Leserartikel [Sammelthread] LGA775-OC/UV-Club (Core 2 Duo/Quad, Pentium 4/D, Celeron, LGA771 Xeon)

Taron

Commander
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I dunno. :D

Wird getestet. Irgendwann. Erstmal noch weitere CPUs mit angeblich schlecht zu übertaktenden Steppings testen.

Und - mal komplett Offtopic? - Weihnachtsbaum schmücken. lol

IMG_E0575.JPG


SIeht ja ganz toll aus. Aber... ist doch trotzdem Offtopic? Nun ja... schaut mal genau hin. :D Na, wer findet's? :)

IMG_0580.JPG
IMG_E0587.JPG


Powered by Quadcore. Und Xeon Dualcore. Und Pentium 4/Celeron Singlecore.

Can the tree run Crysis? :lol::evillol:
 

Taron

Commander
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Uff... es ist einiges passiert, und leider nicht nur erfreuliches...

Mein Plan war, mal so für Zwischendurch einen kleinen Vergleich zwischen Xeon E5420 in verschiedenen Steppings (C0, E0) zu machen. Also benötigte CPUs besorgt und los gehts, dazu gesellte sich dann noch ein sehr günstig eingekaufter Xeon L5420, der durch das "L" in der Bezeichnung als Low Power-Variante mit 50 W TDP und sonst gleichen Leistungsdaten wie der E5420 eingeordnet ist und eine weitere interessante Vergleichsmöglichkeit bietet.

Leider war aber alles, wirklich ALLES daran ein absoluter Totalausfall. :grr:

Der E5420 C0 (SLANV) performt generell nur so mittelmäßig. Immerhin funktioniert der zuverlässig. (Warum ich das betone, lest ihr gleich.) Mehr als 3,5 GHz ist ohne erhebliche Spannungserhöhung allerdings nicht machbar. Das Datenblatt für 45 nm-Wolfdales weist als absolute Maximalspannung 1,450 V aus. Diese benötige ich aber schon fast, um mit dem C0 überhaupt auf über 3,5 GHz zu kommen, und alles darüber hinaus ist reines Glücksspiel, was die Lebensdauer betrifft...

Der E5420 E0 (SLBBL) war mein bis dato größter Flop auf dem LGA775-Sockel. Der Prozessor funktioniert nämlich einfach gar nicht. Beim ersten Boot freezte das vorher per 30 sek. gebrücktem CMOS Reset zurückgesetzte BIOS, und dann ließ sich das Board mit der CPU gar nicht mehr starten, da er in einem Bootloop festhängt und in einem 10-Sekunden-Zyklus startet und stoppt (tut einer HDD bestimmt gut). Zum Laufen habe ich diese CPU trotz zwei verschiedener Boards nicht mehr bekommen. Klasse. :rolleyes:

Der L5420 (C0, SLARP) ist wohl das, was man als OC'er gemeinhin als "Montags-CPU" bezeichnen würde. Mehr als 3,2 GHz sind ohne erhebliche Spannungserhöhung nicht machbar, trotz - oder gerade wegen? - der sehr geringen VID von 1,125 V. Bei 3,00 GHz @ 1,25 V (darunter startet die Kiste gar nicht erst) dauert der Boot trotz SSD ewig (3 Minuten!!!), aber Primestable ist der über einen Zeitraum von 15 Minuten. Merkwürdig. Eine Spannungserhöhung auf das gefühlt angemessene Maximum (1,45 V BIOS) sorgt nur für unwesentliche Besserung...

l5420-nicht-gut.JPG

Xeon L5420: Geringe TDP, aber nicht sehr häufig zu bekommen, was scheinbar erst recht für brauchbare Samples gilt...


Benches habe ich mir vom L5420 nun erspart. Das ist die Zeit nicht wert, und bringt auch ohnehin keinen echten Mehrwert in Sachen Erkenntnisse. Dass die durch Coretemp 1.16 ausgelesenen Temperaturen viel zu hoch sind (idle @ stock clock/voltage 55-65 °C), fällt da wohl auch nicht mehr ins Gewicht (ist wohl ein Bug in Coretemp). Aber ungenaue Temperaturen sind bei 45 nm-Wolfdale-Dies ja sowieso des öfteren ein Problem gewesen.


e5420-gesamt-nicht-gut.JPG

Nö. Daumen runter. Irgendwann gibts sicher einen Neustart, aber aktuell kann ich 5420 nicht mehr sehen.


Quadcores mögen mich und meine Setups wohl einfach nicht. :D

Dagegen habe ich ein anderes Golden Sample, auch in 45 nm, aber ein Dual Core. Natürlich, wenn Quads bei mir nicht wollen... :D

Ein Xeon E3110 (Vielen lieben Dank @Pitlord an dieser Stelle! :) ), welcher technisch gesehen lediglich ein umgelabelter Core 2 Duo E8400 mit Wolfdale-Die ist, erreicht bei mir die bisher höchsten Taktraten für Prozessoren auf Basis der Core-Architektur!

Nach eigenen Aussagen von @Pitlord wurde dieses Sample bisher nicht übertaktet, und einst auf Ebay erworben. Dies könnte insofern eine Rolle spielen, da diese Samples laut manchen Forenbeiträgen vor allem in bestimmten Shops verkauft wurden oder dieser Prozessor möglicherweise ein extra für OC gebinntes Exemplar war.


e3110-golden-sample.JPG

Endlich mal was wirklich taktfreudiges im Sockel! Xeon E3110 des Q807-Batches.


Es gibt im Luxx einen interessanten Sammelthread zum E3110, laut welchem bestimmte Batches extrem gut getaktet werden können (namentlich erwähnt u.a. Q807xxxx).
Und von genau diesem Batch stammt meine CPU!

Batch: Q807A740
VID: 1,2150 V
sSpec/Stepping: SLAPM, C0
LGA775

Kühler: Noctua NH-D15 w/ 2xNF-A15 @ 100 % Fan
Mainboard: Gigabyte P35-DS4 Rev.2.0
RAM: OCZ 2x2 GB 1000

Dieser Prozessor ist trotz Stepping C0 einfach insane. FÜr 4 GHz Primestable braucht er lediglich 1,22 V, für 4,4 GHz Benchstable 1,32 V.
Die Temperaturen lagen in Cinebench @ 4,4 GHz bei max. 58 °C, was noch deutlich unterhalb dem von Intel freigegebenen Maximalwert von Tcase = 72,4 °C liegt. Absurde Schwankungen oder offensichtlich unplausible Temperaturwerte habe ich in der Testreihe nie gesehen.

Es ist anzunehmen, dass ich selbst unter Luft mit weiterer Spannungserhöhung und besserem Board (EP45-UD3R) die 4,5-4,6 GHz knacken könnte, unter (prechilled) Wasser oder gar KoKü wären möglicherweise sogar 5,0 GHz+ drin!


e3110-slapm-q807a740-4400mhz-cbr23.png

Schwer zu schlagen? Singlethread im Bereich eines i5-4670K!


Nur mal so zur Einordnung: Singlethread schafft ein i5-4670K@stock 662 pts, ein Core 2 Quad Q6600 @ stock in Multithread 1248 pts.

Dualcore schlägt hier Quadcore. :D Gibts nicht allzu häufig. Und dass ein deutlich modernerer i5-Prozessor aus Mitte 2013 von einer CPU aus Anfang 2008 in der Singlethread-Performance geschlagen wird (wenn auch knapp), ist noch seltener.

Coole Sache! Hat Spaß gemacht, und ich hoffe, bald noch mehr solcher genialen Samples in die Finger zu bekommen!

VG, Taron
 

Bodennebel

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Ist der Wert für den E3110 an Position 12 in deinem CB R23 Test auch von Dir?
 

Bänki0815

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Das ist schon interessant was so möglich ist mit den alten "Gurken".
Leider fehlen denen mittlerweile einige Befehlssätze, um so manch aktuelles Spiel zu testen.
Ich konnte jetzt ein Asus P5Q ergattern und den Q9550 auf 3,6 GHz übertakten bei 1,34 V, aber leider fehlt mir noch ein adäquater Kühler, um mal CB R23 laufen zu lassen.
Da geht er sofort auf 100 Grad Celsius hoch und taktet auf 2 GHz runter.
 

Taron

Commander
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Bei 100 Grad (wie ausgelesen?) bei Cinebench scheint da aber selbst bei Intel Boxed noch was anderes im Argen zu sein... vielleicht alte Wärmeleitpaste, nicht genau sitzender Kühler, oder vielleicht auch nur die bekannte Wolfdale-Sensorungenauigkeit? Hab ja beschrieben, wie das ganze dann bei einem Xeon L5420 aussah, da dürfte es sicher einen Temp.-Delta von 20 bis 30 Grad geben, denn der Kühler war ziemlich kalt...
Andererseits, wenn der bei dir Leistung throttelt, dann dürfte die Temp. wirklich zu hoch sein, was eher mit dem Kühler bzw. der Montage desselben zu tun hat.

Vor allem wenn man bedenkt, dass CB weniger Last erzeugt als Prime Small FFTs...

Welches P5Q hast du? Ich habe aktuell ein sehr günstiges P5Q Premium im Zulauf, das verfügt scheinbar über eine andere Spannungsversorgung (mehr Phasen) als die gängigen Gigabyte-Boards.
 

Taron

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Update 21.12.2020


Aus irgendeinem Grund habe ich doch wieder mit Harpertown-Quadcores angefangen. :daumen:


xeon-x5460-und-e5410-e0.JPG

X5460 (3,16 GHz, C0) und Xeon E5410 (2,33 GHz, E0). Linke CPU wird heute getestet!


User @DeGeorg hatte Anfang Dezember mit einem Q9550 @ 3,82 GHz auf Gigabyte EX38-DS3 in CineBench R23 stolze 2263 Punkte erreicht, was ihm bis dato den Platz 1 einbrachte. :)

Um aber meinerseits mit möglichst komfortablem Vorsprung zu kontern beschloss ich, nun direkt mit hohem Takt einzusteigen und wieder einmal auf eventuell vielleicht doch vorhandenes Glück bei 45nm-Quadcores zu vertrauen. Der X5460 ist genauso wie der E5420 von vorher ein Harpertown (entspricht Yorkfield bei Core 2 Quad) und besitzt einen FSB von 1333 MHz sowie 2 x 6 MB L2 Cache (Vollausbau).
So gesehen entspricht mein X5460 einem Core 2 Quad QX9750, welcher allerdings nie für Endkunden released wurde, der QX9770 einen minimal höhere Takt (3,2 GHz), allerdings FSB1600.


Xeon E5460
  • Harpertown, 45 nm
  • Batch 3828A541, C0
  • 2x6 MB L2 (MCM)
  • FSB1333, 3.16 GHz
  • 120 W TDP lt. Ark
  • VID dieses Prozessors: 1.23750 V
Link zu ARK (Intel Produktseite)



In der Tat hatte ich endlich mal Glück, zumindest mehr als letztens mit den 5420er-Xeons. :D

Bei 4 GHz brauchte der X5460 etwa 1,3 V für Primestable (15 min), wobei der Vdroop meines EP45-UD3R relativ groß war.
Bis 4,1 GHz konnte ich noch mit erträglichen Spannungserhöhungen gehen, danach habe ich das OC beendet, um den Prozessor nicht so zu zerstören, wie es möglicherweise mit dem E5420 letztens geschehen ist...

Wie gewohnt:

Gigabyte EP45-UD3R
4 GB OCZ2P10004GK Kit (2x2 GB DDR2)
Noctua NH-D15 w/ NF-A15 @ 100 %
Samsung 830 SSD 128 GB
Asus Geforce GTX 550 Ti 1GB GDDR5


x5460-slanp-3828A541-4104mhz-CBR23.png

Ivy Bridge-Performance auf LGA775!


Die erreichte Leistung ist beeindruckend, insbesondere für eine CPU aus dem Jahre 2008:

Multi 2419 pts
Single 631 pts

Multithread entspricht die Leistung einem Ivy Bridge i5-3470 @ Stock, Singlethread immerhin einem i5-2400 @ Stock. :cheerlead:


Das bringt mir den nunmehr ebenfalls 1. Platz in Multithread ein, sorry @DeGeorg :D

Mehr wird auf LGA775 ohnehin bei bestem Willen kaum noch möglich sein, wenn nicht gerade auf KoKü oder gar Stickstoff zurückgegriffen werden soll. Letzteres ist im Alltag eh nicht zu nutzen, und wer wirklich spürbar bessere Performance will, soll halt irgendein Einsteiger-PC mit Ryzen kaufen, der ist nämlich in allen Belangen schneller als das hier, zumal es für LGA775 oder 771 schlicht keine größeren CPUs (mit mehr Cache/Kernen) mehr gibt.

Aber... wo bleibt denn in diesem Hobby sonst der Spaß, würde man nur auf Sinnhaftigkeit achten? :)

Die andere CPU auf dem obigen Bild wird auch irgendwann getestet, dazu später mehr!

VG, Taron
 

Taron

Commander
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Update 28.12.2020

Ich habe mal etwas Zeit zugebracht und mir die einzelnen Steppings der Core-Architektur etwas genauer angesehen. Und zwar spezifischer, den Zusammenhang von Spannung (Vcore) und Takt. Meine Überlegung war, dadurch bessere Vergleiche anstellen zu können und vor allem ein besseres Gespür für die jeweilige Taktbarkeit einzelner Steppings zu bekommen.



Testkandidaten und Voraussetzungen

  • L2 (Allendale) - Core 2 Duo E4300
  • G0 (Kentsfield) - Core 2 Quad Q6600
  • C0 (Harpertown/Yorkfield) - Xeon E5420
  • R0 (Wolfdale-3M) - Core 2 Duo E7400

  • Gigabyte EP45-UD3R Rev1.0 (Bios F12)
  • Noctua NH-D15 w/ 2x NF-A15 PWM @ 100 %
  • 2x2 GB OCZ 1000 Platinum Kit
  • Gigabyte Geforce GTX 680 4GB (Windforce 3X)
  • Samsung 830 128 GB SSD

Windows 10 Pro 20H2 x64
Prime95 28.10 x64 (Torture Test Small FFTs)
CPU-Z 1.94.0 x64

LLC in BIOS stets AUS
RAM 2,060 V
RAM möglichst auf 800 MHz getaktet

Vorweg: die Präzision wird durch Ableseungenauigkeiten in CPU-Z und den 12,5 mV-Schritten der Vcore-Einstellung im BIOS beeinflusst. Aus Zeitgründen habe ich 200 MHz-Schritte gewählt, um zumindest die Charakteristiken der Verläufe zu erkennen.


Ergebnisse



L2 (Allendale)


core2-e4300-l2-takt-spannungs-diagramm.png


Vorliegendes Sample des Allendale-Kerns war in seiner Chipgüte eher mittelmäßig. Das Undervolting-Potenzial ähnelt sich bei allen soweit getesteten Exemplaren ohnehin relativ stark.
Bis etwa 2,4 GHz steigt der Spannungsbedarf relativ konstant an (etwa 55 mV/200 MHz), ehe ab 2,4-2,6 GHz der Spannungsbedarf immer größer wird. Ab diesem Punkt entsteht eine Art Teufelskreis: die Leckströme werden immer größer, die Temperatur steigt wegen der gesteigerten Leistungsaufnahme immer weiter an, doch um die Transistoren bei höchstem Takt noch zuverlässig durchschalten zu können, werden immer höhere Spannungen notwendig, was wiederum für noch höhere Temperaturen und Leckströme sorgt...
Verhindern lässt sich das im Prinzip nur durch eine möglichst leistungsfähige Kühlung die den Chip so kühl wie nur irgendwie möglich hält, also Wasser oder auch Kompressorkühlung. Zu beachten ist hier, dass einige Prozessoren für 775/771 nicht verlötet sind, das heißt der Metalldeckel (Heatspreader, kurz IHS) ist nicht mit dem Silizium verlötet. Stattdessen befindet sich dort Wärmeleitpaste, die über die Jahre eintrocknet und je nach Qualität und Umgebungsbedingungen im Betrieb irgendwann für deutlich höhere Temperaturen selbst bei Default-Einstellungen sorgt.

Mit Sweet Spot bezeichne ich hier den Bereich, der sich außerhalb des stark ansteigenden Teils befindet, also im Prinzip den Bereich, wo mit moderater Spannungserhöhung der höchste Takt gefahren werden kann. Beim vorliegenden Allendale-Kern befindet sich dieser Bereich irgendwo zwischen 2400 und 2600 MHz. Die benötigte Spannung für diese Frequenzen liegt hier also bei 1,1-1,2 V. Dieser Wert kann aber je nach Prozessortyp und vor allem Chipgüte stark schwanken.


G0 (Kentsfield)


core2-q6600-g0-takt-spannung-diagramm.png


Der Core 2 Quad Q6600 basiert als Vierkerner im Prinzip auf zwei Conroe-Kernen, welche wie Allendale im 65 nm-Prozess gefertigt sind und als MCM auf der Leiterplatte realisiert sind. Es sind also zwei getrennt voneinander angeordnete Dies, welche über eine möglichst schnelle Schnittstelle zu einem Prozessor verbunden sind. Das moderne Äquivalent sind die aktuellen AMD Ryzen-CPUs.
Dies beeinflusst durchaus die Güte der CPU. Im schlimmsten Fall besitzt ein Die eine hohe Güte, während der andere eine schlechte Chipgüte besitzt und dadurch ein effizientes OC unmöglich macht, sofern einzelne Kerne nicht abgeschaltet werden können.

Der Spannungsverlauf entspricht dem des Allendale-Kerns, allerdings steigt der Spannungsbedarf mehr linear an und verändert sich auch im hohen Taktbereich nicht wesentlich. Moderate Taktsteigerungen im Bereich von +400 bis +600 MHz lassen sich je nach Prozessorgüte (Binning) durchaus ohne Spannungsanpassung erreichen - mit diesem Sample ließe sich dabei immerhin ein Takt von 3,0-3,1 GHz erreichen, was einem Geschwindigkeitszuwachs von über 25 % entspricht.

Generell hat sich in meinem OC als Faustregel erwiesen, dass sich bei 65 nm eigentlich fast immer 15-20 % Taktzuwachs ohne Spannungsanpassung herausholen lässt.



C0 (Harpertown/Yorkfield)


xeon-e5420-c0-takt-spannung-diagramm.png


Nun haben wir es mit einer 45 nm-CPU zu tun, und einem veränderten Prozess samt Stepping.
Hier ist deutlich ein großer Unterschied zu sehen: Bis 3,2 GHz steigt der Spannungsbedarf quasi linear an, ehe dieser sprunghaft ansteigt. Verifiziert habe ich dieses Verhalten an einem anderen Quad Core in C0 noch nicht, das werde ich bei Gelegenheit nachholen.

Verwundern tut mich dieses Verhalten allerdings nicht. In C0 wurden einst so ziemlich alle Core 2 Duo-Mobilprozessoren in 45 nm gefertigt, bis zu einer maximalen Taktrate von 3,00 GHz. Bei Mobile CPUs ist die Energieeffizienz und damit verbundene möglichst geringe Abwärme absolut wichtig weswegen ein Fertigungsprozess idealerweise auch darauf ausgelegt ist.
Kurz: Über einen weiten Bereich sehr effizient, ab einem bestimmten Punkt wird der Spannungsbedarf so hoch und die Kühlung so schwierig, dass sich kaum noch höhere Takte erreichen lassen. Natürlich gibt es Ausnahmen wie mein Xeon E3110, der in C0 etwa 4,4 GHz erreicht, aber in aller Regel ist bei 3,2 bis 3,6 GHz ohne extreme Spannungserhöhung Schluss.



R0 (Wolfdale-3M)


core2-e7400-takt-spannung-diagramm.png


Das modernste und zugleich letzte 45 nm-Stepping für die Core-Prozessoren war R0, erschienen August 2008.
Ein Großteil aller Prozessoren mit Wolfdale-3M Kern, also v.a. Pentium Dual-Core (von E2210 und E5200 in M0 abgesehen) sowie Core 2 Duo E7xxx, sind in diesem Stepping gefertigt worden. Der Wolfdale-3M ist eine günstigere und kleinere Variante des großen Wolfdale-Kerns, mit um die Hälfte reduziertem L2-Cache, welcher als Penryn-3M auch im Mobilbereich genutzt wurde.

R0 hat große Ähnlichkeit mit Stepping G0, der Spannungsanstieg bei höherem Takt ist weniger sprunghaft und mehr linear, was je nach Prozessorgüte höhere Taktraten ermöglichen sollte. Der hier dargestellte E7400 mit 2,80 GHz Standardtakt ließe sich ohne Spannungserhöhung um fast 1 GHz auf etwa 3,8 GHz übertakten, was einer Steigerung von 35 % entspricht.

Dieses Sample ist also eines der "besseren", also jenen Exemplaren die mit relativ wenig Spannung hohe Takte erzielen können. Bei weniger gut gebinnten E7400 dürfte der Maximaltakt ohne Spannungserhöhung irgendwo zwischen 3,4 und 3,6 GHz liegen. Der Sweet Spot liegt bei diesem E7400 im Bereich 3,2 bis 3,4 GHz. Heiß wurde die CPU in diesem Bereich nicht, mit NH-D15 lag die Temperatur unter Volllast bei etwa 40 °C.

Mir ist aufgefallen, dass vor allem das R0-Stepping sehr spannungsempfindlich ist - selbst eine winzige Spannungsänderung von 12,5 mV kann den Unterschied zwischen "30 min Primestable" und "Windows crasht sofort mit Bluescreen" ausmachen.
Zum Teil treten Fehler im Prime Stress Test erst nach Stunden auf, was das Ausloten der minimal möglichen Spannung massiv erschwert...


Interessantes (?) zum Schluss

Ich habe einen Bug beim EP45-UD3R gefunden:

bei Vcore-Einstellung unter etwa 0,95 V lässt sich das Board nach Reset, Power off oder Taktänderung nicht mehr starten - es bleibt reproduzierbar in einem Boot Loop hängen.
Um das zu umgehen, muss also erst der Takt bei normaler Vcore angepasst werden, erst nach Speichern des Taktes und dem damit verbundenen kompletten Neustart des Boards lässt sich die nunmehr geringe Vcore einstellen und Windows kann (bei genügender Spannung) normal starten.

Bei einem Bluescreen oder Freeze sollte also im Idealfall nicht resettet werden, möchte man die Einstellungen wegen dem dann zwingend erforderlichen BIOS Reset nicht verlieren...

In den Diagrammen ist auch zu erkennen, dass der Spannungsfall unter Last (Vdroop) bei Quadcores höher ist als bei einfachen Dualcores, was schlicht an der deutlich höheren Leistungsaufnahme liegt. Beim Test des Q6600 lag die Systemleistungsaufnahme bei höchstem Takt bei über 270 W, beim E4300 nur bei 145 W.
Bei Aktivierung der Load Line Calibration (LLC) im BIOS lässt sich dieses Problem halbwegs umgehen, aber genutzt habe ich dieses Feature nie.

Hoffe, diese Ausarbeitung hilft dem ein oder anderen einzuschätzen, wie sich die einzelnen Steppings in Punkto Spannungsanforderungen performen. :)

VG, Taron
 

416c

Captain
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Super Thread, da kram ich auch gleich mal meine Retrokiste raus und schnall wieder die WaKü drauf. Allerdings wird wohl mit Cinebench R15 gebencht, da Win7 installiert ist, was ich nur ungerne änern würde. Zur Überbrückung habe ich auch noch eine Kleinigkeit zum Thema ungesunde Spannung zu teilen :mussweg:
A6244662-AF67-4190-A7F8-A08395BA272E.png
 

Taron

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Die "HD 5700 Series" scheint auch ein wenig zu neu für GPU-Z zu sein. :D

Mein Q6600-Sample brauchte für 3,9 GHz "nur" 1,54 Volt. Auch ungesund, wobei die 65nm-CPUs diese kurzzeitig problemlos vertragen (absolute max. rating für Conroe-based CPU lt. Datenblatt 1,55 V)...

Alles über 1,6 Volt (habe ich nur einmal mit 1,64 V gemacht, die CPU hats überlebt) würde ich definitiv nicht anwenden, auch nicht für kurze Zeit, höchstens zum Benchen oder so.
 

416c

Captain
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Das war noch ein Screenshot aus alten Tagen, 7um Glück gibts davon noch einige. Aber auch aktuell habe ich wieder etwas aufgebaut und kann mit Benchen loslegen, Windows 10 nun auch installiert. Einen Q6600 G0 habe ich auch noch hier, mit dem habe ich aber erst 3GHz ausgelotet und sonst noch nichts ausprobiert.

Bis 1.6V bin ich mit meinem damaligen Q6600 gegangen, wobei das natürlich nur zum Benchen war und ich mich im Alltag bis max. 1.45V bewegt habe. Die 45nm Quads bekommen grundsätzlich nie mehr als 1.5V und maximal 1.35V für den Alltag.

Von was wären Ergebnisse denn interessant? Hier sind auf jeden Fall E4300, E6300, E7300, E7400, E8500, Q6600 (G0), Q9300 (M1, extrem niedrige VID, 3GHz bei 1,15V) und Q9550 (C1). An Platinen ist die Auswahl nicht ganz so groß, aber mit Gigabyte EP45-UD3R, ASUS P5Q-Pro (beide mit P45) und Gigabyte GA-P35-DS3R bzw G31-ES2L findet sich für jedes Anwendungsgebiet was Passendes. Mein P5E (X38) ist nach einem erfolglosen BIOS Flash (Rampage Extreme Rom) leider nicht mehr zum Leben zu erwecken.

Ein Screen eines Cinebench-runs, vom aktuellen "Alltags"-Setting mit dem Q9550 (C1), ist mal anbei.
 

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416c

Captain
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Eben habe ich den Q9550 nochmal mit einem FSB von 500MHz respektive 4,25GHz gebencht. Der Speicher lief dabei (wie fast immer) 1:1. Allerdings fehlen mit dem Setting drei CB-Punkte um zu deinen gebenchten 2419 Punkten -mit 4,1GHz- aufzuschließen. Wie lief dein RAM? Dafür muss es ja eine Erklärung geben.
Q9550_4,25GHz.PNG
 

Taron

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Was für RAM? Mein OCZ Platinum 1000er-Kit lief mit 800 MHz, bzw das was der Teiler mir bei dem FSB halt angeboten hat... die 1000 MHz habe ich eigentlich nie ausgefahren, nur die DRAM voltage habe ich auf 2,1 V gestellt, weil die Module dafür spezifiziert waren.

Welches OS bzw. welche Updates sind installiert?
Ich vermute, das dürfte die Ursache sein. Ich hatte Windows 10 als ISO ohne Updates drauf (keine Ahnung welche Version genau, bin das Wochenende unterwegs).

vielleicht haben auch die Prozessoren eine Art Serienstreuung was die Rechenwerke oder den Cache betrifft...
 

416c

Captain
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Mhh, dann muss das mit der Software zusammen hängen. Auf den Systemen installier ist aktuell nur XP (Pro 32bit) und das aktuellste Win 10 20H2 (Home 64bit).

Wie im Bild ersichtlich laeuft der RAM bei mir mit 1000MHz, vorhanden ist 1066MHz OCZ Platinum und (in diesem Fall verwendet:) 1066MHz Geil, alle laufen mit 2.2V und 5-5-5-15 Timings.

Gleich schnall ich dem Q6600 mal die Wasserkühlung auf und schau was geht.
 
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