Über die technische Seite bin ich immer wieder erstaunt. Gut, die Schatten sind bisweilen etwas krümelig und nicht alle Texturen sehen schick hochauflösend aus, aber das Gesamtergebnis toppt m.E. alle bisherigen Open-World Games. Teilweise kommt regelrechtes Crysis-Feeling auf.
Spielerisch darf man natürlich nichts aussergewöhnliches erwarten. Ich find das Spiel dennoch gut und habe mehr Spaß damit, als beispielsweise mit GTA4, welches ich bis heut nicht durchgespielt hab.
Zurück zum Spiel selbst: Der Greifhaken lädt -sofern man einmal den Dreh raus hat- zum richtig kreativen herumexperimentieren mit der Spielwelt ein.
Das liegt auch daran, das unglaublich viel explosives Material in der Spielwelt herumsteht. Und sobald man mittels des Greifhaken zwei Gegenstände kombinieren kann, gehen des öfteren beide Mundwinkel steil nach oben.
Ein paar Beispiele für kreatives Gegnerbeseitigen:
Gleich in der zweiten Mission kommt etwas sehr vertrautes: Während der NPC fährt, soll man die Verfolger abschütteln. Kennt man ja aus diversen Shootern. Nun könnte man wie üblich auf die Verfolger schiessen. Wie langweilig. Lustiger ist es da schon, mittels Greifhaken ein Fahrzeug zu beschiessen und dann das andere Ende auf starre Objekte wie Häuser, Brückenpfeiler oder Mauern zu richten. Das Ergebnis ist in allen Fällen sehr spekatkulär.
Oder wenn man es fies haben will: Zwei Verfolgerfahrzeuge miteinander verketten und nur einen Fahrer ausknipsen. Effektiv und jedesmal äußerst erheiternd.
Ist man zu Fuß unterwegs, kann man ähnlich verrückte Aktionen starten. Bei liegenden Gasflaschen empfiehlt es sich, anrückende Fahrzeuge mit diesen zu verbinden und die Gasflaschen zu beschiessen. Bei stehenden Flaschen kann man einzelne Gegner dranpappen und ihnen dann hinterherwinken.
Richtige abgebrühte Spielernaturen verbinden sich aber selbst mit den Gasflaschen und bringen sich so schnell aus einer Gefahrenzone. Nur den rechtzeitigen Absprung darf man halt nicht verpassen.
Schade ist, das die Missionen ziemlich generisch wirken. Da beschleicht ein öfters das Gefühl: Moment, hab ich das nicht grade gemacht? Just Cause lebt halt von der Action und davon, wie kreativ der Spieler sein möchte. Dadurch, das sich beinahe alles auch auf altmodische Art lösen lässt, könnte der eine oder andere recht schnell gelangweilt sein.
Alles in allem sicher kein Überspiel. Aber das Gesamtbild ist stimmig und wenn man auf der Suche nach einem guten (nicht mehr und nicht weniger) Open-World Actiontitel ist, sollte man Just Cause eine Chance geben.