S.M.A.R.T write error Wert

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Admiral
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Hallo,

ich habe vor ein paar Tagen bemerkt, dass eine meiner Platten den raw value 1 hat bei write error. Ansonsten aber alle Werte tadellos sind.

Ich muss dazu sagen, dass es kurz vorher einen Stromausfall gab (nichts schlimmes, bin nur aus Versehen gegen den Stromschalter gekommen - blöd, ich weiß...).

Es kann eigentlich nur damit zusammenhängen (wobei ich wissentlich zu diesem Zeitpunkt keine Daten transferiert habe und es sich auch nicht um die Systemplatte handelt) oder mit einen Datentransfer, den ich einige Zeit vorher durchgeführt habe. Am Tag vorher war der Write Error definitiv noch nicht da.

Was mich an der Sache wundert ist Folgendes: Müsste durch den Write Error nicht entweder ECC Hardware Recovered (im Falle einer Korrektur) oder Uncorrectable Sector Count (wenn nicht korrigierbar) einen anderen Raw Value als 0 anzeigen?


Vielen Dank im Voraus!
 
Nein.

Registrierte Schreibfehler werden durch ein Wiederholen des Schreibvorganges ausgebügelt.
ECC recovered gibts nur bei Lesevorgängen bei denen die ECC eingreifen mußte,
Uncorrectable Sector Count sind Lesefehler bei Offline Scans (Plattenselbsttests).
 
Zuletzt bearbeitet:
Ok, danke für die Antwort.

Aber wenn Uncorrectable Sector Count nur Lesefehler angibt, finde ich die Definition auf der Wikipedia-Seite und auf vielen anderen seltsam.
Dort heißt es nämlich: "The total count of uncorrectable errors when reading/writing a sector." (http://en.wikipedia.org/wiki/S.M.A.R.T.)
 
Diese Definition ist so definitiv falsch, würde ich mal behaupten. Weder ist das ein "total count", denn der Rohwert ist nicht kumulativ und kann zurückgesetzt werden, noch werden hier "write errors" gezählt. Vorangegangene (unentdeckte) Schreibfehler können allenfalls die Ursache für spätere Leseprobleme sein.
 
@ Inzersdorfer: Ich hätte noch eine Frage. Du schreibst "Registrierte Schreibfehler werden durch ein Wiederholen des Schreibvorganges ausgebügelt." Heißt das, dass wenn ein Schreibfehler "ausgebügelt" wird, der raw value wieder auf 0 gesetzt wird?
 
Nein, wurde ein Schreibfehler registriert, was ja nur bei mechanischen Beeinträchtigungen geschieht, bleibt der als Zähler erhalten.
 
Du meinst also ein manuelles Wiederholen des Schreibvorganges, oder?

Autokorrektur gibt's nicht oder?

Sorry, dass ich dich mit meinen Fragen bombardiere. :D
 
Wie meinen?

Schreibfehler werden nur registriert wenn sie mechanisch bedingt sind, z.Bsp. der Schreibkopf außerhalb der vorgesehenen Position war, hier wird dann der Schreibvorgang automatisiert wiederholt. Ein "Soft" Schreibfehler wird ja nicht registriert, folglich kann er auch erst beim nächsten Lesen auffallen, eine Prüfung der Daten nach dem Schreiben findet nicht statt da zu Zeitaufwändig.
 
Erst einmal vielen Dank für's Antworten.

Ich hätte nur noch 2 Fragen. Es wäre sehr nett, wenn du die noch beantworten könntest.

1. Kann ein mechanisch bedingter Schreibfehler andere Daten zerstören, oder wird nur die Fehlstellung des Schreibkopfes bzw. ein schlechter Sektor registiert?

2. Führt so ein "Soft" Schreibfehler, wenn er später erkannt wird, dann zu einer Erhöhung des Write Error Wertes?
 
Zuletzt bearbeitet:
Zitat von MrJules:
1. Kann ein mechanisch bedingter Schreibfehler andere Daten zerstören, oder wird nur die Fehlstellung des Schreibkopfes bzw. ein schlechter Sektor registiert?
Wenn du Ursache der Fehlstellung des Schreibkopfes z.B. eine starke Erschütterung/ein Stoß ist, können Daten, die auf Nachbarspuren liegen, durchaus zerstört werden.
 
Zitat von Madnex:
Wenn du Ursache der Fehlstellung des Schreibkopfes z.B. eine starke Erschütterung/ein Stoß ist, können Daten, die auf Nachbarspuren liegen, durchaus zerstört werden.


Du meinst, wenn der Kopf auf der Platte aufsetzt?
Oder wenn er während des Schreibvorgangs aus der Position gebracht wird?

Ich nehme an, wahrscheinlich beides.
Das würde dann in der G-sense Fehlerrate erscheinen, nehme ich an.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zitat von MrJules:
Du meinst, wenn der Kopf auf der Platte aufsetzt?
Wenn das auch die Daten der Nachbarspur schädigt, ist das danach wohl nur das kleinste Problem.
Zitat von MrJules:
Oder wenn er während des Schreibvorgangs aus der Position gebracht wird?
...
Das würde dann in der G-sense Fehlerrate erscheinen, nehme ich an.
Sollte man annehmen, wobei die Frage ist ob der wirklich bei jede Erschütterung und Schwingung auslöst, die ausreicht den Kopf so weit auf die Nachbarspur schwingen zu lassen, dass die Daten dort geschädigt werden.
 
Zitat von Holt:
Sollte man annehmen, wobei die Frage ist ob der wirklich bei jede Erschütterung und Schwingung auslöst, die ausreicht den Kopf so weit auf die Nachbarspur schwingen zu lassen, dass die Daten dort geschädigt werden.

Kommt wahrscheinlich auch auf die Art der Platte / das Modell an. Exterene Platten sind ja meistens recht gut gegen sowas geschützt. Und bei internen tut man wahrscheinlich gut daran, solche Anti-Vibrations-Ringe zu nutzen.
 
Wieso sollten externe Platten meistens recht gut gegen so was geschützt sein? Darin stecken auch nur ganz normale Festplatten, die auch intern verbaut werden. Ein besonderer Schutz gegenüber Stöße gibt es da auch nicht. Man muss allerdings zwischen 2,5" und 3,5" Festplatten unterscheiden. Die 2,5" Festplatten sind aufgrund ihrer geringeren Masse weniger anfällig gegenüber Erschütterungen und eigenen sich daher besser als "mobile" externe Festplatten. Die Anti-Vibrations-Ringe, also die Entkopplung der Festplatte vom PC-Gehäuse, haben primär die Aufgabe zu verhindern oder zu minimieren, dass sich die Vibrationen, die die Festplatte erzeugt, sich auf das PC-Gehäuse übertragen und das Festplattengeräusch dadurch verstärkt wird. Eine zu weiche Entkopplung kann allerdings negative Auswirkungen auf die Kopf-Positionierung haben.
 
Zitat von Madnex:
Wieso sollten externe Platten meistens recht gut gegen so was geschützt sein?

Weil dort oft stoßabsorbierende Teile um die Platte herum angebracht werden. (Zumindest bei neueren Modellen)


Zitat von Madnex:
Die Anti-Vibrations-Ringe, also die Entkopplung der Festplatte vom PC-Gehäuse, haben primär die Aufgabe zu verhindern oder zu minimieren, dass sich die Vibrationen, die die Festplatte erzeugt, sich auf das PC-Gehäuse übertragen und das Festplattengeräusch dadurch verstärkt wird.

Ja, primär. Aber andersherum müsste es rein physikalisch ja auch was bringen ;-)


Was die zu weiche Entkopplung angeht. Ich habe mal gesehen, dass Leute die Festplatte an Gummibändern aufhängen. Das ist dann wohl nicht so optimal. Vor allem, da die Dinger irgendwann porös werden :D
 
Zitat von MrJules:
Weil dort oft stoßabsorbierende Teile um die Platte herum angebracht werden. (Zumindest bei neueren Modellen)
Dann solltest Du vielleicht schreiben, dass gute externe Gehäuse die Platten besser schützen, denn zumindest bisher haben die HDD Hersteller noch keine speziellen Versionen für USB Gehäuse rausgebracht, aber im Regenbogen ist ja noch Platz für ein entsprechendes WD Modell :evillol:

Zitat von MrJules:
Aber andersherum müsste es rein physikalisch ja auch was bringen ;-)
Zu weiche Aufhängungen können meist gut verhindern das sich die Schwingungen auf das Gehäuse übertragen, erlauben den Platten aber auch sehr große Bewegungen innerhalb der Aufhängung und provozieren damit eben diese Positionierungsprobleme. Eine gute Aufhängung muss daher einen Kompromiss zwischen beiden Zielen machen.

Zitat von MrJules:
Was die zu weiche Entkopplung angeht. Ich habe mal gesehen, dass Leute die Festplatte an Gummibändern aufhängen. Das ist dann wohl nicht so optimal.
Das ist sicher nicht der optimale Kompromiss, sondern nur optimal um zu verhindern, dass sich die Vibrationen der Platte auf das Gehäuse übertragen.
 
Zitat von Holt:
Dann solltest Du vielleicht schreiben, dass gute externe Gehäuse die Platten besser schützen, denn zumindest bisher haben die HDD Hersteller noch keine speziellen Versionen für USB Gehäuse rausgebracht, aber im Regenbogen ist ja noch Platz für ein entsprechendes WD Modell :evillol:

Oder vielleicht sollte ich schreiben, dass es die shockabsorbierenden Bauteile sind, die die Platte besser schützen.
Ich ging leider davon aus, dass wenn es um eine externe Festplatte geht, das Gehäuse als Teil von dieser angesehen wird... Mein Fehler...
 
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