Ryzen 2700X - geringerer Minimaltakt?

42spike

Cadet 1st Year
Registriert
Juli 2018
Beiträge
8
In meinem Laptop taktet sich der i5-6200U auf weniger als 1 GHz herunter, wenn wenig zu tun ist. Trotzdem ist er "flott", weil er sich schnell hochtaktet.

In meinem "richtigen" Rechner habe ich einen Ryzen 2700X, der sich nie heruntertaktet... alle Cores sind ständig um oder über 3 GHz.

Ich fände es geil, wenn ich den 2700X auch dazu bewegen könnte den Takt richtig weit herunterzuschrauben... klar, das bringt vermutlich praktisch gar nichts, außer ein paar Watt weniger Leistungsaufnahme. Aber ob OC praktisch viel bringt ist auch die Frage. Wir machen es, weil man es kann und weil wir es wollen.

Ich würde den Takt aber gerne auch nach unten regulieren. Hat da jemand Erfahrungen? Im UEFI BIOS (auf einem Asus X470) habe ich zu diesem Thema nichts gefunden.
 
Normalerweise sollte der 2700X im idle weit darunter agieren.
Welcher Energiesparplan ist denn aktiviert?

atari2k
 
Zuletzt bearbeitet:
Prüfe mal, was im aktiven Windows-Energiesparplan eingestellt ist. Afaik ist im Ryzen Balanced-Plan eine recht hohe prozentuale Minimaltaktzahl eingestellt, das kannst du aber unter den erweiterten Energiesparplaneinstellungen manuell absenken, wenn du möchtest.
 
War bei meinem 2700x auch so, in Windows Energiesparplan minimal auf 5 % stellen.
Der steht bei Dir vermutlich auf 80 % und deswegen taktet der so hoch.
 
Der Ryzen deaktiviert seine Kerne vollautomatisch. Der Ryzen Balanced Plan hat daraus keine Auswirkung und verhindert lediglich Mikroruckler. Warum und wieso...gibts detaillierte Ausführungen hier im Forum.
Die Tools können allerdings nichts unter 2,7/2,2GHz auslesen. Sprich während der Core schläft nimmt so ein Tool den letzten bekannten Takt und zeigt diesen an, obwohl der Core eigentlich nicht aktiv ist. Dadurch wird er auch als permanent 2,7/2,2GHz angezeigt. Ryzen Balanced so lassen wie installiert und gut. AMD hat da was komplett anderes gebastelt als man von Intel gewohnt ist, hab ich anfangs auch nicht geglaubt, ist aber so und von offizieller Seite auch mehrfach bestätigt. Der Chip kümmert sich da bereits selbst drum.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: duklum
90 ist da sogar Standard, habe ich auch erst runter regeln müssen..
 
lowRange schrieb:
War bei meinem 2700x auch so, in Windows Energiesparplan minimal auf 5 % stellen.
Der steht bei Dir vermutlich auf 80 % und deswegen taktet der so hoch.
Ist an der Stelle obsolet, weil selbst dann die Tools noch die von mir genannten 2,2 bzw. 2,7GHz anzeigen. Jedenfalls nach eigener Erfahrung und Tests. Man kommt nicht drunter, aber falls ihr es doch schafft lass ich mir gerne das Gegenteil beweisen :D Wäre interessant, bei mir gehts aktuell zumindest nicht.
 
@Nero1 meiner geht als auf 1,7 Ghz mit Proxmox aber erst als ich das im Energiesparplan umgestellt habe.
Wen Du möchtest, kann ich am Wochenende ScreenShots posten, denn zur Zeit bin ich beruflich unterwegs.
 
Regulär geht er bei korrekten Energiesparsettings auf genau 2,0 Ghz runter, bei manchen auf 2,2 Ghz.

Weiter runter muss er nicht, da es sowieso keinen nennenswerten Stromspareffekt dann gibt.
 
42spike schrieb:
...habe ich einen Ryzen 2700X, der sich nie heruntertaktet... alle Cores sind ständig um oder über 3 GHz.

Bei einem 2700X solltest du 2,2 GHz im Idle "sehen". Der tatsächliche Idle-Takt liegt nochmals niedriger, denn immer wenn dein Sensor-Tool den Takt abfragt, dann ist der Prozessor schon aufgewacht und nicht mehr völlig Idle.

Details dazu finden sich hier:
The sophisticated power management technology in the “Zen” core can autonomously enter and exit these CC-States as quickly as 1ms. Software tools, unable to see through the sleep, will simply report the last P-state known to the OS before the core entered a CC-state. Don’t be alarmed! The effective frequency of a sleeping core is much lower (generally sub-1GHz).

Ergänzung ()

Nero1 schrieb:
Der Ryzen Balanced Plan hat daraus keine Auswirkung und verhindert lediglich Mikroruckler.
Vom Ryzen Balanced Plan rät AMD für Ryzen 2000 explizit ab. Der ist nur für Ryzen 1000 gedacht.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: TheBear1517
lowRange schrieb:
meiner geht als auf 1,7 Ghz mit Proxmox aber erst als ich das im Energiesparplan umgestellt habe.
Wen Du möchtest, kann ich am Wochenende ScreenShots posten, denn zur Zeit bin ich beruflich unterwegs.
Sehr sehr gerne!

Nixdorf schrieb:
Vom Ryzen Balanced Plan rät AMD für Ryzen 2000 explizit ab. Der ist nur für Ryzen 1000 gedacht.
Oh Tatsache, sorry then für die Empfehlung. Hab eben bei mir nachgeschaut, habs auch nur auf normalem Balanced.
 
Sollte Ryzen 2 wirklich im Idle so hoch takten? Mein Ryzen 1 taktet jedenfalls tiefst mit 550MHz, das sagen CPU-Z, HWInfo und Ryzen Master unisono.
 
Code:
$ egrep "name|MHz" /proc/cpuinfo | sort -ur
model name    : AMD Ryzen 7 2700 Eight-Core Processor
cpu MHz        : 1527.982
cpu MHz        : 1517.422
cpu MHz        : 1498.845
cpu MHz        : 1471.233
cpu MHz        : 1469.282
cpu MHz        : 1467.872
cpu MHz        : 1466.309
cpu MHz        : 1449.264
cpu MHz        : 1416.710
cpu MHz        : 1410.613
cpu MHz        : 1388.969
cpu MHz        : 1384.032
cpu MHz        : 1381.905
cpu MHz        : 1380.149
cpu MHz        : 1376.600
cpu MHz        : 1376.078
 
der Unzensierte schrieb:
Sollte Ryzen 2 wirklich im Idle so hoch takten?
Der Trick ist, dass man bei aktuellen Prozessoren den echten Idle-Takt gar nicht mehr sieht.

Es gibt P-States. Das sind die Leistungszustände, wenn ein Prozessorkern etwas tut. Als Anwender sieht man im Monitoring den Takt des langsamsten P-States. Da ist aber immer noch geringe Aktivität vorhanden. Wenn der Kern wirklich nichts tut, dann meldet er auch seinen Takt nicht mehr. Denn sonst würde er ja was tun. Das ist wie im Film Mystery Men, wo der Invisible Boy unsichtbar werden kann, aber nur wenn keiner guckt.

Außerdem gibt es C-States, genauer gesagt Core-C-States (CC-States) für einzelne Kerne und Package-C-States (PC-States) für den gesamen Prozessor. Die CC-States sind Leistungszustände für Kerne, die nichts tun. Wirklich nichts. Genauer gesagt ist C0 noch der Status, wo der Kern was tut, und alles darüber (z.B. C1 oder C6) sind welche, wo der Kern nichts tut. Dann werden nach bestimmter Untätigkeitsdauer immer mehr Teile der Logik komplett abgeschaltet. Da gibt es den Begriff Clock Gating, weil der Kern kein Taktsignal mehr bekommt. Und es gibt den Begriff Power Gating, da wird dann auch die Stromversorgung für den Kern abgeschaltet.

Laut AMD zeigen die Monitoring Tools immer nur den Takt des langsamsten P-States an, es gibt auch noch Taktungen von unter 1 GHz (je nach Quelle ist mal von 550 MHz, mal von 800 MHz die Rede). Und dann gibt es wie eben beschrieben sogar den Fall, dass ein Kern gar keinen Takt hat. Im Monitoring sieht man dann z.B. weiterhin 2200 MHz, das weitere Absenken erkennt man im Monitoring nur an noch niedrigeren Spannungen oder halt mit einem externen Messgerät.

Insofern bringt es auch keine große Ersparnis mehr, wenn man zwanghaft den langsamten P-State niedriger setzen will. Das ist der Takt, wo der Kern noch irgendwas tut, und das macht der dann langsamer. Auf die C-States hat man nur insofern Einfluss, als man meist C6 im UEFI abschalten kann. Bei Ryzen 1000 gab es einige Exemplare, wo Kerne daraus nicht mehr aufgewacht sind. Das Problem kann man dann hiermit beheben.
 
Zurück
Oben