RavensRunner schrieb:
Denn warme abluft die auf kalte oberflächen kommen - Kondensieren ja und da habe ich angst zwecks Kurzschluss/Technische Migration durch Oberflächenkorrosion
Nein, nicht pauschal. Es kondensiert nur, wenn die Taupunkttemperatur erreicht oder unterschritten wird.
IT-Geräte fügen der Umgebungsluft keine zusätzliche Feuchtigkeit hinzu (anders als Lebewesen), sondern erwärmen sie lediglich. Dadurch sinkt in der Regel räumlich begrenzt eher die relative Luftfeuchte (asolute Luftfeuchtigkeit (g/cbm) bleibt gleich oder ähnlich). Ein Beitrag zur Kondensatbildung entsteht höchstens indirekt und ist in der Praxis meist gering – außer, man hätte tatsächlich eine Quelle für Wasserdampf im Rack.
Entscheidend ist daher vor allem, wie groß der Temperaturunterschied zwischen Raum, Rack und Bauteilen ist und ob die Luft überhaupt die Möglichkeit hat, deutlich mehr Wasserdampf aufzunehmen als außerhalb des Racks.
Da der Wasserdampf im Rack ausschließlich aus der Raumluft stammt und diese nur bis zu ihrer aktuellen Sättigung Feuchtigkeit aufnehmen kann, bleibt der Effekt begrenzt – solange die Temperaturunterschiede nicht extrem sind.
In deinem aktuellen Fall: 9,4 °C bei 68 % rF ergeben einen Taupunkt von ca. 3,8 °C. Solange keine Fläche – insbesondere im Rack – kälter als etwa 3,8 °C wird, entsteht kein Kondenswasser.
Falls im Keller trotz höherer Temperaturen bei dir dennoch Feuchte sichtbar ist, handelt es sich meist eher um Durchfeuchtung aus dem Mauerwerk (Erdfeuchte, fehlende/defekte Sperren) und nicht um klassisches Kondensat.
Im Sommer ist das eine andere Situation: Bei schwüler Witterung kann der Taupunkt der Außenluft bei 25 °C oder mehr liegen. Gelangt diese Luft in einen kühlen Keller, liegen viele Oberflächen unter dem Taupunkt – dann kommt es zu sogenanntem Sommerkondensat, auch am Rack, sofern dieses nicht deutlich wärmer ist.
Dagegen hilft keine Dämmung. Entweder muss der Raum wärmer als der Taupunkt der Außenluft sein, oder der Luftaustausch mit außen muss im Sommer vermieden werden – was praktisch kaum möglich ist. Andernfalls steigt die relative Luftfeuchte zwangsläufig bis in den kritischen Bereich.
Ohne bauliche Sanierung, gezielte Entfeuchtung oder ausreichende Erwärmung (Raumtemperatur über Taupunkt) kann es in solchen Kellern langfristig, insbesondere im Sommer, zu Kondensation kommen.
Es gibt daher Keller, die sich grundsätzlich nur eingeschränkt für empfindliche Technik eignen. Im Extremfall müsste dort verbaute Hardware fast schon industriellen Schutzklassen (IP6x) entsprechen, um dauerhaft unkritisch betrieben zu werden. Dein Keller scheint bei den genannten Parametern dazu zu gehören.
Hier mal ein Taupunktrechner:
https://rechneronline.de/barometer/taupunkt.php
Für Bauteilberechnung kann ich
www.ubakus.de empfehlen. Habe selbst bei der Sanierung meiner 140 Jahre alten Hütte damit gearbeitet, die wegen viel Holz schlecht auf zu viel Kondensat reagiert.
Und was du beschreibst vom Keller, könnte mein unabgedichteter lehmgestampfer Gewölbekeller sein...

Nee außer dem HAK vom Stromanbierter, dem Wasserzähler und der Gasuhr ist das kein Gerät verbaut.
Sinnvoller als schöde Thermohygrometer sind solche mit
Taupunktanzeige, insbesondere in feuchten Räumen (Bäder, Küchen,...) aber auch Wohnräume:
Bspw sowas, dazu ein IR Thermometer um die Oberflächen zu prüfen und man kann durch Luftzirkulation und Temperatur in vielen Situationen Kondensat und damit Rost und Schimmel vorbeugen oder erkennen, dass bauphysikalisch was im Argen ist.
https://www.bueromarkt-ag.de/thermo-hygrometer_tfa_30.5011_digital,p-305011.html