@Rach87
Ach weißt Du auf solche Polemik gehe ich nicht ein. ständig reißt Du Sätze aus dem Zusammenhang und zerreißt sie. Ich hoffe, dass Du kein Pilot bist oder Flugbegleiter, denn dann wirst Du sicher anders reden. Ich hoffe ferner, dass Du nicht durch Zufall in einem solchen Flieger sitzt und zuguckst, wie ein Tornado links und rechts an Deinem Fenster vorbeifliegt. Schau Dir die Entscheidungen an und lies sie Dir durch. Vielleicht auch die neue Entscheidung des EGMR zu dem betreffenden Fall des JAkob von Metzler. Dann verstehst Du es vieleicht auch und ich muss mir hier nicht solch blöd-ironischen Bemerkungen ertragen.
@Lübke
er würde mE Würde (Leben des Opfers) mit Würde (Folterverbot) abwägen, was wie gesagt nicht geht.
nicht körperliche Unversehrtheit mit Leben. Folter ist mehr als "bloße" körperliche Unversehrtheit. Die wäre im Falle von Blutentnahmen zB betroffen.
zum Flugzeug:
Ja das hätte ich, wobei es sehr schwer ist. Als es damals verabschiedet wurde, habe ich gleich gesagt, dass das verfassungswidrig ist und so kam es dann auch. Man kann es gut mit der Frage erklären: wer entscheidet, wer "lebenswert" ist? Niemand hat da ein Anrecht drauf. Das durchzieht sich durch das gesamte Rechtsgebiet. Das Leben (Teil der Würde) ist indisponibel. Deswegen ist Sterbehilfe auch verboten. Der Staat geht sogar soweit, dass der Mensch selbst nicht über sein Leben entscheiden darf (er wird aber im Gegensatz zu früher heute dafür nicht mehr bestraft). Die gleichen Probleme beim Schwangerschaftsabbruch, der nur so lange zulässig ist, wie das Ungeborene ein bestimmtes Stadium nicht überschreitet. Gleiche Frage bei Pränataldiagnostik, bei Gentechnik, usw ... Da ist der "Staat" eisern, auch wenn immer wieder (zu Recht) Argumente vorgetragen werden, wie: Was hat es mit Würde eines Menschen zu tun, wenn er vor sich hinvegetiert (und quasi zu würdelosen Leben/Sterben gezwungen ist). In solchen Fällen (aktive Sterbehilfe bei Unheilbarkeit, Schmerzen und explizietem Willen) bin ich auch für eine Lockerung der Grundsätze. Aber selbst hier verneint der Staat das (noch).
Das zeigt, wie bedeutsam das Ganze ist, und nicht nur eine bloße "Laune" des Staates darstellt. Glaube mir, die meisten Verantwortlichen denken ähnlich wie Du, sehen aber auch die Risiken. Es ist eine natürliche Hemmschwelle, eine Grenze und Barriere, die nicht überschritten werden darf, unter keinen Umständen, da ein Überschreiten zu Diskussionen führen würde und zu unterschiedlichen Auffassungen. Der Mensch ist träge und faul und so gewissermaßen auch Beamte, die bei ihren Ermittlungen vielleicht ein völlig falsches Bild haben.
weiter zum Flieger:
Genausogut könnte es ja den Insassen des Fliegers gelingen, die Angreifer zu überrumperln. Oder die Täter geben ihr Vorhaben auf. Klar ist das theoretisch, aber genauso theoretisch, wie die Annahme, dass die Entführer ins nächste Hochhaus fliegen. Außerdem animiert es die Verantwortlichen dazu, nachzudenken und Lösungen zu finden, die möglichst geringen Schaden anrichten. Andernfalls sagt sonst der verantwortliche einfach, na dann schieß sie ab, obwohl es vielleicht weniger invasive Wege gibt. Wenn es Ernst auf Ernst käme, denke ich, dass es in der Realität schon zu einem Abschuss kommen würde, wobei gleichermaßen denkbar ist, dass die Insassen das Flugzeug selbst in dünnbesiedeltem Gebiet zum Absturz bringen (wie am 9.11.). Hier würde wahrscheinlich jeder normale Mensch dann auch quantitativ denken und sagen, so retten wie die am Boden. Aber auch das wäre ja nicht zwangsläufig der Fall, denn es können ja auch so Leute sterben (etwa durch Trümmer) usw.