... realschulabschluss, guter ihk-abschluss, beworben, genommen und dann ordentlich geackert!

möglich ist alles, man muss es nur wollen (und ein bisschen glück haben ;) )
 
eine etwas illusorische vorstellung nach der ausbildung direkt mit 2000 euro gehalt einzusteigen. da wirst du dich aber noch wundern, wie es im berufsleben so zugeht. vor allem bei der derzeitigen lage am arbeitsmarkt.
außerdem finde ich es denkwürdig einen beruf rein nach verdienst auszuwählen, der dir dann evtl. am ende keinen spaß macht. glaub mir, wichtiger als der verdienst ist der punkt, dass dir die arbeit (zumindest halbwegs) spaß macht. was nützt die ein "dickes" bankkonto wenn du jeden morgen schlecht gelaunt aufstehst weil du zur arbeit musst? denk da mal drüber nach.
 
Hi!
Also wenn du soviel Kohle willst geh doch zum Bundesheer -> Auslandseinsatz
Ich weiss nicht wieviel ihr in Deutschland für Auslandseinsätze bekommt aber hier (in Österreich) bekommst du 3000 (Bosnien, Tschad: 4000) pro Monat auf die Kralle -> netto mit dem geringsten Rang (geht rauf bis 6000 als Offizier).
Natürlich muss du einen 24h Einsatz etc. und die Lebensgefahr (wobei als Versoger, Arzt etc. hat man es sicherer) bedenken.

Ich weiss nicht was ein "Realabschluss" ist aber ich habe schon Freunde die mit 20 bzw. 21 1,6k netto als Teilzeit verdienen (SAP/ABAP Entwickler) aber nur sehr wenige haben dieses Glück ....

Ansonsten solltest du bedenken, dass Geld ein Hygyienefaktor ist -> Es kann dich zufriedenstellen aber nicht glücklich machen.

Daher würde ich dir empfehlen eine Arbeit anzufangen die dich wirklich interessiert und dir viel Spaß macht auch wenn du dafür weniger kriegst anstatt jeden Tag frustriert und voll erschöpft nach Hause zu kommen.

mfg
 
Zuletzt bearbeitet:
Also ich finde die Einlassung von sauba schon sehr gut, aber ich finde es gibt noch eine andere weitaus sinnvollere Betrachtung.

Wie hier schon richtig festgestellt wurde sind 2000 Netto, ca. 40000€ im Jahr Brutto. Die Kosten die der Arbeitgeber dann für dich hat sind nochmals deutlich höher ich weiss es nicht genau aber sagen wir mal der Arbeitgeber zahlt im Jahr 60000€ für deine Dienste, jetzt solltest du mal überlegen was du kannst was diese Ausgaben rechtfertigt.
Wenn man jetzt noch bedenkt, dass der Arbeitgeber ja auch gerne Gewinn machen möchte kann man wohl locker von 65000 - 75000€ ausgehen.

Und dann überlege dir mal was du an Arbeit anbieten kannst was deinem Arbeitgeber diesen Betrag im Jahr wert ist.

Das ist ja auch die Krux mit dem Mindestlohn, wie soll man einem Arbeiter in der Stunde 10€ zahlen, wenn er mit seiner Arbeit in der Stunde aber nur 9,5€ erwirtschaftet!?! Aber das ist ein anderes Thema ;)
 
@sauba

Danke für die ausführliche Hilfe !!
Jedoch will ich mein Fachabi nur machen, wenn ich keine Chance habe einen Ausbildungsplatz zu finden ;)

2.000 waren ja vielleicht etwas hochgegriffen, aber das einstiegsgehalt, kann doch bestimmt 1.700-1.800 Euro haben ?
Ich hatte ein Praktikum in Ratio gemacht, natürlich als Einzelhandelskaufman , da war der einstiegsgehalt auch 1.700 Euro :D

und was meint ihr mit fisi ?

Manche optimieren mich, habt ihr spass dran ??? ist klar das manche denke ich wäre faul usw, aber wenn es einfacher geht, wieso soll ich es nicht in Anspruch nehmen ??? naja ok, ich möchte es mal als Mechatriniker probieren, werde in den nächsten Tagen, ein Praktikum machen !

Falls ihr noch Berufe kennt, bitte sofort posteb :D

(Elektroberufe wären natürlich am geilsten :D )
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Da musst du dich mal genau informieren, in welchem Beruf man 1.700 € bis 1.800 € haben kann. Aber mit einem Realschulabschluss kann man nur im Einzelfall auf solche Einstiegslöhne hoffen, schätze ich.
Wie schon ewähnt, sollte die Arbeit doch mehr oder weniger Spaß machen. Warum bist du so aufs Geld scharf?
Natürlich will jeder sofort 10.000 auf die Kralle haben, nachdem man fertig ist mit Ausbildung/Studium, aber man muss auch mal realistisch bleiben. Ich finde für deinen Bildungsstand 2.000 € sehr hoch gegriffen (nicht böse gemeint).
Ich würde an deiner Stelle erstmal Berufe wählen, wo du dir vorstellen könntest zu arbeiten und dann nach den Einstiegsgehältern zu selektieren.
1.700 € Brutto oder Netto?
 
ICEKALT schrieb:
Da musst du dich mal genau informieren, in welchem Beruf man 1.700 € bis 1.800 € haben kann. Aber mit einem Realschulabschluss kann man nur im Einzelfall auf solche Einstiegslöhne hoffen, schätze ich.
Wie schon ewähnt, sollte die Arbeit doch mehr oder weniger Spaß machen. Warum bist du so aufs Geld scharf?
Natürlich will jeder sofort 10.000 auf die Kralle haben, nachdem man fertig ist mit Ausbildung/Studium, aber man muss auch mal realistisch bleiben. Ich finde für deinen Bildungsstand 2.000 € sehr hoch gegriffen (nicht böse gemeint).
Ich würde an deiner Stelle erstmal Berufe wählen, wo du dir vorstellen könntest zu arbeiten und dann nach den Einstiegsgehältern zu selektieren.
1.700 € Brutto oder Netto?

1.700 Euro Netto, die in Ratio haben mir auch gesagt, dass sie mich nehmen würden ...
Jedoch will ich nicht dahin, natürlich möchte ich einen Job der mir freude bereitet ! Irgendetwas lässt sich schon finden ...
Ergänzung ()

Mein Freund sagt, dass ich einen Elektroberuf machen soll und dan mich bei der Feuerwehr bewerben soll ?! Angeblich zahlen die einen gut und man kann wann man möchte Überstunden machen ?! kann mir jemand konkrete Infos geben ??
 
Konkrete Info ist, dass du dann auch WEihnachten und/oder Neujahr arbeiten musst
 
Abaddon4tk schrieb:
Konkrete Info ist, dass du dann auch WEihnachten und/oder Neujahr arbeiten musst

Eigendlich kein Problem ...

Zahlen die den viel besser als normale Elekotro-Unternehmen ??
 
Die Feuerwehr nimmt nur Leute auf, die bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen können. Deine Geld-Geilheit lässt sich echt kaum übertoppen.
 
Ich hab keine Lust den Thread komplett durchzulesen aber wenn du die Möglichkeit hast, mach das Abi damit bist überall in Sachen Ausbildungsplatz hoch angesehen, egal welche Note stehen.
 
Kann mich den meisten hier nur anschließen, wenn du schon nichts für deine weitere Bildung tun möchtest (kritisiere ich nicht, ist jedem selbst überlassen), solltest du wenigstens einen Beurf wählen den du für dne Rest deines Lebens ausüben möchtest und nicht nur nach Geld entscheiden solltest. mMn kann man isch in jedem Beruf weiterbilden um später ggf. auf höhere Gehaltsstufen zu gelangen.

Aber du musst es selbst wissen, wenn du nach den ersten Jahren merkst, dass der gewählte Beruf keinen Spaß macht und du in einem anderen nochmal mit Azubi-Gehalt anfangen musst denkst du vllt. an unsere Worte zurück.
 
Boa wie kann man nur so geldgeil sein-.-


Ich hab bin auch am suchen wie ein bekloppten und hab immer noch nix für august 2009. Mittlerweile läufts auf nen jahrespraktikum aus.(255€ IM monat).Danach kannst auch übernommen werden;)

Aber wenn du wircklich fett kohle machen willst mach abi studiere und werde Chef Arzt.
 
Du solltest vll. auch mal überdenken, dass du, je nach Berufswahl, die nächsten 50 Jahre deines Lebens in diesem Beruf verbringen könntest. Was bringt dir denn da ein Job, bei dem du vielleicht halbwegs Kohle verdienst, aber an dem du keinen Spass hast?

Wenn ich du wäre würde ich also hingehn und mir einen Job suchen, der mir wirklich Freude bereitet. Weiterbildungen etc. sind ja damit immer noch nicht ausgeschlossen.

Ansonsten - geh mal zu einer staatlichen Berufsberatung. Das ist doch tausendmal mehr Wert als die Empfehlungen aus dem Forum hier.
 
My Fidelity schrieb:
Ansonsten - geh mal zu einer staatlichen Berufsberatung. Das ist doch tausendmal mehr Wert als die Empfehlungen aus dem Forum hier.

Würde auch sagen, dass das der beste Schritt ist.
 
du verdienst natürlich auch nach bundesland unterschiedlich viel. in frankfurt oder in münchen wirst du als fisi weitaus mehr verdienen als irgendwo im osten. wo kommst du denn her?
 
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