@gymfan :
Bei den meisten der Punkte sehe ich schon die Verbindung und kann folgen, vermute jedoch eine andere Intention als der folgende Einwand suggerieren will :
gymfan schrieb:
...... Vom massiv gestiegenen Energieverbrauch zu Hause u.A. durch das neue tägliche Zwangshobby "Kochen" muss man da noch garnicht denken.
Die "Sorge" um die Homeofficenutzer scheint hier (Energiekosten) auch wieder wie beim vom mir bereits Quellenhinterlegt
widerlegten Einwurf der Versicherung sehr herbeigezogen.
So wurde bereits in diversen unabhängigen Studien belegt dass sich die Mehraufwendung pro Homeoffice Tag und Person -natürlich schwankend je nach Umgebungsvariablen- iaR bei durchschnittlich 40-60 Cent bewegen.
Wären also -selbst mit 60Cent gerechnet- sagenhafte ~12Euro im Monat.
Kurzum...das was ich hier pro Monat an Mehrkosten durch Homeoffice habe, überstiegen die Fahrkosten eines einzigen Tages bereits um gut das Doppelte.
Zudem haben wir die vergangenen beiden Jahre einen jährlichen Corona-Ausgleichbonus fürs Homeoffice erhalten, welcher netto gut 100€ monatlich ausmachte. Also ein doch recht ordentliches Trostpflaster. Und da sind die zwei Stunden wegfallende Fahrzeit sowie die Zeitersparnis durch Hausarbeit während dem verfolgen von Meetings, hohe Flexibilität für Arzttermine, Ämtergänge, Einkaufen usw. noch gar nicht eingepreist.
Bei uns im Konzern gab es kürzlich eine anonyme und sehr detaillierte Umfrage zum Homeoffice -mit mehreren tausend Beteiligten-, deren Ergebnis schon tief blicken lies.
So war die Quintessenz daraus dass die Gegner des Homeoffice nicht -wie sonst meist offen als Gründe angebracht- Sorge um die soziale Komponente ihrer HO-Kollegen, die Produktivität des Teams oder ähnliches hatten, sondern vielmehr das größer werden des wirtschaftlichen GAP zu Kollegen welche weiter HO nutzen auf Unmut stieß.
Trotzdem beispielsweise Sachbearbeiter A sich selbst nicht finanziell verschlechtert, will er nicht sehen dass sein langjähriger und gleich qualifizierter Kollege Sachbearbeiter B sich dahingehend verbessert, indem er auf dem Land wie gehabt viel niedriger Miete zahlt, nun jedoch zudem keine Anfahrtkosten mehr trägt und -überspitzt gesagt- noch Zeit spart indem er aus dem Bett im Pyjama an den Schreibtisch fällt.
Hier können sich also je nach Berufsgruppe unterm Strich schon mal monatlich 4-eckige Vermögensvorteile zwischen Präsenz- und Homeoffice-Nutzer trotz sonst gleichem\ähnlichem Gehalt ergeben.
Es wurde daher in dieser anonymen Umfrage von einem Großteil der wieder vor Ort tätigen verlautbaren lassen, dass ihnen die freie Wahl zwischen HO und Präsenz nicht ausreiche, sondern sie sich eine komplette Abschaffung von HO wünschen würden.
Es ist also -ketzerisch ausgedrückt- eher eine Neiddebatte.
Differenzierter gesagt natürlich auch teilweise berechtigt, da sich durch die Schere zwischen HO- und Präsenznutzer trotz gleichbleibendem Gehalt letzterer natürlich eine in der Tat eine Durchreichung weiter nach unten in der Vermögenspyramide ergibt wenn der HO-Nutzer deutlich einsparen kann.
Aber auch dazu gibt es bereits eine Vielzahl
interessanter Studien, Erhebungen etc. .
Das wird noch sehr kontroverse Diskussionen künftig geben und ich bin gespannt ob der Staat sich hier irgendwie in der Pflicht sieht tätig zu werden oder es -ganz im Sinne der FDP- dem Markt und damit den Arbeitgebern überlassen wird dies selbst zu regeln.