Hallo
DerOlf schrieb:
Bei einem Monatsentgelt von €75,00 pro Schüler (für Klavierunterricht in dieser Region noch niedrig) komme ich mit ~25 Schülern auf €1250,00 (ca. 33% gehen für die Raummiete ab - für Mietswohnung ist so'n Klafünf etwas zu laut).
Nach Krankenkasse, Steuer, evtl. Rentenbeitrag, Miete+Nebenkosten sowie Telefon bleiben dann um die €300,00 - €400,00 - da kann ich von Leben.
...
Was bitte ist an dieser Einstellung zur Arbeit "falsch"? Es ist die konsequente Anwendung eines kapitalistischen Grundprinzips - maximaler output bei minimalem input.
Warum soll ich mit meiner Ware (Arbeitskraft) nicht genau so handeln, wie ein Unternehmer mit seinen Waren?
Du scheinst nicht zu wissen was Kapitalismus und Unternehmertum in der Praxis/Realität bedeutet.
Jeder kapitalistische Unternehmer würde bei deinen Einnahmen die Arbeit sofort einstellen und mit etwas beginnen was sich lohnt und wovon man ohne staatliche Hilfe leben kann.
Deine Einstellung ist falsch weil deine Arbeit nicht viel bringt außer das du dir und deiner Umwelt mit deiner Ausrede einreden kannst das du etwas machst was du Arbeit nennst.
DerOlf schrieb:
Mir ging es aber nicht darum, was MÖGLICH wäre, sondern um das, was nötig ist, um mein jetziges Leben zu finanzieren
Kapitalismus bedeutet aber das maximal mögliche zu erreichen und nicht sich mit dem minimal nötigen zu begnügen.
DerOlf schrieb:
Im Prinzip geht es für mich momentan darum, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen (auch um unser Sozialsystem nicht zu belasten ... jeder Euro, den ich verdiene, muss nicht vom Steuerzahler kommen) ... wenn ich DAS geschafft habe, dann kann ich über Mittel und Wege nachdenken, in diese Systeme einzuzahlen ...
Solange du Hartz4 Empfänger/Aufstocker bist stehst du nicht auf eigenen Beinen, du stehst maximal auf einem Bein, das andere Bein hält/stützt dir der Staat (bzw. die Gemeinschaft).
Auf eigenen Beinen zu stehen bedeutet sein Leben selber zu verdienen, dazu gehört auch seine eigene Rente zu verdienen und nicht im Alter der Gemeinschaft auf der Tasche zu liegen und Grundsicherung kassieren.
Du hälst es doch wohl nicht wirklich für eine lobenswerte Leistung einen Teil des Hartz4 Satzes selber verdienen zu können ?
DerOlf schrieb:
Dass ich meine Einstellung kapitalistisch begründe, hat seinen Grund darin, dass alles mögliche in unserer Gesellschaft auf Effizienz (besonders im Bezug auf die Kosten) gebürstet wird ... man will viel herausbekommen, dafür aber am liebsten KEINERLEI Leistung bringen ... das oben genannte kapitalistische Prinzip: im Extremfall 100% output (minimal) bei 0% input (maximal).
Nach deiner Definition wäre jeder Hartz4 Empfänger der nicht arbeiten will ein Maximal Kapitalist, weil er Geld fürs Nichtstun bekommt.
DerOlf schrieb:
Ich musste an dieser Einstellung übrigens sehr lange arbeiten. Eigentlich bin ich eher sozial, teile gerne (auch wenn ich selbst nur wenig habe) und biete meine Dienste auch umsonst an - wie weiter oben bereits erwähnt.
Nur weil du privat gerne teilst bist du noch lange nicht sozial, um sozial zu sein mußt du auch der Gesellschaft/Gemeinschaft (die dich durchfüttert) etwas zurück geben.
Gesellschaftlich gesehen bist du eher asozial als sozial, wenn wir folgende Definition von asozial nehmen (Ich weiß nicht mehr wo ich diese gelesen habe):
Asozial: Eine Person die in einer Gesellschaft/Gemeinschaft lebt und von dieser profitiert, aber selber der Gesellschaft/Gemeinschaft nichts zurück gibt.
DerOlf schrieb:
Deswegen bin ich nun ganz angestrengt Kapitalist ... ohne Kapital
Belügst du dich gerade selber oder versuchst du uns zu belügen ?
DerOlf schrieb:
(von sozialem oder kulturellem Kapital mal abgesehen, damit kann ich euch totschmeißen).
Das sind ganz tolle Dinge, aber diese Dinge zahlen keine Miete, füllen nicht den Kühlschrank und halten auch nicht unser Sozial-/Rentensystem am laufen.
Wenn alle so wie du denken würden dann wäre Deutschland pleite und wir hätten gar kein Sozial-/Rentensystem, zum Glück gibt es uns Roboter die den ganzen Mist hier mit Ihrem Roboteralltag finanzieren.
Grüße Tomi